Arakao

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Arakao (auch Arakaou) ist ein Tal im Osten des Hochgebirges Aïr in Niger. Wegen seiner Form wird es auch Pince de Crabe (französisch für „Krabbenschere“) genannt.

Arakao ist ein annähernd kreisrunder Talkessel, der im Nordosten eine Öffnung zur Wüste Ténéré aufweist. Diese Öffnung wird von krabbenscherenförmigen Ausläufern des Gebirges Takolokouzet gerahmt. Der Name Arakao stammt aus der Sprache Tuareg. Die Bezeichnung Pince de Crabe geht auf den in Niamey lebenden Franzosen Louis-Henri Mouren zurück, der das touristische Potenzial der Aïr-Region erkundete und im Zuge dessen 1972 mit einem Flugzeug über das Tal flog.[1]

Das Tal entstand als aufgebrochene Caldera eines erloschenen Vulkans aus dem Tertiär und Quartär.[2]

Durch Arakao und weiter durch die Ebene der Ténéré verläuft eine 15 Kilometer lange und bis zu 200 Meter hohe Kette von Sanddünen, die nach jenen von Témet zu den höchsten der Ténéré zählen.[3]

Administrativ gehört das Tal zur Landgemeinde Iférouane in der Region Agadez. Es ist Teil des Naturreservats Aïr und Ténéré, das seit 1991 UNESCO-Welterbe ist.[4] Auf den umliegenden Hügeln sind Sahara-Felsbilder[5] und steinerne Gräber aus der späten Jungsteinzeit erhalten.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Arakao – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jolijn Geels: Niger. Bradt, Chalfont St Peter 2006, ISBN 1-84162-152-8, S. 194.
  2. Harald A. Friedl: Die Vertretbarkeit von Ethnotourismus am Beispiel der Tuareg der Region Agadez, Republik Niger (Westafrika) – Eine Evaluation aus Sicht der angewandten Tourismusethik. Dissertation. Karl-Franzens-Universität Graz, Graz 2005, S. 220.
  3. Dominique Auzias, Jean-Paul Labourdette: Niger. Petit Futé, Paris 2009, ISBN 978-2-7469-1640-1, S. 164.
  4. Réserves naturelles de l’Aïr et du Ténéré auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch)., abgerufen am 19. März 2013.
  5. Boubé Gado: Paléoenvironnements et occupation humaine des temps préhistoriques à l’epoque contemporaine. In: Franck Giazzi (Hrsg.): La Réserve Naturelle Nationale de l’Aïr et du Ténéré (Niger). La connaissance des éléments du milieu naturel et humain dans le cadre d’orientations pour un aménagement et une conservation durables. Analyse descriptive. Union internationale pour la conservation de la nature et de ses ressources, Gland 1996, ISBN 2-8317-0249-6, S. 283.
  6. Dominique Auzias, Jean-Paul Labourdette: Niger. Petit Futé, Paris 2009, ISBN 978-2-7469-1640-1, S. 187.

Koordinaten: 18° 55′ 50″ N, 9° 36′ 5″ O