Antonio Pigafetta

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Karte der Insel Timor von Pigafetta

Antonio Pigafetta (* um 1480 in Vicenza; † nach 1534 in Vicenza) war ein italienischer Entdeckungsreisender und Schriftsteller, der vor allem als Chronist der ersten Erdumseglung unter Ferdinand Magellan bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pigafetta stammte aus einer vornehmen, aber wenig bedeutenden Familie der Stadt Vicenza. Er beschäftigte sich mit Mathematik und Kosmografie (Kartografie, Geographie und Astronomie). Als Mitglied einer geistlichen Gesandtschaft am Hof Karls V. erfuhr er von der Ausrüstung der Expedition Magellans und erhielt vom Kaiser die Erlaubnis an der Reise teilzunehmen.

Er begleitete Magellan auf seiner Weltumseglung und erwies sich als Schreiber und Unterhändler wiederholt als nützlich. Als Magellan auf den Philippinen, die er als erster Europäer im März 1521 erreichte, bei seiner Einmischung in Stammesfehden getötet wurde, erlitt auch Pigafetta eine Verwundung. 1522 erreichte Pigafetta die Insel Timor. Obwohl die Insel bereits 1512 von António de Abreu entdeckt wurde, lieferte Pigafetta als erster ausführlichere Berichte über Timor, wo er 18 Tage verbrachte. Am 8. September desselben Jahres kehrte er nach Sevilla zurück. Von fünf Schiffen und 237 Mann Besatzung kehrte nur die Nao Victoria mit Pigafetta und 17 weiteren kranken, ausgemergelten Männern zurück.

Pigafetta berichtete von der Weltumrundung auch König Johann III. von Portugal und Luise von Savoyen, der Mutter des französischen Königs Franz I. Erst 1524 war er wieder in Rom, wo er seinen Bericht redigiert zu haben scheint. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

Bericht der Weltumseglung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahrscheinlich um 1524 schrieb Pigafetta seine Erlebnisse während der Weltumseglung nieder. Pigafettas „klare und präzise Sprache trägt zusätzlich zur Glaubwürdigkeit der Beobachtungen bei“ – gleich ob es um die Beschreibung der Zustände an Bord oder der Flora und Fauna an Land gehe, ob um nautische Fakten oder die Menschen und ihre Gebräuche an den besuchten Küsten. Pigafetta ist „erstaunlich vorurteilsfrei, auch wenn seine Berichte teilweise ein wenig ins Fiktionale abzugleiten scheinen“.[1] Bis zum Erreichen der Gewürzinseln, dem geheimen Ziel, sind die Längengrade wohl absichtlich falsch angegeben.

Allerdings ist der Reisebericht nicht mehr im Original, sondern nur in frühen Kopien vorhanden. Er wurde auf unterschiedliche Weise überarbeitet. In der Schilderung der Zeitumstände und der Person Pigafettas lassen sich große Qualitätsunterschiede feststellen. Ein vollständiges Manuskript wurde erst im Jahr 1800 von Carlo Amoretti in der Biblioteca Ambrosiana entdeckt. Bis dahin kursierten nur verkürzte Bruchstücke.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Seefahrer wurde der Zerstörer der Regia Marina RN Antonio Pigafetta benannt. 2017 wurde ein Asteroid nach ihm benannt: (52558) Pigafetta.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Pleticha, Siegfried Augustin: Lexikon der Abenteuer- und Reiseliteratur von Afrika bis Winnetou. Edition Erdmann in K. Thienemanns Verlag, Stuttgart, Wien, Bern 1999, ISBN 3 522 60002 9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Antonio Pigafetta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rezension der Entdeckerchronistin Felicitas Hoppe