Anti-Kriegs-Museum

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Der erste Standort des Anti-Kriegs-Museums in der Parochialstraße 29 (Bildmitte bzw. dritter Hauseingang von rechts) im Jahr 1930

Das Anti-Kriegs-Museum befindet sich in Berlin, in der Brüsseler Straße 21 im Ortsteil Wedding (Bezirk Mitte). Es ist das weltweit erste Museum gegen den Krieg und wurde vom anarchistisch-pazifistischen Kriegsgegner Ernst Friedrich 1923 gegründet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2002 eingeweihte Gedenktafel am ersten Standort von Ernst Friedrichs Internationalem Anti-Kriegs-Museum in Berlin-Mitte (Parochialstr. 1-3)

Das 1923 von Ernst Friedrich gegründete Museum befand sich zunächst in der Parochialstraße 29 in Berlin-Mitte (unweit des Alexanderplatzes). Neben Objekten aus dem Ersten Weltkrieg wurden Bilder von Käthe Kollwitz und Otto Dix ausgestellt. Käthe Kollwitz illustrierte auch Publikationen von Ernst Friedrich. Zudem war es dem Museumsgründer gelungen, Fotografien von Kriegsverstümmelten zu beschaffen und auszustellen. Nachdem die Nazis das Museum 1933 geschlossen und geplündert hatten, eröffnete Ernst Friedrich sein Museum in Brüssel 1936 neu, wo es aber 1940 nach der deutschen Besetzung Belgiens wieder vollständig zerstört wurde. Das ehemalige Anti-Kriegs-Museum in Berlin diente bis zur Zerstörung des Hauses während des Zweiten Weltkrieges als Sturmlokal der SA und war eine der berüchtigtsten Folterkammern Berlins.

Am 2. Mai 1982 – dem 15. Todestag des Museumsgründers – wurde das Museum in Berlin wiedergegründet. Es befand sich vorübergehend in Berlin-Kreuzberg und seit Oktober 1984 am heutigen Ort.

Aktuelle Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Metallskulptur broken rifle von Angelo Monitillo aus dem Jahr 2005 in der Außenanlage des heutigen Anti-Kriegs-Museums

In einer Dauerausstellung werden die Schrecken der vergangenen Weltkriege, pazifistische Aktionen und die aktuelle Kriegssituation in der Welt dokumentiert. Zudem ist ein Luftschutzkeller zu besichtigen, dessen Einrichtung originalgetreu rekonstruiert wurde. In Wechselausstellungen werden Spezialthemen behandelt, eine Peace Gallery zeigt Kunst gegen den Krieg. Das Museum ist täglich (auch an Sonn- und Feiertagen) von 16 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tommy Spree: Ein Museum für den Frieden. Broschüre des Anti-Kriegsmuseums. Berlin 2004, 48 Seiten.
  • Andreas W. Mytze (Hg.): Ernst Friedrich zum 10. Todestag. Europäische Ideen, Heft 29, Berlin 1977.
  • Helmut Donat und Karl Holl (Hg.): Die Friedensbewegung. Hermes Handlexikon. Düsseldorf 1983.
  • Ernst Friedrich: Krieg dem Kriege! Guerre à la guerre. War against War. 2 Bände, Freie Jugend, Berlin 1924 und 1926 (DNB 560487576); Neu herausgegeben vom Anti-Kriegs-Museum Berlin, mit einer Einführung von Gerd Krumeich, Links, Berlin 2015, ISBN 978-3-86153-828-8 (In einem Band).
  • Ernst Friedrich: Vom Friedensmuseum zur Hitlerkaserne. Ein Tatsachenbericht über das Wirken von Ernst Friedrich und Adolf Hitler (Autobiographie), Schwarz, St. Gallen / Genossenschafts-Buchhandlung, Zürich 1935; Neuauflage mit einem Beitrag über Ernst Friedrich von Walther G. Oschilewski, Libertad, Berlin 1978 DNB 790497107; aktuelle Auflage herausgegeben vom Anti-Kriegs-Museum Berlin: Books on Demand, Norderstedt 2007, ISBN 978-3-8334-9523-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 52° 32′ 45″ N, 13° 20′ 51″ O