Apen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Apen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Apen
Apen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Apen hervorgehoben
Koordinaten: 53° 13′ N, 7° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Ammerland
Höhe: 3 m ü. NHN
Fläche: 76,83 km2
Einwohner: 11.334 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 148 Einwohner je km2
Postleitzahl: 26689
Vorwahlen: 04489, 04409(Godensholt), 04499(Nordloh/Tange)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WST
Gemeindeschlüssel: 03 4 51 001
Gemeindegliederung: 9 Bauerschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 200
26689 Apen
Webpräsenz: www.apen.de
Bürgermeister: Matthias Huber (SPD)
Lage der Gemeinde Apen im Landkreis Ammerland
Landkreis Wesermarsch Bad Zwischenahn Edewecht Apen Westerstede Rastede Wiefelstede Landkreis Ammerland Niedersachsen Landkreis Cloppenburg Oldenburg Landkreis Oldenburg Landkreis Leer Landkreis FrieslandKarte
Über dieses Bild

Die Gemeinde Apen (niederdeutsch Aap) ist die westlichste Gemeinde im Landkreis Ammerland in Niedersachsen (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Apen liegt in der zur Oldenburger Geest gehörenden naturräumlichen Einheit des Aper Geestrandes. Sie befindet sich im Zuflussgebiet der Ems und damit noch im tideabhängigen Bereich. Der Höhenunterschied zwischen Ebbe und Flut beträgt etwa knapp zwei Meter. In den vergangenen Jahrzehnten fanden umfangreiche Deichsicherungs- und Ausgleichsmaßnahmen statt. Sie verhindern eine großflächige Überschwemmung des Gemeindegebietes in den Wintermonaten. Die nächstgrößere Stadt ist Oldenburg, etwa 20 km östlich von Apen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apen wird umgrenzt (im Uhrzeigersinn, beginnend im Osten) von der Stadt Westerstede, den Nachbargemeinden Edewecht (Landkreis Ammerland), Barßel (Landkreis Cloppenburg), Detern und Uplengen/Remels (beide Landkreis Leer).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus der Gemeinde Apen

Die Gemeinde Apen ist unterteilt in Bauerschaften. Insgesamt 24 Ortsteile wurden neun Bauerschaften zugeordnet.:

  • Apen mit Roggenmoor sowie Teilen von Klauhörn und Lengenermoor
  • Augustfehn I
  • Augustfehn II mit Augustfehn III sowie den nicht zu Apen gehörenden Teilen von Klauhörn und Legenermoor
  • Espern mit Aperfeld, Apermarsch, Godensholterweg, Klampen und Winkel
  • Godensholt mit Godensholterfeld
  • Hengstforde mit Aperberg, Hengstforderfeld und Teilen von Nordloh-Kanal
  • Nordloh mit Teilen von Nordloh-Kanal
  • Tange mit Teilen von Nordloh-Kanal
  • Vreschen-Bokel mit Bokelermoor und Holtgast

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die unmittelbare Nähe zur Nordsee herrscht in der Gemeinde Apen ein ganzjährig gemäßigtes maritimes Klima. Allgemein sind Sommer und Herbst feuchter, Winter und Frühjahr dagegen etwas trockener.

Ausdeichungsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Apen befindet sich das einzige Süßwasserwatt im Nordwesten. Es wurde 2005 durch Rückverlegung eines Deiches geschaffen, um eine Retentionsfläche für mögliche Überschwemmungen aus dem Aper Tief zu erhalten. Durch die regelmäßig durch Ebbe und Flut bedingte Überschwemmung einiger Geländeteile bildet sich eine eigene Flora und Fauna in dem als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Bereich.

Die Aufnahme entstand im Ausdeichungs- und Naturschutzgebiet Hengstforderfeld am Deich unmittelbar an der Straße "Unterster Weg" in der Nähe der Abzweigung "Turmstraße". Die exakten Koordinaten für das Foto lauten 53°12'39.5"N 7°46'16.1"E.Auf der Homepage der Gemeinde Apen wird das Gebiet wie folgt beschrieben:"In Apen befindet sich das einzige Süßwasserwatt im Nordwesten. Es wurde 2005 durch Rückverlegung eines Deiches geschaffen, um eine Retentionsfläche für mögliche Überschwemmungen aus dem Aper Tief zu erhalten. Durch die regelmäßig durch Ebbe und Flut bedingte Überschwemmung einiger Geländeteile bildet sich eine eigene Flora und Fauna in dem als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Bereich."

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste geschichtliche Erwähnungen des Ortes Apen finden sich bereits um 1230, als die Ritter von Apen dem Grafen von Oldenburg Heerfolge leisteten. Damals war es ein wichtiger Grenzort am Wasser- und Landweg nach Ostfriesland. Um diese Zeit wurde die St Nikolai-Kirche errichtet. Im Jahre 1340 wurde die erste Windmühle des Ammerlandes in Apen erbaut. Apen war für Jahrhunderte der bedeutendste ammerländische Festungsort gegen das ostfriesische „Ausland“. 1457 ging Apen in einer Fehde zwischen den Ostfriesen und Oldenburgern in Flammen auf. Auch in nachfolgenden Jahren kam es in Apen immer wieder zu Bränden, so zum Beispiel 1465, 1468, 1473. Im Jahre 1538 wurde die Festung zu Apen vom Fürstbischof von Münster erobert. Im Jahre 1582 richtete Graf Johann von Oldenburg in Apen zwei Märkte ein.

Die um 1515 errichtete Festung wurde zwischen 1710 und 1730 zu einem Fort ausgebaut, das 1773–1780 geschleift wurde. Nur der ehemalige Festungsgraben ist heute noch vorhanden.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Apen selbst hat 2.346 Einwohner. Größte Ortschaft der Gemeinde ist mit 2.962 Einwohnern Augustfehn.[2]

Jahr Einwohner
1998 10.349
1999 10.474
2000 10.598
2001 10.698
2002 10.747
2003 10.890
2004 10.964
Jahr Einwohner
2005 10.989
2006 11.001
2012 11.472
2013 11.427
2014 11.517
2015 11.599
2016 11.684

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Kirche
    Die katholische Kapellengemeinde St. Johannes in Apen-Augustfehn und die Herz Jesu Pfarrei in Westerstede wurden zu einer gemeinsamen Pfarrei zusammengelegt. Die ehemalige Gemeinde St. Johannes hat etwa 750 Gemeindemitglieder.

Freikirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Apen besteht aus 28 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 11.001 und 12.000 Einwohnern.[3] Die 28 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Matthias Huber (SPD).

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:

Partei 11. Sept. 2016[4] 11. Sept. 2011
SPD 34,10 % 5.062 10 Sitze 47,16 % 7.363 13 Sitze
UWG 32,01 % 4.752 9 Sitze 14,73 % 2.301 4 Sitze
CDU 22,42 % 3.328 6 Sitze 20,42 % 3.188 6 Sitze
GRÜNE 6,15 % 914 2 Sitze 5,10 % 797 1 Sitz
DIE LINKE. 3,79 % 563 1 Sitz 2,22 % 348 1 Sitz
FDP 1,50 % 223 - - - -
BfB - - - 9,03 % 1.410 3 Sitze
Wahlbeteiligung 5.177 von 9.342 5.423 von 9.096
55,41 % 58,61 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Apen ist Matthias Huber (SPD).

Bisherige hauptamtliche Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2002–2011: Hans-Otto Ulken (parteilos)
  • seit 1. November 2011: Matthias Huber (SPD)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heraldische Beschreibung des Wappens lautet:

In Gold über blauem Schildfuß ein rotes, von zwei Türmen flankiertes Festungstor mit schwarzen Dächern und Fenstern.[5]

Der Rat der Gemeinde Apen wählte bewusst die Abbildung der ehemaligen Festung zu Apen als Wappen. Die Abbildung der Festung wird seit 1934 im Dienstsiegel geführt und ist zu einem Symbol für die Gemeinde geworden. Die Mehrzahl der Bevölkerung sah im Dienstsiegel bereits das typische Wappen für Apen. Die Festung ist über das frühere Amt Apen und der späteren Gemeinde Apen eng mit dieser Landschaft verknüpft. Insbesondere weil auch die Fundamente der Festung freigelegt wurden und der frühere Festungsgraben noch heute besteht. Der Rat hatte zunächst die Dienstsiegelabbildung gewählt. Auf Anraten des niedersächsischen Staatsarchivs Oldenburg wurde vom Rat jedoch eine Vereinfachung beschlossen, weil zu viele Türme und Türmchen unheraldisch wirkten. Die Türme sollen die Festung darstellen und das Tor mit dem für die Apener Festung typischen Zackengiebel flankieren. Als Farben wurden: blau, rot, gold (gelb) und schwarz gewählt. Das Blau soll den Burggraben und die von unzähligen Flüssen und Kanälen durchzogene Landschaft darstellen. Das Rot stellt die überwiegende Bauweise in roten Ziegelsteinen dar. Die Festung war aus Ziegelsteinen und die Kirchen in der Gemeinde sind aus diesen Steinen gemauert. Das Schwarz ist Symbol der früheren Industrieansiedlung im westlichen Gemeindeteil. Das Gold wurde gewählt, um einen Hintergrund zu haben, der die vorgenannten Farben untermalt. Außerdem stimmen diese Farben mit denen des Landkreises Ammerland überein.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Streifenflagge zeigt in der oberen Hälfte die Farbe blau und in der unteren Hälfte die Farbe rot. Die Mitte der Flagge ist mit dem Gemeindewappen belegt.[5]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde führt eine Partnerschaft mit der polnischen Gemeinde Gizalki. Gizalki ist Teil des Landkreises Plescew, welcher wiederum Partnerlandkreis des Landkreises Ammerland ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Augustfehn: Kleinbahn des Stahlwerkes
Windmühle Hengstforde
Landschaftsfenster „Wasser“ in Tange

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Männeken-Theater, das Figurentheater ANNEs Bühne. Annes Puppen- und Figurentheater ist mittlerweile überregional bekannt und genießt einen guten Ruf. Auf dem Spielplan stehen nicht nur eigene Aufführungen auch andere Bühnen geben im Theater ihr Repertoire zum Besten.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fehntjer Shanty-Chor Augustfehn
  • TEN SING Augustfehn-Apen
  • Da Capo
  • DRUMBA - Drum and marching Band Augustfehn

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historische Eisenhütte auf dem Dorfplatz in Augustfehn, Ausstellungsstücke aus der Eisenverarbeitung, Denkmal in Form einer Bronzeporträtbüste des Namensgebers von Augustfehn - Großherzog Paul Friedrich August von Oldenburg
  • St. Nikolai-Kirche in Apen
  • Kapelle in Vreschen-Bokel
  • Windmühle in Hengstforde
  • Straßenbrücke am Aper Tief

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kornmähen in Aperberg, das historische Erntefest im Norden
  • Frühlingstreff in Augustfehn (erstes Aprilwochenende)
  • Flohmarkt,Meilenmarkt Augustfehn II (Pfingstwochenende)
  • Schützenfest in Augustfehn-Bokel (Mitte Juni)
  • Fest der 1000 Laternen in Augustfehn (letztes Juliwochenende)
  • Bauernmarkt in Tange
  • Aper Herbstmarkt
  • Schützenfest in Godensholt
  • Matjesfest in Apen
  • Oktoberfest in Apen
  • Reitertage der Pony- und Pferdefreunde Augustfehn
  • Fußball(hallen) Turniere Stahlwerk oder HRS Augustfehn
  • Frühtanz am Pfingstsonntag in der Diskothek Tange
  • ApenAir Punkrock Festival

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als besondere kulinarische Spezialitäten (nicht nur in der Gemeinde Apen) gelten der langgereifte, mildgeräucherte Ammerländer Schinken wie auch das Grünkohlessen mit der dazu traditionell durchgeführten Kohlfahrt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Große sportliche Erfolge konnten in der Gemeinde Apen bislang nicht gefeiert werden. Es bestehen aber seit geraumer Zeit einige Sportvereine in der Gemeinde, darunter der TV Apen, TuS Augustfehn, TuS "Vorwärts" Augustfehn (nur Fußball), FC Godensholt, SV GOTANO (Godensholt/Tange/Nordloh).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apen ist Sitz des Maschinenbauunternehmens AMF-Bruns.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Augustfehn: Bahnhof

Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Augustfehn ist ein Fernbahnhof und liegt an der Bahnstrecke Oldenburg–Leer. Nächster Bahnhof in östlicher Richtung ist der Bahnhof Westerstede-Ocholt, in westlicher Richtung erreicht man den Bahnhof Leer. Augustfehn ist die letzte Station des Verkehrsverbundes Bremen-Niedersachsen (VBN), die Station Leer ist diesem nicht mehr angeschlossen.

Autobahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 2 km nördlich verläuft die Bundesautobahn 28 in Ost-West-Richtung. Die Autobahnausfahrt lautet Apen/Remels.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule Augustfehn I
  • Grundschule Am Stahlwerk
  • Grundschule Apen
  • Grundschule Nordloh
  • Zweigstelle Apen des Gymnasiums Westerstede Europaschule
  • Oberschule Augustfehn
  • Zweigstelle Apen der Oberschule Augustfehn

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hengstforde befindet sich das Freibad Hengstforde mit 50-m-Becken und 70-m-Großrutsche bei einer Wassertemperatur 24-25 Grad. Es gibt einen Eltern-Kind-Bereich und einen modernen Kioskbetrieb. Das Freibad ist von Mai bis September geöffnet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Apen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Bevölkerungsstatistik der Gemeinde Apen seit 2012
  3. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 5. Januar 2017.
  4. Gesamtergebnis Gemeindewahl 2016 11.09.2016, abgerufen am 5. Januar 2017
  5. a b Hauptsatzung der Gemeinde Apen, abgerufen am 11. September 2014