Anton Schlembach

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Bischof Anton Schlembach (2006)
Wappen des Bischofs von Speyer (1983–2007)

Anton Schlembach (* 7. Februar 1932 in Münnerstadt-Großwenkheim) ist emeritierter Bischof von Speyer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anton Schlembach wurde in Unterfranken als ältestes von vier Kindern einer Landwirtsfamilie geboren. Nach dem Abitur 1950 am Humanistischen Gymnasium Miltenberg studierte er Katholische Theologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und empfing dort am 10. Oktober 1956 durch Erzbischof Franz König die Priesterweihe. 1959 wurde er zum Doktor der Theologie promoviert.

In seiner Heimatdiözese Würzburg wurde Schlembach im Anschluss an die Kaplansjahre mit einer Reihe verschiedener Aufgaben betraut: Jeweils drei Jahre war er Direktor des Studienseminars in Aschaffenburg und Regens des Priesterseminars in Würzburg. Fast zwölf Jahre erteilte er hauptamtlich Religionsunterricht am Frobenius-Gymnasium in Hammelburg, ehe er am 1. Juni 1981 zum Domkapitular und schon einen Monat später zum Generalvikar des Bistums Würzburg ernannt wurde.

Bischof von Speyer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. August 1983 wurde Schlembach von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Speyer ernannt. Die Bischofsweihe empfing er am 16. Oktober desselben Jahres im Dom zu Speyer durch seinen Vorgänger in Speyer, den damals neuen Münchener Erzbischof Friedrich Wetter. Der Speyerer Weihbischof Ernst Gutting sowie der Würzburger Bischof Paul-Werner Scheele waren die Mitkonsekratoren.

Am 10. Februar 2007 nahm Papst Benedikt XVI. Schlembachs Rücktrittsgesuch an und entband ihn aus Altersgründen von seinem Amt als Bischof von Speyer.

Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1985 wurde er von Kardinal-Großmeister Maximilien Kardinal de Fürstenberg zum Großoffizier des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt und am 11. Mai 1985 in Regensburger Dom durch Franz Kardinal Hengsbach, Großprior der deutschen Statthalterei, investiert.

Schlembach selbst war von 1991 bis 2006 Großprior der Deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem; Nachfolger wurde Reinhard Marx.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen des Bischofs an der Ludwigskirche in Ludwigshafen/Rhein

Schlembach ist Mitglied der Kommission für weltkirchliche Aufgaben und Vorsitzender der Unterkommission für Missionsfragen in der Deutschen Bischofskonferenz. Er engagiert sich außerdem als Mitglied der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen. Fünf Jahre war er Mitglied im Päpstlichen Rat für den Dialog mit den Nichtglaubenden; als Leiter des Dialog-Sekretariates für die Bundesrepublik und die deutschsprachige Schweiz richtete er wissenschaftliche Symposien in Speyer und Prag aus.

Schlembach engagierte sich für die Sanierung des Speyerer Domes, der zum Weltkulturerbe zählt. Er war zudem einer der Initiatoren für die Seligsprechung (1987) und Heiligsprechung (1998) von Edith Stein durch Papst Johannes Paul II. Zu seinen wesentlichen Verdiensten gehört auch sein Einsatz für die Seligsprechung (2006) des Speyerer Diözesanpriesters Paul Josef Nardini, des Ordensgründers der Mallersdorfer Schwestern, durch Papst Benedikt XVI.

1950 trat Schlembach dem Wissenschaftlichen Katholischen Studentenverein Unitas Hetania zu Würzburg im Unitas-Verband als ordentliches Mitglied bei. Er ist außerdem Ehrenmitglied der K.D.St.V. Merowingia Kaiserslautern und der K.D.St.V. Vasgovia Landau im CV.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Mit einem überzeugten Atheisten!“

Antwort auf die Frage einer Tageszeitung, mit wem er einmal gern zu Abend essen würde

„Liebe Jugendliche, macht nicht nur wie die Drei Könige den Weg von Speyer nach Köln, sondern sucht wie sie Jesus, um ihn anzubeten. Jesus Christus ist unser Ziel: das Ziel aller Sehnsucht. Er hat sich zu unserem Weg gemacht. Er hat sich zu unserem Wegbegleiter gemacht. Er ist stets bei euch. Der Segen, mit dem wir euch jetzt entlassen, ist dafür Zeichen und Gewissheit.“

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Schlembach, Waltraud Herbstrith: Erinnere dich – vergiss es nicht: Edith Stein – christlich-jüdische Perspektiven; Plöger Medien, 1986; ISBN 3898570509
  • Anton Schlembach, Karlheinz Debus: Robert Schuman. Lothringer – Europäer – Christ; Speyer: Pilger-Verlag, ISBN 387637054X.
  • Anton Schlembach, Dienst unter sechs Päpsten; in: Bernhard Oswald (Hrsg.): Lebenswege. Miltenberger Abiturienten 1950; Miltenberg 2007; ISBN 978-3-00-020445-6
  • Anton Schlembach: Zeugen des Glaubens. Predigten und Beiträge aus 24 Bischofsjahren. Festgabe zum 75. Geburtstag von Bischof Dr. Anton Schlembach; Speyer: Pilger-Verlag, 2007; ISBN 3-87637-082-5

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Ammerich: Lebensbilder der Bischöfe von Speyer seit der Wiedererrichtung des Bistums Speyer 1817/21. Festgabe zum 60. Geburtstag Seiner Exzellenz Dr. Anton Schlembach, Bischof von Speyer; Speyer: Pilger-Verlag, 1992; ISBN 3-87637-044-2
  • Hans Ammerich, Thomas Fandel, Richard Schultz: Kirche unterwegs: Vom Wiederaufbau zur Jahrtausendwende. Das Bistum Speyer und seine Bischöfe 1945–2000. Festschrift zum 70. Geburtstag von Bischof Dr. Anton Schlembach; Speyer: Pilger-Verlag, 2002; ISBN 3-87637-074-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Anton Schlembach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Friedrich Wetter Bischof von Speyer
1983–2007
Karl-Heinz Wiesemann
Franz Kardinal Hengsbach Croix de l Ordre du Saint-Sepulcre.svg Großprior der Deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem
1991–2006
Reinhard Kardinal Marx