Antisemitismus

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Der wandernde Ewige Jude, farbiger Holzschnitt von Gustave Doré, 1852, Reproduktion in einer Ausstellung in Yad Vashem, 2007

Als Antisemitismus werden heute alle Formen von Judenhass, pauschaler Judenfeindschaft, Judenfeindlichkeit oder Judenverfolgung bezeichnet. Der Ausdruck wurde 1879 von deutschsprachigen Antisemiten geprägt und entwickelte sich seit dem Holocaust zum Oberbegriff für alle Einstellungen und Verhaltensweisen, die Einzelpersonen oder Gruppen aufgrund ihrer angenommenen oder realen Zugehörigkeit zu „den Juden“ negative Eigenschaften unterstellen. Damit werden Ausgrenzung, Abwertung, Diskriminierung, Unterdrückung, Verfolgung, Vertreibung bis hin zur Vernichtung jüdischer Minderheiten (Völkermord) gefördert, vorbereitet und/oder gerechtfertigt.[1]

Pauschale Judenfeindschaft hat eine rund 2500 Jahre alte Tradition, in der sich eine Vielzahl Bilder, Gerüchte, Klischees, Vorurteile, Ressentiments, Stereotype von „dem“ oder „den“ Juden bildeten, überlagern und durchdringen. Während die Anlässe, Motive, Begründungen und Zwecke der Judenfeindschaft je nach Zeitumständen und Trägergruppen wechselten, zeigen die dafür benutzten Bilder große Konstanz und Ähnlichkeiten. Die Antisemitismusforschung hat daher keine allgemeingültige Definition des Phänomens aufgestellt. Die deutschsprachige Forschung unterscheidet zumindest vier Hauptformen:

In allen Hauptformen lassen sich religiöse, soziale, politische, kulturelle und verschwörungstheoretische Motive unterscheiden, die historisch jedoch meist miteinander verbunden auftreten. Zudem unterscheidet die Forschung latente und manifeste, oppositionelle und staatliche Ausdrucksformen.[4]

Im Unterschied zu allgemeiner Fremdenfeindlichkeit wird Antisemitismus mit angeblich unveränderlichen Eigenschaften von Juden begründet, die oft auch gleichbleibend bezeichnet und dargestellt werden. Juden sollten als „Feinde der Menschheit“ (Antike), „Brunnenvergifter“, „Ritualmörder“, „Wucherer“ (Mittelalter und frühe Neuzeit), „Parasiten“, „Ausbeuter“, „Verschwörer“ und heimliche „Weltherrscher“ (seit der Aufklärung) immer die angeblichen Verursacher aller möglichen negativen Fehlentwicklungen und menschengemachten Katastrophen sein. So ähneln sich antijüdische Karikaturen durch die Jahrhunderte stark. Diese fiktiven Trugbilder (Chimären) haben sich bis in die Gegenwart als außergewöhnlich stabil und anpassungsfähig erwiesen. Sie haben nichts mit der Realität jüdischen Daseins zu tun, sondern verzerren dessen Besonderheiten ideologisch und benutzen sie für verschiedene Zwecke. Sie gelten daher laut Wolfgang Benz als besonders typisches und wirkungsmächtiges Beispiel „für Bildung von Vorurteilen und politische Instrumentalisierung daraus konstruierter Feindbilder“.[5]

Statistik

1947 stellte die US-amerikanische Militärregierung (OMGUS) im Rahmen einer Befragung in ihrer Besatzungszone fest, dass rund 40 Prozent der deutschen Bevölkerung entschiedene Antisemiten und nur 20 Prozent weitgehend frei von Ressentisments seien.[6]

Die Anti-Defamation League (ADL) stellte gemäß einer Umfrage aus 2014 in über 100 Ländern (4.161.578.905 Erwachsene) fest, dass weltweit davon 26 % – über eine Milliarde Menschen – antisemitisch eingestellt sind. 35 % der Menschen haben noch nie vom Holocaust gehört. 41 % glauben, dass Juden Israel gegenüber loyaler sind als ihrem eigenen Land gegenüber. 74 % der Menschen in der Türkei, im Nahen Osten und in Nordafrika sind antisemitisch – der höchste regionale Prozentsatz der Welt. Von den Menschen, die antisemitische Ansichten vertreten, haben 70 % noch nie eine jüdische Person getroffen.[7][8]

Laut den seit 2001 veröffentlichten Zahlen des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat wurden in Deutschland bis 2009 durchschnittlich 1690, damit täglich vier bis fünf antisemitische Straftaten verübt.[9][10] Bundesweit wurden seit 2010 laut der kriminalpolizeilichen Meldestatistik insgesamt 11.786 judenfeindliche Straftaten erfasst, davon 327 Gewalttaten. In ostdeutschen Bundesländern lag die Zahl antisemitischer Straftaten in den Jahren 2010 bis 2018 deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Am niedrigsten war die Zahl der Straftaten je 100.000 Einwohner in südlicheren Bundesländern.[11] Die antisemitischen Straftaten sind nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2014 von 1596 auf 1366 im Jahr 2015 zurückgegangen[12] und im Jahr 2016 wieder auf 1468 angestiegen.[13] 2017 wurden 1504 Straftaten gezählt. Im Jahre 2018 nahmen die antisemitischen Straftaten um 20 % auf 1800 zu.[14] Siehe auch Liste von Anschlägen auf Juden und jüdische Einrichtungen im deutschsprachigen Raum nach 1945.

In einer Anfang Oktober 2019 veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Jüdischen Weltkongresses wurden 1000 Teilnehmer in Deutschland Mitte Juli 2019 zum Thema Antisemitismus befragt, demnach vor dem Anschlag auf die Synagoge in Halle am 9. Oktober 2019. Der Umfrage nach hegen 27 Prozent aller Deutschen und 18 Prozent einer als „Elite“ kategorisierten Bevölkerungsgruppe antisemitische Gedanken, 41 Prozent meinen, Juden redeten zu viel über den Holocaust. Auch unter Hochschulabsolventen, mit einem Jahreseinkommen von mindestens 100.000 Euro, sind antisemitische Stereotypen verbreitet. 28 Prozent von ihnen behaupten, Juden hätten zu viel Macht in der Wirtschaft, 26 Prozent attestieren Juden „zu viel Macht in der Weltpolitik“. 12 Prozent aller Befragten sind der Meinung, dass Juden für die meisten Kriege weltweit verantwortlich sind. 11 Prozent sagen, die Juden hätten kein Recht auf einen eigenen Staat Israel. Nach Meinung der Befragten sind weit überwiegend die Rechtsextremisten (39 %), rechte Politiker und Parteien (36 %), Muslimische Extremisten (33 %) und Muslimische Immigranten (18 %) für den Antisemitismus in Deutschland verantwortlich, Linksextreme und linke Parteien und Politiker jedoch nur zu 3 %.[15][16]

Begriff

Die Französische Revolution von 1789 hatte die Durchsetzung der allgemeinen Menschenrechte und die Bildung von Nationalstaaten europaweit begünstigt. Damit begannen auch andere Staaten ihre Staatsbürger rechtlich gleichzustellen und leiteten eine jüdische Emanzipation ein. Nationalistische Einigungsbewegungen bekämpften diese und suchten der veränderten historischen Lage angepasste Gründe für den tradierten Judenhass des vom Christentum geprägten Mittelalters.

Der Ausdruck „Antisemitismus“ ist eine Neuschöpfung deutscher Antisemiten im Umfeld des Journalisten Wilhelm Marr. Er zielte darauf, „die Judenfeindschaft mit der Zugehörigkeit der Juden zur semitischen Rasse und Völkerfamilie zu begründen und ihr das Gepräge einer auf letzte Ursachen zurückgehenden wissenschaftlichen Lehre zu geben“ (Edmond Jacob: Artikel Antisemitismus, in: Encyclopaedia Judaica, 1928, Sp. 957). Historisch richtete sich der neue Begriff jedoch nie gegen semitische Völker insgesamt, sondern immer nur gegen Juden.[17] Obwohl die semitische Sprachfamilie viele verschiedene Völker umfasst, blieb „Antisemitismus“ stets auf Juden als ethnisches Kollektiv begrenzt. Der Begriff ist also eine etymologische Fehlprägung und vom Ursprung her rassistisch und pseudowissenschaftlich.[18]

Als „Semiten“ wurde seit 1771 eine Sprachfamilie bezeichnet, um sie von der Sprachfamilie der „Arier“ zu unterscheiden. Nationalisten wie Christian Lassen und Ernest Renan machten beide Bezeichnungen zu ideologischen Sammelbegriffen für entgegengesetzte Nationalcharaktere und Kulturtypen. Indem man Juden als „Semiten“ bezeichnete, wurden sie als ethnische Abstammungsgemeinschaft mit minderwertigen Eigenschaften dargestellt. Ab 1855 wurde dieses Gegensatzpaar auch mit der Rassentheorie von Arthur de Gobineau verknüpft.[19] 1860 wies der Bibliograph Moritz Steinschneider Renans Thesen, das Judentum behindere den politischen Fortschritt der Menschheit durch seine Zerstreuung und sein religiöses Erwählungsbewusstsein, als „antisemitische Vorurteile“ zurück.[20] Bis 1865 war „Semitismus“ oder „Semitentum“ als Schlagwort lexikalisch etabliert.[19] Es lag daher nahe, das Antonym „Antisemitismus“ für die Ideologie und Ziele judenfeindlicher Organisationen zu verwenden.

Das Substantiv ist erstmals im Dezember 1879 in einem Zeitungsbericht über die Antisemitenliga belegt, die Marr im September 1879 gegründet hatte. Es bezeichnete deren politisches Programm, den „Semitismus“ zu bekämpfen. Der Ausdruck diente Antisemiten dazu, sich vom affektgeladenen Judenhass des Mittelalters abzugrenzen und ihren Zielen einen rationalen, aufgeklärten Anstrich zu geben.[20] Ab 1880 bezeichnete „Antisemitismus“ auch die Ziele der „Berliner Bewegung“ um Adolf Stoecker und Heinrich von Treitschke und der Unterzeichner der „Antisemitenpetition“.[21]

Da die jüdische Minderheit keine einheitliche Ideologie und Partei vertrat, die die Antisemiten hätten bekämpfen können, konstruierten sie einen völkisch-rassischen Gegensatz und machten das tradierte Schimpfwort „der Jude“ zum Inbegriff aller negativ erlebten und gedeuteten Zeiterscheinungen seit der Aufklärung. Er besitze und lenke die kritische Presse, infiltriere die Nation mit egoistischem Gewinnstreben, kalter Zweckrationalität, fremden Ideen und Tendenzen: Rationalismus, Materialismus, Internationalismus, Individualismus, Pluralismus, Kapitalismus (Manchesterliberalismus), Demokratie, Sozialismus und Kommunismus. Er sei schuld am Zerfall („Zersetzung“) traditioneller Gesellschaftsstrukturen, an Ausbeutung, Wirtschaftskrisen, Kapitalkonzentration und Inflation, Uneinigkeit und Schwäche der Nation. Als Zusammenfassung solcher anti-jüdischen und rassistischen Stereotype wurde der Begriff „Antisemitismus“ im Kaiserreich wie auch im Zarenreich Russland, Kaisertum Österreich und nachrevolutionären Frankreich rasch Allgemeingut. Er blieb etwa 75 Jahre lang die Eigenbezeichnung „prinzipieller“ Judenfeinde, die mit der Bekämpfung des „Semitismus“ die Isolierung, Vertreibung und schließlich die Vernichtung der Juden anstrebten.

Um gerade auch europäische, assimilierte Juden als eigene „Rasse“ von anderen „semitischen Völkern“ abzugrenzen, lehnte schon der Antisemit Eugen Dühring den Begriff „Antisemitismus“ ab. Um die Zusammenarbeit des NS-Regimes mit den Arabern machttaktisch zu gewährleisten, forderte das Reichspropagandaministerium im August 1935 die deutsche Presse auf, „das Wort: antisemitisch oder Antisemitismus zu vermeiden, weil die deutsche Politik sich nur gegen die Juden, nicht aber gegen die Semiten schlechthin richtet. Es soll stattdessen das Wort: antijüdisch gebraucht werden.“ 1943 verlangte Alfred Rosenberg von der deutschen Presse, die Bezeichnung Antisemitismus mit Rücksicht auf die arabische Welt zu unterlassen. Denn mit dem Begriff bekunde das feindliche Ausland, die Deutschen würden „Araber und Juden in einen Topf werfen“.[22]

Seit 1945 bezeichnet „Antisemitismus“ alle Aspekte judenfeindlicher Ideologie, die den Holocaust ermöglicht, vorbereitet, begleitet und gerechtfertigt haben. Antisemitismusforscher in Israel, Großbritannien und den USA verwenden das Wort als Oberbegriff für pauschale, auch nichtrassistische Judenfeindlichkeit mit „eliminatorischen“ Zügen. Reinhard Rürup und Thomas Nipperdey (1972) wollten es dagegen auf jene rassistische Judenfeindschaft seit 1880 begrenzen, in der der Begriff aufgekommen war. Diese sei eine „grundsätzlich neue judenfeindliche Bewegung“, so dass deren Begriff nicht auf ältere, nichtrassistische Judenfeindlichkeit übertragbar sei.[23] Auch Alex Bein,[24] Jacob Katz,[25] Helmut Berding[26] und Hermann Greive betonten bei aller Kontinuität den Unterschied des „modernen“ Antisemitismus zu früherem Judenhass und lehnten den Ausdruck daher als Oberbegriff für „Judenfeindlichkeit“ ab.[27] Laut Georg Christoph Berger Waldenegg legt das Weiterverwenden des Begriffs nahe, dass es „spezifisch jüdisch-semitische Eigenschaften gegeben habe und immer noch gebe“.[28]

Ernst Simmel dagegen urteilte: „Der Antisemitismus ist sich über Jahrhunderte hin im wesentlichen gleich geblieben, auch wenn sich seit der Aufklärung seine Ausdrucksformen verändert haben, so wie die ethischen Maßstäbe und die Sozialstrukturen jeder Epoche.“[29] Auch Shulamit Volkov zufolge ist es „mit der Neuheit des modernen Antisemitismus nicht weit her“.[30] Rita Botwinick sieht „Antisemitismus“ als „modernes Wort für eine althergebrachte Bösartigkeit“.[31] Eberhard Jäckel nennt den Begriff eine „sprachlich unzutreffende Bezeichnung für Judenhass“.[32] Léon Poliakov plädierte daher für „Antijudaismus“ als Oberbegriff für religiösen und rassistischen Judenhass,[33] Steven T. Katz verwendete „Antijudaismus“ und „Antisemitismus“ austauschbar.[34]

Umstritten blieb auch die Einordnung der nicht mehr religiösen, noch nicht explizit rassistischen Judenfeindschaft zwischen 1750 und 1880. Alphons Silbermann unterscheidet darin „klassischen“ und „modernen“,[35] Winfried Frey „frühen“ oder „vormodernen“ und „modernen“ Antisemitismus.[36] Wolfgang Altgeld spricht für die Zeit bis 1800 von „aufgeklärter Judenfeindschaft“, bis 1848 von „frühnationalistischem Antijudaismus“.[37] Paul L. Rose nennt Judenfeindschaft ab 1800 „Antisemitismus“.[38]

In der Umgangssprache wurde der Ausdruck „Antisemitismus“ seit 1945 gleichbedeutend mit „Judenhass“ oder „Judenfeindlichkeit“.[39] In der Forschung ist „Antisemitismus“ heute „Sammelbegriff für negative Stereotypen über Juden, für Ressentiments und Handlungen, die gegen einzelne Juden als Juden oder gegen das Judentum insgesamt sowie gegen Phänomene, weil sie jüdisch seien, gerichtet sind“.[40]

Hauptformen

Antijudaismus

Als „Antijudaismus“ wird Judenfeindschaft bezeichnet, die sich auf die jüdische Religion bezieht, durch spezifische christliche Theologie begründet wird und sich oft auf antijüdisch ausgelegte Stellen des Neuen Testaments beruft. Hauptbedingung dafür war die christliche Mission unter Nichtjuden, so dass eine Mehrheit von Heidenchristen das überwiegend judenchristliche Urchristentum ablöste. Die Substitutionstheologie behauptete seit dem 2. Jahrhundert, Gott habe die Erwählung der Juden zum Volk Gottes aufgrund ihrer Ablehnung der Messianität Jesu Christi gekündigt und das Judentum bleibend verflucht, so dass Juden das Heil nur durch die christliche Taufe, also den Übertritt in die nunmehr erwählte Kirche erlangen könnten.

Nachdem diese um 380 zur Staatsreligion des Römischen Reiches mit universalem Herrschaftsanspruch geworden war, wirkten sich die antijudaistischen Dogmen als sozial- und religionspolitische Diskriminierung jüdischer Minderheiten in Europa aus. Christen grenzten Juden seit dem 9. Jahrhundert aus den meisten Berufsbereichen aus und überließen ihnen nur noch verachtete Berufe wie den Trödelhandel, das Pfand- und Kreditwesen. Daraus entstanden Klischees wie das der arbeitsscheuen Wucherjuden, die zudem heimlich die Herrschaft über alle Christen oder sogar ihre Vernichtung anstrebten.

Aus der seit 180 bekannten Anklage des „Gottesmords“, die allen Juden eine Kollektivschuld am Tod Jesu Christi gab, entwickelten sich im Hochmittelalter Ritualmordlegenden und Zuschreibungen wie der angebliche „Hostienfrevel“. Die antijüdische Kirchenpolitik nahm Züge einer systematischen Verfolgung an: Juden wurden zwangsgetauft, ghettoisiert, kriminalisiert und dämonisiert. Judenpogrome fanden oft an hohen christlichen Feiertagen, besonders während der Kreuzzüge im 12. und 13. Jahrhundert, der Pestpandemie im 14. Jahrhundert und der Reconquista in Spanien im 15. Jahrhundert statt (~1450 limpieza de sangre, 1492 Alhambra-Edikt).

In der Reformation schien Martin Luther 1521 zunächst eine Abkehr vom christlichen Antijudaismus anzubahnen, forderte nach jüdischen Missionserfolgen jedoch alle Fürsten zur Zerstörung der Synagogen und jüdischen Wohnungen, Internierung, Zwangsarbeit oder Vertreibung der Juden auf (Von den Juden und ihren Lügen 1543; siehe Martin Luther und die Juden).

Die Aufklärung übernahm einige antijudaistische Stereotype, etwa die Gegenüberstellung einer vermeintlich national begrenzten und materialistischen jüdischen Hassreligion zu einer universalen und idealistischen christlichen Liebesreligion. Im 19. Jahrhundert gingen christliche und rassistische Judenfeindschaft ineinander über. So belebten christliche und antisemitische Judenfeinde gemeinsam die mittelalterlichen Ritualmordlegenden neu. Seit 1900 waren nationalistische Christen zugleich Antisemiten, so die evangelische Kirchenpartei „Deutsche Christen“ der NS-Zeit. Erst ab etwa 1960 wandten sich einige Kirchen infolge des Holocaust allmählich von der traditionellen Substitutionstheologie ab. Im Verhältnis von Kirchen und Judentum nach 1945 blieb die Judenmission Streitthema.

Neuzeitlicher Antisemitismus

Sozialer Antisemitismus bezieht sich auf den tatsächlichen oder eingebildeten sozialen Status von Juden in der Gesellschaft. Durch Berufsbeschränkungen wurden Juden in der Vergangenheit in die Berufe des Handels und Geldverleihens gedrängt. Im sozialen Antisemitismus kommt es zu einer Gleichsetzung von Börse, Finanzkapital und Geldgier mit dem Judentum.[41]

Beim politischen Antisemitismus gelten die als homogenes Kollektiv gedachten Juden als einflussreiche soziale Macht, die sich in politischer Absicht zu gemeinsamem Handeln zusammen geschlossen haben, um die Herrschaft in einem Land oder gleich die Weltherrschaft zu erreichen. Dies soll durch eine geheime Planung in Gestalt einer „jüdischen Welt­verschwörung“ geschehen. In den Bereich des politischen Antisemitismus fallen die Protokolle der Weisen von Zion.[42]

Der kulturelle Antisemitismus steht in engem Zusammenhang mit dem sozialen und politischen Antisemitismus. Hier werden Juden auf kultureller Ebene für die angeblich verderblichen Entwicklungen verantwortlich gemacht. Irritierende Neuerungen in Architektur, Kunst, Literatur oder Musik sahen Antisemiten als Folge des jüdischen Einflusses, der als dekadent bewertet, mit der kulturellen Moderne identifiziert und mit ihr abgelehnt wurde. Als Beispiel für den kulturellen Antisemitismus gilt die von der NS-Propaganda so bezeichnete „entartete Kunst“.[43]

In Umkehrung des behaupteten „Gottesmords“ haben im Rahmen der Aufklärung atheistische und agnostische Autoren, wie Voltaire, der Baron von Holbach oder Friedrich Hegel, und mit ihnen hauptsächlich das revolutionäre Bürgertum der Französischen Revolution, die Juden der „Erfindung“ Gottes und des Monotheismus und der aus ihrer Sicht verwerflichen Hervorbringung des Juden Jesus Christus beschuldigt. Von Antiklerikalen wird so den Juden das Christentum angelastet.[44] So äußerte sich Voltaire gegenüber Juden: „Ihr übertrefft sämtliche Nationen mit euren unverschämten Märchen, eurem schlechten Benehmen und eurer Barbarei. Ihr habt es verdient, bestraft zu werden, denn das ist euer Schicksal.“ Und an anderer Stelle: „Mich würde nicht im mindesten wundern, wenn diese Leute eines Tages gefährlich würden für das Menschengeschlecht.“[45] Voltaires Aussagen standen auch im Zusammenhang mit seinem Bestreben, den jüdisch-christlichen Ursprungsmythos der Bibel (Genesis) durch eine von ihm in Indien verortete arische Urheimat der Menschheit zu ersetzen. So schrieb er an den Astronomen M. Bailly: „Seit langem betrachte ich die alte Dynastie der Brahmanen als diese Ursprungsnation.“[46]

Der nationalistische Antisemitismus sieht in den Juden eine ethnisch, kulturell oder sozial nicht zur jeweiligen Nation gehörende Minderheit, die als Fremdkörper wahrgenommen und der Illoyalität gegenüber der Nation beschuldigt wird. Im Gegensatz zum rassistisch motivierten Antisemitismus im engeren Sinne könnte hier durch Assimilation und Religionsübertritt die Diskriminierung überwunden und die Integration in die Gesellschaft erreicht werden. Der nationalistische Antisemitismus hebt nicht allein auf die angeblichen ethnischen Unterschiede ab, sondern betont behauptete kulturelle Gegensätze oder mangelnde Loyalität gegenüber der jeweiligen Nation. Durch eine solche Ausgrenzung nimmt diese Form der Judenfeindschaft auch fremdenfeindliche Züge an. Teilweise wird auch der nationalistische Antisemitismus unter das engere Begriffsverständnis des Antisemitismus gefasst.

Sekundärer Antisemitismus

„Sekundärer Antisemitismus“ bezeichnet eine Form der Judenfeindschaft „nach Auschwitz“, die aufgrund des inhaltlichen Kontextes mit der Shoah auch, unter einem psychologisch-moralischen Gesichtspunkt, als „Schuldabwehr“-Antisemitismus bezeichnet wird.[43] Nach dem Holocaust trat der Antisemitismus als Staatsdoktrin zurück und seit den 1960er Jahren dominierten andere Ausdrucksformen. In Deutschland unterstellt man hierbei in der öffentlichen Auseinandersetzung über die Massenvernichtung der Juden während des Zweiten Weltkriegs, sie diene nur der Diffamierung der nationalen Identität, der Gewährung fortgesetzter Wiedergutmachungs­zahlungen an Israel und der politischen Legitimation von deren Politik im Nahen Osten.[47]

Antizionismus

Antizionismus bezeichnet die Ablehnung des Zionismus und des Staates Israel. Er entstand seit 1918 aus Konflikten zwischen den in Palästina ansässigen Arabern und den in mehreren Wellen (Alijot) zuwandernden europäischen Juden. Diese Konflikte eskalierten 1936 zum arabischen Aufstand, führten nach der Staatsgründung Israels 1948 zu sechs Kriegen arabischer Staaten gegen Israel und zu zahlreichen bewaffneten Konflikten, die bis heute andauern. Diese verstärkten den Antizionismus in und außerhalb der Nahostregion. Die Sowjetunion betrachtete Israel seit 1950 als Brückenkopf der Vereinigten Staaten in der Region. Diese Ansicht übernahmen seit 1967 Teile der politischen Linken; im Spektrum des Antiimperialismus ist sie bis heute gängig.[48]

Antizionismus kann judenfeindliche Motive enthalten oder verdecken. Islamische Organisationen wie die Muslimbrüder und die Hamas übernahmen Elemente des europäischen Antisemitismus. In Bezug auf die islamische und arabische Welt spricht man dann von einem islamischen oder islamisierten Antisemitismus. Auch bei Nichtmuslimen dient Antizionismus oft dazu, sich gegen Vorwürfe des Antisemitismus zu immunisieren, um Israel semantisch und inhaltlich auf analoge Weise wie „die Juden“ zu dämonisieren, zu delegitimieren und zu isolieren.

Ein großer Anteil aller Juden weltweit (2010: 43 Prozent, mit steigender Tendenz) lebt seit 1945 in Israel,[49] das sich als Zufluchtsort aller Juden versteht. Antizionismus, der sich gegen das Existenzrecht Israels richtet, wird darum oft als getarnter Antisemitismus beurteilt.[50] Diese Israelfeindschaft verbindet Antiimperialismus, Rechtsextremismus und islamischen Extremismus und wirkt als potentielle Bedrohung aller Juden.[51]

Aktuelle Arbeitsdefinitionen

Die Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) verzeichnete infolge der Terroranschläge am 11. September 2001 eine Zunahme antisemitischer Tendenzen.[52] Um die strafrechtliche Behandlung solcher Tendenzen in den EU-Staaten zu erleichtern und zu vereinheitlichen, veröffentlichte die EUMC 2005 eine Arbeitsdefinition:

Antisemitismus ist ein gegen jüdische oder nichtjüdische Individuen, ihr Eigentum, ihre Institutionen oder den Staat Israel gerichteter „Judenhass“. Er „klagt Juden häufig der Verschwörung zum Schaden der Menschheit an und wird oft benutzt, um Jüdinnen und Juden dafür verantwortlich zu machen, ‚wenn etwas falsch läuft‘.“ Er drücke sich in Worten, Texten, Bildern und Taten aus und verwende dazu „unheilvolle Stereotypen und negative Charakterzüge“, etwa:

  • Aufrufe zum Töten oder Schädigen von Juden im Namen einer radikalen Ideologie oder extremistischen religiösen Sicht
  • verlogene, entmenschlichende, dämonisierende oder stereotype Behauptungen über Juden oder die kollektive Macht von Juden, etwa eines Weltjudentums oder jüdischer Kontrolle von Medien, Regierungen usw.,
  • Juden kollektiv für reale oder vermeintliche Vergehen einzelner oder mehrerer Juden oder Nichtjuden zu beschuldigen,
  • Holocaustleugnung,
  • Juden als Kollektiv oder Israel zu beschuldigen, sie hätten den Holocaust erfunden oder dramatisiert,
  • jüdische Staatsbürger zu beschuldigen, sie seien loyaler gegenüber Israel oder vermeintlichen jüdischen Prioritäten weltweit als gegenüber ihren eigenen Staaten,
  • das Selbstbestimmungsrecht von Juden abzulehnen, etwa zu behaupten, Israel sei ein rassistisches Projekt,
  • doppelte Standards anzuwenden, also von Israel Verhalten zu fordern, das von keiner anderen demokratischen Nation erwartet wird,
  • klassisch-antisemitische Symbole und Bilder wie den Gottesmord-Vorwurf oder die Ritualmordlegende auf Israel oder Israelis anzuwenden,
  • Israels aktuelle Politik mit der Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus zu vergleichen,
  • eine Kollektivverantwortung der Juden für Israels Politik zu behaupten.

Kritik an Israel, die ähnlich auch gegenüber anderen Ländern geäußert wird, könne jedoch nicht als antisemitisch eingestuft werden.[53]

Die International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) beschloss nach Beratungen ihrer 31 Mitgliedsstaaten am 15. Mai 2016, die EUMC-Definition zu übernehmen:[54]

„Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen. Darüber hinaus kann auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein.“

Auch die Arbeitsdefinition „Antisemitismus“ des European Forum on Antisemitism (EFA) beruht auf der EUMC-Definition von 2005.

Der Ministerrat Österreichs übernahm die IHRA-Arbeitsdefinition am 21. April 2017.[55] Die deutsche Bundesregierung stimmte dieser Definition am 20. September 2017 durch einen Kabinettbeschluss ebenfalls zu.[56]

Die IHRC führt folgende aktuelle Beispiele von Antisemitismus im öffentlichen Leben, in den Medien, Schulen, am Arbeitsplatz und in der religiösen Sphäre auf, die unter Berücksichtigung des Gesamtkontexts folgendes Verhalten einschließen können, ohne darauf beschränkt zu sein.

„Beispiele:

  • Der Aufruf zur Tötung oder Schädigung von Juden im Namen einer radikalen Ideologie oder einer extremistischen Religionsanschauung sowie die Beihilfe zu solchen Taten oder ihre Rechtfertigung.
  • Falsche, entmenschlichende, dämonisierende oder stereotype Anschuldigungen gegen Juden oder die Macht der Juden als Kollektiv – insbesondere aber nicht ausschließlich die Mythen über eine jüdische Weltverschwörung oder über die Kontrolle der Medien, Wirtschaft, Regierung oder anderer gesellschaftlicher Institutionen durch die Juden.
  • Das Verantwortlichmachen der Juden als Volk für tatsächliches oder unterstelltes Fehlverhalten einzelner Juden, einzelner jüdischer Gruppen oder sogar von Nicht-Juden.
  • Das Bestreiten der Tatsache, des Ausmaßes, der Mechanismen (z. B. der Gaskammern) oder der Vorsätzlichkeit des Völkermordes an den Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Unterstützer und Komplizen während des Zweiten Weltkrieges (Holocaust).
  • Der Vorwurf gegenüber den Juden als Volk oder dem Staat Israel, den Holocaust zu erfinden oder übertrieben darzustellen.
  • Der Vorwurf gegenüber Juden, sie fühlten sich dem Staat Israel oder angeblich bestehenden weltweiten jüdischen Interessen stärker verpflichtet als den Interessen ihrer jeweiligen Heimatländer.
  • Das Aberkennen des Rechts des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung, z. B. durch die Behauptung, die Existenz des Staates Israel sei ein rassistisches Unterfangen.
  • Die Anwendung doppelter Standards, indem man von Israel ein Verhalten fordert, das von keinem anderen demokratischen Staat erwartet oder gefordert wird.
  • Das Verwenden von Symbolen und Bildern, die mit traditionellem Antisemitismus in Verbindung stehen (z. B. der Vorwurf des Christusmordes oder die Ritualmordlegende), um Israel oder die Israelis zu beschreiben.
  • Vergleiche der aktuellen israelischen Politik mit der Politik der Nationalsozialisten.
  • Das kollektive Verantwortlichmachen von Juden für Handlungen des Staates Israel.“
International Holocaust Remembrance Alliance, 26. Mai 2016.[57]

Der Politikwissenschaftler und Soziologe Armin Pfahl-Traughber bemängelt an der Arbeitsdefinition fehlende Klarheit, Trennschärfe und Vollständigkeit und plädiert für deren grundlegende Überarbeitung. Es werde nicht deutlich, worin genau die „bestimmte Wahrnehmung“ bestehe. Antisemitismus sei keine Kritik, sondern Feindschaft „gegen Juden als Juden“. Zwar sei an der Definition begrüßenswert, dass artikuliert wird, dass sich die Judenfeindschaft der Gegenwart häufig genug über den Umweg der Israelfeindschaft ausdrücke, diese werde jedoch überbetont, die anderen Ideologievarianten des Antisemitismus kämen nur am Rande vor.[58]

Auch der israelische Historiker Moshe Zimmermann kritisiert die „Schwammigkeit“ der IHRA-Definition. Sie erlaube es, jede Art von Kritik an Israel als antisemitisch zu bezeichnen. Das führe zu einer inflationären Verwendung des Begriffs und dazu, dass „dort, wo Antisemitismus wirklich zu finden ist, […] er möglicherweise nicht erkannt“ werde.[59]

Der Philosoph und Soziologe Peter Ullrich bezeichnet in einem Gutachten im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung den Anspruch der IHRA-Definition, alle mit der Begriffsklärung verbundenen Probleme lösen und zugleich allgemein anwendbar sein zu wollen, als „gescheitert“. Sie sei wenig präzise und in sich widersprüchlich und lasse zudem eklatante Leerstellen. Sie ermögliche es, missliebige Positionen zum Nahostkonflikt zu stigmatisieren und öffentlich zu benachteiligen, was Ullrich „angesichts ihres quasi-rechtlichen Status als Bedrohung der Meinungsfreiheit“ bewertet. Zudem verschleiere sie, dass die größte Gefahr von rechts kommt.[60]

Siehe auch

Literatur

Da dieser Artikel einen Überblick über die verschiedenen Formen von Judenfeindlichkeit gibt, beschränkt sich die Literatur hier auf allgemeine Darstellungen zum Gesamtphänomen. Literatur zu speziellen Begriffen und Epochen ist den verlinkten Spezialartikeln vorbehalten.

Weblinks

 Commons: Antisemitism – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
WiktionaryWiktionary: Antisemitismus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Armin Pfahl-Traughber: Antisemitismus in der deutschen Geschichte. Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, Leske & Budrich, Berlin 2002, S. 9
  2. Wolfgang Benz: Was ist Antisemitismus? München 2004, S. 9–27, besonders S. 9f. und 19f.
  3. Matthias J. Becker: Analogien der „Vergangenheitsbewältigung“: Antiisraelische Projektionen in Leserkommentaren der Zeit und des Guardian. Nomos, 2018, ISBN 3-8487-4946-7, S. 78; Marc Grimm, Bodo Kahmann (Hrsg.): Antisemitismus im 21. Jahrhundert: Virulenz einer alten Feindschaft in Zeiten von Islamismus und Terror. De Gruyter / Oldenbourg, München 2018, ISBN 3-11-053471-1, S. 237
  4. Armin Pfahl-Traughber: Antisemitismus in der deutschen Geschichte. Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, Leske & Budrich, Berlin 2002, S. 10–13
  5. Hans Rauscher: Israel, Europa und der neue Antisemitismus: ein aktuelles Handbuch. Molden, Wien 2004, ISBN 3-85485-122-7, S. 153.
  6. Damit Judenhass nicht Schule macht, Jüdische Allgemeine, 12. September 2019. Abgerufen am 3. November 2019.
  7. Anti-Semitism Globally, ADL. Abgerufen am 8. Oktober 2019.
  8. Globale Auswertung des Antisemitismus, ADL. Abgerufen am 10. Oktober 2019.
  9. Hass im Alltag. Jüdische Allgemeine. Abgerufen am 16. Oktober 2016.
  10. Pressemitteilung, Bundesinnenministerium, 29. April 2014. Abgerufen am 16. Oktober 2016.
  11. Tausende antisemitische Straftaten, (Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsabgeordneten Linda Teuteberg), Tagesschau, 15. August 2018. Abgerufen am 25. September 2018.
  12. Pressemitteilung (Memento des Originals vom 16. Oktober 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bmi.bund.de, Bundesinnenministerium, 2015. Abgerufen am 16. Oktober 2016.
  13. Bundesweite Fallzahlen politisch motivierter Kriminalität im Jahr 2016 (Memento des Originals vom 9. Juli 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bmi.bund.de, Bundesministerium des Innern, 24. April 2017, S. 5. Abgerufen am 3. Juli 2017.
  14. Rassistische Straftaten nehmen um 20 Prozent zu, Spiegel online, 14. Mai 2019. Abgerufen am 15. Mai 2019.
  15. Jeder vierte Deutsche denkt antisemitisch, Süddeutsche Zeitung, 23. Oktober 2019. Abgerufen am 24. Oktober 2019.
  16. Germany Anti-semitism Assessment Study, General Population Survey, World Jewish Congress (WJC), October 2019. Abgerufen am 24. Oktober 2019.
  17. Günter Wasserberg: Aus Israels Mitte - Heil für die Welt: Eine narrativ-exegetische Studie zur Theologie des Lukas. De Gruyter, Berlin 1998, ISBN 3-11-015864-7, S. 21
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  19. a b Reinhard Rürup: Emanzipation und Antisemitismus: Studien zur »Judenfrage« der bürgerlichen Gesellschaft. Fischer, Frankfurt am Main 2016, ISBN 3-596-30933-6, S. 95–97
  20. a b Alex Bein: Die Judenfrage: Biographie eines Weltproblems, Band II. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1980, S. 164f.
  21. Massimo Ferrari Zumbini: Die Wurzeln des Bösen: Gründerjahre des Antisemitismus: Von der Bismarckzeit zu Hitler. Klostermann, 2003, ISBN 3-465-03222-5, S. 171
  22. Marc Grimm, Bodo Kahmann (Hrsg.): Antisemitismus im 21. Jahrhundert: Virulenz einer alten Feindschaft in Zeiten von Islamismus und Terror. De Gruyter / Oldenbourg, München 2018, ISBN 3-11-053471-1, S. 30
  23. Rürup/Nipperdey: Antisemitismus, S. 129
  24. Alex Bein: Die Judenfrage: Biographie eines Weltproblems, Band II. Stuttgart 1980, S. 164 und 217.
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  26. Helmut Berding: Antisemitismus in der modernen Gesellschaft – Kontinuität und Diskontinuität. 1999, S. 85–95 und 98–103.
  27. Hermann Greive: Geschichte des modernen Antisemitismus in Deutschland. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1995, ISBN 3-534-08859-X, S. 1 und 8ff.
  28. Georg Christoph Berger Waldenegg: Antisemitismus: „Eine gefährliche Vokabel“? Diagnose eines Wortes. Böhlau, Wien 2003, ISBN 3-205-77096-X, S. 31.
  29. Ernst Simmel: Antisemitismus. Fischer, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-596-15530-4, S. 12
  30. Shulamit Volkow: Das geschriebene und das gesprochene Wort. Über Kontinuität und Diskontinuität im deutschen Antisemitismus. Jüdisches Leben und Antisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert. Beck, München 1997, ISBN 3-406-34761-4, S. 54
  31. Rita S. Botwinick: A History of the Holocaust. (1996) Pearson, 5. Auflage 2012, ISBN 0-205-84689-0.
  32. Eberhard Jäckel: Hitlers Weltanschauung. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2002, ISBN 3-421-06083-5, S. 167.
  33. Leon Poliakov: Geschichte des Antisemitismus, Band 1: Von der Antike bis zu den Kreuzzügen. Athenaeum, Bodenheim 1991, ISBN 3-610-00411-8.
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  35. Alphons Silbermann: Der ungeliebte Jude – Zur Soziologie des Antisemitismus. Edition Interfrom, Osnabrück 1981, ISBN 3-7201-5134-4, S. 248.
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  37. Wolfgang Altgeld: Katholizismus, Protestantismus, Judentum – Über religiös begründete Gegensätze und nationalreligiöse Ideen in der Geschichte des deutschen Nationalismus. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1992, ISBN 3-7867-1665-X.
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  40. Olaf Blaschke: Katholizismus und Antisemitismus im Deutschen Kaiserreich. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1997, ISBN 3-525-35785-0, S. 27.
  41. Wolfgang Benz: Das Bild vom mächtigen und reichen Juden. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Bilder von Juden. Studien zum alltäglichen Antisemitismus. München 2001, S. 13–26.
  42. Armin Pfahl-Traughber: Der antisemitisch- antifreimaurerische Verschwörungsmythos in der Weimarer Republik und im NS-Staat. Wien 1993.
  43. a b Armin Pfahl-Traughber: Antisemitismus als Feindschaft gegen Juden als Juden. In: Bürger im Staat. Band 63, Nr. 4, 2013, S. 252–261.
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  46. Jean-Paul Demoule: Mais où sont passés les Indo-Européens? – Le mythe d'origine de l'Occident. In: Maurice Olender (Hrsg.): Points/La librairie du XXIe siècle. 2. Auflage. Nr. 525. Éditions du Seuil, Paris 2014, ISBN 978-2-7578-6591-0, S. 37 f., 70 f. (wörtliches Zitat nach: Lettres sur l'origine des sciences et celle des peuples de l'Asie adressées à M. de Voltaire par M. Bailly, et précédées de quelques lettres de M. de Voltaire à l'auteur, Paris 1777, p. 3; cité in Léon Poliakov, 1987, p. 211).
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  48. Thomas Haury: Die ideologischen Grundlagen des Antizionismus in der Linken auf www.d-a-s-h.org
  49. Zentralrat der Juden in Deutschland (30. November 2010): Israels Anteil an der jüdischen Weltbevölkerung nimmt zu
  50. Michael Brenner: Kleine jüdische Geschichte. Beck, München 2012, ISBN 3-406-62124-4, S. 317; Timo Stein: Zwischen Antisemitismus und Israelkritik: Antizionismus in der deutschen Linken. Springer VS, Wiesbaden 2011, S. 31–33
  51. Moshe Zuckermann: Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte: Antisemitismus – Antizionismus – Israelkritik. Wallstein, 2005, ISBN 3-89244-872-8, S. 150
  52. Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit: Antisemitism Summary overview of the situation in the European Union 2001–2005. (Memento vom 5. März 2009 im Internet Archive) 2. Juli 2017 (PDF; 336 kB)
  53. Antisemitismus Thematisieren: Warum und Wie? Leitfaden für Pädagoginnen und Pädagogen. (PDF;) Office for Democratic Institutions and Human Rights (ODHR); voller Wortlaut im Anhang S. 32 f.
  54. Pressemitteilung des Auswärtigen Amtes vom 22. September 2017: Bundesregierung unterstützt internationale Arbeitsdefinition von Antisemitismus.
  55. Was ist Antisemitismus? Österreich nimmt IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus an. erinnern.at
  56. Bundesregierung billigt neue Antisemitismus-Definition. FAZ, 20. September 2017.
  57. Arbeitsdefinition von Antisemitismus, International Holocaust Remembrance Alliance.
  58. Armin Pfahl-Traughber: Die EUMC-Arbeitsdefinition Antisemitismus in der Kritik. Anmerkungen zu fehlender Trennschärfe und Vollständigkeit… HaGalil, 16. Juli 2017
  59. Jannis Hagmann: Moshe Zimmermann über Israel-Kritik: „Nicht jeder Boykott ist antisemitisch“. taz, 11. Januar 2019.
  60. Peter Ullrich: Gutachten zur »Arbeitsdefinition Antisemitismus« der IHRA Rosa-Luxemburg-Stiftung, Oktober 2019;
    Inge Günther: Antisemitismus: Die ständige Umkehr von Täter und Opfer, Interview Frankfurter Rundschau, 30. Oktober 2019;
    Stefan Reinecke: Experte über Antisemitismusdefinitionen: „Eine abwegige Debatte“, Interview taz, 3. November 2019.