Antinukleäre Antikörper

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Der Begriff antinukleäre Antikörper (kurz ANA; englisch antinuclear antibodies) oder antinukleärer Faktor (ANF) steht für die Gesamtheit aller Autoantikörper gegen Antigene im Zellkern.

Bei bestimmten Erkrankungen, die mit der Zerstörung von Zellen einhergehen, gelangt der Inhalt des Zellkerns ins Blut. Daraufhin bildet der Körper Antikörper, die mittels Immunfluoreszenz (IFT) nachgewiesen werden können.

Krankheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krankheiten, die oft mit einem erhöhten ANA-Titer einhergehen, sind z. B.

Auch gesunde Personen über 60 Jahre haben in 5–30 % niedrig titrige ANAs (unter 60 Jahren nur in 0–5 %).[1]

Titer ANA (IFT)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Menge der beim indirekten Immunfluoreszenz-Test(IFT) im Serum gemessenen ANA wird meist als Titer angegeben.

Der Normalwert liegt unter 1 : 100,[2] oder unter 1 : 160,[3] wobei 3 % der gesunden Menschen einen Titer von 1 : 320 haben.[4] Bei Titern größer 1:80 wird das Muster und die daraus resultierende Assoziation zu den jeweiligen Erkrankungen angegeben, z. B. ANA IgG IFT (HEp2) 1:320.

Um die Ursache der Erkrankung weiter differenzieren zu können, werden Zellkerne von gesundem Gewebe mit den ANA versetzt. Unter dem Mikroskop zeigen sie dann ein Fluoreszenz-Muster. das auf bestimmte Krankheitsspezifitäten hinweist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henryk Dancygier: Klinische Hepatologie: Grundlagen, Diagnostik und Therapie hepatobiliärer Erkrankungen. Springer, Berlin 2003, ISBN 3-540-67559-0, S. 220 ff.
  • J. David M. Edgar: Immunology: a core text with self-assessment. Elsevier/Churchill Livingstone, Edinburgh 2006, ISBN 0-443-07279-5, S. 177 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lothar Thomas (Hrsg.): Labor und Diagnose. Kapitel 25.3: Rudolf Mierau, Ekkehard Genth: Autoantikörper bei systemischem Lupus erythematosus und verwandten Erkrankungen. 5. Auflage. TH-Books Verlagsgesellschaft, Frankfurt/Main 1998.
  2. MVZ Labor Dr. Krause Kiel
  3. A. Dormann, C. Luey, C. Heer: Laborwerte. Urban & Fischer Verlag, 5. Auflage 2009, S. 24.
  4. G. Herold et al.: Innere Medizin. Selbstverlag Köln, 2014, S. 671