Appenheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Appenheim
Appenheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Appenheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 56′ N, 8° 2′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-Bingen
Verbandsgemeinde: Gau-Algesheim
Höhe: 183 m ü. NHN
Fläche: 6,98 km2
Einwohner: 1390 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 199 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55437
Vorwahl: 06725
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 001
Adresse der Verbandsverwaltung: Hospitalstraße 22
55435 Gau-Algesheim
Website: www.appenheim.de
Ortsbürgermeister: Georg Schacht (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Appenheim im Landkreis Mainz-Bingen
Breitscheid (Hunsrück)BacharachManubachOberdiebachOberheimbachNiederheimbachWeiler bei BingenTrechtingshausenWaldalgesheimMünster-SarmsheimBingen am RheinIngelheim am RheinBudenheimGrolsheimGensingenHorrweilerAspisheimWelgesheimZotzenheimBadenheimSprendlingenSankt Johann (Rheinhessen)Wolfsheim (Gemeinde)OckenheimGau-AlgesheimAppenheimNieder-HilbersheimBubenheim (Rheinhessen)Ober-HilbersheimEngelstadtSchwabenheim an der SelzJugenheim in RheinhessenStadecken-ElsheimEssenheimOber-OlmKlein-WinternheimNieder-OlmSörgenlochZornheimBodenheimGau-BischofsheimHarxheimNackenheimLörzweilerMommenheim (Rheinhessen)HahnheimSelzenNiersteinOppenheimDienheimDexheimDalheim (Rheinhessen)KöngernheimFriesenheim (Rheinhessen)UndenheimUelversheimUelversheimLudwigshöheGuntersblumWeinolsheimDolgesheimEimsheimHillesheim (Rheinhessen)WintersheimDorn-DürkheimRhein-Lahn-KreisHessenMainzRhein-Hunsrück-KreisLandkreis Bad KreuznachDonnersbergkreisLandkreis Alzey-WormsKarte
Über dieses Bild
Rathaus
Katholische Kirche St. Michael
Die evangelische Pfarrkirche, ein spätbarocker Saalbau

Appenheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim an.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weinort liegt etwa 12 Kilometer südwestlich von Mainz und ist von der Landwirtschaft geprägt. Ingelheim am Rhein liegt rund 5 Kilometer nördlich der Gemeinde. Durch das Gemeindegebiet fließen der Welzbach sowie dessen Zuflüsse Wethbach und Dünbach.[2] Nach Nordosten hin wird das Welzbachtal durch den Westerberg abgeschirmt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Appenheim findet sich im Jahr 882 im goldenen Buch der Abtei Prüm. Erste eindeutige Spuren menschlicher Besiedlung lassen sich allerdings schon auf das zweite oder erste Jahrhundert vor Christus datieren.[3]

Ab dem 12. Jahrhundert gehörte Appenheim zur Kurpfalz, von 1311 bis 1324 war der Ort kurzzeitig an die Grafen von Sponheim verpfändet, denen die Nachbargemeinde Ober-Hilbersheim unterstand. Appenheim war Grenzort zum Mainzer Kurfürstentum, zu dem das benachbarte Gau-Algesheim gehörte. Die Grenzlage prägte die Bewohner in den folgenden Jahrhunderten, noch heute liegt Appenheim umgangssprachlich „in der Pfalz“.[4]

Im Zuge der französischen Besatzung mussten auch Appenheimer bei der Belagerung von Mainz 1793 helfen. 1797 endete schließlich die jahrhundertelange Zugehörigkeit zur Kurpfalz. Der Ort wurde wie auch Gau-Algesheim Teil des Kantons Oberingelheim im Département Donnersberg, das das Gebiet zwischen Bingen am Rhein und Speyer abdeckte.[5] Nach dem Rückzug der Franzosen 1814 wurde Appenheim dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt zugesprochen, das den Kanton Oberingelheim 1835 zum neuen Kreis Bingen hinzufügte. Wirtschaftlich bedeuteten die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts einen Aufschwung für die Gemeinde, insbesondere im landwirtschaftlichen Bereich. Durch den folgenden Bevölkerungszuwachs fanden jedoch immer mehr Appenheimer keine Arbeit in der heimischen Landwirtschaft und wanderten oft in die Vereinigten Staaten aus. Die Bevölkerungszahl sank von 865 im Jahr 1834 auf 833 Einwohner 1858.[6]

In Folge des Ersten Weltkriegs wurden in Appenheim ab 1917 zahlreiche Flüchtlinge aus Mainz und anderen nähergelegenen Großstädten aufgenommen. Insgesamt starben durch den Krieg 19 Menschen aus Appenheim, darunter befanden sich acht gefallene Soldaten. Nach dem Ersten Weltkrieg kam die Gemeinde erneut unter französische Besatzung. Nach Recherchen eines Appenheimer Bürgers erhielten bei Wahlen in den 1920er Jahren DDP und DVP die meisten Stimmen.[7]

Ab 1930 gewann die NSDAP stark an Zuwachs. Ab 1942 wurden Juden aus Appenheim ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Der Zweite Weltkrieg wurde ebenfalls ab 1942 in der Gemeinde spürbar. Am 20. März 1945 marschierten alliierte Truppen in Appenheim ein.[7]

Nach Kriegsende wurde Appenheim dem Land Rheinland-Pfalz zugeordnet. Der Landkreis Bingen wurde 1969 aufgelöst, Appenheim und ein Großteil des ehemaligen Landkreises gehören heute zum Landkreis Mainz-Bingen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Appenheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[8]

Wahl SPD CDU FDP AIG Gesamt
2019 9 5 2 16 Sitze
2014 7 7 2 16 Sitze
2009 6 5 1 4 16 Sitze
2004 5 7 1 3 16 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist seit 2014[9] Georg Schacht (SPD). Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 66,95 % in seinem Amt bestätigt.[10]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinden sind Apfelstädt in Thüringen und Marano di Valpolicella in der Provinz Verona.[11]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Appenheimer Kerb findet immer Anfang Juni statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird durchquert von der L 415. Die A 60 und A 63 sind mit dem Auto in 10 bis 20 Minuten zu erreichen. Busverbindungen werden von DB Regio Bus Mitte betrieben und führen zu den nahegelegenen Bahnhöfen Gau-Algesheim (8 Minuten Fahrzeit) und Ingelheim (18 Minuten Fahrzeit) an der Linken Rheinstrecke.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Gemeindekindergarten und die Grundschule Welzbachtal.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weinlage Appenheimer Hundertgulden an den Hängen des Westerberges wird als die Lage mit den höchsten Carbonatgehalten aller deutschen Weinbergslagen beworben.[12]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Appenheim verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Appenheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. LANIS. Abgerufen am 30. März 2020.
  3. Geschichtliche Informationen zu Appenheim, Abschnitt Frühe Spuren der Besiedlung, appenheim.de
  4. Geschichtliche Informationen zu Appenheim, Abschnitt Vom Wormsgau zur Kurpfalz, appenheim.de
  5. Geschichtliche Informationen zu Appenheim, Abschnitt Die Franzosenzeit, appenheim.de
  6. Geschichtliche Informationen zu Appenheim, Abschnitt Appenheim im 19. Jahrhundert, appenheim.de
  7. a b Geschichtliche Informationen zu Appenheim, Abschnitt Vom ersten zum zweiten Weltkrieg, appenheim.de
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  9. Schacht tritt als Ortsbürgermeisterkandidat für Appenheim an
  10. Der Landeswahlleiter RLP: Direktwahlen 2019. siehe Gau-Algesheim, Verbandsgemeinde, erste Ergebniszeile. Abgerufen am 28. September 2019.
  11. Ortsgemeinde Appenheim: Partnergemeinden. Abgerufen am 6. März 2020.
  12. Rheinhessen.de: Weinlage Hundertgulden. Rheinhessen-Touristik GmbH, Rheinhessen Marketing e.V. und Rheinhessenwein e.V. (gemeinschaftlich), abgerufen am 6. März 2020.
  13. Rhein-Zeitung: Ehemalige Weinkönigin tödlich verunglückt. 25. Mai 2004, abgerufen am 6. März 2020.