Arakan Rohingya Salvation Army

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Arakan Rohingya Salvation Army (Abk.: ARSA, früher: Harakah al-Yaqin) ist eine Rebellengruppe, die sich für die Autonomie der Rohingya in Myanmar einsetzt.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rohingya ist die Bezeichnung für die muslimische Minderheit im mehrheitlich buddhistischen Staat Myanmar. Dort leben sie größtenteils im Rakhaing-Staat. Von der Regierung Myanmars werden sie nicht als eigenständige Volksgruppe anerkannt, sondern als bengalische Immigranten betrachtet, obwohl sie zumeist seit mehreren Generationen in Myanmar leben. Die myanmarische Staatsangehörigkeit wird ihnen ebenso wie das Wahlrecht verweigert. Bangladesch betrachtet die Rohingya hingegen als Burmesen und lehnt ihre Aufnahme ebenso ab.

Bei anti-muslimischen Unruhen im Jahr 2012 wurden über 200 Menschen getötet[1] und rund 120.000 Rohingya vertrieben. Nach Einschätzung von Zachary Abuza (Radio Free Asia) ließ die internationale Gemeinschaft in weiten Teilen diese Diskrimierungen und Unterdrückung der muslimischen Minderheit geschehen, weil sie die demokratische Regierung von Aung San Suu Kyi stärken wollte und den Zustand deshalb hinnahm.[2]

Die Rohingya durften auch nicht an der Parlamentswahl 2015 teilnehmen.[3] Dies löste große Unzufriedenheit und Feindschaft gegenüber der buddhistischen Mehrheit bei vielen Rohingya aus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Angaben der International Crisis Group (ICG) wurde die ARSA 2016 von mindestens zwanzig Rohingya gegründet, die sich im saudi-arabischen Exil befanden. Als Führer der Gruppe gilt Attullah Abu Amar Jununi, ein in Pakistan geborener Rohingya, der in Mekka aufwuchs. Jununi und andere Mitglieder sollen in Pakistan und Afghanistan eine militärische Ausbildung erhalten haben[2] und von Spendern in Saudi-Arabien und anderen Teilen des Mittleren Ostens finanziert worden sein.[3]

Rohingya-Aufstände seit 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jununi und andere Mitglieder kehrten 2016 nach Myanmar zurück.[2] Im Oktober 2016 überfielen ARSA-Kämpfer bewaffnet mit Macheten und anderen einfachen Waffen Polizeiposten in Myanmar und töteten neun Polizisten.[2][4] Staatliche Sicherheitskräfte griffen daraufhin in mehreren Razzien hart durch. Das führte zu andauernden Auseinandersetzungen zwischen dem burmesischen Militär Tatmadaw und den Aufständischen, bei denen weitere Menschen getötet wurden. Den Tatmadaw werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Sie sollen Rohingya vergewaltigt, gefoltert und ermordet und deren Dörfer niedergebrannt haben. Die Auseinandersetzungen führten zur Flucht von 80.000 Rohingya nach Bangladesch bis August 2017.[4] Die UN ging später von 290.000 Menschen auf der Flucht aus.[5]

Ende August 2017 kam es erneut zu einem schweren Angriff der ARSA auf über 20 Polizeiposten und verstärkten Reaktionen des Militärs. Bei den Angriffen starben mindestens 89 Menschen. An den Auseinandersetzungen im Rakhaing-Staat waren 150 ARSA-Kämpfer beteiligt.[6][7]

Am 9. September 2017 erklärte die ARSA einen einseitigen Waffenstillstand ab sofort für einen Monat. Damit sollten laut der Mitteilung die Hilfslieferungen für die Not leidenden Menschen in Rakhaing-Staat ermöglicht werden.[5]

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang September 2017 erklärt Jununi in einem Video: „Unser erstes Ziel mit ARSA ist die Befreiung unserer Menschen von inhumaner Unterdrückung, die durch alle burmesischen Regime erfolgte.“ Die Attacken seien die Reaktion von Myanmars Regierung auf die Behandlung der Rohingya und der Blockade ihrer Dörfer. Er forderte die Internationale Hilfsorganisationen auf, in der Region zu bleiben, nachdem diese zuvor begonnen hatten, alle nicht dringend benötigten Mitarbeiter abzuziehen.[8]

Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Regierung der Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi bezeichnet die ARSA-Kämpfer als „extremistische bengalische Terroristen“. Einige Politiker werfen der Organisation vor, einen Islamischen Staat errichten zu wollen.

Dem entgegen schätzt Zachary Abuza[9] in einem Kommentar, der bei BenarNews[10] veröffentlicht wurde, die ARSA eher als eine Befreiungsbewegung ein und verweist auf ein 19-minütiges Video von ARSA-Führer Ataullah Abu Jununi (auch Attullah Abu Ammar Jununi) vom 18. August 2017.[2]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Udo Schmidt: Rohingyas in Myanmar – Verfolgt, vertrieben, zum Nichtstun verurteilt. In: Deutschlandfunk online. 29. Juli 2015, abgerufen am 5. September 2017.
  2. a b c d e Zachary Abuza: Who Are the Arakan Rohingya Salvation Army? In: rfa.org. 1. September 2017, abgerufen am 5. September 2017 (englisch).
  3. a b Das steckt hinter der Gewaltwelle in Myanmar. In: 20 Minuten online. 2. September 2017, abgerufen am 5. September 2017.
  4. a b Myanmar: Who are the Arakan Rohingya Salvation Army? In: BBC online. 6. September 2017, abgerufen am 6. September 2017 (englisch).
  5. a b Myanmar: Rohingya-Rebellen rufen Waffenstillstand aus. In: Zeit Online. 10. September 2017, abgerufen am 11. September 2017.
  6. Burma: 89 Tote bei Angriff von Rohingya-Rebellen auf Grenzposten. In: Spiegel Online. 25. August 2017, abgerufen am 9. September 2017.
  7. Machetes vs machine guns: Rohingya salvation army outgunned in Myanmar. In: The Express Tribune. 6. September 2017, abgerufen am 9. September 2017 (englisch).
  8. Liam Cochrane: Rohingya militant group warns of 'war' against Myanmar Government. In: ABC News Online. 28. August 2017, abgerufen am 5. September 2017 (englisch).
  9. Zachary Abuza ist Professor am National War College in Washington, D.C.
  10. BenarNews ist ein an Radio Free Asia angeschlossener Online-News-Service.