Apollonios von Rhodos

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Apollonios von Rhodos (auch Apollonios Rhodios; * 295 v. Chr.; † 215 v. Chr.) war ein antiker griechischer Dichter und Gelehrter.

Geboren wurde Apollonios vermutlich in Alexandria. Seine starke Bindung an die Insel Rhodos ist unzweifelhaft; er soll dort gelebt haben und die Bürgerschaft der Stadt Rhodos erlangt haben. In Alexandria war er möglicherweise Schüler des Kallimachos von Kyrene. Zwischen 270 v. Chr. und 245 v. Chr. leitete er die berühmte Bibliothek von Alexandria als Nachfolger des Zenodotos von Ephesos.

Sein Hauptwerk sind die Argonautika, eine epische Version der Argonautensage in vier Büchern. Die Sage selbst existierte aber bereits lange vor seiner Zeit. Auf einzelne Begebenheiten hatte bereits Homer[1] Bezug genommen, Apollonios konnte sie also als bekannt voraussetzen. In der Sage fährt eine Schar von griechischen Helden, angeführt von Iason, mit dem Schiff Argo in das Land Kolchis, vermutlich im heutigen Georgien gelegen, um nach dem Goldenen Vlies zu suchen.

Ausgaben und Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Apollonios de Rhodes: Argonautiques. 3 Bände. Les Belles Lettres, Paris 1974–1981 (maßgebliche textkritische Ausgabe mit französischer Übersetzung)
    • Band I: Chants I–II. Texte établi et commenté par Francis Vian et traduit par Émile Delage, 1974; Band II: Chant III. Texte établi et commenté par Francis Vian et traduit par Émile Delage, 1980 (Rezension von Jean Irigoin in: Revue des Études Grecques 76, 1963, S. 494-495 online); Band III: Chant IV. Texte établi et commenté par Francis Vian, traduit par Émile Delage et Francis Vian, 1981
  • Apollonii Rhodii Argonautica. Hrsg. Hermann Fraenkel. Clarendon, Oxford 1961. 9. Druck um 1994, ISBN 0-19-814559-4 (textkritische Ausgabe).
  • Apollonios von Rhodos: Die Fahrt der Argonauten. Griechisch/Deutsch. Übersetzt und kommentiert von Paul Dräger (= Reclams Universal-Bibliothek. Bd. 18231). Durchgesehene und ergänzte Auflage. Reclam, Stuttgart 2010, ISBN 3-15-018231-X (ausführlich kommentierte zweisprachige Ausgabe).
  • Apollonios von Rhodos: Das Argonautenepos. Übersetzt und erläutert von Reinhold Glei und Stephanie Natzel-Glei. 2 Bände. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1996, ISBN 3-534-12184-8, ISBN 3-534-12185-6 (zweisprachige paraphrasierende Ausgabe mit schweren Übersetzungsfehlern und spärlichen Erläuterungen; siehe dazu Paul Dräger in: Anzeiger für die Altertumswissenschaft 52, 1999, 4-20).
  • Apollonios Rhodios: Die Argonauten. Verdeutscht von Thassilo von Scheffer. Dieterich'sche Verlagsbuchhandlung (= Sammlung Dieterich Band 90), Wiesbaden 1947 (ohne Kenntnis des griechischen Textes abgeschrieben aus der Übersetzung von C. N. v. Osiander, Stuttgart 1837).
  • Apollonius Rhodius: The Argonautica. Mit einer englischen Übersetzung von Robert C. Seaton. Heinemann, London 1912. Zuletzt 1988, ISBN 0-434-99001-9.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Dräger: Die Argonautika des Apollonios Rhodios: Das zweite Zorn-Epos der griechischen Literatur. Saur, München/Leipzig 2001, ISBN 3-598-77707-8
  • Evina Sistakou, Antonios Rengakos: Apollonios Rhodios. In: Bernhard Zimmermann, Antonios Rengakos (Hrsg.): Handbuch der griechischen Literatur der Antike. Band 2: Die Literatur der klassischen und hellenistischen Zeit. C. H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-61818-5, S. 158–175
  • Wolfgang Polleichtner: Apollonios von Rhodos (Apollonios Rhodios). Argonautiká. In: Christine Walde (Hrsg.): Die Rezeption der antiken Literatur. Kulturhistorisches Werklexikon (= Der Neue Pauly. Supplemente. Band 7). Metzler, Stuttgart/Weimar 2010, ISBN 978-3-476-02034-5, Sp. 35–44.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Apollonios von Rhodos – Quellen und Volltexte

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Homer, Ilias VII 468f.; Odyssee XII 69ff.