Apple Safari

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Safari
Logo
Entwickler Apple
Erscheinungsjahr 2003
Aktuelle Version 10.1.1
(15. Mai 2017)
Aktuelle Vorabversion 10.2
(22. März 2017)
Betriebssystem OS X, iOS, Windows (nur Version 3.0.0–5.1.7)
Programmiersprache C++, Objective-C
Kategorie Webbrowser
Lizenz Proprietär, Teile unter LGPL und BSDL
deutschsprachig ja
www.apple.com

Safari ist ein Webbrowser des Unternehmens Apple. Er gehört zum Lieferumfang von macOS ab der Version Mac OS X Panther sowie von iOS und ersetzte den vorher mitgelieferten Microsoft Internet Explorer für Mac als Standard-Browser.

Von Version 3 bis 5 war Safari auch für Windows verfügbar.[1] Ab Version 6 erscheinen die neuen Version parallel zu den Veröffentlichungen der neuen Betriebssystemversionen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Safari basiert auf KHTML (HTML-Rendering) und KJS (JavaScript-Implementation) aus der K Desktop Environment. Beide werden von Apple im gemeinsamen Projekt WebKit als eigenständige Software WebCore (KHTML) und JavaScriptCore weiterentwickelt.[2]

Beta-Phase[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Entwicklung des Browsers stand keine Namensgebung für die spätere finale Version fest. Erst im Monat vor der Produktfreigabe wurde der finale Name „Safari“ gewählt. Als mögliche Namensalternativen standen „Alexander“, „iBrowse“ oder „Freedom“ zur Auswahl.[3]

Safari 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Version von Safari wurde auf der Macworld 2003 von Steve Jobs vorgestellt. Damit war es die erste Alternative zu Netscape, Opera und Internet Explorer, die damals die Vorherrschaft auf dem Betriebssystem OS X hatten.

Safari 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Safari 3.0 erschien am 11. Juni 2007 auf Apples Entwicklerkonferenz WWDC in einer Beta-Version und wurde erstmals auch auf Windows XP und Vista portiert. Die letzte unter Windows 2000 lauffähige Version ist 3.0.3, mit deaktivierter JavaScript-Funktion ist Version 3.2.3 die letzte. Die Windows-Version wurde laut dem Unternehmen innerhalb von 48 Stunden mehr als eine Million Mal heruntergeladen.[4] Für Windows war zunächst eine Beta-Version verfügbar, die einige Instabilitäten zeigte.[5] Die Benutzeroberfläche der Windows-Versionen lag ausschließlich in englischer Sprache vor.

Am 18. März 2008 erschien die Version 3.1 für Mac OS X und Windows. Mit dieser Version verließ die Windows-Fassung das Beta-Entwicklungsstadium, sie ist erstmals auch in deutscher Sprache erhältlich. Außerdem wurde die Unterstützung aktueller Webstandards wie CSS3 verbessert.

Neu in der am 13. November 2008 veröffentlichten Safari-Version 3.2 sind ein Phishing-Schutz und eine verbesserte Identifizierung von Online-Unternehmen.

Safari 4[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Safari 4 unter Microsoft Windows XP

Am 24. Februar 2009 gab Apple eine „Public Beta“ von Safari 4 frei. Laut Apple sollte diese bis zu viermal schneller als der Vorgänger Safari 3 sein. Neuerungen waren unter anderem Cover Flow für besuchte Webseiten, eine sogenannte TopSite-Funktion, die die meistbesuchten Websites in einer grafischen Übersicht darstellt, und eine Suchfunktion, die diese Webseiten durchsucht. Dank der neuen Nitro-Engine führt Safari JavaScript deutlich schneller aus. Die „Public Beta“ erschien für Mac OS X und Windows XP/Windows Vista und bestand den Acid3-Test. Am 8. Juni 2009 erschien die fertige Version von Safari 4.

Safari 5[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. Juni 2010 erschien die Version 5.0 mit verbesserter HTML5-Unterstützung (u. a. mit Geolocation), erhöhter Javascript-Geschwindigkeit und einem Safari-Reader zur verbesserten Darstellung von Artikeln, bei der der Inhalt hervorgehoben und der Rest der Webseite ausgeblendet wird. Weiterhin ist es nun möglich, Bing oder Yahoo als Standard-Suchmaschine zu wählen. Unter Windows verfügt Safari nun über Hardware-Beschleunigung.

Ab Version 5.0.1 bietet Safari – ähnlich wie Firefox, Opera oder Google Chrome – die Möglichkeit, Erweiterungen zu installieren.

Die Version 5.1 benutzt das neue WebKit2-Framework, wodurch die Darstellung der Webseiten in einen eigenen Prozess ausgelagert werden kann.[6] Dies erhöht die Stabilität des Programmes, da Programmierfehler in der Rendering-Engine nicht mehr zum Absturz des gesamten Browsers führen können. Unter Mac OS X Lion läuft der ausgelagerte Darstellungsprozess zur Verbesserung der Sicherheit in einer Sandbox.[7]

Safari 6[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Juli 2012 erschien Safari zusammen mit OS X Mountain Lion, für Mac OS X Lion ist die neue Version als Software-Aktualisierung verfügbar. Zu den neuen Funktionen zählen u. a. ein vereinheitlichtes Such- und Adressfeld, Synchronisierung geöffneter Tabs mit iOS-Geräten via iCloud, die Unterstützung des Do-Not-Track-Headers und der Web Audio API.[8] Die Reader-Funktion ist erreichbar über einen größeren und auffälligeren Knopf am rechten Rand der Adressleiste, der sich blau verfärbt, sobald von einer Website ein Artikel aufgerufen wird. Ab Version 6.1 wird anstelle der Schrift Palatino nunmehr Georgia verwendet, die eine bessere Bildschirmdarstellung ermöglicht.

Version 6 wurde nicht mehr für Windows veröffentlicht.

Safari 7[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit dem im Sommer 2013 präsentierten neuen Apple-Betriebssystem „OS X Mavericks“ wurde eine neue Version von Safari vorgestellt, deren Verbesserungen laut Apple insbesondere in der Geschwindigkeit beim Rendern von Websites und dem Verarbeiten von JavaScript-Anwendungen liegen. Die finale und erste der Öffentlichkeit zugängliche Version ist am 22. Oktober 2013 im Zuge der Veröffentlichung von Mac OS X 10.9 Mavericks erschienen.

Safari 8[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Safari 8 wurde ab Oktober 2014 zusammen mit OS X Yosemite verteilt. Neu aufgenommen wurde vor allem die Unterstützung für die Darstellung von 3D-Grafiken mittels WebGL sowie die Unterstützung für das Netzwerkprotokoll SPDY. Verschlüsselte Videos können mit HTML5 Premium Video wiedergegeben werden.[9]

Safari 9[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der am 30. September 2015 veröffentlichte Safari 9 wurde nicht nur für das gleichzeitig freigegebene Betriebssystem OS X El Capitan, sondern auch für die beiden älteren Systeme OS X Mavericks und OS X Yosemite bereitgestellt. Die neuen Features in dem Release können aber nur unter El Capitan genutzt werden. Dazu zählen eine tab-bezogene Kontrolle über die Tonwiedergabe, eine neue Darstellung im Reader und Neuerungen beim Ausfüllen von Webformularen. Nachgerüstet wurde das bereits von anderen Webbrowsern bekannte Fixieren von Tabs, die man öfter nutzt, damit diese nicht versehentlich geschlossen werden.[10] Hinzu kommen eine Reihe von Sicherheitsupdates und -features.[11]

Safari 10[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Safari 10 kam am 20. September 2016 zusammen mit macOS Sierra auf den Markt. Wie schon der Vorgänger ist Safari 10 wieder zwei Generationen abwärtskompatibel, hier also bis zu Version OS X 10.10 Yosemite, wobei nicht alle neuen Funktionen bei den älteren Systemen anwendbar sind. Insgesamt wurden diesmal noch mehr Kopplungen an das Betriebssystem gelöst. Neuerungen sind unter anderem eine Bild-in-Bild-Funktion, die Integration von Apple Pay, erstmals auch die sogenannten App-Erweiterungen, bei denen Softwareentwickler nunmehr auch die Möglichkeit haben, eigene Anwendungen mit Safari Plug-ins auszustatten und als Erweiterungen anzubieten. Des Weiteren wurden Lesezeichenansicht und Verwaltung umfassend überarbeitet, eine standardmäßige Abschaltung von Flash-Inhalten eingeführt, der zu diesem Zeitpunkt neuste JavaScript Standard (2015) unterstützt, sowie eine Kompatibilität mit der Force Touch Technologie integriert.[12]

Safari 11[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apple veröffentlichte am 17. August 2016 eine erste lauffähige Developer-Preview zum Herunterladen,[13] mit weiteren Releases in Folge.[14]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklerkonsole in Version 7

Safari unterstützt die meisten aktuellen WWW-Standards, darunter CSS 3, HTML5, XSLT, XHTML 1.1 und JavaScript. Zudem lieferte Apple am 31. Oktober 2005 als erster Hersteller einen Browser (Safari 2.0.2), der den Acid2-Test besteht. Dieser Test überprüft unter anderem die Konformität des getesteten Webbrowsers zu den Standards des World Wide Web Consortium (W3C).

Bei einer Untersuchung der Unterstützung der W3C-Standards (sog. Empfehlungen) erreichte Safari in der Version 6.0 eine Quote von 94 % der getesteten Eigenschaften. Die gleiche Quote erreichte auch Opera 12.1. Mozilla Firefox 17.0 erreichte sogar 95 % der Eigenschaften, Internet Explorer 10.0 hingegen lediglich 86 %.[15]

Zum Rendern von HTML-Seiten verwendet Safari Apples WebKit, ein C++-Framework mit Objective-C-API (in der Mac-OS-X-Variante), das auf der KHTML-Bibliothek des KDE-Projekts basiert. Dazu hat Apple eine Abspaltung (engl. „fork“) davon erstellt, bei der einige Änderungen vorgenommen wurden, einerseits, um eine verbesserte Anbindung an andere Mac-OS-X-Bibliotheken zu ermöglichen, andererseits, um die Darstellung zu verbessern. In zukünftigen Versionen des WebKits werden Standards der WHATWG implementiert werden.

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie andere moderne Browser unterstützt Safari die Navigation mit Registerkarten („Tabbed Browsing“) und bietet einen Pop-up-Blocker.

Eine besondere Eigenschaft von Safari ist die Funktion „SnapBack“, die das Zurückkehren zur Ausgangsseite ermöglicht.

Ähnlich anderen mitgelieferten Programmen im Betriebssystem OS X können zahlreiche Gesten, beispielsweise zur Navigation oder zum Vergrößern und Verkleinern genutzt werden. Das Programm unterstützt Farbmanagement. Safari 2.0, das als Bestandteil von Mac OS X 10.4 „Tiger“ seit dem 29. April 2005 zur Verfügung steht, enthält eine Funktion zum Surfen ohne Cache, Cookies und andere Datenspuren.

iOS-Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Unbegrenzte Anzahl an offenen Seiten
  • Kombinierte Such- und Adressleiste
  • iCloud Schlüsselbund zur Speicherung von Kontodaten, Passwörtern (optionale, zufallsgenerierte Passwortgenerierung möglich) und Kreditkartennummern
  • Lesezeichen-Synchronisation zwischen Safari (iOS) und Safari (OS X), Firefox (Windows) oder Chrome (Windows)
  • Ein Bild gedrückt halten ermöglicht es, dieses ins Fotoalbum zu sichern oder in die Zwischenablage zu kopieren.
  • Seiten als Lesezeichen („Web Clips“) auf dem Homescreen setzen.
  • Speziell angepasste Seiten im Vollbild öffnen.

Datenschutzverstoß durch Google[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wall Street Journal machte Anfang 2012 bekannt, dass Google einen Weg gefunden hatte, Cookies in Safari zu speichern, obwohl der Nutzer dies generell nicht gestattet hatte. Google wurde deswegen durch die US-Handelsbehörde FTC im August 2012 zu einer Strafe von 22,5 Millionen US-Dollar verurteilt.[16][17]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Apple Safari – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Apple appears to currently be passing on Safari 6.0 features for Windows PCs – 9to5mac (abgerufen am 25. Juli 2012).
  2. Greetings from the Safari team at Apple Computer, Mail an eine KDE-Entwickler-Mailingliste vom 7. Januar 2003.
  3. Safari: Der bekannte Browser sollte anfangs „Alexander“, „iBrowse“ oder „Freedom“ heißen.
  4. Windows-fähiger Apple-Browser eine Million Mal heruntergeladen.
  5. Apples Windows-Safari geht weiter.
  6. Bestätigung auf der webkit-help-Mailingliste am 25. Juli 2011.
  7. Safari 5.1 Protects Users with New Sandbox. In: softpedia.com. 21. Juli 2011, abgerufen am 30. August 2012.
  8. Apple: Safari-Webseite, abgerufen am 25. Juli 2012.
  9. OS X Yosemite v10.10. In: Mac Developer Library. 16. Oktober 2014. Abgerufen am 30. November 2014.
  10. Ben Schwan: Apple aktualisiert Safari auch für ältere OS-X-Versionen. In: Mac & i. Heise Medien, abgerufen am 10. Oktober 2015.
  11. About the security content of Safari 9 – Apple Support. In: support.apple.com. Abgerufen am 10. Oktober 2015.
  12. Safari 10: Apples Browser wird unabhängig, Macwelt, Abruf 23. April 2017
  13. Apple veröffentlicht Safari 11 Technology Preview (Developer), iszene.com, 17. August 2016, Abruf 23. April 2017
  14. Downloads for Safari – Safari Technology Preview, developer.apple.com, Update bei jedem Release: aktuell 19. April 2017 (Release 28) Abruf 23. April 2017
  15. Alexis Deveria: Can I use… Support tables for HTML5, CSS3, etc, abgerufen am 27. Dezember 2012.
  16. Google muss wegen unerlaubter Cookies Millionenstrafe zahlen. In: Stern.de. 9. August 2012, abgerufen am 31. Oktober 2013: „Google hat die Datenschutz-Einstellungen beim Safari-Browser umgangen und wird dafür kräftig bestraft. Der Internetkonzern zahlt 22,5 Millionen Dollar (18,2 Millionen Euro), um den Fall zu den Akten legen zu können. […] Im vorliegenden Fall hatte Google einen Weg gefunden, beim Safari-Browser für iPhone, iPad und PC ohne Zustimmung der Nutzer sogenannte Cookies zu hinterlassen. Das sind kleine Dateien, mit denen sich das Verhalten im Netz teilweise nachverfolgen lässt.“
  17. Mirjam Hauck: Google in der Glaubwürdigkeitsfalle. In: Süddeutsche Zeitung. 31. Oktober 2013, abgerufen am 31. Oktober 2013: „2012 wurde für das Unternehmen eine Strafe von 18,2 Millionen Euro fällig, weil Google den Datenschutz in Apples Safari-Browser ausgehebelt hatte.“