Arbedo

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Arbedo
Wappen von Arbedo
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Bellinzonaw
Kreis: Kreis Bellinzona
Gemeinde: Arbedo Castionei2
Postleitzahl: 6517
Koordinaten: 724098 / 119173Koordinaten: 46° 12′ 45″ N, 9° 2′ 49″ O; CH1903: 724098 / 119173
Höhe: 278 m ü. M.
Fläche: 18,88 km²
Einwohner: 2972 (31. Dezember 2012)
Einwohnerdichte: 157 Einw. pro km²
Website: www.arbedocastione.ch
Karte
Karte von Arbedo
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Arbedo ist eine Ortschaft der politischen Gemeinde Arbedo-Castione im Kreis Bellinzona, im Bezirk Bellinzona des Kantons Tessin in der Schweiz. Im Jahr 1820 Castione getrennt von Lumino um die neue Gemeinde mit Arbedo Castione-Arbedo bilden.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbedo liegt auf einer Höhe von 278 m ü. M. am linken Ufer von Ticino, etwa drei Kilometer nördlich von Bellinzona, einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt. Nachbargemeinden sind: Bellinzona, Sant’Antonio TI, Lumino TI. Roveredo GR, Gnosca und Gorduno.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Eisenzeit diese Ortschaft war schon bewohnt, 10. Januar 1946 verschiedene Bronfunsachen waren dort gefunden.[1] Er wird heute als Überrest des Rohmaterial-Lagers einer Bronzegiesserei gedeutet. Der Fund umfasst Altmaterial, Reste des Bronzegusses, Halbfabrikate sowie Barren; einzelne Stücke sind wesentlich älter[2]. Der Fundkomplex umfasst 3'866 Bronzeobjekte aus der frühen Eisenzeit (Hallstatt D3, circa 450 v. Chr.).

Im Jahre 1422 schlugen die Mailänder in der Schlacht bei Arbedo die Eidgenossen. 1946 wurde bei Feldarbeiten der Hort von Arbedo gefunden. Der Kampf vom 30. Juni 1422 bedeutet nur eine blutige Episode in der ennetbirgischen Politik, die während eines Jahrhunderts von den Staatsmännern der Mittelschweiz betrieben wurde. Die Freiherren von Sax hatten 1417 mit Kanton Uri und Kanton Obwalden ein Landrecht abgeschlossen, das den letztern die Befugnis zuerkannte, in Bellinzona eine Besatzung zu halten. Zwistigkeiten, die unter den Bürgern von Bellinzona ausgebrochen waren, boten den Urkantonen Ende Februar 1419 die Gelegenheit, ins Tessin hinunterzusteigen. Um wenigstens das Bleniotal, das Misox und den Monte Dongo (Lombardei) zu behalten, überliessen die Grafen von Sax den Urnern und Unterwaldnern Stadt und Grafschaft Bellinzona für die Summe von 2400 Gulden (1. November 1419). Aber der Herzog von Mailand, Filippo Maria Visconti, wollte Bellinzona nicht verlieren. Als Uri und Obwalden sich weigerten, ihm die Stadt zu verkaufen, schaffte Visconti die Zoll Vorrechte zu Gunsten der Schweizer ab und entsandte endlich den berühmten Condottiere Francesco Bussone da Carmagnola, Graf von Carmagnola (Piemont), der Bellinzona im April 1422 einnahm und sich aller Besitzungen der Schweizer im Süden der Alpen bis zum Monte Piottino bemächtigte.[3]

Gemeindefusion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1820 wurde Castione von Lumino getrennt, um mit Arbedo die neue Gemeinde Castione-Arbedo zu bilden[4].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche Santa Maria Assunta[5][6]
  • Kirche San Paolo genannt Chiesa Rossa 1255 wird zum ersten Mal erwähnt; heute nennt man sie allgemein die Chiesa rossa wegen der Farbe ihres Aeussern: berühmt wurde sie infolge der Schlacht, weil die Toten im Beinhaus der Kirche begraben wurden. Der zweite Bau im mittelalterlichen Stil umschloss den ersten; es war die Kirche von 1422 mit dem noch bestehenden Turm. Die dritte Kirche, wie sie jetzt steht, ist eine Vergrösserung der zweiten: sie stammt wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhundert und enthält interessante Malereien aus dem 16. und ein Abendmahl, wahrscheinlich noch aus dem 15. Jahrhundert[7][5][8][9]
  • Pfarrkirche San Giuseppe (1967/1969), Architekt: Giampiero Mina[5][10]
  • Gebäude Centro Civico (1996), Architekt: Roberto Briccola[5]
  • Patrizierhaus (1952), Architekt: Raffaello Tallone[5]
  • Mulino Erbetta[11]
  • Nekropole im Ortsteil Cerinasca[12]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pietro Beltramello (1698 Arbedo), Altarbauer und Stuckplastiker[13]
  • Calogero Mancuso (* 13. September 1910 in Grammichele; † 31. August 1978 in Bellinzona), Lautefabrikant, er besuchte die Lauteschule von Cremona; er schuf in Arbedo[14]
  • Felice Filippini (* 20. Juni 1917 in Arbedo; † 9. September 1988 in Muzzano TI), Schriftsteller, Maler und Übersetzer[15][16]
  • Renato Lafranchi (* 1942), Politiker, Maler[17]
  • Rocco Filippini (* 7. September 1943 in Lugano), Musiker, Cellospieler.
  • Carlo Castelli (* 2. März 1909 in Arbedo; † 19. Dezember 1982 in Lugano), Schauspieler, Regisseur[18].

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Unione Sportiva Arbedo[19]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Rudolf Rahn: Arbedo. In: I monumenti artistici del medio evo nel Cantone Ticino. Tipo-Litografia di Carlo Salvioni, Bellinzona 1894, S. 3.
  • Celestino Trezzini: Arbedo. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 1, Altheus – Arduser., Attinger, Neuenburg 1921, S. 409.
  • Virgilio Gilardoni: Arbedo. In: Inventario delle cose d’arte e di antichità. Edizioni dello Stato. Bellinzona 1955, (Arbedo, S. 165–178), (Castione, S. 183–186).
  • Virgilio Gilardoni: Arbedo. In: Il Romanico. Arte e monumenti della Lombardia prealpina. Istituto grafico Casagrande, Bellinzona 1967, (Arbedo S. 36–37, 40, 181–183, 254), (Castione S. 280, 301, 396).
  • Martin P. Schindler: Der Depotfund von Arbedo TI und die Bronzedepotfunde des Alpenraumes vom 6. bis zum Beginn des 4. Jh. v. Chr. Basel 1998[20].
  • Simona Martinoli und andere: Arbedo. In: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 18, 22, 38, 59, 60, 61, ISBN 978-88-7713-482-0.
  • Martin Peter Schindler, Giuseppe Chiesi: Arbedo-Castione. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Alain François Berlincourt: Schlacht bei Arbedo. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aldo Crivelli: Ripostiglio di un fonditore di bronzi dell’epoca del Ferro ad Arbedo. In: Rivista Storica Ticinese, Anno 9, N. 1-6, Gennaio-Dicembre 1946, Istituto Editoriale Ticinese, Bellinzona 1946, S. 1221.
  2. Martin Peter Schindler: Il ripostiglio di bronzi del V sec. a.C. di Arbedo. (italienisch) auf e-periodica.ch (abgerufen am 15. Januar 2017).
  3. Arbedo (Schlacht bei) auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 28. Mai 2017).
  4. Castione-Arbedo Fusion (italienisch) auf arbedocastione.ch (abgerufen am: 2. März 2018.)
  5. a b c d e Simona Martinoli und andere: Guida d'arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 59–60.
  6. Pfarrkirche Santa Maria Assunta (Foto)
  7. Kirche San Paolo genannt Chiesa Rossa
  8. Kirche San Paolo
  9. Kirche San Paolo (Foto)
  10. Pfarrkirche San Giuseppe (Foto)
  11. Mulino Erbetta (Foto)
  12. A.C.: Osservazioni sulla necropoli di Cerinasca d’Arbedo. In: Rivista Storica Ticinese, Anno 9, N. 1-6, Gennaio-Dicembre 1946, Istituto Editoriale Ticinese, Bellinzona 1946, S. 1229.
  13. Pietro Beltramello. In: Sikart
  14. Calogero Mancuso (italienisch) auf ricercamusica.ch/dizionario/ (abgerufen am: 19. Dezember 2017.)
  15. Felice Filippini (italienisch) in bibliomedia.ch
  16. Felice Filippini auf ticinarte.ch
  17. Renato Lafranchi
  18. Carlo Castelli auf theaterwissenschaft.ch
  19. Unione Sportiva Arbedo
  20. Martin P. Schindler: Der Depotfund von Arbedo TI und die Bronzedepotfunde des Alpenraumes vom 6. bis zum Beginn des 4. Jh. v. Chr.