Anthony Hinds

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Anthony "Tony" Frank Hinds, als Drehbuchautor unter dem Pseudonym John Elder, (* 19. September 1922 in London-Ruislip, Vereinigtes Königreich; † 30. September 2013 in Oxfordshire) war ein britischer Filmproduzent und Drehbuchautor, dessen Wirken eng mit den auf Horrorfilme spezialisierten Hammer Film Productions verbunden ist.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn des Music Hall-Komikers William Hinds, der als Will Hammer (1888–1957)[1], einem der beiden Gründer der Hammer Films, in die Annalen britischer Kinogeschichte gehen sollte, besuchte in London die St. Paul’s School. Nach dem Kriegsdienst bei der Royal Air Force stieg Anthony Hinds in die damals (1946) noch gänzlich unbedeutende, väterliche Produktionsfirma, die lediglich in den 1930er Jahren einige Filme herausgebracht hatte, ein. Während der Sohn des Firmen-Mitbegründers Enrique Carreras, James Carreras, sich um die Management-Leitung kümmerte, oblag Hinds die kreative Leitung der Hammer-Films und somit die eigentliche Herstellung der Hammer-Filme. Bei dem Filmchen Death in High Heels überließ man ihm 1947 erstmals die Produktionsüberwachung, mit dem Billigkrimi Who Killed Van Loon? legte er im Juni 1948 als Produzent seinen ersten Streifen vor.

Bis Mitte der 1950er Jahre produzierte Anthony Hinds mit der Hammer-Films durchgängig kostengünstig hergestellte B-Filme — nahezu durchgängig Krimis, Dramen und Melodramen. Erst 1955 entschloss man sich mit dem Streifen Schock dazu, sich auf die Herstellung von Science-Fiction- und Gruselstoffen zu konzentrieren. 1957 gelang schließlich der große Durchbruch mit dem im Vorjahr gedrehten Remake des Frankenstein-Stoffs, den Hollywood 1931 mit großem Erfolg erstmals umgesetzt hatte. Den Erfolg der Neuverfilmung hatte Firmengründer Will Hammer kaum mehr miterlebt; er starb einen Monat nach der Uraufführung von Frankensteins Fluch während einer Fahrt auf dem Fahrrad.

Tony Hinds baute nun ganz auf das Horrorfilm-Genre und fertigte nunmehr, arbeitsteilig mit Carreras-Enkel Michael Carreras, weitere Neuverfilmungen des klassischen Hollywood-Gruselfilmkinos der 1930er und 1940er Jahre an, darunter Dracula, Die Rache der Pharaonen (Remake von Die Mumie), Schlag 12 in London (Remake von Die Jekyll und Mr. Hyde), Der Fluch von Siniestro (Remake des Werwolf-Stoffs Der Wolfsmensch) und Das Rätsel der unheimlichen Maske (Remake von Das Phantom der Oper). Vor allem die Dracula- und Frankenstein-Filme erwiesen sich als äußerst kassenträchtig, weshalb Hinds und Carreras auch mehrere Fortsetzungen initiierten. Die zentralen Hammer-Films-Arbeiten in beider Ägide inszenierte Routinier Terence Fisher, zu mehreren dieser Streifen steuerte Hinds unter dem Pseudonym John Elder auch das Drehbuch bei.

Nachdem Hammer-Films Ende der 1960er Jahre in eine finanzielle Schieflage geriet, wurde Hinds‘ Rückzug aus der Firma von den ihn unterstützenden US-Finanziers mehr oder weniger erzwungen, und er musste inmitten der Produktion der Fernsehserie Journey to the Unknown, in deren Mittelpunkt übernatürliche Geschehnisse standen, den Hut nehmen. 1970 musste Hinds auch den Vorstand der Hammer Films verlassen. Als Drehbuchautor blieb er jedoch auch weiterhin seiner früheren Firma verbunden. Anthony Hinds, zuletzt an Parkinson erkrankt, war seit 1956 bis zu seinem Tod mit Jean Knowles verheiratet. Das Ehepaar hat zwei Töchter.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Produzent, wenn nicht anders angegeben

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • International Motion Picture Almanac 1965, Quigley Publishing Company, New York 1964, S. 130.
  • Allen Eyles, Robert Adkinson, Nicholas Fry: The House of Horror. The Story of Hammer Films. Lorrimer Publishing Limited, London 1973, ISBN 978-0-85647-020-2

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. William Hinds (Will Hammer) auf findmypast.co.uk

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]