Antonia Baum

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Antonia Baum auf der Leipziger Buchmesse 2018.

Antonia Baum (* 1984 in Borken) ist eine deutsche Schriftstellerin und Journalistin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baum wuchs im Odenwald auf und machte an der Martin-Luther-Schule (Rimbach) Abitur.[1][2] Sie studierte Germanistik und Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität in Berlin. Bereits während des Studiums veröffentlichte sie Kurzgeschichten, 2011 den Roman Vollkommen leblos, bestenfalls tot. Sie ist seit Anfang 2012 Feuilleton-Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin[3] und schrieb Artikel für die Wochenzeitung der Freitag[4] und Zeit Online.

Baums journalistische Arbeiten beschäftigen sich unter anderem mit Literatur, Hip Hop und Feminismus.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vollkommen leblos, bestenfalls tot (2011)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr Debütroman Vollkommen leblos, bestenfalls tot wurde von allen großen deutschen Tages- und Wochenzeitungen besprochen[5] und stieß dabei auf gemischte Resonanz. Die Rezensentin der Zeit bescheinigte Baum, sie gebe in ihrem Roman „dem wütenden Affen Zucker“, die Wut des Romans habe aber etwas Kokettes und sei „ein narzisstischer Tobsuchtanfall.“[6] Die tageszeitung beschrieb den Roman als „abstraktes Aggro-Stakkato“ und bescheinigte Antonia Baum sowohl für den Roman als auch für ihr journalistisches Schaffen eine „sezierende Beobachtungsgabe und die Fähigkeit, die Sätze bis ins Unerträgliche, kaum Auszuhaltende voranzutreiben.“[7] In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde der Roman als „reine Papierverschwendung“, „pubertär“, „vollkommen leblos“ und „grottenschlecht“ verrissen.[8]

Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stoßstangen zu ernähren (2015)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baums zweiter, 2015 veröffentlichter Roman Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stoßstangen zu ernähren, spaltete erneut die Rezensenten. Laut der Rezension Tilman Strassers in Der Tagesspiegel mangele es dem Roman an einem energischen Lektorat: Der Leser tappe im Dunklen, der Plot trete auf der Stelle.[9] Anders urteilte Dana Buchzik in der Süddeutschen Zeitung[10], die befand: „Dieser Roman ist ein großartiges Buch. Antonia Baum erzählt einfach erbarmungslos gut.“ Jurek Skrobala von Spiegel Online verglich Antonia Baums Werk mit einem „Rap auf Romanlänge“,[11] in Die Zeit schließlich urteilte Moritz Baßler: "Poetisch dicht, reflektiert – gut; witzig, ergreifend, ein Pageturner"[12] über Antonia Baums Geschichte dreier Geschwister und deren Liebe zu ihrem verrückten Vater.

Odenwald-Artikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2014 erschien in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ein autobiographischer Artikel Baums über ihre Kindheit im dörflichen Odenwald, den sie, sich auf Menschen und Architektur beziehend, als durchweg furchtbar beschreibt und für asoziale Verhaltensweisen und eigenen Drogenkonsum innerhalb einer Jugendgruppe verantwortlich macht.[1] Beschreibungen wie „Odenwaldhölle“ und „scheußlichster Ort der Welt“ riefen starken Protest und Gegenkampagnen bei Bürgern und Politikern in der Region hervor.[13]

Von Seiten der Redaktion wurde der Text dagegen mit dem Hinweis auf das „literarische Genre der Ortsbeschimpfung“ verteidigt.[14]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Antonia Baum: Dieses Stück Germany. In: FAZ.net. 1. Januar 2014, abgerufen im 14. Dezember 2014.
  2. "Es könnte jeder Ort sein, wo Beziehungslosigkeit herrscht" (Memento vom 16. Januar 2014 im Webarchiv archive.is) www.wnoz.de
  3. Antonia Baum (Memento des Originals vom 18. November 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.faz.net auf www.faz.net/redaktion
  4. www.freitag.de
  5. www.perlentaucher.de
  6.  Ijoma Mangold: Roman von Antonia Baum: "Eine Welt voll Scheiße". In: zeit.de. 19. November 2011, abgerufen im 14. Dezember 2014.
  7. Jan Wehn: Debütroman im Aggro-Stakkato. In: taz.de. 15. Oktober 2011, abgerufen im 14. Dezember 2014.
  8. Banale Phase oder Die Dilettanten des Wunders, FAZ vom 25. Oktober 2011.
  9. Tilman Strasser: Hip-Hop im Heuhaufen, Rezension in: Der Tagesspiegel, 18. April 2015, S. 28
  10. Dana Buchzik in: Süddeutsche Zeitung, 16. April 2015
  11. Jurek Skrobala: "Werd bloß nicht der Arsch der Nation". In: Spiegel Online. 8. April 2015, abgerufen im 13. Juli 2015.
  12. Moritz Baßler: "Großkotz und Kleinganove". In: DIE ZEIT. 9. April 2015, abgerufen im 13. Juli 2015.
  13. Frank van Bebber: Hallo Berlin, schönen Gruß aus der Hölle. In: hr-online.de. 9. Januar 2014.
  14. Karl-Heinz Schlitt: Jugendtrauma In: morgenweb.de vom 13. Januar 2014