Anthony Bamford, Baron Bamford

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Anthony Bamford, Baron Bamford

Anthony Paul Bamford, Baron Bamford (* 23. Oktober 1945[1] in Staffordshire) ist ein britischer Unternehmer, Wirtschaftsmanager und Politiker der Conservative Party. Seit Oktober 2013 ist er als Life Peer Mitglied des House of Lords.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bamford wurde als Sohn des Unternehmers Joseph Cyril Bamford (1916–2001) geboren. Sein Vater war Inhaber und Vorstandsvorsitzender (Chairman) von JCB, einem britischen Hersteller von Land- und Baumaschinen. Er besuchte das Ampleforth College, eine von Benediktinermönchen geführte koedukative Internatsschule in Ampleforth in der Grafschaft North Yorkshire. Anschließend absolvierte er eine Fachausbildung im Bereich Ingenieurwesen (Engineering) bei dem Landmaschinenhersteller Massey Ferguson in Frankreich.

1964 trat er als Verkäufer in das Unternehmen seines Vaters ein. Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre stieg er, im Zuge einer verstärkten Exportoffensive, in das Management von JCB auf. 1975 übernahm er, im Alter von 30 Jahren, die Unternehmensleitung von seinem Vater, der in den Ruhestand getreten war.[2] Er ist seither Chairman und Managing Director of JCB. Bamford baute JCB zu einem internationalen Konzern auf, setzte jedoch weiterhin auf die Fertigung von Maschinenteilen in Großbritannien. 1978 eröffnete er in Wales eine Fabrik für Radachsen als In-House-Standort des Unternehmens. 1979 verantwortete Bamford die Expansion des Unternehmens nach Indien. JCB beschäftigt mittlerweile über 3.000 Mitarbeiter in Indien; das Land stellt den größten Einzelmarkt des Unternehmens dar. Weitere Unternehmensstandorte gründete Bamford in Brasilien, den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China. Bamford setzte sich, trotz Internationalisierung und Globalisierung der Märkte, immer wieder entschieden für den Produktionsstandort Großbritannien ein; 2012 wurde ein Kommissionsbericht zu diesem Thema, den Bamford vorgelegt hatte, direkt an Premierminister David Cameron übergeben.[2]

Im August 2006 erklärte Bamford sein Interesse am Kauf von Jaguar Cars; er trat jedoch davon zurück, als er erfuhr, dass der Verkauf auch die Marke Land Rover umfassen würde, die er nicht kaufen wollte.[3]

Bamford gilt als einer der reichsten Männer in Großbritannien. Im April 2012 wurde sein Vermögen auf 3,1 Milliarden Pfund geschätzt.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bamford gehört zu den Hauptunterstützern und finanziellen Sponsoren der Conservative Party.[2][3][5] Vor den Britischen Unterhauswahlen 2010 machte er eine Parteispende von 1 Million Pfund an die Conservative Party. 2010 wurde er von David Cameron für die Erhebung zum Life Peer vorgeschlagen. Die kurz zuvor erfolgten Parteispenden sprachen jedoch gegen ihn.[3] Bamford zog daraufhin seine Nominierung selbst zurück.[5]

Bamford ist außerdem ein enger Freund von Tony Blair und Prince Charles.[6] Blair nutzte u. a. eine Villa auf Barbados, die Bamford gehört, privat.[5]

Mitgliedschaft im House of Lords[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. August 2013 wurde bekanntgegeben, dass Bamford zum Life Peer ernannt und für die Conservative Party Mitglied des House of Lords werden solle.[7] Er wurde als sog. „Working Peer“ berufen. Am 3. Oktober 2013 wurde er formell zum Life Peer erhoben; er trägt den Titel Baron Bamford, of Daylesford in the County of Gloucestershire and of Wootton in the County of Staffordshire.[8] Er gehört dem House of Lords seit dem 3. Oktober 2013 auch formell an. Am 7. November 2013 wurde er, mit Unterstützung von Norman Tebbit, Baron Tebbit, und Andrew Lloyd Webber, Baron Lloyd-Webber, offiziell ins House of Lords eingeführt.[9]

Ehrungen und Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1990 wurde Bamford zum Knight Bachelor erhoben.[10] Bamford ist seit 1974 mit der britischen Unternehmerin und Geschäftsfrau Carole Bamford OBE (* 1946) verheiratet. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, zwei Söhne und eine Tochter.

Bamford ist ein bekannter Sammler von alten, frühen Modellen von Ferraris; er besitzt zwei Ferrari 250 GTO.[11][12] Bamford war auch Eigentümer eines aus dem Jahr 1954 stammenden Mercedes-Benz W196-Rennwagens, der von dem argentinischen Rennpiloten Juan Manuel Fangio gefahren wurde.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lord Bamford. Profil bei Democracy Live. Abgerufen am 15. Februar 2014
  2. a b c Sir Anthony Bamford and Dame Lucy Neville-Rolfe lead list of new business peers in: The Daily Telegraph vom 1. August 2013. Abgerufen am 22. Februar 2014.
  3. a b c The Business On: Sir Anthony Bamford, Chairman, JCB in: The Independent vom 21. Juni 2011
  4. Sunday Times Rich List 2012 – UK’s Richest People in: Sunday Times vom 5. Dezember 2012. Zuletzt abgerufen am 22. Februar 2014
  5. a b c Conservatives confirm leading party donor withdrew from peerage list in: The Guardian vom 31. Mai 2010. Abgerufen am 22. Februar 2014
  6. Big Wheel: The social circle of Sir Anthony Bamford in: The Independent vom 23. August 2006
  7. Working peerages announced Prime Minister's Office, 10 Downing Street vom 1. August 2013
  8. Crown Office in: London Gazette vom 7. Oktober 2013. Ausgabe 60649. Seite 19679. Abgerufen am 22. Februar 2014
  9. Introduction: Lord Bamford Sitzungsprotokoll des House of Lords vom 7. November 2013
  10. Honours and Awards in: London Gazette vom 28. Mai 1991. Ausgabe 52543. Seite 8207. Abgerufen am 22. Februar 2014
  11. Michael Sheehan: New Faces, New Tastes in: Sports Car Market; Ausgabe Juni 2006. online auf ferraris-online.com. Abgerufen am 22. Februar 2014
  12. Travis Okulski: Here Is A List Of All The People Who Own Ferrari 250 GTOs Jalopnik.com vom 1. September 2013. Abgerufen am 22. Februar 2014
  13. A Singular Mercedes Aims for Another Record in: New York Times vom 5. Juli 2013.