Apotheose

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Apotheose der für das Vaterland gefallenen französischen Helden, Anne-Louis Girodet-Trioson (1801)
Apotheose George Washingtons von 1865 im Kapitol, Washington D. C.

Apotheose (altgriechisch ἀποθέωσις apothéōsisVergottung“) bezeichnet ursprünglich die Vergöttlichung, d. h. die Erhebung eines Menschen zu einem Gott oder Halbgott, wird aber auch nur zur Beschreibung einer Verherrlichung oder Verklärung verwendet.

Begriffsherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gedanke einer Apotheose hat seinen Ursprung im ägyptischen und griechischen Altertum in einer Zeit, als geglaubt wurde, dass „große Persönlichkeiten“ zu Göttern würden und wie diese verehrt wurden. Hinter der Divinisierung zu Lebzeiten steckt auch der Gedanke, dass sich eine lebende Gottheit stärker um das Wohlergehen eines Volkes oder einer Gemeinschaft kümmert, als ein einfacher Herrscher. Der Schutz dieser Gottheit ist umso stärker und größer, je eher der Herrscher auf eine göttliche Abstammung verweisen kann (so etwa bei Augustus als Großneffe des Divus Iulius Gaius Julius Caesar).

Die Apotheose als Erzähltopos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Apotheose ist ein Topos, der verwendet wird, um das Ende einer Erzählung zu verklären. Bereits antike griechische Komödien enden mit einer Apotheose, etwa Die Vögel von Aristophanes.

Im Ballett[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besondere Bedeutung hat die Apotheose als Stilmittel im klassischen Ballett erlangt, wenn zum Beispiel der tragische Tod eines Helden oder der gemeinsame Tod eines Liebespaars in der letzten Szene überhöht oder verklärt wird (zum Beispiel in Schwanensee), oder wenn der der Geschichte zu Grunde liegende Konflikt einer magischen oder mythischen Lösung zugeführt wird (zum Beispiel in Sylvia).[1] Die entsprechende Nummer trägt dann auch die Bezeichnung „Apotheose“.

Die Apotheose in der bildenden Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Apotheose bedeutender Persönlichkeiten ist auch ein Gegenstand in der bildenden Kunst.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Hiller von Gaertringen: Apotheosis. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band II,1, Stuttgart 1895, Sp. 184–188.
  • Arthur E. R. Boak: The Theoretical Basis of the Deification of Rulers in Antiquity. In: Classical Journal. 11, 1916, S. 293–297.
  • Franz Bömer: Ahnenkult und Ahnenglaube im alten Rom. Leipzig 1943.
  • Walter Burkert: Caesar und Romulus-Quirinus. In: Historia. 11, 1962, S. 356–376.
  • Jean-Claude Richard: Énée, Romulus, César et les funérailles impériales. In: Mélanges de l'École Française de Rome. 78, 1966, S. 67–78.
  • Bernadette Liou-Gille: Divinisation des morts dans la Rome ancienne. In: Revue Belge de Philologie. 71, 1993, S. 107–115.
  • David Engels: Postea dictus est inter deos receptus. Wetterzauber und Königsmord: Zu den Hintergründen der Vergöttlichung frührömischer Könige. In: Gymnasium. 114, 2007, S. 103–130.
  • David Engels: Cum non comparuisset deorum in numero conlocatus putaretur. Entrückung, Epiphanie und Consecration: Überlegungen zur Apotheose des römischen Kaisers. In: Dominik Groß, Jasmin Grande (Hrsg.): Objekt Leiche: Technisierung, Ökonomisierung und Inszenierung toter Körper. Campus-Verlag, Frankfurt am Main u. a. 2010, ISBN 978-3-593-39166-3, S. 79–133.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WiktionaryWiktionary: Apotheose – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Apotheose – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Matthew Naughtin: Ballet Music: A Handbook. Rowman & Littlefield, Lanham 2014, ISBN 978-0-8108-8659-9, S. 51.