Approximationsalgorithmus

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Ein Approximationsalgorithmus ist in der Informatik ein Algorithmus, der ein Optimierungsproblem näherungsweise löst.

Viele Optimierungsprobleme lassen sich mit exakten Algorithmen vermutlich nicht effizient lösen. Für solche Probleme kann es sinnvoll sein, wenigstens eine Lösung zu finden, die einer optimalen Lösung möglichst nahe kommt.

Güte von Approximationsalgorithmen[Bearbeiten]

Es sei S(x) der zu einer Eingabe x gehörige Lösungsraum. Zu jeder möglichen Lösung y \in S(x) sei v(y) die Güte. Die Güte einer optimalen Lösung sei v^*. Ein Approximationsalgorithmus sucht nun nach einer Lösung y \in S(x), so dass v(y) möglichst nah an v^* liegt.

Die Güte eines Approximationsverfahrens ist definiert durch das Verhältnis von approximierter Lösung zur exakten Lösung. Die Güte einer Lösung y\in S(x) wird bestimmt durch:

r = \min \left\{\frac{v(y)}{v^*},\frac{v^*}{v(y)}\right\}

Diese Definition der Güte kann sowohl auf Minimierungs- wie auch auf Maximierungsprobleme angewandt werden. Es gilt immer r \geq 1. Gilt r = 1 liefert der Algorithmus immer die optimale Lösung.

Klassen von Approximationsalgorithmen[Bearbeiten]

Optimierungsprobleme werden in der Theoretischen Informatik in verschiedene Approximationsklassen unterschieden, je nachdem welcher Grad an Approximation möglich ist:

APX[Bearbeiten]

Die Abkürzung APX steht für approximable und deutet an, dass das Optimierungsproblem, zumindest bis zu einem gewissen Grad, effizient approximierbar ist. Ein Problem liegt in der Klasse APX, wenn ein polynomieller Algorithmus existiert, der bei jeder zulässigen Eingabe x eine Lösung mit einer Güte \leq r, mit r konstant, liefert.

PTAS/PAS[Bearbeiten]

PTAS oder PAS steht für polynomial time approximation scheme. Anders als bei der Klasse APX wird hier für jedes \delta \in (0,1) gefordert, dass ein polynomialer Algorithmus existiert, der bei jeder zulässigen Eingabe eine Lösung mit einer Performanz r \geq 1-\delta liefert. Der Algorithmus muss also nicht nur für eine bestimmte Performanz, sondern für jede Performanz effizient sein, der Existenzquantor wird durch einen Allquantor ersetzt.

FPTAS[Bearbeiten]

FPTAS steht für fully polynomial time approximation scheme. Hier wird gefordert, dass sich der Algorithmus nicht nur polynomial zur Eingabe, sondern auch zur Güte der Approximation verhält. Dass es also zu jeder Eingabe x und jedem k \in \mathbb{N} eine Lösung mit der Performanz r \geq 1-1/k gibt, wobei der Algorithmus polynomial in x und k ist.

Es gilt: PO \subseteq FPTAS \subseteq PTAS \subseteq APX \subseteq NPO

Unter der Annahme P \neq NP sind die obigen Inklusionsabbildungen echte Inklusionen. Das heißt, es gibt zum Beispiel mindestens ein Optimierungsproblem, das in der Klasse PTAS liegt, aber nicht in der Klasse FPTAS. Unter dieser Annahme existiert auch min. ein Optimierungsproblem, das nicht in APX liegt. Dies lässt sich unter der Annahme P \subsetneq NP zum Beispiel für das Cliquenproblem zeigen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf Wanka: Approximationsalgorithmen - Eine Einführung, Teubner, Wiesbaden, 2006, ISBN 3-519-00444-5
  • Klaus Jansen, Marian Margraf: Approximative Algorithmen und Nichtapproximierbarkeit, de Gruyter, Berlin, New York, 2008, ISBN 978-3-11-020316-5

Siehe auch[Bearbeiten]