Appeln

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Appeln
Gemeinde Beverstedt
Wappen von Appeln
Koordinaten: 53° 27′ 0″ N, 8° 54′ 0″ O
Höhe: 14 m ü. NHN
Fläche: 14,52 km²[1]
Einwohner: 409 (20. Nov. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 28 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. November 2011
Postleitzahl: 27616
Vorwahl: 04747
Appeln (Niedersachsen)
Appeln

Lage von Appeln in Niedersachsen

Appeln in der Gemeinde Beverstedt
Appeln in der Gemeinde Beverstedt
Die Orte in der Einheitsgemeinde Beverstedt

Appeln (niederdeutsch Appeln) ist ein Ortsteil in der Einheitsgemeinde Beverstedt im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das landwirtschaftlich geprägte Appeln befindet sich im Elbe-Weser-Dreieck im Süden des Landkreises Cuxhaven.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abelhorst
  • Appeln (Hauptort)
  • Havekesch
  • Malse

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wollingst Frelsdorf
Beverstedt – Ortsteil Osterndorf Nachbargemeinden
Beverstedt – Ortsteil Beverstedt Kirchwistedt Basdahl
(Landkreis Rotenburg (Wümme))

(Quelle:[2])

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1035 wurde Appeln erstmals unter dem Namen Appellenn erwähnt.[1] Archäologische Urnenfunde zeigen jedoch, dass der Ort bereits viel früher besiedelt war.

In den 1970er Jahren wurden in Appeln Schmuck, Geräte und Urnen gefunden. Sie stammen aus der vorrömischen Eisenzeit und aus der älteren Bronzezeit.[3]

Bei den Befreiungskriege quartierten sich 1813/14 Kosaken in Appeln ein und plünderten das Dorf.[4] 1848 erhielt der Ort einen Friedhof und 1837 eine Schule, 1929 ersetzt durch einen Neubau der heute einen Kindergarten und Jugendraum beherbergt. 1907 entstand eine Molkerei und es brannte die 1846 errichtete Windmühle ab.

Von 1900 bis 1924 war der Landwirt Nikolaus Tietjen (1873–1924) langjähriger Bürgermeister und von besonderer Bedeutung. Er war von 1919 bis 1924 Abgeordneter und Mitglied der Steuereinschätzungskommission des Kreistags Geestemünde. In den Inflationsjahren 1921–1923 organisierte er Lebensmittellieferungen an die Unterweserstädte für die hungernden Menschen. Ferner war er verantwortlich und unterzeichnete das in dieser Zeit für die sieben Gemeinden Appeln, Frelsdorf, Frelsdorfermühlen, Meyerhof, Osterndorf, Wehldorf und Wollingst herausgegebene Notgeld, die sog. Söben-Dörper-Schiene (Sieben-Dörfer-Scheine).

Im Juli 1940 kamen belgische Kriegsgefangene nach Appeln. Zum Ende des Krieges wurde Appeln Teil der Hauptkampflinie, jedoch von Kampfhandlungen verschont. Die Anzahl der Ausgebombten und Flüchtlinge betrug zum Ende des Krieges über 300, wovon rund ein Zehntel im Ort blieben.

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. November 2011 wurde das zuvor selbständige Appeln ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Beverstedt.[5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1910 286 [7]
1925 382 [8]
1933 402 [8]
1939 367 [8]
1950 641 [9]
1956 506 [9]
1973 455 [10]
1975 0421 ¹ [11]
1980 0416 ¹ [12]
Jahr Einwohner Quelle
1985 447 ¹ [12]
1990 439 ¹ [12]
1995 506 ¹ [12]
2000 494 ¹ [12]
2005 487 ¹ [12]
2010 428 ¹ [12]
2016 4400 [13]
2019 4090 [1]
0 0 0

¹ jeweils zum 31. Dezember

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf kommunaler Ebene wird die Ortschaft Appeln vom Beverstedter Gemeinderat vertreten.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher von Appeln ist Herbert Lührs (CDU). Die Amtszeit läuft von 2016 bis 2021.[1]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Kommunalwappens von Appeln stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der im Landkreis Cuxhaven an die 25 Wappen entworfen hat.[14]

Wappen von Appeln
Blasonierung:Schräglinks geteilt, oben in Silber ein grüner Apfel mit grünem Stiel und zwei grünen Blättern, unten in Rot eine schräglinks gestellte goldene Kornähre.“[14]
Wappenbegründung: Der Apfel weist auf die Deutung des Ortsnamens als Apfelhain hin, die Kornähre auf den Ackerbau als Haupterwerbszweig.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriegerdenkmal auf dem Appelner Friedhof zum Gedenken der in den Weltkriegen gefallenen Soldaten

Denkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Gedächtnis der gefallenen Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkrieges wurde 1956 ein Ehrendenkmal auf dem Appelner Friedhof errichtet. Es wurde von dem Bildhauer Ulrich Conrad aus Worpswede geschaffen.

Auf der Front des Denkmals ist ein Engel zu sehen, der ein Schwert in der Hand hält (mit der Spitze nach unten) und die linke Hand hebt. An den Seitenflächen des Denkmals sind die Namen der Vermissten und Gefallenen beider Weltkriege eingemeißelt. Auf der Rückseite ist der Vers „Es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden seine Stimme hören; und werden hervorgehen, die da Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens.“ (Joh.; 5. V; 28 und 29) zu lesen.[15]

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Freiwilligen Feuerwehr mit einer aktiven Jugendfeuerwehr gibt es vor Ort den Natur- und Umweltschutzverein Frelsdorf und Appeln, den örtlichen Schützenverein sowie den Tennisverein Appeln und den Turn- und Sportverein Appeln. Von 1921 bis 1945 existierte der Kyffhäuserbund, aus dem 1950 der heutige Schützenverein hervorging.[16] Ebenfalls wurde 1949 ein Reitverein gegründet, welcher im Zuge der Motorisierung wiederaufgelöst wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Appeln liegt an der Kreisstraße zwischen Beverstedt und Frelsdorf. Über Gemeindeverbindungswege ist der Ort auch mit Kirchwistedt und Wollingst verbunden.

Der Ort verfügt über eine eigene Kindertagesstätte.

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bestrafte Untreue
  • Warum auf dem Dorsfelde bei Appeln Reit wächst
  • Der Bruderstreit[17]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nikolaus Tietjen (1873–1924), Landwirt und Bürgermeister von Appeln, verstarb in Appeln (Siehe auch unter: Geschichte)
  • Fritz Dehn (1906–1979), Kunstmaler, in Appeln verstorben[18]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 2 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB; abgerufen am 23. Oktober 2019]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Appeln – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Über Appeln. In: Webseite Gemeinde Beverstedt. 20. November 2019, abgerufen am 19. März 2020.
  2. Übersichtskarte Landkreis Cuxhaven. In: cuxland-gis.landkreis-cuxhaven.de. November 2016, abgerufen am 19. März 2020.
  3. Klaus Mindermann: Appeln – eine kleine Ortsgeschichte. S. 30–31, 60–63.
  4. Klaus Mindermann: Appeln – eine kleine Ortsgeschichte. S. 5.
  5. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt. In: Niedersächsisches Vorschrifteninfomationssystem (NI-VORIS). Landkreis Cuxhaven, 17. Februar 2011, abgerufen am 23. März 2018.
  6. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt, Landkreis Cuxhaven. In: Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 5/2011. Hannover 17. Februar 2011, S. 61, S. 3 (Digitalisat [PDF; 155 kB; abgerufen am 26. September 2018]).
  7. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Geestemünde. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, abgerufen am 19. März 2020.
  8. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wesermünde (Siehe unter: Nr. 5). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  9. a b Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 192 (Digitalisat).
  10. Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 47, Landkreis Wesermünde (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 27. August 2019]).
  11. Gemeinden in Deutschland nach Fläche und Bevölkerung. (XLSX; 895 kB) Siehe unter: Niedersachsen, Nr. 1905. In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, 31. Dezember 1975, abgerufen am 11. Juni 2019.
  12. a b c d e f g Gemeindeverzeichnis – Archiv – Regionale Gliederung – Jahresausgaben – Niedersachsen. (Alle politisch selbständigen Gemeinden im EXCEL-Format). In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 19. März 2020.
  13. Informationen über Appeln. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite Gemeinde Beverstedt. 16. November 2016, archiviert vom Original am 24. März 2018; abgerufen am 19. März 2020.
  14. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-9800318-0-2.
  15. Klaus Mindermann: Appeln – eine kleine Ortsgeschichte. S. 57a.
  16. Alexander Krawelitzki: Chronik des Schützenvereins Appeln e. V. In: svappeln.de. Abgerufen am 14. März 2018.
  17. Eberhard Michael Iba (Hrsg.): Hake Betken siene Duven. Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung (= Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung. Band 16). 3. Auflage. Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4.
  18. Kunstmarktinformationen über Fritz Dehn. In: Webseite Artprice Knowledge. Abgerufen am 9. März 2018.