Anthony McAuliffe

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Brigadier General McAuliffe

Anthony Clement McAuliffe (* 2. Juli 1898 in Washington, D.C.; † 11. August 1975 ebenda), auch bekannt als General Nuts McAuliffe, war ein US-amerikanischer General. Er kommandierte zeitweise die 101. US-Luftlandedivision in der Schlacht um Bastogne während der Ardennenoffensive im Zweiten Weltkrieg.

Militärische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anthony McAuliffe studierte von 1916 bis 1917 an der West Virginia University und graduierte im November 1918 an der US Military Academy in West Point. Bereits 1918 wurde er zum Second Lieutenant ernannt. Im Dezember 1941 wurde er dem Versorgungsstab des Kriegsministeriums zugewiesen. In dieser Funktion beaufsichtigte er die Entwicklung neuer Technologien, insbesondere Jeep und Bazooka.[1]

Er kommandierte eine Artillerieeinheit der 101. US-Luftlandedivision. Am D-Day 1944 sprang er bei der Operation Overlord in der Normandie mit dem Fallschirm ab und nahm danach an den Kämpfen in Holland teil.

Im Dezember 1944 kommandierte er als Brigadier General während der Ardennenoffensive die 101. US-Luftlandedivision, da General Maxwell D. Taylor abwesend war. Dabei wurde McAuliffe bei der Belagerung von Bastogne von deutschen Truppen eingekesselt und am 22. Dezember 1944 durch General Heinrich von Lüttwitz zur Kapitulation aufgefordert. Seine erste mündliche Reaktion darauf soll gewesen sein: „Aww, nuts“.[2] Die offizielle Antwort lautete: „To the German Commander, 'NUTS!' The American Commander.“(NUTS! dt. "Quatsch!") und wurde von Colonel Joseph H. Harper, dem Kommandierenden Offizier des 327. Gleiterinfanterieregiments, an die Deutschen übergeben. Harper musste ihnen dabei erklären, ob das Wort positiv oder negativ gemeint war, und umschrieb es mit go to hell (dt. "geht zur Hölle"). Einige Quellen sprechen davon, dass McAuliffes erste Reaktion ein nicht ganz so starker Ausdruck war. Doch 1954 meinte er in einem Interview, dass er „shit“ (dt.: Scheiße) gesagt hätte.

McAuliffe ergab sich nicht und konnte Bastogne halten, bis die 4. US-Panzerdivision unter General Patton zur Hilfe kam. Durch Pattons Eingreifen und eine Wetterbesserung konnten McAuliffe und seine Truppen aus Bastogne befreit werden. Dafür wurde ihm später das Distinguished Service Cross verliehen. Nach Bastogne wurde er zum Major General befördert. Von Januar bis Juli 1945 kommandierte er die 103. US-Infanteriedivision. Am 3. Mai eroberte er Innsbruck und den Brennerpass und die Stadt Sterzing, was die Möglichkeit der Vereinigung seiner Einheiten mit der 5. US-Armee bot, die Italien von Süden her erobert hatte. Allerdings spielte dies militärisch keine bedeutende Rolle mehr, da Deutschland 5 Tage später bedingungslos kapitulierte[3]

1953 übernahm McAuliffe das Kommando der 7. US-Armee in Europa und wurde 1955, nach der Beförderung zum General, Oberkommandierender der United States Army Europe. 1956 ging er in den Ruhestand und war noch einige Jahre bei verschiedenen Aufgaben im US-amerikanischen Zivilbereich tätig.

Er verstarb am 11. August 1975 in Washington und wurde auf dem Nationalfriedhof Arlington beigesetzt. ein zentraler Platz in Bastogne ist nach ihm benannt.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auswahl der Dekorationen, sortiert in Anlehnung der Order of Precedence of Military Awards:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Anthony McAuliffe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. John C. Fredriksen: American Military Leaders: A-L. v. 2. M-Z, Verlag ABC-CLIO, 1999, ISBN 9781576070017, S. 487-488 [1]
  2. "NUTS!" Revisited. auf: thedropzone.org
  3. Fifth Army History • Race to the Alps, Chapter VI : Conclusion [2] "4 May; the Reconnaissance Troop, 349th Infantry [88th Division], met troops from [103rd Infantry Division] VI Corps of Seventh Army at 1051 at Vipiteno, 9 miles south of Brenner."