Arbeit (Philosophie)

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Die Arbeit im philosophischen Sinn erfasst alle Prozesse der bewussten schöpferischen Auseinandersetzung des Menschen. Sinngeber dieser Prozesse sind die selbstbestimmt und eigenverantwortlich handelnden Menschen mit ihren individuellen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Anschauungen im Rahmen der aktuellen Naturgegebenheiten und gesellschaftlichen Arbeitsbedingungen.

Wortgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Ansicht von Otfried Höffe[1] stammt das Wort von lateinisch arvus für Ackerland als Ausdruck für dessen Bearbeitung. Das Wort Arbeit entwickelte sich aus dem Althochdeutschen arabeit über das Mittelhochdeutsche arebeit, die oft in den Bedeutungen Mühsal und Not stehen.[2] Es wird eine Verwandtschaft zum Altkirchenslawischen rabota (von rabu = ‚Knecht, Leibeigener‘) vermutet‚ das sich mit Knechtsarbeit oder Frondienst übersetzen lässt[2] und aus dem im 20. Jahrhundert das Wort Roboter gebildet wurde.[3] Der vorphilosophische Sprachgebrauch hatte drei Bedeutungen:

  1. Arbeit als Mühsal, im Gegensatz zur Muße[4]
  2. Arbeit als Tätigkeit zur Sicherung des Lebensunterhaltes und zur Verbesserung der Lebensbedingungen
  3. Arbeit als Resultat dieser Anstrengungen: als Leistung, Werk.[1]

Im heutigen Sprachgebrauch meint Arbeit im anthropologischen und philosophischen Sinn die „Tätigkeit des Menschen in Abhängigkeit von Natur und natürlicher Bedürftigkeit zum Zweck der Lebensunterhaltung und -verbesserung.“[2]

Zweck und Ziel der Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mensch, der zunächst für den Lebensunterhalt tätig ist, will für sich mittels gemeinschaftlicher Arbeit auch gesellschaftliche Anerkennung und ein sinnvolles Leben erreichen. Die Tätigkeit des Künstlers ist ein Beispiel dafür, dass Arbeit im materiellen Sinn auch zweckfrei erscheinen kann. Nach der Dialektik Hegels steht der Mensch bei der Arbeit stets im Widerspruch verschiedener Ziele:

  1. die individuelle Befriedigung seiner materiellen Bedürfnisse,
  2. die Reproduktion seiner natürlichen und gesellschaftlichen Lebensbedingungen,
  3. die Absicherung und Verbesserung des erworbenen sozialen Status für sich selbst, die eigene Familie, seine Freunde, Milieugruppe und soziale Klasse,
  4. die Mitwirkung und Teilhabe an Innovationen, kulturellen und künstlerischen Ereignissen, neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Entdeckungen und an der Entwicklung der politischen und sozialen Verhältnisse in der Gesellschaft.

Damit befindet sich ein arbeitender Mensch mehr oder weniger in Konkurrenz zu Menschen in anderen sozialen Gruppen, wobei der Begriff der Arbeit selbst einem geschichtlichen Wandel unterliegt.[5] Heute wird die menschliche Arbeit im Wesentlichen nicht in der Ausübung vereinzelter individueller Tätigkeiten gesehen, sondern umfasst immer das intersubjektive Zusammenwirken der Menschen in gemeinschaftlichen „Arbeits- und Handlungssystemen“.

Arbeit als Gegenstand philosophischer Theorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wer sich mit dem Begriff „Arbeit“ vom philosophischen Standpunkt aus beschäftigt, stößt auf ein Dilemma: Obwohl die „Arbeit“ in ihrer Formenvielfalt eine Konstante des menschlichen Daseins ist, gibt es nur wenige namhafte Philosophen, die sie aus der Ökonomie, Ethik oder Theologie herausgehoben haben. Die Philosophen entwickelten gemäß den Epochen, in denen sie lebten, historisch unterschiedliche Auffassungen vom Arbeitsbegriff. Überwiegend wird Arbeit als Synonym für „Anstrengung“, „Bemühung“, „Beruf“, „Tätigkeit“, „Tun“ oder „Tat“, „nützliches Handeln“, „Interaktion“, „Produktion“, „Erwerbstätigkeit“, „Dienst für die Gemeinschaft“ usw. partiell abgehandelt (vgl. Arbeitssoziologie).

Antike und Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platon sah für die von ihm empfohlene bewusste schöpferische Auseinandersetzung mit der Natur und der Gesellschaft nicht die physisch-handwerkliche Tätigkeit, sondern die geistig-kontemplative Muße als Grundbedingung. Von der Antike bis ins Mittelalter war die Meinung verbreitet, dass nur wer sich alltäglichen Mühen und Arbeitszwängen entziehe, die für seine geistigen Bedürfnisse benötigte Zeit habe und den Kopf frei habe für neue Erkenntnisse und kreatives Handeln, und dass der so Privilegierte dem göttlichen Bereich näher sei als der zu ökonomischen Tätigkeiten gezwungene Mensch. Varianten dieser Auffassung werden heute noch mit der Begründung vertreten, dass unter Zwang die Kreativität und der Bedürfnisbezug der Arbeit verloren gehe. Aristoteles führte unter seinen Kategorien eine philosophische Kategorie im Sinne von „Tun oder Bewirken“ ein, wobei er aber nicht speziell an Arbeit im neuzeitlichen Sinne dachte. Vielmehr bezogen sich seine handlungstheoretischen Betrachtungen wie bei anderen antiken Philosophen hauptsächlich auf die Angehörigen der geistigen, politischen und militärischen Aristokratie und deren Anstrengungen zur Erlangung damals anerkannter Tugenden. Wissenschaftliche Forschung und Lehre, die nach modernem Verständnis eine Form von Arbeit ist, betrachtete Aristoteles als besonders vornehme Betätigungsmöglichkeit in der Muße.[6] In den Selbstbetrachtungen stellte Mark Aurel die Arbeit in den ethischen Zusammenhang des stoischen lebenslangen Bemühens um Selbstformung.[7]

Das mühsame, oft von wirtschaftlicher Not geprägte Schaffen der manuell arbeitenden Menschen wurde von den Philosophen der Antike als selbstverständliche Tatsache hingenommen und nicht problematisiert. Diese Arbeit und die Ausbeutung der Sklaven wurden im Wesentlichen nur in Verbindung mit rechtlichen, ethischen und ökonomischen Fragen abgehandelt, die die originäre Okkupation der Arbeits-Ressourcen und -Erzeugnisse betrafen. Ein Sklave wurde — wie im Römischen Recht kodifiziert — juristisch nicht als Mensch betrachtet, sondern neben Grund und Boden, Vieh oder sonstigen Ressourcen als Sache im Eigentum eines freien, ihn beherrschenden Menschen.[8]

Im Mittelalter und während der Reformation wurden in Europa meist theologische Debatten über die Arbeit geführt. Gelehrte diskutierten über die Frage, ob manuelle Arbeit den Menschen von der Gottessuche abhalte oder als Form des Gottesdienstes anzusehen sei. Diese Thematik erörterten u. a. Augustinus, Benedikt von Nursia, Meister Eckhart, Johannes Calvin und Martin Luther. Mit Bezug auf Paulus von Tarsus und den 2. Thessalonicherbrief wurden dabei unterschiedliche, teils widersprüchliche Auffassungen zu dem Satz entwickelt: „Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen.“ [9]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Philosophen des 18. und 19. Jahrhunderts definierten die Arbeit moralphilosophisch und erklärten sie zur sittlichen Pflicht und Existenzbedingung des menschlichen Daseins (vgl. Immanuel Kant, Johann Gottfried Herder oder Johann Gottlieb Fichte). Gleichzeitig kamen zunehmend ökonomische und sozialwissenschaftliche Zusammenhänge ins Blickfeld. Ein zentrales Thema waren dabei die beiden traditionellen Auffassungen zum ursprünglichen Eigentumserwerb: die Okkupationstheorie und die Arbeitstheorie (vgl. David Hume, John Locke, Adam Smith, David Ricardo, Charles Fourier, Henri de Saint-Simon, Pierre-Joseph Proudhon).

Hegel versuchte, mit den „Kategorien von »Arbeit« und »Tausch« die ganze bürgerliche Gesellschaft ihrer ökonomischen Struktur nach“ zu erfassen.[10] Karl Marx und Friedrich Engels gingen mit ihrer Gesellschaftsanalyse und Kritik der politischen Ökonomie weiter: „An die Stelle des göttlichen Absoluten bei Hegel tritt bei Marx das materiell-ökonomische Absolute des Produktionsprozesses bzw. der Arbeit als die alles begründende Wirklichkeit.“[11] In einem Aufsatz über den „Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen“ schreibt Friedrich Engels: „Die Arbeit ist die Quelle allen Reichtums, sagen die politischen Ökonomen. Sie ist dies - neben der Natur, die ihr den Stoff liefert, den sie in Reichtum verwandelt. Aber sie ist noch unendlich mehr als dies. Sie ist die erste Grundbedingung alles menschlichen Lebens, und zwar in einem solchen Grade, daß wir in gewissem Sinn sagen müssen: Sie hat den Menschen selbst geschaffen.“[12] Wie Hegel definieren Marx und Engels den Freiheitsbegriff als Einsicht in die Notwendigkeit[13][14] und heben damit den aus freiem Willen handelnden Menschen, dem die Arbeit ein notwendiges Lebensbedürfnis ist, aus der Masse jener heraus, die unter Zwang als Vasallen, Hörige oder gar Sklaven ausgebeutet werden. Friedrich Nietzsche nahm 1882 in seinem aphoristischen Werk Die fröhliche Wissenschaft ironischen Bezug auf die Debatte des 19. Jahrhunderts über selbst- und fremdbestimmte Arbeit:

„Die Arbeit bekommt immer mehr alles gute Gewissen auf ihre Seite: Der Hang zur Freude nennt sich bereits „Bedürfniss der Erholung“ und fängt an, sich vor sich selber zu schämen. „Man ist es seiner Gesundheit schuldig“ — so redet man, wenn man auf einer Landpartie ertappt wird. Ja, es könnte bald so weit kommen, dass man einem Hange zur vita contemplativa (das heißt zum Spazierengehen mit Gedanken und Freunden) nicht ohne Selbstverachtung und schlechtes Gewissen nachgäbe.“

Friedrich Nietzsche

In Auseinandersetzung mit den Theorien des 19. Jahrhunderts über den Arbeitsbegriff als ökonomische und philosophische Kategorie sind zahlreiche Philosopheme zur Arbeit entwickelt worden (vgl. John Dewey, Max Weber, Max Scheler, Ernst Bloch, Georg Lukács u. a.).

Hannah Arendt sieht die Arbeit nicht in Verbindung mit dem Freiheitsbegriff, sondern als Zwang zur Erhaltung des Lebens, dem der Mensch von der Geburt bis zum Tod ständig unterliegt. In ihrem Werk „Vita activa oder Vom tätigen Leben“ unterscheidet Hannah Arendt drei Tätigkeiten: Arbeiten, Herstellen und Handeln. Ohne Geräte und Werkzeuge, die der Mensch herstellt, „um die Arbeit zu erleichtern und die Arbeitszeit zu verkürzen, könnte auch menschliches Leben nichts sein als Mühe und Arbeit.“[15] Das „Animal laborans“ ist dasjenige Wesen, das nur arbeitet. Für das Animal laborans ist es „wie ein Wunder, daß es als Mensch auch und zugleich ein Wesen ist, das eine Welt kennt und bewohnt; vom Standpunkt des Homo fabers ist es wie ein Wunder, wie eine Offenbarung eines Göttlichen, daß es in dieser von ihm hergestellten Welt so etwas wie Sinn geben soll.“[16] Für Arendt stellen das Handeln und Sprechen die „höchsten und menschlichsten Tätigkeiten der Vita activa“ dar.[17] Unter dem Arbeitsbegriff subsumiert sie die individuellen Tätigkeiten, die unmittelbar zur Herstellung materieller Güter notwendig sind und die durch das interaktive, kommunikative Handeln der Menschen dominiert und gesellschaftlich vermittelt werden. Durch die begriffliche Reduktion der Arbeit auf Tätigkeiten vereinzelter Individuen, weitgehend abstrahiert von der gesellschaftlich notwendigen Organisation und Kommunikation in Arbeitsprozessen, wird unwillkürlich die Entfremdung der Arbeit aufgedeckt.[18] Dazu schreibt Arendt: „(In) ihrem letzten Stadium verwandelt sich die Arbeitsgesellschaft in eine Gesellschaft von Jobholdern, und diese verlangt von denen, die ihr zugehören, kaum mehr als ein automatisches Funktionieren, als sei das Leben des Einzelnen bereits völlig untergetaucht in den Strom des Lebensprozesses, der die Gattung beherrscht, und als bestehe die einzige aktive, individuelle Entscheidung nur noch darin, sich selbst gleichsam loszulassen, seine Individualität aufzugeben, bzw. die Empfindungen zu betäuben, welche noch die Mühe und Not des Lebens registrieren, um dann völlig „beruhigt“ desto besser und reibungsloser „funktionieren“ zu können.“[19]

Jürgen Habermas kommt im Anschluss an seine Hegel-Interpretation 1968[20] auf die offene Frage zum Verhältnis von Arbeit und Interaktion. Auch er beantwortet diese Frage später in seinem Hauptwerk „Theorie des kommunikativen Handelns“ zugunsten des „Kommunikationsparadigmas“. Die fragwürdige Trennung von „Arbeit und Interaktion“ bzw. „Produktion und Kommunikation“ und die a priori Setzung der Kommunikationsbeziehungen löst nur scheinbar ein philosophisches Henne-Ei-Problem: Sprechen Menschen in Arbeits- und Handlungssystemen miteinander, weil sie gemeinsam arbeiten, oder arbeiten sie gemeinsam, weil sie miteinander sprechen wollen? Arendt und Habermas reduzieren den Arbeitsbegriff mehr oder weniger auf praktische Tätigkeiten, deren sinnvolle Ausführung nur im Rahmen vorherrschender Kommunikationsprozesse denkbar ist. Dazu formuliert Rudolf Bahro: „Der größte Teil < … > der geistigen Arbeit resultiert aus der technischen Arbeitsteilung innerhalb der Produktion und der Informationsverarbeitung. < .. > Die organisatorische Beherrschung arbeitsteiliger Kooperation ist von Anfang an ein Informationsproblem < … >, das als Verhältnis von Personen in Erscheinung tritt. Die Hierarchie der Arbeitsleitung drückt institutionell die Hierarchie der informationellen Kopplungen aus < … >. Herrschaft, Ausbeutung und Entfremdung sind Begriffe, deren Realgehalt gerade vor diesem allgemeinen Hintergrund ein und derselbe ist < … >. Gegenwärtig geht es um die entscheidende vertikale Arbeitsteilung, um die Tendenz zur Polarisierung < … > in einen stofflich-energetischen und einen ihm steuernd und regelnd übergeordneten informationellen Prozeß.“[21] Bahro vermutet in der Überwindung der »vertikalen Arbeitsteilung« einen Weg, um allen Menschen eine gerechte Mitwirkung und Teilhabe in ihren Arbeits- und Handlungssystemen zu ermöglichen.

Im Spannungsfeld von Arbeit und dialogischer Interaktion bewegt sich auch die Praxisphilosophie des marxistischen Philosophen Helmut Seidel. „(Er) geht davon aus, dass die vernünftige Reproduktion eines humanen Daseins von der Arbeit im Sinne der grundlegenden, elementaren Tätigkeitsform des Menschen, dem bewussten Handeln, abhängig ist, und dass die formale, abstrakte Arbeit als elementare Gattungstätigkeit jedes einzelnen, als einfachste und allen gemeinsame Lebenstätigkeit ein sinnvolles und anerkanntes Dasein des Menschen erst ermöglicht.“[22] Wilhelm Schmid kommt als Philosoph der Lebenskunst in einem Vortrag über Work-Life-Balance unter anderen Prämissen zu ähnlichen Schlussfolgerungen: „Arbeit ist all das, was ich in Bezug auf mich und mein Leben leiste, um ein schönes und bejahenswertes Leben führen zu können. < … > Erstrebenswert erscheint jedoch, in jeder Arbeit „Fülle“ und „Erfüllung“ erfahren zu können, aufgrund der vielfältigen Vernetzung mit Anderen, nicht allein für sich sein zu müssen, sondern „unter Menschen sein“ zu können; aufgrund der Vielzahl von Erfahrungen, die den Spielraum des Selbst erheblich erweitern; aufgrund von Herausforderungen, die gesucht und angenommen werden, in denen das Selbst wachsen und sich um Exzellenz bemühen kann.“[23]

Für Systemtheoretiker ist „menschliche Arbeit“ ein abstrakter Begriff für die von Menschen bewusst ausgeführten Interaktionen und Handlungen in sozialen und soziotechnischen Systemen, welcher Art auch immer diese Arbeitssysteme sein mögen. Der soziologische Systembegriff geht auf Talcott Parsons zurück, der in Handlungen (Arbeitsprozessen) die konstitutiven Elemente sozialer Systeme erkannte. Abweichend davon sieht Niklas Luhmann in den Kommunikationsbeziehungen die bestimmenden Elemente und hebt diese aus den Handlungen hervor. Mit dieser Auffassung ist Luhmann in der Tendenz idealistisch und leugnet die Tatsache, dass Kommunikationsprozesse als Teil übergeordneter Arbeitsprozesse zwar notwendige, aber keine hinreichenden Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung sozialer Systeme sind.

Historischer Aspekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Menschen setzen die Produktivkräfte ihrer Gesellschaftssysteme in „Arbeitsprozessen“ frei. Sie gestalten diese Prozesse „arbeitsteilig“ nach den Regeln und Gesetzen der Systeme, in denen sie jeweils leben und zusammenarbeiten. Dabei bewegen sie sich in Strukturen, in denen sie die Aneignung und Nutzung der Arbeits-Ressourcen und die Verteilung der Arbeits-Resultate – je nach Kultur oder Staatsform – geordnet haben. Die Marxsche Geschichtsphilosophie misst der vorherrschenden Produktionsweise, das heißt der Ökonomie die prägende Rolle zu. Max Weber geht von der Annahme aus, dass der historische Prozess durch das Zusammenwirken von Herrschaft, Kultur und Ökonomie geprägt wird, wobei der Einfluss epochenspezifisch unterschiedlich stark sein kann. Tendenziell sieht Weber Herrschaft als die dominierende anthropologische Universale.[24] Ungeachtet der unterschiedlichen philosophischen Anschauungen durchdringt und verbindet die Arbeit alle Dimensionen des gesellschaftlichen Lebens und nimmt dabei ihre epochengemäße, historische Form an.

Gemeinschaften der Jäger und Sammler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich entwickelten sich die Arbeits- und Handlungssysteme der anatomisch modernen Menschen (Homo sapiens) innerhalb der Hordengesellschaft. Mit der allmählichen „Aneignung der Natur“ begann der Übergang zum abstrakten Denken in Wechselwirkung mit der sich gleichzeitig herausbildenden Sprache:

„Arbeit zuerst, nach und dann mit ihr die Sprache - das sind die beiden wesentlichen Antriebe, unter deren Einfluß das Gehirn eines Affen in das bei aller Ähnlichkeit weit größere und vollkommnere eines Menschen allmählich übergegangen ist. Mit der Fortbildung des Gehirns ging Hand in Hand die Fortbildung seiner nächsten Werkzeuge, der Sinnesorgane ...“

Friedrich Engels: Dialektik der Natur

Die im Paläolithikum in Horden umherstreifenden Menschen, die „bei nomadisierender Lebensweise und vorwiegender Okkupationswirtschaft“[25] die notwendigen Nahrungsmittel ausschließlich oder überwiegend durch die gemeinschaftliche Aneignung und Verteilung der Naturreichtümer gewannen, waren auf ihren Beutezügen an die jeweiligen Naturgegebenheiten gebunden. Längerfristige klimatische Entwicklungen, erschöpfte Jagdgründe, Auseinandersetzungen mit anderen Horden u. a. m. zwangen die Menschen, neue Lebensräume zu erkunden. Auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen zogen die Horden weiter und ließen sich in regelmäßig wechselnden, oder auch neu entdeckten Siedlungsgebieten nieder. Über „Jahrhunderttausende“[26] eroberten die Menschen auf der Suche nach Nahrungsmitteln und sonstigen natürlichen Reichtümern neue Lebensräume. Bis zum ausgehenden Jungpaläolithikum hatten diese nomadisierenden Jäger und Sammler im Zeitraum von mehr als 100.000 Jahren mit Ausnahme der Antarktis alle Kontinente besiedelt (siehe Ausbreitung des Menschen). Neben der Anpassungsleistung an die Lebens- und Arbeitsbedingungen in unterschiedlichen Klimazonen entdeckten und verfeinerten die Menschen während dieser Jahrtausende ihre Methoden zur Ausbeutung der Natur und zur Durchsetzung gemeinschaftlicher Interessen gegen innere und äußere Feinde. Das betraf nicht nur die organisierte Vorbereitung und Durchführung gemeinschaftlicher Unternehmungen, sondern auch die Verwendung des Feuers, die Herstellung und Nutzung neuartiger oder verbesserter Kleidung, Werkzeuge, Jagd- und Kampfwaffen, Vorrats- und Transportbehältnisse oder die Errichtung befestigter Lagerplätze und Behausungen. Im Neolithikum begannen die Jäger- und Sammler sich durch Domestizierung nützlicher Tiere und Pflanzen und Herden-begleitende Viehwirtschaft nach und nach auf agrikulturelle Produktionsmethoden umzustellen. Mit zunehmender Differenzierung der Arbeitsprozesse entwickelten sich neue kulturbildende Arbeitsfelder und Traditionen. Die Phänotypen der natürlichen Evolution, die vor allem äußere Merkmale der Menschen variierten, wie z. B. Hautfarbe oder Körperbau, wurden überlagert von kulturellen Variationen der sich herausbildenden Stämme und Völker. Grundlegend war dabei die Entwicklung der Sprachen, die den inneren Zusammenhalt der Gemeinschaften durch Rituale, Kunst und sonstige kommunikative Handlungen und Interaktionen verstärkten, wie zum Beispiel

  • Initiations- und Machtrituale, Bestattungskulte,
  • Freundschafts-, Versöhnungs-, Heiratszeremonien,
  • Heilungs-, Schadens- oder Verdammungszauber,
  • künstlerische Ausdrucksformen, Tanz, Musik, Ornamentik, Bilder, Skulpturen etc.,
  • Erzählungen von Abstammungs-, Jagd-, Kampf- und Überlebensmythen.

In den Stammesgemeinschaften und späteren Hochkulturen entwickelten sich metaphysische Vorstellungen, auf deren Grundlage das Schamanen- und Priestertum religiöse Kulte in die schöpferische Auseinandersetzung des Menschen einführte.

Agrargesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lebensweise der Menschen beruhte solange auf „aneignenden Produktionszweigen“[27] und ursprünglicher Okkupationswirtschaft, bis es den Menschen durch die Entwicklung und Anwendung agrikultureller Produktionsmethoden gelang, die Natur nach und nach ihren Lebensbedürfnissen anzupassen und die notwendigen Lebensmittel in festen Siedlungsgebieten ausreichend selbst zu erzeugen[28]. Im Zuge der „Neolithischen Revolution“ entwickelten sich die Arbeits- und Handlungssysteme der Bauern- und Hirtenvölker.

„Diese Revolution, meint Toynbee, bedeutete, dass die Menschheit nicht länger nur ein Schmarotzer der Natur war […] Die Menschen hingen nicht länger von den Unwägbarkeiten der Wanderungen der Tiere und der zufälligen Verteilung der Pflanzen ab, sondern begannen die Nahrung zu produzieren, anstatt sie einfach zu sammeln. Produzieren bedeutet Planung, Vorsorge, und Selbstbeherrschung, das Planen von Ernten […] weit in die Zukunft hinein und den Abschied vom impulsiven Von-Tag-zu Tag-Leben.“

Baden Eunson: Betriebspsychologie. 1990[29]

Infolge der zunehmend ortsfesten Produktion entstanden Dorfgemeinschaften. Neue Methoden der Bodenbewirtschaftung und Viehhaltung führten zu Nahrungsmittelüberschüssen, sodass spezialisierte Arbeiter beschäftigt und ernährt werden konnten. Diese erzeugten Waren und Dienstleistungen, die nicht für den sofortigen Verbrauch bestimmt waren. Neben handwerklichen Bereichen in der Nahrungsmittelveredlung, der Holz- und Steinbearbeitung, der Metallgewinnung, der Textil-, Keramik-, Werkzeug- und Waffenherstellung, etc. entstanden sekundäre Arbeitssysteme, wie die des Handels (Transport, Lagerung und Warentausch), der Kommunikation (Schreib-, Botendienste), der Gefahrenabwehr (Militär- und Wachdienste), der Bildung und Kultur, der Organisation, Administration und Herrschaft. Die Zentralisierung der Handels-, Kultur-, Schutz- und Administrationsfunktionen führte zur Urbanisierung und Herausbildung der Politik. Mit fortschreitender Arbeitsteilung entwickelten sich Ständegesellschaften und mit der Konzentration der Schutz- und Herrschaftsfunktionen Staatsformen, die das soziale Leben bis in die Gegenwart bestimmen. Die agrikulturelle Revolution änderte die Arbeits- und Lebensweise der Menschen radikal. „Es brauchte Tausende von Jahren, bis die neuen Techniken und Wertesysteme dieser Revolution alle Teile des Erdballs durchdrungen hatten.“[30]

Industriegesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Renaissance waren in Europa die agrikulturellen und handwerklichen Produktionsmethoden, wie sie sich im Verlauf des Mittelalters entfaltet hatten, vorherrschend. Die schon in der Arbeitsteilung der Agrargesellschaft angelegte Ständeordnung trug wesentlich dazu bei, dass zwischen niederwertiger und höherwertiger Arbeit unterschieden wurde – ein Begriffsverständnis, das sich bis heute erhalten hat.[31] Ausgehend von Norditalien, England und Frankreich begann im 17. Jahrhundert die Zergliederung und Verfeinerung handwerklicher Tätigkeiten in Manufakturen. In der Landwirtschaft entwickelten sich auf Basis des Großgrundbesitzes neue, arbeitsteiligere Produktionsmethoden. Die Lohnarbeit wurde zur bestimmenden Lebensgrundlage der Manufaktur- und Landarbeiter und deren Familien. Im späten 18. Jahrhundert kam es zu einer Welle gravierender soziotechnischer Durchbrüche. Erfindungen, wie der mechanische Webstuhl, die Dampfmaschine oder das Puddelverfahren zur Stahlherstellung lösten in Europa die industrielle Revolution aus. Sie ist bis ins späte 19. Jahrhundert hauptsächlich gekennzeichnet durch:

  1. den Ersatz tierischer Kraft durch unbelebte (insbesondere Wasser- und Dampfkraft);
  2. den Ersatz menschlicher Fertigkeit und Kraft durch Maschinen;
  3. die Erfindung und Einführung neuer Methoden zur Ur- und Umformung von Materie (Eisen, Stahl, industrielle Chemikalien);
  4. die Organisierung von Arbeit in großen, zentral mit Kraft versorgten Fabriken, was die unmittelbare Kontrolle der Produktionsprozesse und eine effizientere Arbeitsteilung erlaubte.[32]

Wirtschaftshistoriker bezeichnen diese Periode der Industrialisierung auch als die erste industrielle Revolution. Technische Neuerungen im späten 19. Jahrhundert, wie die Kohle-, Farben- und Düngemittelchemie, der Verbrennungsmotor, das Automobil, Erdölprodukte, Elektrotechnik, Telegrafie, Fernsprechtechnik, Fotografie u. a. m., leiteten die zweite industrielle Revolution ein. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts sorgten betriebswirtschaftliche Innovationen, für die hier stellvertretend F. W. Taylor und Henry Ford stehen, für arbeitsorganisatorische Entwicklungen, die in den Fabriken zu zeit- und ablaufoptimierten Arbeitsbereichen führten. Es entstanden dabei viele Arbeitsplätze, an denen in monotoner Abfolge immer wieder die gleichen, einfachen Handgriffe zu erledigen waren. Mitte des 20. Jahrhunderts begann die dritte industrielle Revolution mit weiteren Innovationen, wie Mechanisierung der Landwirtschaft, Leichtmetall- und Kunststofftechnik, Elektronik, Computertechnik, Nanotechnik, Atomphysik, Weltraumforschung, etc. Im Zuge der fortschreitenden Automatisierung und CIM-Technologien begann der Abbau der Arbeitsplätze, die vom Fordismus bzw. Taylorismus geprägt nur einfachste, mental anforderungsarme Tätigkeiten beinhalten. Mit der zunehmenden Nutzung des Internets in den globalisierten Arbeits- und Handlungssystemen des 21. Jahrhunderts ist die vierte industrielle Revolution eingeleitet, für die in Deutschland der Begriff Industrie 4.0 steht. „Welche Terminologie man auch immer benutzt, es ist offensichtlich, dass das Tempo historischer Veränderungen zunimmt. Während die agrikulturelle Revolution Tausende von Jahren benötigte, um sich über den Erdball auszubreiten, brauchten die industriellen Revolutionen nur wenige Jahrhunderte oder Jahrzehnte, um ähnliche Veränderungen zu bewirken.“[33]

Gegenwart und Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute existieren weltweit immer noch vielfältige Formen der ursprünglichen Okkupationswirtschaft, der agrikulturellen Subsistenzwirtschaft und der entwickelten industriellen Marktwirtschaft nebeneinander. Dabei beschleunigt sich die gesellschaftliche Arbeitsteilung weiter, was an der fortschreitenden Auffächerung spezialisierter und kombinierter Wissenschaftsdisziplinen und qualifizierter Ausbildungsberufe zu beobachten ist. Mit den daraus entstandenen kulturellen und technischen Entwicklungen ist es den Menschen nicht nur gelungen, sich in der Natur zu behaupten, sondern die Produktivität dermaßen zu steigern, dass aus dem Wachstum eine ernste Gefahr für den weiteren Bestand der Menschheit geworden ist. Dieser Aspekt der Arbeit rückt seit Mitte des 20. Jahrhunderts ins Bewusstsein der Menschen, die die ökologischen Grenzen des Wachstums erforschen und einhalten wollen.[34]

Eine besondere Rolle spielt die Entwicklung der Technik. Der Mensch setzt in Arbeitsprozessen – je nach Können und Vermögen – außer seiner Arbeitskraft die leistungsstärksten, neuesten Arbeitsmittel ein, um die Qualität und Produktivität seiner Arbeit sicherzustellen oder zu steigern. Je technisierter und vernetzter die Arbeitsmittel in soziotechnischen Systemen jedoch sind, umso weniger menschliche Arbeitskraft wird in den Arbeitsprozessen anteilig benötigt. Dadurch entsteht Arbeitslosigkeit. Objektiv gesehen sind Menschen auch in Lebenssituationen der sogenannten Arbeitslosigkeit nicht arbeitslos, sondern erwerbslos. Unter marktwirtschaftlichen Bedingungen gibt es immer wieder strukturelle Gründe für „erwerbsbezogene Arbeitslosigkeit“, zum Beispiel durch Substitutionskonkurrenz, Produktivitätssteigerungen oder infolge zunehmender Automatisierung. In solchen Krisensituationen wird ein Teil der Bevölkerung von der Erwerbsarbeit ausgegrenzt. Die Überwindung dieser Zustände wird als eine der Hauptaufgaben verantwortungsvoller Staatsführungen angesehen. Hannah Arendt formulierte schon 1958 folgende These:

„Was uns bevorsteht, ist die Aussicht auf eine Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgegangen ist, also die einzige Tätigkeit, auf die sie sich noch versteht. Was könnte verhängnisvoller sein?“

Hannah Arendt: Vita activa oder Vom tätigen Leben

Im Industriezeitalter haben die Staaten Organisationsformen entwickelt, um die Aneignung und Nutzung der Arbeits-Ressourcen und die Verteilung der Arbeits-Resultate durch institutionalisierte Arbeitskämpfe sozial gerechter und volkswirtschaftlich effektiver zu gestalten. Die Geschichte der Arbeitskämpfe zeigt, dass die Reduzierung und Flexibilisierung der Arbeitszeit probate Wege zur mittelfristigen Umverteilung der Erwerbsarbeit und zur Überwindung der Massen-Arbeitslosigkeit sind. Außerdem gilt es noch brachliegende oder neue Felder der Erwerbsarbeit für die Gesellschaft zu erschließen, zum Beispiel im Erziehungs-, Bildungs- und Gesundheitswesen, in Wissenschaft und Forschung oder in der Umwelttechnik. Im internationalen Rahmen bietet auch die Eroberung des Weltraums ein großes Arbeitsfeld, um extraterrestrische Ressourcen zu erkunden und zu nutzen.

Schlussendlich gilt für die philosophische „Kategorie Arbeit“, was Karl Popper in „Die Offene Gesellschaft und ihre Feinde“ intendierte: Der selbstbestimmt und eigenverantwortlich handelnde Mensch ist eine allgemeingültige Grundbedingung für die „bewusste schöpferische Auseinandersetzung mit der Natur und der Gesellschaft“. Sklaven, Zwangsarbeiter oder im Kadavergehorsam verhaftete Soldaten nehmen im Rahmen von Aufträgen oder Befehlen die Rolle fremdbestimmter Arbeitsmittel und Waffen ein, die ihren Macht- und Befehlshabern mit Körperkraft und Intelligenz nützliche Dienste erweisen. Gemäß ihrem Verständnis von Arbeit sahen die Römer in ihren Sklaven keine Menschen, sondern „sprechende Werkzeuge“. Die Hypothese, der Mensch könne sich irgendwann von der Arbeit befreien und bewusst und selbstbestimmt leben, ohne sich mit der Natur und der Gesellschaft auseinander zu setzen, also ohne zu arbeiten, kann im Popperschen Sinne als hinreichend falsifiziert gesehen werden.

Die Sichtweise des Marxismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Marx und Friedrich Engels analysierten die Arbeit unter philosophischen, entwicklungsgeschichtlichen und ökonomischen Aspekten. Eine ausführliche Darstellung findet sich in Das Kapital Band I, fünftes Kapitel:

„Die Arbeit ist zunächst ein Prozeß zwischen Mensch und Natur, ein Prozeß, worin der Mensch seinen Stoffwechsel mit der Natur durch seine eigne Tat vermittelt, regelt und kontrolliert. Er tritt dem Naturstoff selbst als Naturmacht gegenüber. Die seiner Leiblichkeit angehörigen Naturkräfte, Arme und Beine, Kopf und Hand, setzt er in Bewegung, um sich den Naturstoff in einer für sein eignes Leben brauchbaren Form anzueignen. Indem er durch diese Bewegung auf die Natur außer ihm wirkt und sie verändert, verändert er zugleich seine eigne Natur. Er entwickelt die in ihr schlummernden Potenzen und unterwirft das Spiel ihrer Kräfte seiner eignen Botmäßigkeit.“[35]

Einige Arbeitsaspekte und -begriffe, die Karl Marx in den Schriften Zur Kritik der politischen Ökonomie und in seinem Hauptwerk Das Kapital verwendet, sind bis heute Gegenstand philosophischer, sozialwissenschaftlicher und politischer Diskurse.

Konkrete Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbeitende Menschen führen immer wirkliche, das heißt konkrete Tätigkeiten aus und leisten damit i. d. R. zweckmäßige, zielgerichtete konkrete Arbeit. Marx nennt diese „konkret-nützliche Arbeit“. Entsprechend den Fähigkeiten, Qualifikationen bzw. Fertigkeiten und Bedürfnissen des Einzelnen und seiner individuellen Lebenssituation ist konkrete Arbeit nach Form und Inhalt unendlich vielfältig. Auch unter dem Aspekt der individuellen Zweckmäßigkeit und Zielsetzung bestimmt der tätige Mensch, welche konkrete Arbeit durch ihn zu leisten ist. Konkrete Arbeit erfordert den Einsatz seiner Arbeitskraft – das bedeutet stets ein gewisses Quantum an „lebendiger“ Arbeit – sowie die Bereitstellung und Nutzung „vergegenständlichter“ Arbeit in Form notwendiger Produktionsmittel. Durch den Gebrauch und die Verarbeitung der Produktionsmittel entstehen ihm dabei in der warenproduzierenden Gesellschaft Kosten; dafür gehören ihm die Produkte seiner konkreten Arbeit. Als Eigentümer des Arbeitsergebnisses verfügt er – je nach Grad der Zielerreichung – über einen Gebrauchswert. Über die „konkret-nützliche Arbeit“ schreibt Marx:

„Als Bildnerin von Gebrauchswerten, als nützliche Arbeit, ist die Arbeit daher eine von allen Gesellschaftsformen unabhängige Existenzbedingung des Menschen, ewige Naturnotwendigkeit, um den Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur, also das menschliche Leben, zu vermitteln.“[36]

Abstrakte Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der von Marx postulierte „Doppelcharakter der in den Waren dargestellten Arbeit“ beruht auf der Tatsache, dass der mittels konkreter Arbeit (s. o.) geschaffene Gebrauchswert einer Ware zwar die Grundvoraussetzung für deren Vermarktbarkeit darstellt, damit aber noch keine Aussage über die Höhe des Tauschwerts vorliegt. Der materialistischen Weltsicht zufolge entspringt jedoch auch der Tauschwert einer Ware primär der dafür aufgewendeten Arbeit. Aus diesem Grund führte Marx den Begriff der „abstrakten Arbeit“ ein. Über den Doppelcharakter von Arbeit schreibt er:

„Alle Arbeit ist einerseits Verausgabung menschlicher Arbeitskraft im physiologischen Sinn, und in dieser Eigenschaft gleicher menschlicher oder abstrakt menschlicher Arbeit bildet sie den Warenwert.“[37]

„Alle Arbeit ist andererseits Verausgabung menschlicher Arbeitskraft in besonderer zweckbestimmter Form, und in dieser Eigenschaft konkreter nützlicher Arbeit produziert sie Gebrauchswerte.“[38]

Ausgehend von der „abstrakten Arbeit“, die selbst den Charakter des Tauschwertes in sich trägt, entwickelte Marx die von Adam Smith begründete Arbeitswerttheorie. Die Theorie, wonach die verausgabte Arbeit für den Warenwert bestimmend sei, gilt unter Volkswirten heute jedoch als weitgehend widerlegt (vgl. Grenznutzenschule). Allerdings spielt die „abstrakte Arbeit“ bei der Arbeitswertbestimmung (im Rahmen von Lohn- und Gehaltstarifverträgen und den darin festgelegten Bewertungskriterien) mit Bezug auf das Genfer Schema auch heute noch eine grundlegende Rolle. Zumindest der Wert der Ware „Lohnarbeit“ wird unter dem Aspekt der „Lohngerechtigkeit“ unbestreitbar im Zusammenhang mit „abstrakter Arbeit“ gesehen.

Lebendige und vergegenständlichte Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tätigkeit des Menschen in laufenden Arbeitsprozessen bezeichnete Marx als „lebendige Arbeit“, wogegen er unter dem Begriff „vergegenständlichte Arbeit“ im weitesten Sinne alle Gebrauchswerte subsumiert, die Menschen hergestellt haben. Die „vergegenständlichte Arbeit“, das heißt die Produkte der Arbeit verbraucht oder verzehrt der Mensch entweder als Konsumgüter, oder er verwendet sie in Arbeitsprozessen als Produktionsmittel. Im Gegensatz zur „lebendigen Arbeit“ stellt die in den Produktionsmitteln „vergegenständlichte Arbeit“ ein ruhendes Arbeitskraft- und Informations-Potential dar, das der Mensch mehr oder weniger zweckmäßig in Arbeitsprozessen nutzt und damit aktiviert. Die besondere Bedeutung der Produktions- und Arbeitsmittel für die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft erkannte Marx in der Tatsache, dass sie Kondensatoren und Akkumulatoren für zurückliegende Arbeitsleistungen sind, die die Menschen in späteren Arbeitsprozessen mit erhöhter Produktivität durch „lebendige Arbeit“ wieder freisetzen können.

Entfremdete Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marxsche Arbeitsbegriff verweist nicht nur auf das erwerbsmäßige Handeln, als das es im kapitalistischen Verwertungsprozess erscheint, sondern umfasst in seiner anthropologischen Dimension alle für das menschliche Dasein nützlichen Tätigkeitsformen. „Entfremdete Arbeit“ bedeutet, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse, die die Menschen in der Produktion ihres Lebens eingehen, obwohl von den Menschen selbst geschaffen, ihnen als eine fremde Macht gegenübertreten, über die nicht mehr sie selbst verfügen, sondern vielmehr die Verhältnisse über sie. Erst wenn die Menschen die Produktion ihres gesellschaftlichen Lebens bewusst und ohne Klassenantagonismen gestalten, wird ihre Arbeit die allseitige menschliche Entfaltung befördern, anstatt sie zu hemmen.

Ob die Marxschen Entfremdungskonzepte vor allem die Theorien des jungen Marx widerspiegeln, oder ob die Idee der Entfremdung und von deren Aufhebung das ganze Marxsche Werk über eine bedeutende Rolle spielte, ist umstritten. Die bekannteste Fassung wurde in den ökonomisch-philosophischen Manuskripten von 1844 dargelegt, welche erstmals 1932 veröffentlicht wurden (wie auch Die deutsche Ideologie, welche ebenfalls zentrale Überlegungen von Marx und Engels zur Thematik beinhaltet) und infolge eine Reihe von Debatten und Arbeiten über die Rolle der Entfremdung bei Marx nach sich zogen, welche einen zentralen Punkt der (inner)marxistischen Auseinandersetzung in den folgenden Jahrzehnten bildeten.

Die „Entfremdung der Arbeit“ unter kapitalistischen Produktionsverhältnissen zwingt Lohnarbeiter u. a. ihre Arbeitskraft an die Eigentümer der Produktionsmittel zu verkaufen. Der Tauschwert der Ware Arbeitskraft ist der Arbeitslohn, also Geld. Lohnarbeiter interessiert deshalb die Werthaltigkeit ihrer Arbeitsergebnisse, die sich in der Qualität, in den Kosten und in den Preisen der hergestellten Waren und Dienstleistungen manifestiert, hauptsächlich unter Aspekten der Lohnsicherheit und Arbeitsplatzerhaltung. Eine durchaus vergleichbare primäre Interessenlage findet sich auf Seiten der angestellten Manager, die mit sehr hohen Einkommen nichts anderes als „entfremdete (geistige) Arbeit“ leisten und i. d. R. nur bereit sind Verantwortung für die ökonomischen, ökologischen und sozialen Folgen ihrer Entscheidungen zu übernehmen, wenn sie der ordnungspolitische Rahmen staatlicher Gesetze mit entsprechenden Strafverfolgungsmaßnahmen dazu zwingt.[39]

Arbeit als Menschenrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fortschreitende Automatisierung der Arbeitsprozesse führt in den hochentwickelten Industriestaaten zu einem anhaltenden Verfall der Arbeitskraft-Nachfrage. In der Tendenz bewirken die Marktgesetze, dass durch Automatisierung die Quantität der „entfremdeten Arbeit“ bzw. Lohnarbeit abnimmt, die Arbeitslosigkeit steigt und die Reallöhne auf Seiten der Arbeitnehmer sinken. Im Rahmen der Sozialen Marktwirtschaft ist es daher eine der wichtigsten Aufgaben des Staates die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen mittels wirtschafts-, finanz- und sozialpolitischer Maßnahmen so zu gestalten, dass daraus keine gesellschaftsgefährdenden Strukturkrisen auf dem Arbeitsmarkt entstehen. Papst Johannes Paul II. äußerte sich zur gerechten Verteilung der Arbeit[40] auf seiner zweiten Deutschlandreise 1987 beim Besuch des Bergwerks Prosper-Haniel:

„Unverschuldete Arbeitslosigkeit wird zum gesellschaftlichen Skandal, wenn die zur Verfügung stehende Arbeit nicht gerecht verteilt und der Ertrag der Arbeit nicht dazu verwandt wird, neue Arbeit für möglichst alle zu schaffen.“

Johannes Paul II.

Arno Anzenbacher schreibt über das „Recht auf Arbeit“ und die Würde des Menschen[41], die laut Artikel 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland unantastbar sein soll:

„Aber Arbeit hat auch personale Bedeutung, da sie zur Selbstverwirklichung und zur sozialen Integration beiträgt. Die Würde der Person fordert insofern Subjektstellung und Humanisierung der Arbeit. Aus dem Stellenwert der Arbeit in der Selbstverwirklichung der Person ergibt sich das Recht auf Arbeit als Menschenrechtsmaterie.“

Arno Anzenbacher, Einführung in die Philosophie, 2002

In der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ ist das „Recht auf Arbeit“ im Artikel 23 erklärt.

  1. Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.
  2. Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.
  3. Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.
  4. Jeder hat das Recht, zum Schutze seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.

In der sächsischen Verfassung ist das „Recht auf Arbeit“ im Artikel 7 Menschenwürdiges Dasein als Staatsziel ebenfalls verankert.

  1. Das Land erkennt das Recht eines jeden Menschen auf ein menschenwürdiges Dasein, insbesondere auf Arbeit, auf angemessenen Wohnraum, auf angemessenen Lebensunterhalt, auf soziale Sicherung und auf Bildung, als Staatsziel an.
  2. Das Land bekennt sich zur Verpflichtung der Gemeinschaft, alte und behinderte Menschen zu unterstützen und auf die Gleichwertigkeit ihrer Lebensbedingungen hinzuwirken.

Das „Recht auf Arbeit“ beinhaltet nicht das „Recht auf einen Arbeitsplatz“.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hannah Arendt: Vita activa oder Vom tätigen Leben. München 2002, ISBN 978-3-492-23623-2.
  • Günther Anders: Die Antiquiertheit des Menschen: Über die Zerstörung des Lebens im Zeitalter der dritten industriellen Revolution. Verlag C.H. Beck 1980, ISBN 3-406-47645-7.
  • Dirk Baecker (Hrsg.): Archäologie der Arbeit. Kadmos, Berlin 2002.
  • Josette Baer, Wolfgang Rother (Hrsg.): Arbeit. Philosophische, juristische und kulturwissenschaftliche Studien. Schwabe, Basel 2014, ISBN 978-3-7965-3336-5.
  • Alexander Barzel: Der Begriff "Arbeit" in der Philosophie der Gegenwart. Lang, Frankfurt 1973, ISBN 3-261-00824-5.
  • Maxi Berger: Arbeit, Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung bei Hegel. Reihe Hegel-Jahrbuch/Sonderband 1, Akademie Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-05-006036-1
  • Jan Robert Bloch: Natur und Arbeit: Zur Bestimmung ihrer Vermittlung Beltz Verlag, Weinheim 1982, ISBN 3-407-69124-6.
  • Norbert Blüm: Ehrliche Arbeit. Ein Angriff auf den Finanzkapitalismus und seine Raffgier. Gütersloher Verlagshaus, 2011, ISBN 978-3-579-06746-9.
  • Heinz-J. Bontrup: Arbeit, Kapital und Staat. Plädoyer für eine demokratische Wirtschaft. 2. Auflage. PapyRossa-Verlag, Köln 2005, ISBN 3-89438-326-7.
  • Axel Braig & Ulrich Renz: Die Kunst weniger zu arbeiten. Fischer, Frankfurt 2003.
  • Manfred Brocker: Arbeit und Eigentum. Der Paradigmenwechsel in der neuzeitlichen Eigentumstheorie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1992.
  • Peter Damerow (Hrsg.): Arbeit und Philosophie. Symposium über Philosophische Probleme des Arbeitsbegriffs. Germinal, Bochum 1983, ISBN 3-88663-504-X.
  • Thomas Donaldson & Patricia Werhane: Ethical Issues in Business: A Philosophical Approach. Prentice Hall, Upper Saddle River (NJ) 2002.
  • Arne Eggebrecht, Jens Flemming, Gert Meyer, Achatz v. Müller, Alfred Oppolzer, Akoš Paulinyi & Helmuth Schneider: Geschichte der Arbeit. Vom Alten Ägypten bis zur Gegenwart. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1980, ISBN 3-462-01382-3.
  • Friedrich Engels: Dialektik der Natur (darin enthalten Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen)
  • Friedrich Engels: Die Lage der arbeitenden Klasse in England. Nach eigener Anschauung und authentischen Quellen. Dietz-Verlag, Stuttgart 1892 (Neu herausgegeben von Walter Kumpmann bei DTV, München 1987, ISBN 3-423-06012-3)
  • Manfred Füllsack: Arbeit. UTB, 2009, ISBN 978-3-8252-3235-1
  • F. Giese: Philosophie der Arbeit. Handbuch der Arbeitswissenschaft. Bd. X. Halle 1932.
  • Wulf D. Hund: Stichwort Arbeit: Vom Banausentum zum travail attractif. Distel Verlag, Heilbronn 1990, ISBN 3-923208-21-9.
  • Jürgen Habermas: Arbeit und Interaktion in Technik und Wissenschaft als „Ideologie“, Frankfurt am Main 1968, ISBN 3-518-10287-7.
  • Wieland Jäger & Kurt Röttgers (Hrsg.): Sinn von Arbeit. Soziologische und wirtschaftsphilosophische Betrachtungen. VS Verlag, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-15375-9.
  • Angelika Krebs: Arbeit und Liebe. Die philosophischen Grundlagen sozialer Gerechtigkeit. Suhrkamp, Frankfurt 2002.
  • Andrea Komlosy: ARBEIT. Eine globalhistorische Perspektive. 13. bis 21. Jahrhundert. Promedia, Wien 2014, ISBN 978-3-85371-369-3.
  • Ernst Lohoff, Norbert Trenkle, Karl-Heinz Lewed, Maria Wölflingseder (Hrsg.): Dead Men Working. Gebrauchsanweisungen zur Arbeits- und Sozialkritik in Zeiten kapitalistischen Amoklaufs. 2004. ISBN 3-89771-427-2.
  • H. Luczak & W. Volpert (Hrsg.): Handbuch Arbeitswissenschaft. Stuttgart 1997.
  • Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie
    • Band I: Der Produktionsprocess des Kapitals. Verlag von Otto Meissner, Hamburg 1867.
    • Band II: Der Cirkulationsprocess des Kapitals. (Herausgegeben von Friedrich Engels), Verlag von Otto Meissner, Hamburg 1885.
    • Band III: Der Gesammtprocess der kapitalistischen Produktion, Kapitel I bis XXVIII. (Herausgegeben von Friedrich Engels), Verlag von Otto Meissner, Hamburg 1894
  • Jürgen Moltmann (Hrsg.): Recht auf Arbeit – Sinn der Arbeit
  • Severin Müller: Phänomenologie und philosophische Theorie der Arbeit. Verlag Karl Alber, Freiburg/München
  • Oswald Neuberger: Arbeit. Begriff, Gestaltung, Motivation, Zufriedenheit. Enke, Stuttgart 1985, ISBN 978-3-432-94871-3.
  • Talcott Parsons: Das System moderner Gesellschaften. 6. Auflage. Juventa, 2003, ISBN 3-7799-0710-0.
  • Karl Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde.
    • Band I: Der Zauber Platons. Francke Verlag, Bern 1957.
    • Band II: Falsche Propheten – Hegel, Marx und die Folgen. Francke Verlag, Bern 1958.
  • Jörg Reitzig: Gesellschaftsvertrag, Gerechtigkeit, Arbeit. Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2005, ISBN 3-89691-611-4.
  • Peter Ruben: Dialektik und Arbeit der Philosophie. Köln 1978, ISBN 3-7609-0375-4.
  • Holger Schatz: Arbeit als Herrschaft. Die Krise des Leistungsprinzips und seine neoliberale Rekonstruktion. 2004, ISBN 3-89771-429-9.
  • Max Scheler: Erkenntnis und Arbeit. Eine Studie über Wert und Grenzen des pragmatischen Motivs in der Erkenntnis der Welt. Klostermann, Frankfurt 1977.
  • Adam Smith: Der Wohlstand der Nationen
  • Eberhard Straub: Vom Nichtstun. Leben in einer Welt ohne Arbeit. wjs-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-937989-02-1.
  • Hans Uske: Das Fest der Faulenzer. Die öffentliche Entsorgung der Arbeitslosigkeit., Duisburg, ISBN 3-927388-47-5.
  • Dieter Wolf: Hegels Theorie der bürgerlichen Gesellschaft. Teil 2. Hamburg 1980, ISBN 3-87975-182-X

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Arbeit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Otfried Höffe, Lexikon der Ethik, Verlag C. H. Beck, München 1992(4), S. 15f, ISBN 3-406-36666-X
  2. a b c Friedrich L. Weigand: Deutsches Wörterbuch. Hrsg.: Herman Hirt. 5. Auflage. Band 1. Walter de Gruyter, 1968, S. 81 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 21. Februar 2018]).
  3. „Roboter“. In: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache. Abgerufen am 9. Oktober 2018.
  4. vgl. auch Arnim Regenbogen, Uwe Meyer, Wörterbuch der philosophischen Begriffe, Meiner 1998, S. 60
  5. Heinz Eidam, Wolfdietrich Schmied-Kowarzik (Hrsg.): Kritische Philosophie gesellschaftlicher Praxis - Auseinandersetzungen mit der Marxschen Theorie nach dem Zusammenbruch des Realsozialismus. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 1995, S. 314, ISBN 978-3-8260-1011-8
  6. Vgl. zum Beispiel Platons Dialog Protagoras oder die Nikomachische Ethik des Aristoteles.
  7. Mark Aurel: Selbstbetrachtungen IX, 12.
  8. Vgl. zum Beispiel Marcus Porcius Cato Censorius, De agricultura (um 150 v. u. Z.)
  9. Lutherbibel (2017): 2. Thessalonicher 3,10
  10. Dieter Wolf: Der dialektische Widerspruch im Kapital. Ein Beitrag zur Marxschen Werttheorie, Hamburg 2002, Einleitung S. 26
  11. Arno Anzenbacher: Einführung in die Philosophie. Verlag Herder GmbH Freiburg, 2002, S. 170, ISBN 978-3-451-27851-8
  12. Marx/Engels - Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, Dialektik der Natur, S. 444
  13. G. W. F. Hegel: Wissenschaft der Logik II. (=Gesammelte Werke Bd. 12), Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, S. 15, ISBN 3-7873-0383-9
  14. Friedrich Engels: Herrn Eugen Dühring`s Umwälzung der Wissenschaft. Marx/Engels - Werke, Dietz Verlag, Berlin 1962, Bd. 20, S. 106
  15. Hannah Arendt: Vita activa oder Vom tätigen Leben. München, 2002, S. 211.
  16. Hannah Arendt: Vita activa oder Vom tätigen Leben. München, 2002, S. 301.
  17. Hannah Arendt: Vita activa oder Vom tätigen Leben. München, 2002, S. 212.
  18. Volker Caysa: Über die Transformation des Geistes der Leipziger Bloch-Zeit in der praxisphilosophischen Debatte um und vor 1968 in der DDR, in: Klaus Klinner (Hrsg.): Die Linke – Erbe und Tradition, Teil 1, Berlin 2010, S. 194, ISBN 978-3-320-02212-9.
  19. Hannah Arendt: Vita activa oder Vom tätigen Leben. München 2002, S. 401.
  20. Jürgen Habermas: Arbeit und Interaktion. Bemerkungen zu Hegels Jenenser „Philosophie“, in Technik und Wissenschaft als „Ideologie“.
  21. Rudolf Bahro: Die Alternative. Zur Kritik des real existierenden Sozialismus. Europäische Verlagsanstalt, Köln, Frankfurt am Main 1977, S. 176 ff, ISBN 3 434 00353 3.
  22. Volker Caysa: Über die Transformation des Geistes der Leipziger Bloch-Zeit in der praxisphilosophischen Debatte um und vor 1968 in der DDR. In: Die Linke – Erbe und Tradition, Teil 1 (Hrsg. Klaus Klinner), Berlin 2010, S. 193 ff, ISBN 978-3-320-02212-9.
  23. Wilhelm Schmid: Was ist Arbeit?, momentum Magazin, Wilhelm Ernst & Sohn Verlag für Architektur und technische Wissenschaften GmbH & Co. KG, Berlin, 13. Oktober 2012 (abgerufen am 5. Juli 2017)
  24. Hans-Ulrich Wehler: Die neue Umverteilung, soziale Ungleichheit in Deutschland. Verlag C.H.Beck, München 2013, S. 31, ISBN 978 3 406 64386 6.
  25. Werner Sombart: Die Ordnung des Wirtschaftslebens. Springer Verlag, Berlin 2007, S. 21
  26. Walter Markov, Alfred Anderle (Hrsg.): Kleine Enzyklopädie - Weltgeschichte, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1981, Bd. 1, S. 16
  27. Walter Markov, Alfred Anderle (Hrsg.): Kleine Enzyklopädie Weltgeschichte. 2., durchgesehene Auflage. Band 1, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1981, S. 21.
  28. Klaus Holzkamp: Grundlegung der Psychologie. Neuauflage. Campus, Frankfurt 2003, ISBN 3-593-33572-7, S. 181–184: Kapitel 5.3.5 Von der Okkupations- zur Produktionswirtschaft: Dominanz „innergesellschaftlicher“ Entwicklungsgesetze, hier S. 182 (erstveröffentlicht 1983).
  29. Baden Eunson: Betriebspsychologie. McGraw-Hill, Hamburg u. a. 1990, S. 5, ISBN 3-89028-227-X, (englisch 1987: Behaving – Managing Yourself and Others).
  30. Baden Eunson: Betriebspsychologie, Teil A, 1. Arbeit: Zukunft und Vergangenheit. McGraw-Hill Book Company GmbH, Hamburg 1990, S. 5, ISBN 3-89028-227-X
  31. Siehe dazu Rudolf Bahro: Die Alternative. Zur Kritik des real existierenden Sozialismus. (hier Kapitel 5: Gesamtgesellschaftliche Organisation auf Basis der alten Arbeitsteilung); Europäische Verlagsanstalt, Köln, Frankfurt am Main 1977, S. 164 ff, ISBN 3 434 00353 3.
  32. Baden Eunson: Betriebspsychologie, Teil A, 1. Arbeit: Zukunft und Vergangenheit. McGraw-Hill Book Company GmbH, Hamburg 1990, S. 5, ISBN 3-89028-227-X, S. 6f.
  33. Baden Eunson: Betriebspsychologie, Teil A, 1. Arbeit: Zukunft und Vergangenheit. McGraw-Hill Book Company GmbH, Hamburg 1990, S. 7, ISBN 3-89028-227-X.
  34. siehe zum Beispiel Donella Meadows, Dennis Meadows, Jørgen Randers & William W. Behrens III: The Limits to Growth. Universe Books, 1972, ISBN 0-87663-165-0; übersetzt aus dem Amerikanischen und herausgegeben von Hans-Dieter Heck: Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1972, ISBN 3-421-02633-5; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1973, ISBN 3-499-16825-1
  35. Karl Marx, Das Kapital, Dietz Verlag, Berlin 1972, Bd. 1, S. 192
  36. Karl Marx, Das Kapital, Dietz Verlag, Berlin 1972, Bd. 1, S. 57
  37. Karl Marx, Das Kapital, Dietz Verlag, Berlin 1972, Bd. 1, S. 61
  38. Karl Marx, Das Kapital, Dietz Verlag, Berlin 1972, Bd. 1, S. 61
  39. Zum Begriff der entfremdeten Arbeit des Managers vgl. etwa Klaus Türk: Die Organisation der Welt, Westdeutscher Verlag 1995, ISBN 978-3531-12699-9, S. 38 ff. / Schon Erich Fromm hatte 1964 in The Psychological Problem of Man in Modern Society die Arbeit der Manager als entfremdet bezeichnet (dt. von Rainer Funk als Die psychologischen Folgen des Industrialismus in: Erich Fromm Gesamtausgabe), e-book, open publishing 2016, ISBN 9783959122078.
  40. Johannes Paul II.: Predigt vor der Belegschaft des Bergwerks Prosper-Haniel auf der Schachtanlage Franz Haniel 1/2, deren Schließung bevorstand. 2. Mai 1987
  41. Arno Anzenbacher: Einführung in die Philosophie. Verlag Herder GmbH Freiburg, 2002, S. 288, ISBN 978-3-451-27851-8.