Aradosee

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Aradosee
2018-06-16 Aradosee 01.jpg
Geographische Lage Potsdam
Zuflüsse Nuthe (Nebenschluss)
Abfluss Nuthe
Daten
Koordinaten 52° 23′ 15″ N, 13° 4′ 59″ OKoordinaten: 52° 23′ 15″ N, 13° 4′ 59″ O
Aradosee (Brandenburg)
Aradosee
Maximale Tiefe 3,5 mf10

Der Aradosee ist ein See im Potsdamer Ortsteil Teltower Vorstadt. Er liegt relativ zentral, leicht versteckt zwischen dem Gebäude der Märkischen Allgemeinen Zeitung, der Nutheschnellstraße und dem Gelände der ältesten Wohnungsbaugenossenschaft Potsdams, der Kolonie Daheim. Der See ist mit einem Damm von der Nuthe getrennt. An einer Stelle besteht ein Durchstich mit einem Rohr; die einzige Verbindung zwischen den beiden Gewässern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aradosee wurde vor etwa 250 Jahren angelegt,[1] als die Nuthe in Potsdam begradigt wurde. Der Erdaushub wurde für die Begradigung verwendet. Den Namen Arado hat der See von dem an dieser Stelle ehemals gelegenen Rüstungsbetrieb Arado-Werke, welcher zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges rund 15.000 Zwangsarbeiter „beschäftigte“. In den Werken wurden Teile für die damals fortschrittlichen Arado-Bomber-Flugzeuge gebaut. Die Werke wurden in der Big Week von 1944 zerstört, als 3.300 Bomber von England und 500 von Italien aus Deutschland angriffen.

Entwicklung nach der Wende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der See ist ein ehemaliger Baggersee, der früher – mutmaßlich bis zur Wende, bis der Damm zwischen Nuthe und See erhöht und damit für einen seichten Strand zu steil wurde – von den Anwohnern gern als Badesee genutzt wurde. Neben der Nutzung als Badesee wurde der See auch schon lange als Anglersee genutzt und später wohl auch für das Sportangeln hergerichtet, indem die Hauptfischarten Plötze, Güster, Blei, Karpfen, Karausche, weniger Aal, Hecht und Zander hineingesetzt wurden. Zudem kommt es jedoch – üblicherweise im Sommer – vor, dass der See hin und wieder umkippt, was weniger im zu geringen Wasseraustausch mit der Nuthe als eher im Ungleichgewicht oder gar in den dann überbordenden Sauerstoffverbrauchern begründet ist[2] − so etwa auch Algen, die im Sommer blühen.

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aradosee gilt als fischreich. Vor allem Güster, Karauschen, Plötze, Bleie und Hechte leben im See.[3] Blässhühner brüten regelmäßig auf dem See und ziehen hier ihre Jungen groß. Weitere regelmäßig anzutreffende Wasservögel sind Graureiher, Kormoran, Stockente und Mandarinente. Außerdem leben seit vielen Jahren Rotwangen-Schmuckschildkröten und Gelbbauch-Schmuckschildkröten in dem See. Diese nicht einheimischen, ausgesetzten Schildkröten stellen eine Gefahr für die einheimischen Wasservögel dar, da sie auch deren Küken fressen.[4]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2011 beschäftigen sich Schüler des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums aus Potsdam-Babelsberg im Rahmen ihres Unterrichtes mit dem Ökosystem des Aradosees. In diesem Rahmen wurden auch mehrere Müllsammelaktionen am Seeufer durchgeführt. Im Oktober 2017 wurde das Schulprojekt „Der Aradosee – ein spannendes Ökosystem in Potsdam-Babelsberg“ mit dem Landesnaturschutzpreis der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg ausgezeichnet.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aradosee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Annika Jensen: Naturschutzprojekt um Aradosse ausgezeichnet. In: Märkische Allgemeine. 9. Oktober 2017 (maz-online.de [abgerufen am 16. Juni 2018]).
  2. Erik Wenk: Was wird aus dem Potsdamer Aradosee?: Durchstechen statt Umkippen. In: Potsdamer Neueste Nachrichten. 19. April 2016 (pnn.de [abgerufen am 23. Juli 2016]).
  3. Erik Wenk: Aradosee: Vom Müllsee zum Biotop. In: Potsdamer Neueste Nachrichten. 31. Juli 2017 (pnn.de [abgerufen am 16. Juni 2018]).
  4. Volker Oelschläger: Schildkröten im Aradosee eine Gefahr für Küken. In: Märkische Allgemeine. 3. April 2018 (archive.org [abgerufen am 16. Juni 2018]).