Antiesenhofen

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Antiesenhofen
Wappen Österreichkarte
Wappen von Antiesenhofen
Antiesenhofen (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Ried
Kfz-Kennzeichen: RI
Fläche: 8,58 km²
Koordinaten: 48° 21′ N, 13° 24′ OKoordinaten: 48° 20′ 33″ N, 13° 23′ 52″ O
Höhe: 346 m ü. A.
Einwohner: 1.055 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 123 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4980
Vorwahl: 07759
Gemeindekennziffer: 4 12 02
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Ortsplatz 1
4980 Antiesenhofen
Website: www.antiesenhofen.at
Politik
Bürgermeister: Friedrich Stockmayr (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(13 Mitglieder)
7
3
3
Insgesamt 13 Sitze
Lage von Antiesenhofen im Bezirk Ried
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Antiesenhofen ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Ried im Innkreis im Innviertel mit 1055 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Ried im Innkreis.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antiesenhofen liegt auf 346 m Höhe im Innviertel – der höchste Punkt der Gemeinde liegt auf 440 m Seehöhe. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 4,3 und von West nach Ost 3,9 Kilometer. Die Gesamtfläche beträgt 8,6 Quadratkilometer. 11,6 % der Fläche sind bewaldet, 65,1 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.[1]

Durch den Ort fließt auch die namensgebende Antiesen. Deren Mündung befand sich ursprünglich etwa zwei Kilometer weiter nordöstlich auf dem Gebiet der Gemeinde St. Marienkirchen bei Schärding. Die heutige Antiesenmündung entstand im Jahre 1612, als der Fluss innaufwärts einen Mergel-Riegel durchbrach und so seinen Lauf verkürzte. Mit der Geschichte der Antiesenmündung und der vorchristlichen Besiedelung in der Gegend befasst sich ein Aufsatz von Theodor Ebner (1876–1946), der 2003 neu veröffentlicht wurde.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2021[3]):

  • Antiesenhofen (966) samt Antiesenberg
  • Mitterding (39)
  • Ungerding (10)
  • Viehausen (40)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Füssing
(DE, Bayern)
Pocking
(DE, Bayern)
St. Marienkirchen bei Schärding
(Bezirk Schärding)
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Eggerding
(Bezirk Schärding)
Reichersberg Ort im Innkreis

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Epitaph der Hackledter in der Pfarrkirche

Die ältesten Notizen über Antiesenhofen stammen aus dem Jahr 828. Schon im Jahr 1094 wurde eine Kirche in Antesin erwähnt.[4]

Seit Gründung des Herzogtums Bayern war der Ort bis 1779 bayrisch und kam nach dem Frieden von Teschen mit dem Innviertel (damals Innbaiern) zu Österreich. Als die Gegend im Spanischen Erbfolgekrieg durch die Habsburger besetzt wurde, gehörte Antiesenhofen zur nur 1711 bis 1714 bestehenden Grafschaft Ried des Fürsten Trautson. Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz bayrisch, gehört es seit 1816 endgültig zu Oberösterreich.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Die Grablege der Besitzer von Schloss Maasbach befindet sich in der Pfarrkirche von Antiesenhofen, wo die Schlossherren bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bestattet wurden. Die ehemalige Maasbacher-Grabkapelle wurde inzwischen mit Sitzbänken versehen und in den Chor der Kirche integriert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursache für das Wachstum bis 1991 und vor allem das starke Wachstum von 1991 bis 2001 sind die positive Geburtenbilanz und die positive Wanderungsbilanz. Von 2001 bis 2011 wurde die Wanderungsbilanz negativ und konnte durch die positive Geburtenbilanz nicht ausgeglichen werden.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Antiesenhofen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antiesenhofen ist der ursprüngliche Standort des Wintersportausstatters Hagan, der hier bis 1995 eine große Skifabrik betrieb.

Durch den Einsatz von einer Biomassenahwärmeversorgung, dem Wasserkraftwerk Bruckmühle und dem Deponiegas-Bioheizkraftwerk wird die Gemeinde zu 70 Prozent aus erneuerbarer Energie versorgt.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Der Gemeinderat hat 13 Mitglieder.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 1912 waren:[7]

  • 1912–1919 Josef Linseder
  • 1919–1927 Sebastian Denk
  • 1927–1934 Johann Hasibeder
  • 1934–1945 Josef Detzlhofer
  • 1945–1946 Karl Schrems
  • 1946–1961 Jakob Finstermann
  • 1961–1979 Franz Schwendtbauer
  • 1979–1985 Franz Braumann
  • 1985–1997 Josef Pumberger
  • 1997–2009 Johann Gangl (ÖVP)
  • 2009–2021 Ingeborg Huber (BZÖ, MUT)[8]
  • seit 2021 Friedrich Stockmayr (ÖVP)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Antiesenhofen COA.jpg

Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens:

„In Blau aus einem goldenen Dreiberg wachsend ein silberner, rot bezungter Rüde mit rotem Halsband samt goldenem Ring.“

Die Gemeindefarben sind Blau-Weiß-Blau.

Dieses Wappen war das ehemalige Wappen der Maasbacher Grafen.[9]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nina Aigner (* 1980), Fußballspielerin
  • Claudia Bitter (* 1965), Schriftstellerin, Übersetzerin, Künstlerin und Bibliothekarin
  • Hubert Gurtner (* 1962), Musikpädagoge, Musiker und Kulturmanager, Leiter der Landesmusikschule in Obernberg am Inn und Organisator des Brass Festivals Linz[10]
  • Michael Ranseder (* 1986), Motorradrennfahrer

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Antiesenhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Land Oberösterreich – Geografische Daten der Gemeinde Antiesenhofen. In: doris.ooe.gv.at
  2. Theodor Ebner: Die Antiesenmündung. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereins. Jahrgang 148, Linz 2003, S. 257–284 (zobodat.at [PDF; 2,2 MB]).
  3. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  4. a b Zahlen und Fakten. Gemeinde Antiesenhofen, abgerufen am 28. September 2021 (österreichisches Deutsch).
  5. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Antiesenhofen, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 9. April 2019.
  6. https://orf.at/wahl/ooe21/ergebnisse/41202
  7. Gemeinden, Antiesenhofen. Land Oberösterreich, abgerufen am 28. September 2021.
  8. Land Oberösterreich, Ergebnisse der Wahlen 2015. Abgerufen am 9. April 2019.
  9. Land Oberösterreich, Geschichte und Geografie, Wappen. Abgerufen am 9. April 2019.
  10. Hubert Gurtner In: Regiowiki.at