Arabische Föderation

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Arabische Föderation von Irak und Jordanien
Arabische Föderation

Flag of the Arab Federation.svg
Flagge der Arabischen Föderation
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Flag of Iraq (1924–1959).svg Königreich Irak
Flag of Jordan.svg Königreich Jordanien

Republik Irak Flag of Iraq (1959–1963).svg
Königreich Jordanien Flag of Jordan.svg
VAR und Arabische Föderation 1958.png
Karte der Arabischen Föderation (dunkelgrün)
Amtssprache Arabisch
Hauptstadt Bagdad
Gründung 14. Februar 1958
Auflösung 15. Juli 1958

Die Arabische Föderation von Irak und Jordanien (kurz Arabische Föderation; wörtlich eigentlich Arabische Union, arabisch الاتحاد العربي, DMG al-Ittiḥād al-ʿarabī) war ein nur fünfmonatiger Zusammenschluss der Königreiche Irak und Jordanien vom 14. Februar bis zum 15. Juli 1958. Obwohl sich der Staat offiziell Union (Einheitsstaat) nannte und international meist als Föderation (Bundesstaat) bezeichnet wurde, war er de facto eine Konföderation (Staatenbund).

Der haschimitische irakische König Faisal II. und sein jordanischer Cousin Hussein I., welcher ebenfalls haschimitischer Herkunft war, gründeten die Föderation als Reaktion auf die am 1. Februar 1958 gegründete Vereinigte Arabische Republik. Während die Vereinigte Arabische Republik sich eher an der Sowjetunion orientierte, war die Arabische Föderation an guten Beziehungen zur ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien und zu den USA interessiert.[1] Während Irak 1955 dem Bagdadpakt beigetreten war, hatte der Druck der übrigen arabischen Welt Jordanien davon zunächst abgehalten. Die Föderation band nun auch Jordanien faktisch an den Pakt, denn aus dem irakischen ebenso wie aus dem jordanischen Kabinett wurden die Ressorts Außenpolitik und Verteidigung ausgegliedert und der Föderationsregierung übertragen. Der Föderationsregierung stand jedoch der irakische Ministerpräsident vor. Am 3. März 1958 trat Ministerpräsident Abdel Wahab Mirjan zurück; sein Nachfolger wurde Nuri as-Said, der am 16. Mai 1958 vom irakischen König mit der Regierungsbildung beauftragt wurde.

Die Arabische Föderation bestand nur sechs Monate. Nach Qasims Militärputsch gegen Faisal II. vom 14. Juli wurden schon am 15. Juli 1958 alle Föderationsorgane von den Putschisten aufgelöst. Nach dem Putsch wurden König Faisal II, Kronprinz Abdallah und der Ministerpräsident Nuri As Said ermordet und die Republik Irak ausgerufen, die anschließend von der Vereinigten Arabischen Republik anerkannt wurde. Am 23. Juli erklärte Irak offiziell seinen Austritt aus der Föderation, am 2. August 1958 verfügte auch Jordaniens König Hussein offiziell deren Ende.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Israel- und Nahostpolitik: Die Geschichte einer Gratwanderung seit 1949. Campus Verlag, 2002, ISBN 3-593-37109-X, S. 69 (online).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruce Maddy-Weitzman: Jordan and Iraq: Efforts at Intra-Hashimite Unity. In: University of Michigan (Hrsg.): Middle Eastern Studies 26 (1990). Ann Arbor 9. März 2009, S. 65, JSTOR:4283349.
  • Charles Tripp: A History of Iraq. Cambridge University Press, Cambridge 2007, S. 135–145.
  • Laurie A. Brand: Economics and Shifting Alliances: Jordan’s Relations with Syria and Iraq, 1975–81. In: University of Michigan (Hrsg.): International Journal of Middle East Studies 26 (1994). Ann Arbor 9. März 2009, S. 81, JSTOR:163695.
  • Curtis Ryan: Between Iraq and a Hard Place: Jordanian-Iraqi Relations. In: University of Michigan (Hrsg.): Middle East Report (2000). Ann Arbor 9. März 2009, S. 40–42, JSTOR:1520157.