Aosta

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Aosta (Begriffsklärung) aufgeführt.
Aosta
Aoste
Wappen
AostaAoste (Italien)
AostaAoste
Staat: Italien
Region: Aostatal
Koordinaten: 45° 44′ N, 7° 19′ O45.7333333333337.3166666666667583Koordinaten: 45° 44′ 0″ N, 7° 19′ 0″ O
Höhe: 583 m s.l.m.
Fläche: 21 km²
Einwohner: 34.901 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.662 Einw./km²
Postleitzahl: 11100
Vorwahl: 0165
ISTAT-Nummer: 007003
Volksbezeichnung: Aostani (it.)
Aostois (fr.)
Schutzpatron: San Grato (it.)
Saint Grat (fr.)
Website: Aosta
Aosta

Aosta (französisch Aoste, frankoprovenzalisch Aoûta, deutsch selten Osten) ist die Hauptstadt der Region Aostatal in den italienischen Alpen. Aosta liegt etwa 583 Meter über dem Meeresspiegel und erstreckt sich auf 21 Quadratkilometern. Die Stadt hat 34.901 Einwohner (Stand 31. Dezember 2013).

Der Ort wird vom Monte Emilius überragt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Aostatal wurde im Jahr 25 v. Chr. von A. Terentius Varro Murena erobert. Der bisher ansässige Stamm der Salasser wurde mehrheitlich in die Sklaverei verkauft. Die Stadt wurde durch Augustus unter dem Namen Augusta Praetoria aus einem bestehenden Legionslager heraus, dessen Grundriss für die zivile Stadt übernommen wurde, durch Veteranen der kaiserlichen Leibwache, der Prätorianer, gegründet.

Als Sicherung der Route über den Kleinen St. Bernhard (Alpis Graia) wurde die Colonia Augusta Praetoria gegründet. Hier wurden 3000 Veteranen der Praetorianergarde angesiedelt. Nach der Öffnung des Großen St. Bernhard nahm die Bedeutung des Ortes noch zu.

Die Stadt wurde schachbrettartig angelegt. Sie bestand aus 64 Insulae (Stadtteile) und hatte die Form eines Quadrates. Diese römische Struktur ist noch heute im Stadtbild der Altstadt zu erkennen. Die Stadtmauer hatte auf allen vier Seiten ein Tor. Das Forum belegte die Fläche von acht Insulae, das Amphitheater die von zweien. Die anderen Bauten wurden offenbar nicht Insula-übergreifend gebaut. Zusätzlich bestanden ein Theater und Thermen.

Im frühen Mittelalter befehdete Pippin der Jüngere die Langobarden in der Gegend. Karl der Große errichtete die Via Francigena durch die Stadt nach Rom.

Das einst französischsprachige Aosta bekam mit dem Zuzug von Italienischmuttersprachlern im 20. Jahrhundert auch italienische Züge.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ihre strategisch günstige Lage am Alpenpass verlieh der Stadt schon in römischer Zeit große Bedeutung für den Verkehr. Zu den aus der Römerzeit erhalten Bauwerken gehört die im Mittelalter weiterverwendete Stadtmauer, von der einige Türme mindestens im Kern römisch sind. Ein Stadttor, die Porta Praetoria (Haupttor), war ursprünglich als Doppeltor um 25 v. Chr. angelegt. Davor befindet sich der zur gleichen Zeit errichtete Triumphbogen Arco d'Augusto („Augustusbogen“). Ebenfalls aus der Zeit des Augustus stammt eine Brücke Pont de Pierre, die früher über einen Fluss führte, der jetzt an anderer Stelle verläuft. Eine weitere gut erhaltene Römerbrücke, Pont-Saint-Martin, steht in der Nähe von Aosta in der gleichnamigen Ortschaft.
Vom ehemals vierstöckigen Theater ist die 22 m hohe Bühnenwand erhalten, ebenso die Reste des Forums. Die Ruinen des Amphitheaters sind wegen noch andauernder Restaurierungsarbeiten nicht zugänglich. Ein Gutshof am Hang oberhalb der Stadt ist konserviert.
Unter vielen wertvollen Stücken ist im Archäologischen Museum der Stadt auch eine sehr schöne Jupiterbüste vom Anfang des 2. Jahrhunderts zu sehen.

  • Die Kathedrale wurde im 11.  Jahrhundert erbaut und erhielt Ende des 15.  Jahrhunderts ihre spätgotische Gestalt. Ihre Fassade wurde zwischen 1522 und 1526 im Stil der Renaissance errichtet und erhielt 1848 einen klassizistischen Vorbau. Im Chor ist noch ein Mosaikfußboden aus dem 12.  Jahrhundert erhalten. Das wertvolle, geschnitzte Chorgestühl stammt aus dem 15.  Jahrhundert. In den Fenstern des Mittelschiffs sind französische Glasmalereien des 12.  und 13.  Jahrhunderts zu sehen.
  • Die Anfänge des ehemaligen Kollegiatstifts Collegiata dei Santi Pietro e Orso (in Aosta nur Sant'Orso genannt) gehen auf das 5.  Jahrhundert zurück. In frühromanischer Zeit wurde es unter Bischof Anselmo II. (994-1025) erneuert. Das heutige, spätgotische Aussehen der Kirche ist unter dem Prior Giorgio di Challant (1468-1509) entstanden. Die fünfschiffige Krypta, die auf zwölf römischen Säulen steht, ist jedoch vom Vorgängerbau erhalten. Auf dem Obergaden des Mittelschiffs zeigt ein bedeutender Freskenzyklus des 11.  Jahrhunderts Szenen aus dem Leben Christi und der Apostel. Aus dem 12.  Jahrhundert stammen der Campanile sowie der Kreuzgang auf der Südseite mit seinen figurengeschmückten romanischen Kapitellen.
  • Ebenfalls unter Giorgio di Challant wurde 1494-1509 das Priorato di San Orso erbaut, das durch seinen achteckigen Turm und seine Fensterrahmen und Friese aus Terrakotta auffällt. In der Kapelle zeigt ein spätgotischer Freskenzyklus die Geschichte des Heiligen Georg.

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Der Ort ist ein Endpunkt der Bahnstrecke Aosta–Pré-Saint-Didier.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Mit der Italienischen Autobahn A5 besitzt Aosta eine leistungsfähige Straßenanbindung, welche Turin mit Frankreich via dem Mont-Blanc-Tunnel verbindet. Die andere überregional bedeutende Straße im Aostatal ist die italienische Staatsstraße SS26. Aosta liegt ferner auf der Verbindung der Alpenpässe Kleiner Sankt Bernhard und Großer Sankt Bernhard.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Aosta besitzt mit dem Flughafen Aosta (ital. Aeroporto della Valle d'Aosta “Corrado Gex”, franz. Aéroport de la Vallée d'Aoste “Corrado Gex”) einen Regionalflughafen. Er liegt rund zwei Kilometer östlich der Stadt.

Berühmte Bewohner[Bearbeiten]

Anselm von Canterbury wurde in Aosta geboren. Der zweitgeborene Sohn des italienischen Königs, Amadeo, 1870-73 König von Spanien, trug den Titel eines Herzogs von Aosta. Auch der Fußballspieler Sergio Pellissier und die Skibergsteiger Gloriana Pellissier, Jean Pellissier, Chiara Raso und Dennis Brunod, der Bischof von Aosta, Franco Lovignana, sowie der Fotograf und Antifaschist Giovanni Bassanesi sind hier geboren.

Sport[Bearbeiten]

  • Am 2. Juni 1996 gewann Gianni Bugno die 15. Etappe des Giro d’Italia in Aosta.
  • Vom 21. Juni bis zum 25. Juni 2006 fand in Aosta die Juniorenweltmeisterschaft des Streethockey statt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aosta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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