Apostelkirche (Gütersloh)

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Apostelkirche

Die Apostelkirche am Alten Kirchplatz

Basisdaten
Konfession evangelisch
Ort Gütersloh, Deutschland
Landeskirche Evangelische Kirche von Westfalen
Widmung Apostel
Baugeschichte
Architekt Werner March
Baubeschreibung
Bautyp Saalkirche
Koordinaten 51° 54′ 17″ N, 8° 22′ 43″ OKoordinaten: 51° 54′ 17″ N, 8° 22′ 43″ O
Vorlage:Infobox Kirchengebäude/Wartung/Funktion und Titel fehltEvangelische Kirche von Westfalen
Innenraum der Apostelkirche

Die Apostelkirche ist der älteste Kirchenbau in der Kreisstadt Gütersloh in Nordrhein-Westfalen. Die Kirche wurde 1984 unter Denkmalschutz gestellt[1] und trägt auf der Liste der Baudenkmäler in Gütersloh die Denkmalnummer A 001.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche markiert den Mittelpunkt des einstigen Kirchdorfes, das die Keimzelle der späteren Stadt Gütersloh war. Bereits um 800 könnte an dieser Stelle eine Holzkapelle gestanden haben. Die erste Steinkirche stammt von 1201. Einige wenige Mauerreste sind noch im Turm der heutigen Kirche erhalten, der Rest brannte zu Beginn des 16. Jahrhunderts ab.

Die Besonderheit der Apostelkirche besteht in ihrer Nutzung als Simultankirche zwischen 1655 und 1890. Die Gläubigen des mehrheitlich protestantischen Kirchdorfes sowie der nördlichen und westlichen Bauerschaften, die alle zur Herrschaft Rheda gehörten, teilten sich die Kirche mit den katholischen Gläubigen, die aus dem zum Fürstbistum Osnabrück gehörenden südlichen und östlichen Bauerschaften stammten. Das Simultaneum endete erst mit der Einweihung der katholischen St.-Pankratius-Kirche unweit des Alten Kirchplatzes. Bis zu dieser Zeit trug die heutige Apostelkirche den Namen „St. Pankratius“, die Katholiken nahmen den Namen also zu ihrem Neubau mit.

Die dreischiffige Hallenkirche wurde am Totensonntag 1944 durch Bomben weitgehend zerstört, wobei mehrere Bürger, die in ihr Schutz gesucht hatten, ums Leben kamen. Ein Gemälde Heinz Becks, das die Szenerie des zerstörten Kirchplatzes zeigt, ist in der Kirche zu sehen.

Die Grundsteinlegung für den heutigen Bau erfolgte 1951 nach Plänen von Werner March, der auch das Olympiastadion Berlin entworfen hatte. Es entstand eine spitzbogig-tonnengewölbte Saalkirche mit ca. 400 Plätzen. Wiederverwendet wurden die Ecksäulen mit spätromanischen Kapitellen aus dem zerstörten Chor. In der Turmhalle befindet sich ein Kronleuchter von 1743. An der Rückseite der Kirche erinnert eine 1955 geschaffene Plastik des Bildhauers Willy Meller, bekannt durch zahlreiche Werke im Dienste des Nationalsozialismus, an die Opfer des Zweiten Weltkriegs.

Zum 60. Jahrestag ihres Wiederaufbaus im Jahr 2012 erhielt die Apostelkirche u. a. einen neuen Innenanstrich und eine moderne Lichtanlage.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel wurde 1954 von dem Orgelbauer Paul Ott aus Göttingen erbaut. Das Schleifladen-Instrument hat 26 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch.[2]

I Hauptwerk C–
1. Quintadena 16′
2. Principal 8′
3. Holzpfeife 8′
4. Oktave 4′
5. Rohrflöte 4′
6. Nasat 223
7. Gemshorn 2′
8. Mixtur IV–VI
9. Trompete 8′
II Brustwerk C–
10. Holzgedackt 8′
11. Blockflöte 4′
12. Principal 2′
13. Terz 135
14. Quinte 113
15. Oktave 1′
16. Zimbel III–IV
17. Vox humana 8′
Pedal C–
18. Subbass 16′
19. Praestant 8′
20. Pommer 8′
21. Oktave 4′
22. Holzpfeife 4′
23. Nachthorn 2′
24. Rauschpfeife IV
25. Fagott 16′
26. Trompete 4′

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Gütersloh: Onlineverzeichnis der Baudenkmal Denkmaleintragung der Stadt Gütersloh
  2. Informationen zur Orgel auf www.titzeck.de, abgerufen 13. Januar 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Apostelkirche (Gütersloh) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien