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Anthony James Leggett

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Anthony James Leggett im Jahr 2007

Sir Anthony James Leggett (* 26. März 1938 in Camberwell, Süd-London; † 8. März 2026[1]) war ein britisch-US-amerikanischer Physiker, der an der University of Illinois in Urbana tätig war. Er galt als anerkannte Autorität in der Theorie der Tieftemperaturphysik und wurde für seine Pionierarbeit auf dem Gebiet der Suprafluidität mit dem Nobelpreis für Physik 2003 ausgezeichnet, die die Grundlagen zum theoretischen Verständnis von flüssigem und superflüssigem Helium und anderen stark gekoppelten Superflüssigkeiten legte.

Er gab damit die Richtung für die Erforschung der Quantenphysik makroskopischer dissipativer Systeme und die Nutzung kondensierter Systeme zum Test der Grundlagen der Quantenmechanik vor.

Anthony Leggett studierte zunächst am Balliol College der University of Oxford Philosophie, Alte Sprachen und Geschichte und erwarb 1961 den Bachelor-Grad. Danach wechselte er ins Fach Physik, wo er einen zweiten Bachelor-Grad erwarb und 1964 bei Dirk ter Haar promovierte.[2] Danach war er als Postdoc an der University of Illinois at Urbana-Champaign, der Universität Kyoto, in Oxford und Harvard. 1967 wurde er Lecturer und 1978 Professor an der University of Sussex. Ab 1983 war er Professor an der University of Illinois at Urbana-Champaign. 1972 bis 1974 war er Gastprofessor an der Universität Tokio, 1976/77 in Ghana und 1983 an der Cornell University.

Er war Mitglied der National Academy of Sciences (seit 1997), der American Philosophical Society, der American Academy of Arts and Sciences und der Russischen Akademie der Wissenschaften, des Weiteren ist er Fellow der Royal Society (Großbritannien), der American Physical Society und des American Institute of Physics, sowie Honorary Fellow des Institute of Physics (Großbritannien).

1981 erhielt er den Fritz London Memorial Prize, 1994 zusammen mit Gerassim Matwejewitsch Eliaschberg den John Bardeen Prize der International Conference on the Materials and Mechanisms of Superconductivity (M2S)[3], 1999 die Feenberg-Medaille „für seine entscheidenden Beiträge zur Vielteilchenphysik, einschließlich der Erklärung der fundamentalen Eigenschaften von supraflüssigem He3 im Millikelvin-Bereich, neuen Einsichten in makroskopische Quantenkohärenz und die theoretische Erkundung atomarer Bose-Einstein-Kondensate“ (Laudatio).[4] und 2002 den Wolf-Preis in Physik. 2003 erhielt er mit seinen zwei russischen Kollegen Alexei Alexejewitsch Abrikossow und Vitaly Ginzburg den Physiknobelpreis. 2004 wurde er zum Ritter erhoben.

Seit 2002 war er zusätzlich US-amerikanischer Staatsbürger.[5] Leggett starb im März 2026, wenige Wochen vor seinem 88. Geburtstag.

  • Anthony J. Leggett: Bose-Einstein condensation in the alkali gases: Some fundamental concepts. In: Reviews of Modern Physics. Band 73, Nr. 2, 24. April 2001, S. 307–356, doi:10.1103/RevModPhys.73.307 (englisch).
  • Anthony J. Leggett: The Ubiquity of Superconductivity. In: Annual Review of Condensed Matter Physics. Band 2, Nr. 1, 1. März 2011, S. 11–30, doi:10.1146/annurev-conmatphys-062910-140541 (englisch).
Commons: Anthony James Leggett – Sammlung von Bildern
  • Informationen der Nobelstiftung zur Preisverleihung 2003 an Anthony James Leggett (englisch)
  • A. J. Leggett. In: Physics History Network. Archiviert vom Original am 13. Juni 2025; abgerufen am 9. März 2026 (englisch).
  • Profil bei Google Scholar
  • Der makroskopische Quantenmechaniker. Der Physik-Nobelpreisträger Anthony Leggett ist im Alter von 87 Jahren verstorben von Alexander Pawlak am 11. März 2026 auf pro-physik.de, abgerufen am 13. März 2026

Einzelnachweise

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  1. Lois Yoksoulian: Tony Leggett, Nobel laureate and theoretical physicist, dies. University of Illinois, 9. März 2026, abgerufen am 10. März 2026 (amerikanisches Englisch).
  2. Philip Stamp: Anthony Leggett obituary: physicist who brought quantum theory to the macro world. In: Nature. Band 652, 2026, S. 297, doi:10.1038/d41586-026-01010-z.
  3. John Bardeen Prize (Memento vom 17. März 2025 im Internet Archive) (abgerufen am 9. März 2026).
  4. „for his seminal contributions to many-body physics, including the explanation of fundamental properties of superfluid 3-He in the millikelvin regime, new insights into macroscopic quantum coherence, and the theoretical exploration of atomic Bose-Einstein condensates“, Feenberg Memorial Medal
  5. NNDB.