Anton Ritthaler

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Anton Ritthaler (* 22. April 1904[1] in München; † 1982[2]) war ein deutscher Historiker und Publizist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn des Münchner Hauptlehrers Max Ritthaler[3] besuchte ab 1914 das Münchner Maximiliansgymnasium und legte hier 1923 die Abiturprüfung ab.[4] Mit einem Stipendium des Maximilianeus[5] studierte er anschließend Jura, Staatswissenschaften und Geschichte an der Universität München.

Er gehörte der DNVP an und „bereitete sich 1933 auf eine Zukunft als Abgeordneter dieser Partei vor“.[6] Er war Mitarbeiter bei den Eisernen Blättern Pfarrer Gottfried Traubs, arbeitete 1924 bis 1941 bei den „rechtskatholisch-monarchistischen“ Gelben Heften Professor Max Buchners mit, zuletzt als deren Herausgeber, und publizierte im Historischen Jahrbuch.

Bei den Weißen Blättern gehörte er von Anfang an zu den ständigen Mitarbeitern. Dort veröffentlichte er zahlreiche Artikel und Buchrezensionen und verteidigte im Frühjahr 1935 Hermann Oncken vor den Angriffen Walter Franks.[7] Am 19. September 1939 wurde er als Angehöriger des bayrisch-monarchistischen Harnier-Widerstandskreies verhaftet. Er wurde jedoch tags darauf schon wieder freigelassen.[1]

Nach dem Krieg schrieb er u.a. in der Zeitung Erbe und Auftrag von Tradition und Leben und arbeitete für die Neue Deutsche Biographie. Zuletzt betreute er das Hausarchiv von Louis Ferdinand Prinz von Preußen auf der Burg Hohenzollern.[8]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • als Bearbeiter, mit Wilfried von Eisenhart Rothe: Hermann Oncken, Friedrich Saemisch (Hrsg.): Vorgeschichte und Begründung des deutschen Zollvereins 1815–1834: Akten der Staaten des Deutschen Bundes und der europäischen Mächte. 3 Bände. Hobbing, Berlin 1934.
  • Weltpolitische Spannungen seit Bismarck (Reihe Schriften zur völkischen Bildung). Schaffstein, Köln 1939; 2., ergänzte Auflage 1940.
  • Starkmut: Wesen, Wert, Wege. Glocken, München 1946.
  • Die Verantwortung Kaiser Wilhelms II, für den Ausgang des deutschen Kaisertums. O. O. 1948 (Dissertation, Universität München, 14. August 1953).
  • Kaiser Wilhelm II. Herrscher in einer Zeitenwende. Tradition und Leben, Köln 1958.
  • Eine Etappe auf Hitlers Weg zur ungeteilten Macht. Hugenbergs Rücktritt als Reichsminister. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Jg. 8 (1960), H. 2, S. 193–219 (Digitalisat).
  • Die Hohenzollern: Ein Bildwerk. Athenäum, Frankfurt am Main/Bonn 1961.
  • Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg. Ein politisches Lebensbild (= Gesellschaft für Fränkische Geschichte. H. 34). Schöningh, Würzburg 1970.
  • Die Hohenzollern. Steiger, Moers 1979; 4., revidierte Auflage: Steiger, Solingen 1992.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b James Donoe: Hitler’s conservative opponents in Bavaria 1930–1945: A study of Catholic, monarchist and separatist anti-Nazi activities, Leiden 1961, S. 276.
  2. Todesmeldung Dr. Anton Ritthaler (1982), in: 82 - Römisches Institut der Goerres-Gesellschaft (online), IV. Unsere Toten, S. 119.
  3. Veröffentlichung: Konfessionsschule oder Simultanschule?, in: Pädagogische Blätter. Commissionsverlag Val. Höfling, München 1906.
  4. Jahresbericht des Maximiliansgymnasiums in München für das Schuljahr 1922/23.
  5. Archiv - Findmittel online Ritthaler, Anton - Institut für Zeitgeschichte
  6. Maria Theodora Freifrau von dem Bottlenberg-Landsberg: Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg (1902–1945). Ein Lebensbild. Lukas Verlag, Berlin 2003, S. 81.
  7. Maria Theodora Freifrau von dem Bottlenberg-Landsberg: Die Weißen Blätter. Eine konservative Zeitschrift im und gegen den Nationalsozialismus. Lukas Verlag, Berlin 2012, S. 120–122. Zur Verteidigung Hermann Onckens siehe den Artikel von Ritthaler: Grenzen und Befugnisse der Geschichtswissenschaft in der Ausgabe April 1935, S. 97–102 (Digitalisat (Memento vom 1. Februar 2014 im Internet Archive)).
  8. John C. G. Röhl: Band 1 von Wilhelm II.: Die Jugend des Kaisers, 1859–1888, München 1993, ISBN 3-406-37668-1, S. 18.