Apostolos Tsalastras

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Apostolos Tsalastras am Schloss Oberhausen.

Apostolos „Posto“ Tsalastras (* 27. August 1964 in Hilden) ist Erster Beigeordneter, Kämmerer und Kulturdezernent der Stadt Oberhausen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apostolos Tsalastras ist als Sohn griechischer Arbeitsmigranten im rheinischen Hilden geboren und aufgewachsen.[1][2] Er ist verheiratet.[3]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tsalastras hat in Hilden die Wilhelm-Fabry-Realschule besucht und anschließend auf dem Helmholtz-Gymnasium sein Abitur gemacht.[4] An der Universität zu Köln hat er Volkswirtschaft mit dem Schwerpunkt Sozialpolitik studiert. Das Studium schloss er 1991 als Diplom-Volkswirt ab.[5]

Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1991 bis 1996 arbeitete Tsalastras als Bildungsreferent bei den Jusos in der SPD Niederrhein, 1996/97 war er Wahlkreismitarbeiter des NRW-Finanzministers und Landtagsabgeordneten Heinz Schleußer in Oberhausen, und von 1997 bis 2003 war er als Referent für Grundsatzfragen der Sozialpolitik beim Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt beschäftigt.[6]

2003 wurde Apostolos Tsalastras erstmals zum Beigeordneten der Stadt Oberhausen gewählt. Zunächst war er als Dezernent für Jugend, Sport, Gesundheit und Soziales zuständig, anschließend für Kultur, Gesundheit und Sport, und seit 2010 umfasst sein Aufgabenbereich als Erster Beigeordneter die Finanzen und die Kultur.[7]

„Oberhausen galt als die am höchsten verschuldete Stadt Deutschlands“, schrieb die FAZ.[8] Für die Medien habe es sich deshalb schön gefügt, „dass ein Mann mit griechischem Namen das undankbare Amt des Kämmerers von Oberhausen übernahm“. Die Zeit notierte: „Als der Sozialdemokrat gerade ins Amt gekommen war, standen ständig Journalisten bei ihm im Zimmer: Ausgerechnet ein Grieche soll Deutschlands Armenhaus sanieren! Wie witzig!“[9] „Für meine Arbeit als Kämmerer ist das aber doch völlig irrelevant“, kommentierte Tsalastras gegenüber dem Spiegel die Berichte über seine griechische Herkunft.[10] Er weist darauf hin, dass es durch eigene Sparanstrengungen und den nordrhein-westfälischen „Stärkungspakt Stadtfinanzen“ gelungen sei, die Verschuldung Oberhausens zu bremsen.[11][12] Inzwischen sei die jährliche Neuverschuldung von früher 100 bis 150 Millionen auf nur noch 20 Millionen Euro gesenkt worden, stellte die Berliner Zeitung fest, und 2017 solle der Haushalt ausgeglichen sein. „Das ist vor allem Apostolos Tsalastras Werk“, hieß es in der in Berlin erscheinende Zeitung über den „Sparfuchs von Oberhausen“.[13]

SPD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1984 ist Apostolos Tsalastras Mitglied der SPD. „Mein Ideal ist soziale Gerechtigkeit und die Freiheit des Einzelnen“, sagte er der RP, die feststellte: „Ein Radikaler wird er nie, auch wenn er sich auch heute noch als SPD-Linker bezeichnet.“[14]

Tsalastras war Juso-Vorsitzender und anschließend bis 2004 SPD-Vorsitzender in Hilden. Seit 2002 gehört er dem Vorstand der NRW-SPD an, ist Mitglied des Landespräsidiums und Sprecher des Landesarbeitskreises Migration und Integration.[15]

Im Dezember 2014 wurde Tsalastras in einer Mitgliederbefragung der Oberhausener SPD als Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl im September 2015 nominiert.[16] „Gewinnt er, wird Tsalastras der erste Bürgermeister einer deutschen Großstadt, der ausländische Eltern hat“, schrieb die FR[17] über den Kandidaten, der auch von den Grünen und der FDP unterstützt wurde. Er verlor die Wahl bereits im ersten Wahlgang mit 37,7 gegen 52,5 Prozent, die der CDU-Kandidat Daniel Schranz erhielt. [18]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Sparkommissar, in: Die Zeit – Christ & Welt 1/2012
  2. Grieche saniert Oberhausen, in: Rheinische Post, 31. Juli 2015
  3. Tausendsassa Tsalastras will Oberbürgermeister werden, in: WAZ, 21. November 2014
  4. Zur Person, in: WAZ, 5. November 2014
  5. Apostolos Tsalastras. In: NRW-SPD. Abgerufen am 7. Januar 2015.
  6. Apostolos Tsalastras. In: NRW-SPD. Abgerufen am 7. Januar 2015.
  7. Zur Person, in: WAZ, 5. November 2014
  8. Endlich nur Zweiter, in: Frankfurter Allgemeine, 22. November 2012
  9. Der Soli muss weg!, in: Die Zeit 11/2012
  10. Apostolos Tsalastras, in: Der Spiegel 38/2013
  11. Stadtkämmerer: Aus eigener Kraft kommen Kommunen nicht aus Schulden heraus. In: Deutschlandfunk. Abgerufen am 7. Januar 2015.
  12. Zwei-Kassen-Gesellschaft, in: Süddeutsche Zeitung, 21. August 2013
  13. Das griechische Wunder, in: Berliner Zeitung, 3. Juni 2015
  14. Grieche saniert Oberhausen, in: Rheinische Post, 31. Juli 2015
  15. Apostolos Tsalastras. In: NRW-SPD. Abgerufen am 7. Januar 2015.
  16. SPD wählt Kämmerer zum OB-Kandidaten in Oberhausen, in: WAZ, 2. Dezember 2014
  17. Rettung andersrum, in: Frankfurter Rundschau, 6. Juni 2015
  18. NRW-Kommunalwahl: CDU siegt in Bonn und Oberhausen, in: Spiegel online, 14. September 2015