Antonio Giuseppe Bossi

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Antonio Giuseppe Bossi (* 1699 in Porto Ceresio; † 10. Februar 1764 in Würzburg) war ab 1735 Hofstuckateur in Würzburg. Er arbeitete vor allem als Figurenplastiker und leitete die Ausstuckierung der Würzburger Residenz. Berühmt sind seine Arbeiten im Weißen Saal und im Kaisersaal der Residenz. Er wurde bislang gemeinsam mit dem Kunstschreiner und Zierratenschnitzer Ferdinand Hundt (1703–1758), sowie dem Maler und Bildhauer Johann Wolfgang van der Auwera (1708–1756) als Mitbegründer des „Würzburger Rokoko“ um 1740 angesehen, ein Stilbegriff, der jedoch in Bezug auf Bossi mittlerweile in Frage gestellt worden ist.[1]

Die sieben Gaben des heiligen Geistes: "Geist der Weisheit", von Antonio Giuseppe Bossi, im Kloster Oberzell

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1737, Régence-Stuckaturen der Würzburger Schönbornkapelle[2]
  • 1734–1738 Figuren in der Schönbornkapelle, darunter die Statue der Unbefleckten Jungfrau[3]
  • vor 1747, Retabel aus Stuckmarmor der Altäre in der Dreifaltigkeitskirche in Gaibach
  • 1737, Residenzkapelle Bamberg
  • um 1725, Immaculata-Statue in der Würzburger Hofkirche
  • 1744, Weißer Saal der Residenz Würzburg
  • Immaculata-Statue in der Hofkirche der Würzburger Residenz[4]
  • 1749, Gartensaal der Residenz Würzburg
  • 1751/52, Seitenaltäre der Pfarrkirche Gaukönigshofen
  • 1752/53, Stuck der alten Innenräume im Schloss Veitshöchheim
  • 1754/55, Chor der Dominikanerkirche Würzburg
  • 1757 (mit Unterbrechungen wegen Krankheit) bis 1761 Residenz Würzburg
  • um 1761, Figurengruppen des Gartensaals der Würzburger Residenz
    Detail des Deckenstucks im Weißen Saal der Würzburger Residenz
    Sowohl die Deckenstuckierung als auch die beiden Figurengruppen des Gartensaals der Würzburger Residenz sind von der Hand Antonio Bossis. Hier der Blick auf die südliche der beiden Figurengruppen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Sedlmaier/Rudolf Pfister: Die fürstbischöfliche Residenz zu Würzburg, in: Schlösser in Bayern in Einzeldarstellungen, München 1923.
  • Helene-Maria Sauren: Antonio Giuseppe Bossi. Ein fränkischer Stukkator, Diss. Phil. Würzburg 1932.
  • Ursula Röhlig: Bossi, Giuseppe Antonio. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 485 f. (Digitalisat).
  • Tilman Breuer: Die italienischen Stukkatoren in den Stiftsgebäuden von Ottobeuren, in: Zeitschrift des deutschen Vereins für Kunstwissenschaft, Bd. 17 (1963), S. 231–259.
  • Verena Friedrich: Rokoko in der Residenz Würzburg. Studien zu Ornament und Dekoration des Rokoko in der ehemaligen fürstbischöflichen Residenz zu Würzburg, in: Bayerische Schlösserverwaltung: Forschungen zur Kunst- und Kulturgeschichte, Bd. 9, Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte Würzburg e.V., 8. Reihe: Quellen und Darstellungen zur fränkischen Kunstgeschichte, Bd. 15, 1. Auflage, München 2004.
  • Verena Friedrich: Rokoko in Würzburg, in: Dorothea Klein und Franz Fuchs (Hrsg.): Würzburger Ringvorlesungen. Kulturstadt Würzburg. Kunst, Literatur und Wissenschaft von der Schönbornzeit bis zur Reichsgründung, Würzburg 2013, S. 75–105.
  • Manuel Mayer: Wahn und Wirklichkeit. Die namenlosen Stuckfigurengruppen Antonio Bossis im Gartensaal der Würzburger Residenz, in: Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. Würzburg (Hrsg.): Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst, Bd. 71, Spurbuchverlag, Würzburg 2019, ISBN 978-3-88778-573-4, S. 53–75.
    Antonio Bossis Deckenstuckierung des Treppenhauses von Kloster Oberzell bei Würzburg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antonio Bossi, Kurzbiografie beim Haus der Bayerischen Geschichte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Manuel Mayer: Wahn und Wirklichkeit. Die namenlosen Stuckfigurengruppen Antonio Bossis im Gartensaal der Würzburger Residenz. In: Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e.V. Würzburg (Hrsg.): Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst. Band 71. Spurbuchverlag, Würzburg 2019, ISBN 978-3-88778-573-4, S. 53–75.
  2. Stefan Kummer: Architektur und bildende Kunst von den Anfängen der Renaissance bis zum Ausgang des Barock. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände; Band 2: Vom Bauernkrieg 1525 bis zum Übergang an das Königreich Bayern 1814. Theiss, Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1477-8, S. 576–678 und 942–952, hier: S. 662.
  3. Stefan Kummer: Architektur und bildende Kunst von den Anfängen der Renaissance bis zum Ausgang des Barock. 2004, S. 663.
  4. Stefan Kummer: Architektur und bildende Kunst von den Anfängen der Renaissance bis zum Ausgang des Barock. 2004, S. 657.