Antrifttal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Antrifttal
Antrifttal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Antrifttal hervorgehoben

Koordinaten: 50° 47′ N, 9° 12′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Vogelsbergkreis
Höhe: 298 m ü. NHN
Fläche: 26,59 km2
Einwohner: 1814 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km2
Postleitzahl: 36326
Vorwahlen: 06631, 06635 und 06692Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: VB
Gemeindeschlüssel: 06 5 35 002
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Weihersweg 24
36326 Antrifttal
Website: www.antrifttal.de
Bürgermeister: Dietmar Krist (CDU)
Lage der Gemeinde Antrifttal im Vogelsbergkreis
AntrifttalAlsfeldGrebenauSchlitz (Vogelsbergkreis)KirtorfHomberg (Ohm)Mücke (Hessen)Gemünden (Felda)RomrodSchwalmtal (Hessen)Lauterbach (Hessen)Wartenberg (Hessen)FeldatalLautertal (Vogelsberg)UlrichsteinHerbsteinSchotten (Stadt)GrebenhainFreiensteinauLandkreis Marburg-BiedenkopfSchwalm-Eder-KreisLandkreis Hersfeld-RotenburgLandkreis FuldaWetteraukreisMain-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild

Antrifttal ist eine Gemeinde im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antrifttal liegt im Tal des Flusses Antrift, einem Zufluss der Schwalm, zwischen Vogelsberg im Süden und dem Knüllgebirge im Nordosten.

Das Gemeindegebiet von 26,59 km² wird zu 54 % (14,3 km²) landwirtschaftlich genutzt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antrifttal grenzt im Norden an die Gemeinde Willingshausen (Schwalm-Eder-Kreis), im Osten und Süden an die Stadt Alsfeld, im Westen an die Stadt Kirtorf sowie im Nordwesten an die Stadt Neustadt (Landkreis Marburg-Biedenkopf).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Antrifttal gehören die folgenden Ortsteile:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen schlossen sich am 31. Dezember 1971 die fünf Gemeinden Bernsburg, Ohmes, Ruhlkirchen, Seibelsdorf und Vockenrod zusammen und bilden seither die Gemeinde Antrifttal.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[3] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[4][5]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
     
Insgesamt 15 Sitze
  • FWR: 5
  • BLO: 4
  • WGB: 2
  • FWS: 2
  • WGV: 2
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
FWR Freie Wähler Ruhlkirchen 30,1 5 37,2 5 30,2 5 27,4 4
BLO Bürgerliste Ohmes 27,5 4 26,3 4 26,6 4 27,2 4
WGB Wählergemeinschaft Bernsburg 15,0 2 13,9 2 15,0 2 18,6 3
FWS Freie Wähler Seibelsdorf 12,9 2 11,3 2 12,6 2 11,7 2
WGV Wählergemeinschaft Vockenrod 14,5 2 11,3 2 15,6 2 15,1 2
Gesamt 100 15 100 15 100 15 100 15
Wahlbeteiligung in % 69,3 67,4 67,0 69,8

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1993 werden in Hessen die Bürgermeister für sechs Jahre direkt gewählt.[6] Die vergangenen Bürgermeisterwahlen lieferten folgende Ergebnisse:[6]

Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
2013 Dietmar Krist 87,3
Wahlbeteiligung in % 83,3
2007 Johannes Averdung 87,1
Wahlbeteiligung in % 52,9
2001 Johannes Averdung 68,8
Wahlbeteiligung in % 57,3
1995 Johannes Averdung 94,5
Wahlbeteiligung in % 67,4

Bei der letzten Wahl am 22. September 2013 wurde der unabhängige Kandidat Dietmar Krist gewählt. Er löste damit den langjährig amtierenden parteilosen Bürgermeister Johannes Averdung ab. Es traten keine Gegenkandidaten an. Die Wahlbeteiligung lag bei 83,3 %. Sein Amt trat der neue Bürgermeister am 1. Februar 2014 an.[6][7]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rosora in Italien ist die Partnergemeinde von Antrifttal.

Außerdem unterhält der Ortsteil Seibelsdorf eine freundschaftliche Partnerschaft mit Seibelsdorf bei Marktrodach in Oberfranken.

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banner Antrifttal.svg

Wappen

DEU Antrifttal COA.svg

Blasonierung: „In rotem Schild zwei aufrechtstehende abgekehrte silberne Streitäxte.“[8]

Das Wappen wurde der Gemeinde Antrifttal am 15. Juni 1973 durch den Hessischen Innenminister genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Darmstädter Heraldiker Georg Massoth.

Das Wappen wurde, von der früheren Gemeinde Ruhlkirchen übernommen, die es bereits seit 1951 führte. Es basiert auf dem Siegel des Ritters Gerhard von Ruhlkirchen.[9]

Flagge

Die Flagge wurde der Gemeinde am 7. März 1980 genehmigt und wird wie folgt beschrieben:

„Auf weißer Flaggenbahn zwischen zwei roten Randstreifen in der oberen Hälfte aufgelegt das Gemeindewappen.“[10]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 wurde in der Gemarkung des Ortsteils Ruhlkirchen ein Windpark errichtet, bestehend aus vier Windkraftanlagen des Typs Nordex N117/2400, die als Schwachwindkraftanlagen speziell für Binnenlandstandorte konstruiert wurden. Die Anlagen verfügen jeweils über eine Nennleistung von 2,4 MW, einen Rotordurchmesser von 117 Metern und eine Nabenhöhe von 140 Metern, die Gesamthöhe beträgt knapp 198 Meter. Der Windpark wurde Anfang November 2013 in Betrieb genommen und soll pro Jahr Strom für etwa 6600 Drei-Personen-Haushalte liefern.[11]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fachwerkhäusern und die mittelalterliche evangelische Kirche in Bernsburg
  • Reste einer Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert.
  • Pfarrkirche in Ruhlkirchen
  • Hofgut des Deutschherrenordens mit seiner Kapelle aus dem 13. Jahrhundert, der Scharchstein bei Ohmes[12]
  • Naherholungsgebiet der Antrifttalsperre
  • Ausgedehnte Laub- und Nadelwälder und sanfte Erhebungen mit Wiesen und Feldern prägen das Bild der zwischen Vogelsberg und Knüllgebirge gelegenen Mittelgebirgslandschaft.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ortsteil Ruhlkirchen befindet sich eine Grundschule und ein Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred Klostermann (1900–1945), hessischer Landtagsabgeordneter und deutscher Reichstagsabgeordneter (NSDAP), Landrat in Gießen, Groß-Gerau, Schrimm und Alzey, Lehrer in Vockenrod.
  • Heinrich Rohr (1902–1997), katholischer Kirchenmusiker und Komponist, Lehrer in Ruhlkirchen.
  • Eduard Zinßer (1875–1933), geboren in Seibelsdorf, Professor, Studienrat, katholischer Priester der Gemeinde St. Paul in Offenbach, Geistlicher Rat, Diözesanpräses der Katholischen Gesellenvereine im Bistum Mainz, nationalsozialistisches Gewaltopfer.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2019 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)  (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 347.
  3. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  4. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2011.
  5. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Memento vom 9. Juni 2016 im Internet Archive) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt.
  6. a b c Bürgermeister-Direktwahlen in Antrifttal. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  7. 87,3% für Krist in Antrifttal. Alsfelder Allgemeine, abgerufen am 25. September 2013.
  8. Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Antrifttal, Vogelsbergkreis vom 15. Juni 1973. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1973 Nr. 33, S. 1478, Punkt 1032 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,3 MB]).
  9. Karl Ernst Demandt, Otto Renkhoff: Hessisches Ortswappenbuch. C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 142.
  10. Genehmigung einer Flagge der Gemeinde Antrifttal, Vogelsbergkreis vom 7. März 1980. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1980 Nr. 12, S. 527, Punkt 366 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,1 MB]).
  11. WSB Neue Energien Holding GmbH - Pressemitteilung vom 5. November 2013: Energiepark Ruhlkirchen am Netz. Abgerufen am 7. November 2013.
  12. Geocaching: Geocaching - The Official Global GPS Cache Hunt Site. Abgerufen am 10. August 2020 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Antrifttal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien