Appeln

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Appeln
Gemeinde Beverstedt
Koordinaten: 53° 27′ 0″ N, 8° 54′ 0″ O
Höhe: 14 m ü. NHN
Fläche: 14,52 km²[1]
Einwohner: 425 (15. Nov. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. November 2011
Postleitzahl: 27616
Vorwahl: 04747
Appeln (Niedersachsen)

Lage von Appeln in Niedersachsen

Appeln in der Einheitsgemeinde Beverstedt
Die Ortschaften in der Einheitsgemeinde Beverstedt

Appeln ist eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Beverstedt im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das landwirtschaftlich geprägte Appeln befindet sich im Elbe-Weser-Dreieck im Süden des Landkreises Cuxhaven.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abelhorst
  • Appeln (Hauptort)
  • Havekesch
  • Malse

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wollingst Frelsdorf
Ortschaft Beverstedt – Ortsteil Osterndorf Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Ortschaft Beverstedt Kirchwistedt Basdahl
(Samtgemeinde GeestequelleLandkreis Rotenburg)

(Quelle:[2])

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1035 wurde Appeln erstmals unter dem Namen Appellenn erwähnt.[1] Archäologische Urnenfunde zeigen jedoch, dass der Ort bereits viel früher besiedelt war.

In den 1970er Jahren wurden in Appeln Schmuck, Geräte und Urnen gefunden. Sie stammen aus der vorrömischen Eisenzeit und aus der älteren Bronzezeit.[3]

Bei den Befreiungskriege quartierten sich 1813/14 Kosaken in Appeln ein und plünderten das Dorf.[4] 1848 erhielt der Ort einen Friedhof und 1837 eine Schule, 1929 ersetzt durch einen Neubau der heute einen Kindergarten und Jugendraum beherbergt. 1907 entstand eine Molkerei und es brannte die 1846 errichtete Windmühle ab.

Von 1900 bis 1924 war der Landwirt Nikolaus Tietjen (1873–1924) langjähriger Bürgermeister und von besonderer Bedeutung. Er war von 1919 bis 1924 Abgeordneter und Mitglied der Steuereinschätzungskommission des Kreistags Geestemünde. In den Inflationsjahren 1921–1923 organisierte er Lebensmittellieferungen an die Unterweserstädte für die hungernden Menschen. Ferner war er verantwortlich und unterzeichnete das in dieser Zeit für die sieben Gemeinden Appeln, Frelsdorf, Frelsdorfermühlen, Meyerhof, Osterndorf, Wehldorf und Wollingst herausgegebene Notgeld, die sog. Söben-Dörper-Schiene (Sieben-Dörfer-Scheine).

Im Juli 1940 kamen belgische Kriegsgefangene nach Appeln. Zum Ende des Krieges wurde Appeln Teil der Hauptkampflinie, jedoch von Kampfhandlungen verschont. Die Anzahl der Ausgebombten und Flüchtlinge betrug zum Ende des Krieges über 300, wovon rund ein Zehntel im Ort blieben.

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1971 wurde die Gemeinde Appeln eine der neun Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Beverstedt.

Am 1. November 2011 wurde die zuvor selbständige Gemeinde Appeln eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Beverstedt.[5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1871 233 [7]
1900 290
1910 286 [8]
1925 382 [9]
1933 402
1939 367
1946 621 [10]
1950 641 [11]
1956 506
1961 474 [12]
1970 470
Jahr Einwohner Quelle
1973 4550 [13]
1975 421 ¹ [14]
1980 416 ¹ [15]
1985 447 ¹
1990 439 ¹
1995 506 ¹
2000 494 ¹
2005 487 ¹
2010 428 ¹
2016 4400 [16]
2021 4250 [1]

¹ jeweils zum 31. Dezember

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf kommunaler Ebene wird die Ortschaft Appeln vom Beverstedter Gemeinderat vertreten.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher von Appeln ist Herbert Lührs (CDU).[1] Die Amtszeit läuft von 2021 bis 2026.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Kommunalwappens von Appeln stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat.[17]

Wappen von Appeln
Blasonierung:Schräglinks geteilt, oben in Silber ein grüner Apfel mit grünem Stiel und zwei grünen Blättern, unten in Rot eine schräglinks gestellte goldene Kornähre.“[17]
Wappenbegründung: Der Apfel weist auf die Deutung des Ortsnamens als Apfelhain hin, die Kornähre auf den Ackerbau als Haupterwerbszweig.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriegerdenkmal auf dem Appelner Friedhof zum Gedenken der in den Weltkriegen gefallenen Soldaten

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriegerdenkmal

Zum Gedächtnis der gefallenen Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkrieges wurde 1956 ein Ehrendenkmal auf dem Appelner Friedhof errichtet. Es wurde von dem Bildhauer Ulrich Conrad aus Worpswede geschaffen. Auf der Front des Denkmals ist ein Engel zu sehen, der ein Schwert in der Hand hält (mit der Spitze nach unten) und die linke Hand hebt. An den Seitenflächen des Denkmals sind die Namen der Vermissten und Gefallenen beider Weltkriege eingemeißelt. Auf der Rückseite ist der Vers „Es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden seine Stimme hören; und werden hervorgehen, die da Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens.“ (Joh.; 5. V; 28 und 29) zu lesen.[18][19]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen und Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindertagesstätte
  • Freiwilligen Feuerwehr mit Jugendfeuerwehr
  • Natur- und Umweltschutzverein Frelsdorf und Appeln
  • Schützenverein
  • Tennisverein Appeln
  • Turn- und Sportverein Appeln[20]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Appeln liegt östlich der Kreisstraße 41 zwischen Beverstedt und Frelsdorf. Über Gemeindeverbindungswege ist der Ort auch mit Kirchwistedt und Wollingst verbunden. Für den ÖPNV ist ein Anruf-Sammeltaxi-System (AST) eingerichtet worden. Das AST verkehrt an allen Tagen der Woche.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bestrafte Untreue
  • Warum auf dem Dorsfelde bei Appeln Reit wächst
  • Der Bruderstreit

(Quelle:[23])

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 2 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB; abgerufen am 23. Oktober 2019]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Appeln – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Über Appeln. In: Website Gemeinde Beverstedt. 15. November 2021, abgerufen am 1. März 2022.
  2. Übersichtskarte Landkreis Cuxhaven. (Nicht mehr online verfügbar.) In: cuxland-gis.landkreis-cuxhaven.de. November 2016, archiviert vom Original am 11. Dezember 2019; abgerufen am 20. April 2021.
  3. Klaus Mindermann: Appeln – eine kleine Ortsgeschichte. S. 30–31, 60–63.
  4. Klaus Mindermann: Appeln – eine kleine Ortsgeschichte. S. 5.
  5. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Niedersächsisches Vorschrifteninfomationssystem (NI-VORIS). Landkreis Cuxhaven, 17. Februar 2011, archiviert vom Original am 18. September 2018; abgerufen am 20. April 2021.
  6. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt, Landkreis Cuxhaven. In: Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 5/2011. Hannover 17. Februar 2011, S. 61, S. 3 (Digitalisat [PDF; 155 kB; abgerufen am 20. April 2021]).
  7. Hans Wanger: Die Samtgemeinde Beverstedt in Gegenwart und Vergangenheit. In: Die Männer vom Morgenstern (Hrsg.): Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern. Band 11. Heimatbund der Männer vom Morgenstern, Bremerhaven 1983, S. 93.
  8. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Geestemünde. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 14. März 2021, abgerufen am 20. April 2021.
  9. Michael Rademacher: Landkreis Wesermünde. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: treemagic.org. (Siehe unter: Nr. 5).
  10. Ausschuß der deutschen Statistiker für die Volks- und Berufszählung 1946: Volks- und Berufszählung vom 29. Oktober 1946 in den vier Besatzungszonen und Groß-Berlin. In: Duncker & Humblot (Hrsg.): Deutsches Gemeindeverzeichnis. Buchdruckerei und Verlagsanstalt Carl Gerber, München 5 1950, S. 35.
  11. Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 192 (Digitalisat).
  12. Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1971 (Bevölkerungsstand: 27. Mai 1970, Gebietsstand 1. Januar 1971). W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1971, S. 104 (Digitalisat).
  13. Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 47, Landkreis Wesermünde (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 26. August 2021]).
  14. Gemeinden in Deutschland nach Fläche und Bevölkerung. (XLSX; 896 kB) In: Website Destatis. Statistisches Bundesamt, 31. Dezember 1975, abgerufen am 11. Juni 2019 (Siehe unter: Niedersachsen, Nr. 1905).
  15. Gemeindeverzeichnis – Archiv – Regionale Gliederung – Jahresausgaben – Niedersachsen. (Alle politisch selbständigen Gemeinden im EXCEL-Format). In: Website Destatis. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 19. März 2020.
  16. Informationen über Appeln. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Website Gemeinde Beverstedt. 16. November 2016, archiviert vom Original am 24. März 2018; abgerufen am 19. März 2020.
  17. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, OCLC 469321470 (201 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 23. Oktober 2021]).
  18. Klaus Mindermann: Appeln – eine kleine Ortsgeschichte. S. 57a.
  19. Grabsteine – Friedhof Appeln (Beverstedt, Cuxhaven) – Kriegerdenkmal. In: grabsteine.genealogy.net. 2008, abgerufen am 20. April 2021.
  20. Alexander Krawelitzki: Chronik des Schützenvereins Appeln e. V. In: svappeln.de. Abgerufen am 14. März 2018.
  21. Fritz Dehn. In: lotsearch.de. Abgerufen am 27. August 2020.
  22. Grabsteine – Friedhof Appeln (Beverstedt, Cuxhaven). In: grabsteine.genealogy.net. 2008, abgerufen am 27. August 2020.
  23. Eberhard Michael Iba, Heide Gräfing-Refinger: Hake Betken siene Duven. Das große Sagenbuch aus dem Land an Elb- und Wesermündung. Hrsg.: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen des Heimatbundes der Männer vom Morgenstern. Band 16). 3. Auflage. Eigenverlag, Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4, S. 198–199.