Araucana

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Hühnerrasse Araucana; das Versepos La Araucana aus dem 16. Jahrhundert wird auf der Seite seines Verfassers behandelt, des spanischen Dichters Alonso de Ercilla y Zúñiga.
Araucana
Aracuana
BDRG - Standard-Nr.
Herkunft Bei den Mapuche in Chile entdeckt.
Jahr 19. Jahrhundert, ca. 1890
Gewicht Hahn: 2,0 bis 2,5 kg

Henne: 1,6 bis 2,0 kg

Legeleistung bis 180 Eier pro Jahr
Eierschalenfarbe Türkis (grünlich-blau bis bläulichgrün)
Bruteier- Mindestgewicht 50 Gramm
Liste der Hühnerrassen

Araucana-Hühner (auch Araucans, Araukaner oder Araucaner) gehören zu einer Hühnerrasse, deren Ursprung nicht mit letzter Sicherheit nachgewiesen ist, die aber aus Südamerika stammen. Als Ziergeflügel wurden sie erst ab den 1960er Jahren populär. Mehrere Eigenschaften unterscheiden diese Rasse von anderen Hühnerrassen. Sie haben eine vergleichsweise aufrechte Körperhaltung und an der Stelle, wo sich am Kopf des Huhnes normalerweise die Ohrlappen befinden, haben Araucanas eine walzenähnliche Hautfalte, auf der Federn wachsen. Diese sogenannten Bommeln sind eines der charakteristischsten Merkmale der Art.[1]

Mit den Zwerg-Araucana existiert auch eine anerkannte Zwerghuhnrasse, die vom selben Sonderverein betreut wird wie die Araucana.

Diese Rasse ist nicht zu verwechseln mit Ameraucana-Hühnern und Grünlegern.

Merkmale[Bearbeiten]

Das Gewicht der Araucana-Hühner liegt beim Hahn bei 2–2,5 kg und bei der Henne bei 1,6–2 kg (Angaben für die Großrasse). Die Lauffarbe ist Weidengrün bis Hellweidengrün oder Schwarzoliv (je nach Farbschlag). Die Tiere haben eine gute Eierleistung und einen guten Schlachtkörper. Eine Zwergform ist in acht Farbschlägen vorhanden.

Araucanahühner können einen Backen- und Kehlbart haben. Im reinrassigen Zustand sind sie schwanzlos, d.h. ihnen fehlen nicht nur die Schwanzfedern, sondern auch Schwanzwirbel, sowie die Bürzeldrüse.

Im reinrassigen Zustand haben sie einen Erbsenkamm. Bommel und Tuffs, eine unter Haushühnern einzigartige Kopfbefiederung an Hautwarzen vor den Ohren, sind möglich. Die Eierfarben sind Blau bis Türkis. Einige Schläge legen auch rosafarbene Eier, was der Rasse in Großbritannien und in den Vereinigten Staaten den Spitznamen Easter Egg Layer (dt. Ostereierleger) eingebracht hat.[2]

Ursprung[Bearbeiten]

Araucana mit schwach ausgeprägten Bommeln und Rosenkamm

Ihr Name leitet sich von den Araukanern (frühere Bezeichnung der Mapuche-Indianer) ab, bei denen sie um 1890 erstmals als halbwild lebende Hühner dokumentiert sind. Es gilt als sicher, dass diese indegene Bevölkerungsgruppe, die im Gebiet des heutigen Chile lebt, Hühner dieser Rasse seit mehreren Jahrhunderten hielten.[3] Das damalige Verbreitungsgebiet dieser Hühnerrasse zog sich über Chile bis nach Brasilien.

Einem Bericht der Fachzeitschrift Nature zufolge weist die DNA dieser Hühner eine sehr große Ähnlichkeit mit Hühnern aus Polynesien auf, was – zusammen mit anderen Indizien – darauf hindeute, dass polynesische Seefahrer mindestens 100 Jahre vor Christoph Kolumbus Südamerika besuchten.[4][5]

Typen[Bearbeiten]

Die Tiere sind in unterschiedlichen Typen weltweit verbreitet.

In Deutschland sind 13 Farbschläge anerkannt, von denen einige recht selten sind:

  • Wildfarbig
  • Blau-wildfarbig
  • Goldhalsig
  • Blau-goldhalsig
  • Silberhalsig
  • Schwarz
  • Gold-weizenfarbig
  • Blau-weizenfarbig
  • Schwarz-rot
  • Blau-rot
  • Weiß
  • Blau (mit und ohne Saum)
  • Gesperbert

Bedeutung für die kommerzielle Hühnerhaltung[Bearbeiten]

Ihre Eigenart, grünliche bis bläuliche Eier zu legen, vererben Araucanas dominant weiter. Die Eier haben außerdem nachweislich einen geringeren Cholesteringehalt als normale Hühnereier.[2] In der kommerziellen Zucht von Hühnern für den Eiermarkt hat man sich dies zunutze gemacht. Es wurden Hybridformen gezüchtet, die grüne beziehungsweise blaue Eier legen. Hybridrassen, die aus einer Einkreuzung von Araucanas in Hühnerrassen entstanden, die normalerweise weiße Eier legen, führen dabei zu grünen Eier. Wird das Araucana dagegen in Rassen eingekreuzt, die braune Eier legen, entstehen dabei Hybridformen, die blaue Eier legen. Diese in ihrer Farbe abweichenden Eiern werden von einigen Supermarktketten vermarktet. In einigen Ländern kann auf Grund der nationalen Gesetzeslage auch damit geworben werden, dass die Eier einen geringeren Cholesteringehalt haben.[2] Es ist allerdings wissenschaftlich nicht gesichert, dass Eierverzehr den Cholesterinspiegel beim Menschen tatsächlich beeinflusst.[2]

Zuchthinweise[Bearbeiten]

Diese robuste und ruhige Rasse stellt keine besonderen Bedingungen an die Haltung. Das Futter sollte jedoch nicht klebrig oder breiig sein, da die Bärte und Bommeln leicht verkleben und so zum Federpicken verleiten. Um eine gute Nachzucht zu erzielen, empfiehlt es sich, die Federn um die Kloake etwas zu beschneiden, damit die Hähne besser befruchten können.

In Deutschland gibt es vergleichsweise viele Züchter dieser Hühnerrasse, was auch die große Zahl an Farbschlägen und Formen erklärt, die zugelassen sind.[1] In den Niederlande sind dagegen nur schwanzlose Araucanas anerkannt und in Skandinavien nur drei Farbschläge zulässig.[1] Die Zucht von Araucanas, die sowohl Bommeln als auch schwanzlos sind und Eier in der für Araucanas typischen Eierfarbe legen, gilt als Herausforderung. Insbesondere die Ausbildung von Bommeln wird nicht zuverlässig vererbt.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Joachim Schille: Lexikon der Hühner. Komet-Verlag, ISBN 3-89836-447-X
  • Esther Verhoef, Aad Rijs: The Complete Encyclopedia of Chickens. REBO Publishers, Lisse 2006, ISBN 90-366-1592-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Araucana-Hühner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Esther Verhoef, Aad Rijs: The Complete Encyclopedia of Chickens. S. 127.
  2. a b c d e Esther Verhoef, Aad Rijs: The Complete Encyclopedia of Chickens. S. 128.
  3. Esther Verhoef, Aad Rijs: The Complete Encyclopedia of Chickens. S. 126.
  4. DNA reveals how the chicken crossed the sea. Nature, Band 447 vom 7. Juni 2007, S. 620-621
  5. Wie das Huhn nach Amerika kam, Bild der Wissenschaft, online 5. Juni 2007