Antinukleärer Antikörper

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Der Begriff antinukleärer Antikörper (ANA) oder antinukleärer Faktor (ANF) steht für die Gesamtheit aller Autoantikörper gegen Antigene im Zellkern.

Bei bestimmten Erkrankungen, die mit der Zerstörung von Zellen einhergehen, gelangt der Inhalt des Zellkerns ins Blut. Daraufhin bildet der Körper Antikörper, die mittels Immunfluoreszenz (IFT) nachgewiesen werden können.

Krankheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jede Entzündung führt zu mehr ANA im Blut. Krankheiten die oft mit viel ANA im Blut einhergehen sind z. B.

Titer ANA (IIFT)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Menge des beim indirekten Immunfluoreszenz-Test (IIFT) im Serum gemessenen ANA wird meist als Titer angegeben.

Der Normalwert liegt unter 1 : 100,[1] oder unter 1 : 160,[2] wobei 3 % der gesunden Menschen einen Titer von 1 : 320 haben.[3] Bei Titern größer 1:80 wird das Muster und die daraus resultierende Assoziation zu den jeweiligen Erkrankungen angegeben, z. B. ANA IgG IFT (HEp2) 1:320.

Um die Ursache der Erkrankung weiter differenzieren zu können, werden Zellkerne von normalem Gewebe abgebildet, die mit den ANA versetzt wurden. Das entstehende Fluoreszenz-Muster weist auf bestimmte Krankheitsspezifitäten hin.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henryk Dancygier: Klinische Hepatologie: Grundlagen, Diagnostik und Therapie hepatobiliärer Erkrankungen. Springer, Berlin 2003, ISBN 3-540-67559-0, S. 220 ff.
  • J. David M. Edgar: Immunology: a core text with self-assessment. Elsevier/Churchill Livingstone, Edinburgh 2006, ISBN 0-443-07279-5, S. 177 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. MVZ Labor Dr. Krause Kiel
  2. A. Dormann, C. Luey, C. Heer: Laborwerte. Urban & Fischer Verlag, 5. Auflage 2009, S. 24.
  3. G. Herold et al.: Innere Medizin. Selbstverlag Köln, 2014, S. 671