Antonie von Cosmar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Alvine Luise Antonie von Cosmar, geb. Voigt, verh. Klein, (* 1806 in Magdeburg; † 1870[1]) war eine deutsche Schriftstellerin, Übersetzerin und Moderedakteurin. Sie veröffentlichte teilweise unter dem Pseudonym A. Cosmar.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie kam als Tochter des Justizrats August Ferdinand Voigt in Magdeburg zur Welt. Ihre Mutter verstarb früh und Antonie Voigt wuchs vom Vater verwöhnt auf.[2] Sie heiratete 1827 den Schriftsteller Alexander von Cosmar (1805–1842) und wurde bald darauf Mitarbeiterin seiner 1832 gegründeten Zeitschrift Berliner Modenspiegel in- und ausländischer Originale. Eine Zeitschrift für die elegante Welt. Es folgten Übersetzungen aus dem Französischen, darunter 1841 eine Übertragung von Eugène Scribes Das Glas Wasser, sowie ab den 1830er-Jahren eigene Lustspiele und Romane. Populär wurden ihre Übertragungen der Werke von Louise d’Aulney um die Puppe Wunderhold. Ihre Werke veröffentlichte sie unter dem Pseudonym A. Cosmar; sie wurden daher in der Öffentlichkeit als Werke ihres Mannes angesehen.

Alexander von Cosmar verstarb 1842, sodass seine Witwe nun ihren Lebensunterhalt mit Schreiben verdienen musste. Von Cosmar führte den Berliner Modenspiegel fort, dessen Erscheinen bis 1848 nachgewiesen ist.[3] Sie gründete nach Einstellung der Zeitung 1850 die Berliner Moden- und Musterzeitung (ab 1851 Victoria: illustrirte Muster- und Moden-Zeitung), die sie zwei Jahre lang führte. Eine weitere, von Cosmar gegründete Zeitschrift, wurde 1855 der Bazar. Erste Damen- und Moden-Zeitung, den sie drei Monate lang führte. Zwei Jahre lang war sie zudem Redaktionsleiterin der Gersonschen Modezeitung.

Vor 1865[4] heiratete von Cosmar einen Dr. Klein, mit dem sie in Dresden lebte.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1836: Die Ehrendame (Lustspiel)
  • 1836: Drei Frauen auf einmal
  • 1837: Der König von 16 Jahren (Lustspiel)
  • 1837: Der Wundertrank (Dramatische Aufgabe)
  • 1837: Vierundzwanzig Stunden Bedenkzeit (Lustspiel)
  • 1837: Der Gefangene wider Willen (Dramatische Aufgabe)
  • 1839: Die Eröffnungsrede (Lustspiel nach Rougemont)
  • 1839: Drei Ehen und eine Liebe (Lustspiel)
  • 1839: Frauenwert (Lustspiel)
  • 1839: Schicksale der Puppe Wunderhold (Anlehnung an Mémoires d’une poupée von Louise d’Aulney)
  • 1839: Neue Schicksale der Puppe Wunderhold (nach Louise d’Aulney)
  • 1840: Eugénie Foa – Schicksale eines Polichinell (Übersetzung)
  • 1841: Ein Heiratsgesuch (Roman)
  • 1841: Eugène Scribe – Das Glas Wasser (Übersetzung)
  • 1864: Erziehung und Ehe (Roman in drei Bänden)
  • 1866: Puppe Wunderhold’s Freundinnen (nach Louise d’Aulney)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cosmar, A.. In: Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Band 1. Brockhaus, Leipzig 1913, S. 443–444.
  • Cosmar, Antonie von. In: Elisabeth Friedrichs: Die deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein Lexikon. Metzler, Stuttgart 1981, ISBN 3-476-00456-2, (Repertorien zur deutschen Literaturgeschichte 9), S. 53.
  • Cosmar, A.. In: Sophie Pataky (Hrsg.): Lexikon deutscher Frauen der Feder. Band 1. Verlag Carl Pataky, Berlin 1898, S. 136 f. (Digitalisat).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Antonie Cosmar: Schicksale der Puppe Wunderhold. In: Hubert Göbels: Hundert alte Kinderbücher aus dem 19. Jahrhundert: Eine illustrierte Bibliographie. Band 2. Harenberg, Dortmund 1979.
  2. Cosmar, A. In: Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Band 1. Brockhaus, Leipzig 1913, S. 443.
  3. Berliner Modenspiegel auf staatsbibliothek.berlin.de
  4. Gustav Scheve betitelt das Kapitel über sie in seinem 1865 veröffentlichten Buch Phrenologische Frauenbilder bereits mit A. Cosmar (Frau Doktor Klein). Vgl. Gustav Scheve: Phrenologische Frauenbilder. Dresdens Schriftstellerinnen der Gegenwart. Schöpff, Dresden 1865, S. 338.