Apokope (Sprachwissenschaft)

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Als Apokope (von griechisch ἀποκοπή ‚Abschneidung‘, ‚Weglassung‘) oder auch Apokopierung bezeichnet man in der Sprachwissenschaft den Wegfall von Sprachlauten am Wortende. Sie stellt damit, im engeren Sinne, einen Aspekt der Wortbildung dar und dient dem Ausbau des Wortschatzes.

Eine Apokope, im weiteren Sinne, kann im Verlauf des Sprach- oder Lautwandels eintreten oder als rhetorische Figur genutzt werden.[1]

Eine aktuell stattfindende Apokope im Deutschen ist der Wegfall von „e“, der in der Umgangssprache weit fortgeschritten ist und in unterschiedlichem Umfang in die Schriftsprache eingedrungen ist. So wird fast immer „ich hab“ anstelle von „ich habe“ gesprochen; geschrieben wird in der Regel noch „ich habe“.

Die Apokope der deutschen Verb-Endungen wird von manchen Sprachwissenschaftlern als Ursache für den oberdeutschen Präteritumschwund angesehen – ine These, die aber umstritten ist.

In der Morphologie bezeichnet eine Apokope eine Wortbildung durch Wegfall von Wortbestandteilen, z. B. französisch cinéma statt cinématographe.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Paul Gévaudan: Klassifikation lexikalischer Entwicklungen. Semantische, morphologische und stratische Filiation. Dissertationsschrift, Universität Tübingen, Tübingen 2002, S. 150 f.