Aravalligebirge

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Aravalligebirge
Lage des Aravalligebirges

Lage des Aravalligebirges

Udaipur im Aravalligebirge

Udaipur im Aravalligebirge

Höchster Gipfel Guru Shikhar (1722 m)
Lage Gujarat, Rajasthan, Haryana (Indien)
Koordinaten 25° N, 75° OKoordinaten: 25° N, 75° O
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Das Aravalligebirge ist ein vielfach unterteilter Gebirgszug in Nordwestindien. Er verläuft in nahezu parallelen Streifen über knapp 600 km in Südwest-Nordost-Richtung vom äußersten Norden des Bundesstaates Gujarat durch ganz Rajasthan bis nach Haryana, wo er allmählich ins Gangesbecken übergeht.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Aravalligebirge ist ein sehr altes Gebirge, dessen Gebirgsbildung schon vor 2 Milliarden Jahren im Proterozoikum stattfand. Das stark zerklüftete Gebirge wird in zwei Untergruppen unterteilt: im Süden liegen die höheren Sambhar-Sirohi-Hills, im Norden die in Einzelberge zersplitterten, flacheren Sambhar-Khetri-Hills. Geologisch gesehen ist es ein Rest des ältesten Faltengebirges des indischen Subkontinents. Nur wenige Gipfel sind höher als 1000 m; die höchste Erhebung ist der 1722 m hohe Guru Shikhar nahe der ca. 1150 m hoch gelegenen Stadt Mount Abu. Außerdem stellt das Aravalligebirge die Klima- und Wasserscheide zwischen der Wüste Thar im Westen sowie den östlich und südöstlich gelegenen, fruchtbareren Ebenen Rajasthans dar.

Seen und Flüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Aravalligebirge ist durchsetzt von kleineren, meist schon vor Jahrhunderten angelegten künstlichen Seen (z. B. Nakki Lake, Pichola Lake, Pushkar Lake, Man Sagar Lake), die in früheren Zeiten die Trinkwasserversorgung gewährleisteten. Größere Flüsse gibt es Im Bergland nicht (lediglich der Sabarmati-River entspringt im Distrikt Udaipur, fließt aber später durch die Ebenen des südlichen Rajasthan und von Gujarat); Bäche bilden sich nur in der Monsunzeit (Juli bis Oktober), wenn das Wasser an den Bergflanken herabfließt, wo es jedoch zum größten Teil versickert oder verdunstet.

Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prägend ist das Aravalligebirge für den indischen Bundesstaat Rajasthan: Während bis ins 15./16. Jahrhundert die meisten Bergforts auf seinen Gipfeln erbaut wurden, so entstanden in der Folgezeit nahezu alle größeren Städte im Osten Rajasthans (Jaipur, Udaipur, Jodhpur, Chittorgarh, Kota, Bundi) in den Tallagen. Die Städte der Shekhawati-Region im Nordosten Rajasthans sind nur noch in geringem Maß von den Aravalli-Bergen geprägt.

Bergbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da das Aravalligebirge reich an Bodenschätzen ist, wird in ihm viel Bergbau betrieben und dies oft illegal. Dies trägt zur Erosion der Berge bei, was wiederum die Ausbreitung der Wüste Thar beschleunigt und die Wasserversorgung Rajasthans gefährdet.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Aravalligebirge ist reich an Kulturschätzen: Zu erwähnen sind neben den zahlreichen Bergforts und Palästen der Rajputenfürsten die Jain-Tempel von Ranakpur, Mount Abu und Achalgarh. Mittelalterliche Hindu-Tempel sind im Fort von Chittorgarh sowie bei Nagda und Eklingji zu finden; der Pushkar Lake bei Ajmer gilt als eines der bedeutendsten Hindu-Heiligtümer Indiens.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aravalligebirge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien