Anton zu Stolberg-Wernigerode

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gedenktafel am Ilsestein von 1913 mit Bezug zu Graf Anton
Schloß Diersfordt bei Wesel

Graf Anton zu Stolberg-Wernigerode (* 23. Oktober 1785 auf Schloss Wernigerode; † 11. Februar 1854 in Berlin) war Ober- und Regierungspräsident in Magdeburg und preußischer Staatsminister.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war der vierte Sohn des regierenden Grafen Christian Friedrich zu Stolberg-Wernigerode (* 8. Januar 1746; † 26. Mai 1824) und der Gräfin Auguste Eleonore zu Stolberg-Stolberg (* 10. Januar 1748; † 12. Dezember 1821).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er kam am 4. März 1801 als Kornett zum Garde du Corps. Dort wurde er am 2. Februar 1803 Seconde-Lieutenant und nahm auch am Vierten Koalitionskrieg teil. Er kämpfte in der Schlacht bei Auerstedt und bei Heilsberg. Am 21. Dezember 1806 wurde er zum Premier-Lieutenant befördert.

Nach dem Krieg wurde er am 7. Juni 1809 noch Stabshauptmann, bevor er am 4. November 1809 sein Abschied mit Pension und Erlaubnis zum Tragen der Regimentsuniform erhielt.

Mit Beginn der Befreiungskriege wurde er am 27. Februar 1813 zum Adjutanten des Prinzen Wilhelm von Preußen wieder angestellt. Zudem wurde er am 4. Juni 1813 wirklich Rittmeister. In der Schlacht bei Großgörschen erwarb er das Eiserne Kreuz 2. Klasse, kämpfte bei Bautzen, an der Katzbach und Leipzig. Für letzte erhielt er den russischen St.Annen-Orden 2. Klasse. Für Laon erhielt er eine Belobigung und bei Paris das Eiserne Kreuz 1. Klasse und den russischen St.Stanislaus-Orden. Ferner focht in der Schlacht bei Belle Alliance und den Gefechten bei Löwenberg, Pilgramsdorf, Goldberg und Taub. In der Zeit wurde er am 25. April 1814 zum Major befördert, am 5. Oktober 1814 erhielt er außerdem den österreichischen Leopold-Orden. Am 22. April 1815 kam er wieder als Adjutant zum Prinzen Wilhelm von Preußen, aber am 1. November 1815 nahm er seinen Abschied mit einer Pension. Dazu wurde ihm am 8. November 1815 auch noch der Charakter eines Oberstleutnants verliehen.

Durch die Stiftung seines Vaters vom 18. Dezember 1815 erhielten er und seine Nachfolger die Herrschaft Kreppelhof in Schlesien als Spezialfideikommiss und Majorat übertragen. Außerdem erbte er von seinem 1831 verstorbenen Schwager Christoph Alexander Carl Friedrich Freiherr von Wylich dessen Herrschaft Diersfordt bei Wesel.

Am 14. April 1825 wurde er zum Führer des 2. Aufgebots des II. Bataillons des 7. Landwehrregiments ernannt. Seit dem 11. Februar 1826 war er auch Mitglied des preußischen Staatsrates.

Am 1. Mai 1828 wurde Graf Anton Landrat in Landshut in Schlesien. Dazu erhielt er am 21. September 1829 den Roten Adlerorden 3. Klasse und am 16. Juni 1830 den Johanniter-Orden. Am 10. Oktober 1830 wurde er dann zur Dienstleistung zum General der Kavallerie Prinz Wilhelm von Preußen - Gouverneur am Niederrhein und Westfalen - kommandiert. Für die Dauer der Aufgabe erhielt er ab dem 15. Oktober 1830 ein Stabsoffiziersgehalt von 1800 Talern und drei schweren Rationen. Zudem erhielt er am 30. Mai 1831 den Charakter eines Oberst. Am 27. Juni 1832 wurde er dem König zuordnet und erhielt für seine Arbeit die Schleife zum Roten Adlerorden 3. Klasse.

Am 11. April 1834 ernannt man ihn zum Regierungspräsident in Düsseldorf. Gleichzeitig wurde er von der Führung des 2. Aufgebots des 7. Landwehrregiments entbunden. Er erhielt aber die Erlaubnis die Uniform der Garde du Corps zu tragen. Am 1. Dezember 1837 erfolgte seine Ernennung zum Oberpräsidenten der preußischen Provinz Sachsen und Regierungspräsidenten von Magdeburg. dazu bekam er am 15. September 1738 den Stern zum Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub. Am 1. Dezember 1840 wurde er wirklicher Geheimer Rat und Minister des königlichen Hauses. Magdeburg verlieh im 1841 die Ehrenbürgerschaft. Am 6. Mai 1841 wurde er auch zum Generalmajor befördert und am 28. Oktober 1841 zum Chef des 27.Landwehrregiments ernannt. Am 24. Februar 1841 wurde ihn der hannoverische Guelphen-Orden verliehen und am 7. Juli 1842 ernannt ihn König Friedrich Wilhelm IV. zum Staatsminister. Am 26. September 1843 erhielt er auch den russischen St.Annen-Orden 1. Klasse mit Brillianten.

Als Gegner der Revolution musste er am 18. März 1848 von seinen Ämtern zurücktreten. Er wurde außerdem am 9. Mai 1848 als Generalleutnant aus der preußischen Armee verabschiedet. Aber am 26. Juni 1851 ernannt ihn der König zum königlich-preußischer Oberstkämmerer und Minister des königlichen Hauses. Dazu erhielt er am 26. August 1851 den Schwarzen Adler-Orden und am 23. Dezember 1852 das Großkreuz zum österreichischen St.Stefans-Orden. Er starb am 11. Februar 1854 in Berlin.

Graf Anton wurde auf dem Friedhof der gräflichen Familie in Wernigerode beigesetzt. Das Grabmal wurde von Friedrich August Stüler entworfen.

Kinder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der 1809 geschlossenen Ehe mit Luise Freiin von der Reck (1787–1874) - Tochter des Ministers Eberhard von der Recke - gingen folgende Kinder hervor:

  • Graf Eberhard (1810–1872), folgte seinem Vater als Majoratsherr in Kreppelhof
  • Graf Conrad (1811–1851) ∞ 4. Oktober 1838 Marianne von Romberg (* 22. Januar 1821; † 14. Dezember 1884), dessen Sohn Graf Udo übernahm 1872 die Herrschaft Kreppelhof
  • Graf Udo (1812–1826)
  • Gräfin Jenny (1813–1900) ∞ 12. Juli 1838 Graf Alexander von Keller (* 16. Juni 1801; † 30. Mai 1879)
  • Gräfin Marianne (1815–1844)
  • Gräfin Bertha (1816–1861)
  • Gräfin Elisabeth (1817–1822)
  • Gräfin Anna (1819–1868)
  • Gräfin Charlotte (1821–1885) ∞ 24. Juli 1851 Hans Hugo von Kleist-Retzow (* 25. November 1814 † 20. Mai 1892)
  • Graf Bolko (1823–1884) ∞ 5. November 1853 Elisabeth von Thun (* 22. August 1833; † 6. Februar 1900)
  • Gräfin Friederike (1824–1848)
  • Graf Theodor (1827–1902) ∞ 16. April 1872 Klara von der Schulenburg (* 16. Dezember 1849; † 8. Mai 1936)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]