Ape (Kleintransporter)

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Piaggio Ape Kastenwagen
Aktuelle indische Version, 2010

Ape (ital. Biene, auch als Vespacar bezeichnet) ist ein Kleintransporter und ein dreirädriges Rollermobil des italienischen Herstellers Piaggio. Die Ape wurde seit 1947 in Italien und seit der Einführung der limitierten Auflagen 2007 in Indien hergestellt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Urmodell der Ape
Die Ape AC4

Die Dreirad-Transporterserie kam ein Jahr nach der Vespa (ital. Wespe), auf den Markt. Der Urtyp der Ape von 1947 ist eigentlich eine Vespa mit Ladefläche mit einer Nutzlast von 200 Kilogramm. Die Ape A hat einen Vespa-Motor mit 125 cm³ Hubraum unter dem Sitz. Sie hat aber im Gegensatz zu einigen Vespa-Typen eine 4-Gang-Schaltung.

Die Ape B mit 150 cm³ kam 1953 auf den Markt. Dieses Modell wurde mit kleinen Änderungen bis 1956 gebaut.

1956 kam die Ape C auf den Markt, das erste Ape-Modell mit Kabine. Der Pentaro von 1960 ist eine modifizierte Version der Ape C, hat aber eine höhere Tragfähigkeit.

Auch die Ape MP, die 1967 vorgestellt wurde, hat noch Elemente der Ape C, nämlich die Kabine. Ansonsten ist sie aber grundlegend überarbeitet worden. Ihr Hubraum beträgt 190 cm³, sie kann 500 kg transportieren. Die Ape MP wurde in mehreren Versionen hergestellt, 1969 wurde die Tragfähigkeit noch um 100 kg erhöht.

1969 wurde die Ape 50 vorgestellt. Sie war die erste Ape, die in die Kategorie Kleinkrafträder fällt. Sie wurde für den leichten Transport gebaut, kann nur 200 Kilogramm transportieren und ist mit einer Kabine ausgestattet.

1972 wurde das Ape Car vorgestellt. Es hat eine einigermaßen komfortable Kabine, einen 216-cm³-Motor und 550 kg Traglast.

1982 entwickelte Piaggio ein völlig neues Fahrzeug mit einem 220-cm³-Motor und einer Tragkraft von 700 Kilogramm, die Ape TM. 1984 kam eine Ape mit einem Einzylinder-Viertakt-Dieselmotor auf den Markt, das Ape Car Diesel. Auch dieses hat 700 Kilogramm Nutzlast und wird noch bis heute leicht modifiziert angeboten.

1986 wurde die bisher größte Ape vorgestellt: die Ape Car Max. Sie ist 1,5 × 2,3 Meter groß und trägt 900 Kilogramm.

1990 baute Piaggio die erste Ape mit vier Rädern, die Ape Porter mit 420 cm³ und 835 kg Nutzlast.

1994 brachte Piaggio die Ape 50 Cross Country auf den Markt. Die 45 km/h schnelle Maschine ist mit Überrollbügel, Stoßbügel und Radiokonsole ausgestattet.

Ab 1995 begann Piaggio mit dem Bau der Ape 50 TL5T, die sehr auffällig durch ihre 2 Frontscheinwerfer ist. Die älteren Modelle der Ape 50 hatten nur einen Frontscheinwerfer.

1999 wurde die Ape 50 TL5T von der Ape 50 ZAPC abgelöst, die bis auf kleinere Änderungen baugleich ist und bis heute gebaut wird.

2006 stellte Piaggio auf der Intermot das Sondermodell APE „Classic“ vor. Das Dreirad wurde europaweit nur in der Farbe celeste (mintgrün) ausgeliefert und war ausgestattet mit einer Lenkstange und einer Pritsche. Der Antrieb war ein wassergekühlter Lombardini-Dieselmotor mit 422 cm³ Hubraum. Das Modell wurde in Indien produziert.

Im Frühjahr 2008 wurde ein neues Designkonzept der Piaggio Ape auf Basis der zugstarken TM präsentiert und war fortan als Piaggio Apelino in Umlauf, da die Ape in ihren Ursprungsjahren liebevoll vom Volksmund den Begriff „Apelino“ bekommen hatte. Das Konzept war eine Reaktion des Herstellers auf den Kultstatus der Ape. Umweltfreundliche und sparsame Elektro- und Hybridversionen, aber auch der Antrieb auf Basis der TM mit einer Maximalgeschwindigkeit von 55 km/h und einer Zuladung von 600 kg wurden weiterentwickelt. Kooperationen mit Firmen, die den reinen Luftdruckantrieb entwickeln, sind ebenfalls angestrebt. Neu war hierbei auch, dass die Ladepritsche vom Kunden selbst modular umgerüstet werden kann als Stadttaxi, Promotion- oder Cateringmobil oder wie gewohnt als Transportfahrzeug.

2014 wurde die APE Classic 400 als modernisierte Version der APE Classic vorgestellt.

Ape 50[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ape 50

Die Ape 50 ist das kleinste Modell der Ape-Familie. Sie ist mit einem drehschiebergesteuerten 50-cm³-Einzylinder-Zweitaktmotor ausgestattet, der das Fahrzeug mit seinen 1,8 kW (3 PS) auf knapp 40 km/h beschleunigt. Die neueren Modelle haben einen separaten Öltank und eine Ölpumpe, so dass das Zweitaktöl nicht mehr beim Tanken dem Kraftstoff beigemischt werden muss. Die Ape 50 hat ein unsynchronisiertes Viergangschaltgetriebe. Gekuppelt wird mit einem Hebel links am Lenker, geschaltet wird durch Drehen des linken Griffs. Im Fußraum befindet sich ein Hebel, mit dem sich der Rückwärtsgang einlegen lässt. Er ist durch ein zusätzliches Vorgelegegetriebe realisiert, so dass auch rückwärts alle vier Gänge des Getriebes genutzt werden können. Die Ape 50 kann rund 200 kg Nutzlast transportieren. Die Trommelbremsen an den Hinterrädern werden mit einem Pedal rechts im Fußraum ohne Bremskraftverstärker hydraulisch betätigt. Die Trommelbremse am Vorderrad wird mit einem Hebel rechts am Lenker über einen Seilzug betätigt.

Die Ape 50 ist in sechs Varianten erhältlich:

  • mit einfachem Pritschenaufbau und Stahlbordwänden, die Ladefläche misst bei diesem Modell etwa 1,2 m ×1,2 m.
  • mit geschlossenem, abnehmbaren Kastenaufbau aus Stahlblech (Abmessungen etwa Breite 120 cm × Höhe 90 cm × Tiefe 120 cm).
  • mit langer Pritsche und Stahlbordwänden, die etwa 20 cm länger ist als die kurze Pritsche.
  • mit langer Pritsche und Aluminiumbordwänden.
  • Ape Cross: Mit Überrollbügel, Frontbügel, Radiovorbereitung und 120-Watt-Lichtmaschine (statt 80 Watt wie bei allen anderen Modellen).
  • Seit 2012 sind alle Modelle mit der 120-Watt-Lichtmaschine ausgestattet.
  • Auf Anfrage ist die Ape 50 auch ohne die verschweißten Bordwände als Plattform für den individuellen Karosserie-Aufbau lieferbar.

Ape Classic 400[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche APE Classic wurde 2006 vorgestellt und war ausschließlich in der Farbe mintgrün lieferbar und mit einem 422 cm³ großen Einzylinder-Dieselmotor von Lombardini ausgestattet. Zum September 2014 wurde eine Modellpflege durchgeführt und die APE Classic durch die APE Classic 400 ersetzt. [1]

Die Pflegemaßnahmen umfassten den Wechsel auf einen neuen luftgekühlten Dieselmotor mit 435 cm³ und 5,5 KW bei 3.450/min statt 422 cm³ und 7,8 KW bei 4.500/min beim Vorgängermodell. Die Nutzlast ist von 800 kg auf 650 kg gesunken. Die Höchstgeschwindigkeit wurde um 10 km/h auf 45 km/h gesenkt. Das Tankvolumen wurde von 15 l auf 10,5 l reduziert. Im Innenraum wurde der Instrumententräger modernisiert.

Außen hat sich die APE Classic 400 der APE Calessino angenähert. Die Fahrerkabine erinnert jetzt noch mehr an die APE PV / MPV Serie. Lieferbar ist die APE Classic 400 in den Farben Artic White und Charming Blue.

Die in Indien hergestellte APE Classic 400 wird ausschließlich mit Lenkstangensteuerung und mit einer 1,74 m langen und 1,49 m breiten Pritsche mit Stahlbordwänden ausgeliefert. Die Classic 400 ist mit einer hydraulischen Zweikreisbremse ausgestattet, an allen drei Rädern sind Trommelbremsen eingebaut. Die Ape Classic 400 hat einen Sicherheitsgurt und einen Sitzplatz .

Ape TM 703[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ape TM wird seit 1982 gebaut. Sie ist in drei Aufbauvarianten erhältlich:

  • Pritsche mit 1,45 m Breite und 2 m Länge, gegen Aufpreis mit Aluminiumbordwänden.
  • Kastenaufbau aus Stahlblech, der mit knapp 1,8 m etwas kürzer als die Pritsche ist und im Gegensatz zu dem der Ape 50 nicht abgenommen werden kann.
  • Hydraulischer Kipper mit einer 1,4 m × 1,8 m großen Ladefläche

Die Ape TM gibt es mit Lenkstange und als einziges aktuelles Ape-Modell mit Lenkrad. Beide Versionen haben zwei Sitzplätze. Die Lenkradversion hat wie ein PKW ein Lenkrad, drei Pedale (von links nach rechts: Kupplung, Bremse, Gas) und einen Schaltknüppel (H-Schaltung). Die Unterschiede zum PKW sind das unsynchronisierte Getriebe und der Extra-Hebel für den Rückwärtsgang, der in der Neutralstellung des Schaltknüppels gezogen wird. Wie bei der Ape 50 kann man bei gezogenem Rückwärtsganghebel alle vier Gänge nutzen.

Es stehen zwei Motoren zur Wahl:

  • Der wassergekühlte (bis ca. 1996 luft- und ölgekühlte), 422 cm³ große Einzylinder-Viertakt-Dieselmotor mit Fünfganggetriebe (mit Lenkstange nur vier Gänge) leistet 9 kW (13 PS).
  • Der luftgekühlte, 218 cm³ große drehschiebergesteuerte Einzylinder-Zweitaktmotor leistet 8 kW (11 PS). Das unsynchronisierte Getriebe hat vier Gänge.

Die Ape TM hat ein hydraulisches Zweikreis-Bremssystem mit einer Trommelbremse an jedem Rad. Um eine Überhitzung der Bremstrommeln zu vermeiden, befinden sich seit einigen Jahren zusätzliche Kühlrippen außen an den Bremstrommeln.

Die Ape TM erreicht mit beiden Motorisierungen eine Höchstgeschwindigkeit von ungefähr 65 km/h und kann voll beladen Steigungen bis 22 % (Benzinversion) bzw. 23 % (Dieselversion) überwinden. Die Zuladung beträgt mit Benzinmotor und Pritschenaufbau knapp 800 kg, mit den anderen Aufbauten oder mit Dieselmotor etwas weniger.

Der angegebene Kraftstoffverbrauch von 4,5 l/100 km Diesel bzw. 5,5 l/100 km Benzin ist mit vorausschauender und zurückhaltender Fahrweise realistisch. Der Kunststofftank fasst 15 Liter Kraftstoff.

Ape Calessino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ape Calessino, 2008

2007 wurde eine Reproduktion der „Calessino“ aus den 1960er Jahren mit einer Stückzahl 999 aufgelegt; davon 200 Stück für Deutschland. Sie wurde von der indischen Firma Bajaj Auto Ltd. produziert und verfügt über einen 422 cm³ großen indirekt einspritzenden Lombardini-Einzylinder-Viertakt-Dieselmotor. Bei 3800 Umdrehungen/Minute erreicht sie 6,2 kW und eine Höchstgeschwindigkeit von 56 km/h. Bei einem Eigengewicht von 530 kg und einem Höchstgewicht von 860 kg verfügt sie über einen tieferen Schwerpunkt als die Ape 50, hat einen Wendekreis von drei Metern und kann Steigungen bis 22 % überwinden. Das Fahrzeug verfügt über ein hydraulisches Zweikreisbremssystem, das auf die Trommelbremsen vorn und hinten wirkt. Das Faltdach besteht aus imprägnierten weißen Segeltuch und wird durch Reiß- und Klettverschlüsse miteinander verbunden. Die Türen sind mit dem gleichen Material verkleidet. Das Armaturenbrett besteht aus weißem Kunststoff und hat zwei schwarze und geschwungene Ablageschalen. Weiterhin sind in dem Armaturenbrett - in runder Chromausführung - ein Ampèremeter, eine Tankanzeige und ein Tachometer verbaut. Die 12-Volt-Batterie mit 32 Ampèrestunden befindet sich rechts unter dem Beifahrersitz, während sich die Behältnisse für das Wischwasser und für die Bremsflüssigkeit jeweils links und rechts vom Lenker unterhalb des Armaturenbretts befinden. Die mit weißem Kunstleder ausgestatteten Sitzflächen sind im hinteren Teil durch das Bedienen von zwei Arretierungen umklappbar, sodass sich die in der Grundstellung hinter dem Rücksitz befindliche Ladefläche beträchtlich vergrößert. Der Antrieb erfolgt über ein Differential auf die beiden Hinterräder.

Ape Calessino Electric Lithium

Seit Mitte 2009 wird die „Calessino“ mit Elektromotor angeboten. Nach Herstellerangaben hat sie eine Reichweite von ca. 75 km. Eine Aufladung der Akkus soll innerhalb von etwa vier Stunden über einen 220-Volt-Anschluss erfolgen und bei einem bis zu 800 Mal wiederholten Aufladeverfahren der Akkus soll bis zu 60.000 km Laufleistung erreicht werden können. Die optische Grundausführung zeichnet sich durch eine weiße Karosserie, ein blaues Segeltuchverdeck und einen entsprechenden Schriftzug auf den vorderen Einstiegstüren aus. Es soll sich um eine limitierte Einführungsversion von 100 Stück handeln.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Szene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Italien dürfen Jugendliche dieses Fahrzeug mit 50 cm³ schon mit 14 Jahren fahren. Es besteht ein großes Interesse, die Ape 50 cm³ aufzustylen und den Motor illegal zu tunen. Oft wird dazu der gesamte Motorblock bearbeitet und ein Rennmotor mit 102 cm³ oder 133 cm³ eingesetzt. Die italienischen Tuningbetriebe Polini und Malossi stellen dazu viele Motorteile sowie Zylinder her. In einigen Bergregionen Italiens gilt unter Jugendlichen der Besitz einer mit Spoilern, Sportauspuff und ähnlichem auffrisierten Ape als besonders imageträchtig. Mitunter erinnern diese Fahrzeuge an kleine Pickups.

Dreirädriger Polizeitransporter als Dienstwagen in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2009 hat die Polizei im Kreis Mettmann eine 7 kW starke Ape TM - als Kastenwagen (mit hinterem Aufbau) - und einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h in Dienst gestellt.[2] Die Lackierung und das äußere Erscheinungsbild entsprach dem aktuellen Standard der NRW-Polizei. Das Fahrzeug konnte als ein universelles Einsatzfahrzeug in engen Gassen und abgepollerten Bereichen verwendet werden. Hauptsächlich wurde es allerdings zu PR-Zwecken genutzt. Das Fahrzeug wurde durch einen Unfall stark beschädigt und ist mittlerweile veräußert.

Rad ab Magazin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit September 2009 gibt es ein Magazin für Fahrer und Fans der Piaggio Ape. Das Rad ab Magazin, das viermal jährlich im Format DIN A5 erscheint, veröffentlicht Artikel rund um die italienische Ape. Zu den Hauptgebieten zählen neben den Technischen Infos und Tipps auch Reiseberichte, Termine, Vorstellungen und sonstiges interessantes aus der Szene. Derzeit hat das Rad ab Magazin eine Auflage von 1000 Exemplaren. Die Leser stammen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. Die Artikel bezieht das Magazin von Lesern, Händlern sowie zum Teil auch durch eigene Recherchen. Verlegt wird das rund 36-seitige Magazin von der EVOY Media UG (haftungsbeschränkt) in Griesstätt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carlos Pinto: La Despedida - Tagebuch einer Trennung in drei Phasen und zwei Takten, 2010, Tagebuch einer Reise in einer APE TM von Hamburg in den Norden Portugals und zurück

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Piaggio Ape – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Scheda Tecnica Ape Classic 400. In: piaggioveicolicommerciali.com. Piaggio (Nutzfahrzeuge), 11. November 2014, archiviert vom Original am 5. März 2016, abgerufen am 1. Februar 2017 (PDF, italienisch).
  2. Andreas Rogotzki: Bienchen auf Ganovenjagd. Piaggio Ape der Polizei Mettmann. In: Autobild.de. Auto Bild, 18. Juni 2009, archiviert vom Original am 1. April 2016, abgerufen am 1. Februar 2017.
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