Apt (Vaucluse)

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Apt
Wappen von Apt
Apt (Frankreich)
Apt
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département (Nr.) Vaucluse (84)
Arrondissement Apt (Unterpräfektur)
Kanton Apt (Hauptort)
Gemeindeverband Pays d’Apt-Luberon
Koordinaten 43° 53′ N, 5° 24′ OKoordinaten: 43° 53′ N, 5° 24′ O
Höhe 170–567 m
Fläche 45,09 km²
Einwohner 11.011 (1. Januar 2018)
Bevölkerungsdichte 244 Einw./km²
Postleitzahl 84400
INSEE-Code
Website www.apt.fr

Apt ist eine französische Stadt mit 11.011 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) im Département Vaucluse und in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Sie ist Hauptort des Kantons Apt und des gleichnamigen Arrondissements. Sie ist zudem Sitz des Gemeindeverbandes Communauté de communes du Pays d’Apt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apt liegt zwischen dem Plateau von Vaucluse und dem Gebirgszug des Luberon im Tal des Calavon. Die Stadt gilt als Zentrum des Luberon und befindet sich etwa 50 Kilometer nördlich von Aix-en-Provence. Nach Avignon, westlich von Apt, sind es ebenfalls etwa 50 Kilometer; dort befindet sich ein TGV-Bahnhof.

Das Gemeindegebiet gehört zum Regionalen Naturpark Luberon. In Apt befindet sich auch die Parkverwaltung mit dem Besucherzentrum.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgrabungen im Weiler Les Agnels, am Bach Mauragne und in Roquefure am Fluss Calavon haben ergeben, dass Apt bereits in der Mittelsteinzeit, in der Zeit von 9.000 bis 6.000 v. Chr., besiedelt war. Die Römer gründeten Jahr 45 v. Chr. das Militärlager und die römische Kolonie Apta, die an der Via Domitia, der alten Römerstraße von Mailand nach Arles lag. Zu Ehren von Julius Cäsar wurde daraus die Stadt Apta Julia, die bis zu 10.000 Einwohner umfasste um 150 nach Christus und recht wohlhabend war. Zu den Bewohnern zählten Marcus Cornelius Fronton, ein Freund des Kaisers Hadrian, und Antoninus der Fromme, der Hauslehrer von Kaiser Mark Aurel war.

Ab 276 bis 896 n. Chr. drangen Alemannen, Franken, Burgunder, Westgoten, Ostgoten, Franken, Langobarden, Sachsen und Sarazenen in die Region ein und verwüsteten die Stadt immer wieder. Ab etwa 700 kehrte die verbliebene Bevölkerung wegen diesen Invasionen definitiv auf die befestigten Berghöhen zurück. Im 9. Jahrhundert wurde die Stadt vom Grafen von Apt verwaltet, danach wurde die Gerichtsbarkeit und Macht zwischen dem weltlichen Grafen und dem Bischof, der bereits früh hier einen Sitz hatte, aufgeteilt. Die Stadt begann ab 900 durch Handel zu florieren und war von Wällen umgeben. Im 14. Jahrhundert profitierte Apt vom Papsttum in Avignon. Beim regionalen Konzil von 1365 in Apt war Papst Urban V. anwesend. Zusammen mit der Provence fällt Apt 1483 an Frankreich. Nach der Reformation, die vor allem mit den Waldenser in der Umgebung Apts richtig Fuss fasste, blieb die Stadt mit seinem Bischof katholisch und wurde von Reformierten 1560, 1562 und 1586 erfolglos belagert. Die danach erfolgte starke katholische Repression dagegen liess die Protestanten nach Nordeuropa flüchten.

Pestepidemien in der Stadt gab es mehrmals, die schwersten waren 1348, 1580–1589 und 1720, die viele dahinrafften und auch die Region verwüsteten. 1720 bis 1721 gab es 251 Todesopfer. Auf eindringliche Bitte der kinderlosen Königin Anna von Österreich, der Frau von Ludwig XIII., schickten die Konsuln von Apt ihr 1623 eine Reliquie der Heiligen Anna, ihrer Schutzpatronin, die in der Kathedrale aufbewahrt wurde. Nach der Geburt 1638 des zukünftigen Ludwig XIV. besuchte Anna von Österreich vom 27. bis 29. März 1660 Apt, was entsprechend gefeiert wurde und den bereits vorhandenen Muttergotteskult weiter förderte.

Nach der französischen Revolution wurde 1790 die ehemalige Viguerie Apt zur Unterpräfektur ernannt. Neben vielen politischen Veränderungen wurde auch die wirtschaftliche Produktion im 19. Jahrhundert modernisiert und vermehrt industrialisiert, darunter waren Farben, Keramik, Wachs, Hutmacherei, kandierte Früchte, Eisen und Schwefel. Im 20. Jahrhundert entwickelten sich Tourismus, Restauration und Gastgewerbe in der Region.[1][2] Die Stadt hat seit 1975 gut 11.000 Einwohner.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apt
Statue der Sainte Anne auf der Kuppel der Kathedrale
St. Anna, Annakapelle
Annakapelle in der ehem. Kathedrale mit Reliquien
romanische Krypta (obere) in ehemaliger Kathedrale
obere Krypta in St. Anna mit römischen Spolien (Säulenreste)

Die ehemalige Kathedrale Ste-Anne, in die Enge der Rue des Marchands gezwängt, ist ein bemerkenswertes Beispiel provenzalischer Kirchenbaukunst des 12. bis 14. Jahrhunderts. Begonnen im 11. Jahrhundert wurden letzte Arbeiten erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts fertiggestellt (Chapelle royale). Bis zur Französischen Revolution war die Kirche Sitz der Bischöfe von Apt. Mit dem Konkordat von 1801 wurde die Diözese aufgelöst und zwischen den Bistümern Avignon und Digne aufgeteilt. Unter der Apsis befinden sich zwei übereinander liegende Krypten. Die untere stammt noch aus der Merowingerzeit.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apt ist als „Welthauptstadt der kandierten Früchte“ bekannt. Der Ort ist von vielen Obstplantagen und Rebflächen umgeben, die zum Gebiet des Côtes du Ventoux gehören. Außerdem gilt Apt als das Wirtschaftszentrum der dünn besiedelten Luberon-Region in der zentralen Provence. Jeden Samstag findet in der Innenstadt von Apt ein großer, als „marché classé de la France“ ausgezeichneter Markt statt.

Militär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis Ende der 1990er Jahre beherbergte das „Plateau d'Albion“ nördlich von Apt als Base aérienne 200 die landgestützte Nuklearstreitmacht Frankreichs. Heute wird ein Teil der ehemaligen Raketenbasis als Ausbildungslager der Fremdenlegion sowie Abhörstation des Auslandsgeheimdienstes DGSE genutzt.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Apt aus ist die Region um die Höhenzüge Grand Luberon und Petit Luberon zu erschließen (bis 1.256 m über dem Meeresspiegel, etwa 600 km²).

Die Gegend um Apt (z. B. in Gordes) wird seit den 1970er Jahren von der französischen High Society und vielen britischen und deutschen Urlaubern bewohnt und besucht, die ein ländliches Leben wünschen. Beim Sportklettern ist Apt als Ausgangspunkt für Klettertouren an den Kalksteinfelsen von Buoux beliebt.

In der Stadt befinden sich zwei Museen: Das Musée d’Histoire et d’Archéologie und das Musée de l’Aventure Industrielle mit einer Ausstellung zur Wirtschafts- und Industriegeschichte der Region.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apt hat Städtepartnerschaften geschlossen mit

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschiedenes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Apt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Apt – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]