Arbeit (Philosophie)

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Arbeit im philosophischen Sinn erfasst alle Prozesse der bewussten schöpferischen Auseinandersetzung des Menschen. Sinngeber dieser Prozesse sind die selbstbestimmt und eigenverantwortlich handelnden Menschen mit ihren individuellen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Anschauungen im Rahmen der aktuellen Naturgegebenheiten und gesellschaftlichen Arbeitsbedingungen.

Wortgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Ansicht von Otfried Höffe[1] stammt das Wort von lateinisch arvus für Ackerland als Ausdruck für dessen Bearbeitung. Das Wort Arbeit entwickelte sich aus dem Althochdeutschen arabeit über das Mittelhochdeutsche arebeit, Wörter, die zu damaligen Zeiten oft in den Bedeutungen Mühsal und Not standen.[2] Der vorphilosophische Sprachgebrauch hat drei Bedeutungen:

  1. Arbeit als Mühsal, im Gegensatz zur Muße[3]
  2. Arbeit als Tätigkeit zur Sicherung des Lebensunterhaltes und zur Verbesserung der Lebensbedingungen
  3. Arbeit als Resultat dieser Anstrengungen: als Leistung, Werk.[1]

Es wird eine Verwandtschaft des Wortes zum Altkirchenslawischen rabota (von rabu = ‚Knecht, Leibeigener‘) vermutet‚ das sich mit Knechtsarbeit oder Frondienst übersetzen lässt,[2] und aus dem im 20. Jahrhundert das Wort Roboter gebildet wurde.[4]

Zweck und Ziel der Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im anthropologischen und philosophischen Sprachgebrauch meint Arbeit vor allem die „Tätigkeit des Menschen in Abhängigkeit von Natur und natürlicher Bedürftigkeit zum Zweck der Lebensunterhaltung und -verbesserung.“[2] Hans Paul Bahrdt bezeichnet Arbeit als „ein gekonntes, kontinuierliches, geordnetes, anstrengendes, nützliches Handeln, das auf ein Ziel gerichtet ist, welches jenseits des Vollzugs der Arbeitshandlung liegt“.[5] Menschen, die zunächst für den Lebensunterhalt tätig sind, wollen für sich mittels gemeinschaftlicher Arbeit auch gesellschaftliche Anerkennung und ein sinnvolles Leben erreichen. Die Tätigkeit des Künstlers ist ein Beispiel dafür, dass Arbeit materiell gesehen auch zweckfrei erscheinen kann. „Selbst ästhetische Entwürfe, die das kreative und produktive Potential des künstlerischen Schaffens ins Zentrum stellen, betonen in der Regel, dass der kreative Akt […] sich nicht den Anforderungen der Zweckrationalität und Verwertbarkeit fügt und sich der kalkulierten Herstellbarkeit entzieht. […] Je nach Standpunkt wird der Kunst damit ein revolutionär-subversives oder ein gesellschaftsgefährdendes Potential zugeschrieben.“[6] Ernst Cassirer beschreibt Kunst als schöpferischen Prozess der Formgebung, mit dem der Künstler den Menschen mit instrumentellen Medien seine Auffassung der sichtbaren, greifbaren oder hörbaren Erscheinungen in symbolischen Formen vermittelt.[7] Nach der Dialektik Friedrich Hegels steht der Mensch mit seinen persönlichen Interessen und Arbeitsschwerpunkten im Widerspruch verschiedener Ziele, wie zum Beispiel:

Damit befindet sich ein arbeitender Mensch situationsbedingt in Konkurrenz zu seinen Mitmenschen und Angehörigen anderer sozialer Gruppen. Andererseits ist Arbeit Gesellschaft stiftend. Sie besteht im Wesentlichen nicht in der Ausübung vereinzelter individueller Tätigkeiten, sondern aus Interaktionen[9], die das intersubjektive Zusammenwirken der Menschen in Handlungsgemeinschaften umfassen: d. h. gemeinsam tätig sein in Arbeits- und Handlungssystemen.

Arbeit als Gegenstand wissenschaftlicher Theorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wer sich mit dem „Arbeitsbegriff“ vom philosophischen Standpunkt aus beschäftigt, stößt auf ein Dilemma: Obwohl Arbeit in ihrer Formenvielfalt eine Konstante des menschlichen Daseins ist, gibt es nur wenige namhafte Philosophen, die sie aus der Ökonomie, Ethik oder Theologie herausgehoben haben. Überwiegend steht das Wort Arbeit synonym für Anstrengung, Bemühung, Beruf, Dienst für die Gemeinschaft, nützliches Handeln, Produktion, Tätigkeit, Tat oder Tun etc. In der Arbeitssoziologie werden Arbeitshandlungen hauptsächlich nach besonderen soziokulturellen Merkmalen geordnet und unter technischen, institutionellen oder ökonomischen Aspekten partiell abgehandelt.[10] Philosophen entwickelten in ihren Handlungstheorien unterschiedliche, zeitgemäße Arbeitsanschauungen, wobei der Arbeitsbegriff selbst einem geschichtlichen Wandel unterliegt.[11]

Von der Antike bis zum Beginn der Frühen Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezeichnend für die Bedeutung und Wertschätzung gemeinschaftlicher Arbeit in der „primitiven Demokratie“ sumerischer Stadtstaaten, wie z. B. in Lagaš um 2500 v. u. Z., sind „königliche Hymnen“, die die „glücklichen Gesichter“ und „freudigen Herzen“ der Arbeiter besingen, die als „freie Bürger“ wochen- oder sogar monatelang in einer Art Gemeinschaftsdienst Bauarbeiten verrichten. Hochrangige Geistliche und Administratoren arbeiten Seite an Seite mit Handwerkern, Schafhirten und Getreidebauern, wobei sich die Unterschiede zwischen den Bürgern auflösen.[12] In der archaischen Epoche der griechischen Antike um ca. 700 v. u. Z. beschreibt Hesiod im Epos Werke und Tage die Tätigkeiten in Gemeinschaften bäuerlicher Familien. Dabei hebt er die mühevolle Arbeit in der Landwirtschaft als Quelle ehrlichen Lebens und gerechten materiellen Wohlstands hervor. Diese ethische Arbeits- und Lebensauffassung allein ist jedoch nicht hilfreich, wenn der freie Mensch die Mühsal, die sein Leben ausfüllt, überwinden möchte. Unter der entwickelten „attischen Demokratie“ der griechischen Polis erfährt die Arbeit daher einen philosophisch begründeten, lange Zeit anhaltenden Wertewandel.

Philosophen des griechischen Altertums, wie zum Beispiel Sokrates oder dessen Schüler Platon und Xenophon, erkennen in handwerklichen Tätigkeiten nicht die über alltägliche Mühen hinausgehende, auf Selbstverwirklichung und Erkenntnisgewinn gerichtete bewusste schöpferische Auseinandersetzung des Menschen. Wie die Vorsokratiker Pythagoras oder auch Anaxagoras sehen sie primär die Kontemplation als Grundbedingung für geistige Kreativität. Aristoteles führt die philosophische KategoriePoiein“ (altgriechisch ποιεῖν; deutsch: Tun, Schaffen, Bewirken) ein.[13] Sie kommt dem Arbeitsbegriff nahe, wobei aber nicht speziell Arbeiten im neuzeitlichen Sinne gemeint ist. Vielmehr beziehen sich seine handlungstheoretischen Betrachtungen wie bei anderen Philosophen der Antike hauptsächlich auf die Angehörigen der geistigen, politischen und militärischen Aristokratie und deren Anstrengungen zur Erlangung damals anerkannter Tugenden.[14] Aristoteles und Platon lehren, „daß die arbeitenden Klassen nicht regieren und die regierenden Klassen weder arbeiten noch Geld verdienen dürfen. (Es wird aber angenommen, daß sie Geld in Mengen besitzen.) Die Herrscher sind Eigentümer des Landes, dürfen es aber selbst nicht bearbeiten. Einzig Jagd, Krieg und ähnliche Liebhabereien werden als Beschäftigungen betrachtet, die der Herrscher würdig sind. Aristoteles′ Furcht vor jeder Form […] von berufsmäßiger Tätigkeit geht vielleicht noch weiter als die Platons. Platon hatte den Ausdruck ‚banausisch‘ zur Bezeichnung eines plebejischen, gemeinen, verdorbenen Geisteszustandes verwendet. Aristoteles dehnt die herabsetzende Anwendung dieses Ausdrucks auf alle Interessen aus, die nicht reine Liebhabereien sind.“[15] Wissenschaftliche Forschung und Lehre, die nach modernem Verständnis Formen der Arbeit sind, betrachten Platon, Aristoteles und die meisten Gelehrten der Antike als besonders vornehme Betätigungen in der kontemplativen Muße. Nach Überlieferungen Plutarchs habe Archimedes aus Geringschätzung der mit seinen technischen Erfindungen verbundenen praktischen Tätigkeiten keine diesbezüglichen Abhandlungen hinterlassen.[16]

Der römische Philosoph Seneca äußert sich in einer Sammlung von Briefen – den Epistulae morales – auch zur Arbeit des Philosophen. „Die Philosophie […] beruht nicht auf Worten, sondern auf Taten. […] Sie formt und bildet den Geist, sie ordnet das Leben, bestimmt unsere Handlungen, sie zeigt, was zu tun und zu lassen ist.“[17] An anderer Stelle schreibt er in Verehrung der zu vererbenden Weisheit: „Es bleibt noch viel Arbeit, und es wird immer so sein, […] noch etwas zu ergänzen. Doch selbst wenn alles schon von Früheren gefunden wurde, so wird eines doch immer neu sein, nämlich die konkrete Anwendung und zeitgemäße Nutzung dessen, was andere gefunden haben“.[18] In den Selbstbetrachtungen stellt Mark Aurel das „Tätigsein“ in den ethischen Zusammenhang des stoischen lebenslangen Bemühens um Selbstformung.[19] Das mühsame, oft von wirtschaftlicher Not geprägte Schaffen der manuell arbeitenden Menschen nehmen die Philosophen der Antike dagegen als selbstverständliche, weniger zu problematisierende kontingente Tatsache hin. Diese niederen Tätigkeiten und die Ausbeutung der Sklaven handeln die Gelehrten im Wesentlichen nur in Verbindung mit rechtlichen, ethischen und ökonomischen Fragen ab, die die originäre Okkupation der Arbeitsressourcen und -erzeugnisse betreffen. Ein Sklave wird – wie im Römischen Recht kodifiziert – nicht als Mensch betrachtet, sondern neben Grund und Boden, Vieh oder sonstigen Ressourcen als Sache im Eigentum eines freien, ihn beherrschenden Menschen.[20]

Von der Antike bis ins Mittelalter ist die Anschauung verbreitet, dass nur derjenige, der sich alltäglichen Arbeitszwängen entziehe, Zeit und Muße für seine geistigen Bedürfnisse hat und den Kopf frei bekommt für neue Erkenntnisse und kreatives Handeln.[21] Der so Privilegierte sei damit dem göttlichen Bereich näher als der zu ökonomischen Tätigkeiten gezwungene Mensch. Seit dem frühen Christentum führen apostolische Gelehrte bis zu Beginn der Frühen Neuzeit meist theologische Debatten über die Frage, ob manuelles Arbeiten den Menschen von der Gottessuche abhalte oder auch als eine Form des Gottesdienstes anzusehen sei. Diese Thematik erörtern z. B. Paulus von Tarsus, Augustinus, Basilius von Caesarea, Benedikt von Nursia, Konstantin von Mananalis, Thomas von Aquin oder Meister Eckhart. Mit Bezug auf die Bergpredigt und den 2. Brief des Paulus an die Thessalonicher entstehen in der theologischen Diskussion unterschiedliche, teils widersprüchliche Auffassungen zu dem Satz: „Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen.“[22] Seit dem Spätmittelalter ist die Kurzformel „ora et labora“ (bete und arbeite) aus dem klösterlichen Leben bekannt. Entsprechend den Ordensregeln der Benediktiner soll die gemeinsame Nennung des „Betens“ und „Arbeitens“ auf die spirituelle Verbindung und wechselseitige Abhängigkeit dieser zwei Tätigkeiten im Christentum hinweisen.[23]

Während der Reformation entwickeln und verbreiten Huldrych Zwingli, Johannes Calvin, Martin Luther und andere evangelische Gelehrte des 16. Jahrhunderts die Idee, Arbeiten sei eine vorbestimmte Pflicht, die der Mensch auf sich nehmen müsse um Gottes Segen auf Erden, auch im Sinne gesellschaftlichen Ansehens und Wohlergehens, zu erlangen.[24] Die davon ausgehende protestantische Arbeitsethik definiert Arbeit als primären Lebensinhalt des Menschen. Die Früchte seines Tuns darf der Mensch danach in gottgefälliger Wohltätigkeit und Muße genießen. Im Gegensatz zu Luther, der die These vertritt, dass vor Gottes Gericht allein die göttliche Gnade für den Menschen zählt, verteidigt der Humanist Erasmus von Rotterdam in seiner Schrift De libero arbitrio die Auffassung der römischen Kirche, dass der Einzelne mit seinem freien Willen durch gutes Tun die Gnade Gottes erwirken könne.[25] In den meisten evangelischen Glaubensgemeinschaften setzen sich schließlich mit den Aussagen über die „guten Werke“ im Heidelberger Katechismus von 1563 Luthers Thesen auch in Glaubensfragen zur Arbeit durch. Erasmus veranlasst 1516 die Erstveröffentlichung der Schrift Utopia[26] von Thomas Morus (lateinischer Titel: De optimo rei publicae statu deque nova insula Utopia). In dieser Utopie „Vom besten Zustand des Staates der neuen Insel Utopia“ beschreibt Morus einen säkularen Staat ohne Privateigentum, dessen Bewohner zu gemeinschaftlicher Bildung und Arbeit verpflichtet sind, d. h. die bewusste schöpferische Auseinandersetzung des Menschen ist dort in seinen Vorstellungen zur staatlich verordneten, auf das Gemeinwohl ausgerichteten kollektiven Aufgabe geworden.[27]

Zeitalter der Aufklärung bis zur Philosophie Hegels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts beginnt das Zeitalter der Aufklärung. Die Gelehrten lösen sich zunehmend von theologischen Anschauungen, wenden sich stärker den Naturwissenschaften zu und entwickeln säkulare naturrechtliche und staatsphilosophische Theorien, die auf den Arbeitsbegriff zurückwirken. Dabei wird menschliche Arbeit z. B. von Thomas Hobbes, William Petty, Baruch de Spinoza, François Quesnay und Francis Hutcheson im Spannungsfeld von Herrschaft, Eigentum und Konkurrenz als ein bestimmender Faktor für den Reichtum und die Macht im Staatswesen erkannt.[28] Die protestantische Auffassung von der Arbeit findet ihre Fortsetzung im Puritanismus und im 18. Jahrhundert in den von John Wesley und George Whitefield begründeten Glaubensrichtungen, die zur ökonomischen Entwicklung Großbritanniens[29] und seiner nordamerikanischen Kolonien einen entscheidenden Beitrag leisten. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts entsteht die Politische Ökonomie als Vorläufer der modernen Volkswirtschaftslehre. Gegenstand dieser Wissenschaft sind zunächst die Produktionsfaktoren Arbeit, Grund und Boden und Kapital. Im Mittelpunkt des Arbeitsbegriffs steht von da an die Erwerbsarbeit, deren Qualität und Produktivität im Zusammenhang mit der fortschreitenden Arbeitsteilung und den Ware/Geld-Beziehungen diskutiert wird. Adam Smith und David Ricardo untersuchen, wie die „Arbeit“ die Kosten, Löhne und Preise auf dem Markt beeinflusst, und begründen die Arbeitswerttheorie.

Ein zentrales Thema der Philosophie und Politischen Ökonomie ist zu jener Zeit auch der Zusammenhang von „Arbeit und Eigentum“, den John Locke, David Hume, Jean-Jacques Rousseau, aber auch Adam Smith und die „Frühsozialisten“ Charles Fourier, Henri de Saint-Simon und Pierre-Joseph Proudhon näher beschreiben. Die ökonomischen und philosophischen Diskurse drehen sich dabei hauptsächlich um die beiden traditionellen Auffassungen zum ursprünglichen Eigentumserwerb: die Okkupationstheorie und die Arbeitstheorie.

In der deutschsprachigen Philosophie definieren z. B. Immanuel Kant, Johann Gottfried Herder, Johann Gottlieb Fichte oder Friedrich Schelling die Arbeit moralphilosophisch und erklären sie zur sittlichen Pflicht und Existenzbedingung menschlichen Daseins. Nach Kants Maximenethik unterwirft sich der Mensch in seinen „guten Handlungen“ bewusst einer sittlichen Pflicht. Findet er für sein Handlungsmotiv keine Maxime, die mit dem Sittengesetz übereinstimmt, muss die Handlung aus moralischen Gründen verworfen werden.[30] Diese Pflicht- und Moralauffassung Kants schließt die Arbeit im philosophischen Sinn, d. h. alle Prozesse der bewussten schöpferischen Auseinandersetzung des Menschen ein. Bis ins 19. Jahrhundert kommen auch in der deutschsprachigen Philosophie ökonomische und sozialwissenschaftliche Zusammenhänge zunehmend ins Blickfeld. So versucht Hegel mit den „Kategorien von ‚Arbeit‘ und ‚Tausch‘ die ganze bürgerliche Gesellschaft ihrer ökonomischen Struktur nach“ zu erfassen.[31] Anschließend an Fichtes Wissenschaftslehre setzt sich Hegel in der Phänomenologie des Geistes im Kapitel über das Selbstbewusstsein mit dem dialektischen Verhältnis von Herrschaft und Knechtschaft auseinander. Der Knecht arbeitet für den Herrn, der die Früchte der Arbeit des Knechts genießt und dabei in der Natürlichkeit seines Daseins verharrt. Der Knecht dagegen formt mit der Bearbeitung der Dinge die äußere und seine eigene Natur um. Er lernt sich durch die Arbeit selbst kennen und entwickelt daraus ein Selbstbewusstsein. Das „Große“ an Hegels „Phänomenologie“ ist, dass er „die Selbsterzeugung des Menschen als einen Prozeß faßt“ und „den gegenständlichen Menschen […] als Resultat seiner eigenen Arbeit begreift“. Allerdings ist die „Arbeit, welche Hegel allein kennt und anerkennt, […] die abstrakt geistige“.[32] „Arbeits- und Vervollkommnungsdenken fließen ineinander. Arbeit verliert aus dieser Perspektive immer mehr den Charakter des Zwangs und der bloßen Notwendigkeit und verschiebt sich ins Reich der Verheißungen. Umgekehrt wird die Aussicht auf vollständige Entfaltung der eigenen Individualität gekoppelt an die Forderung nach unausgesetzter Arbeit am eigenen Selbst.“[6]

Philosophie der Arbeit ab Mitte des 19. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte des 19. Jahrhunderts beginnen Karl Marx und Friedrich Engels die Arbeit, die auch sie als notwendige Existenzbedingung menschlichen Lebens anerkennen, mit der dialektischen Methode Hegels genauer zu analysieren. Ausgehend vom religionskritischen Humanismus und „anthropologischen MaterialismusLudwig Feuerbachs, dessen sinnenbetonte individualistische Sichtweise sie kritisieren, untersuchen und interpretieren Marx und Engels das Handeln der Menschen primär unter Beachtung politischer und ökonomischer Zusammenhänge. Eine grundlegende Interpretation menschlicher Arbeit findet sich in Das Kapital Band I, fünftes Kapitel:

„Die Arbeit ist zunächst ein Prozeß zwischen Mensch und Natur, ein Prozeß, worin der Mensch seinen Stoffwechsel mit der Natur durch seine eigne Tat vermittelt, regelt und kontrolliert. Er tritt dem Naturstoff selbst als Naturmacht gegenüber. Die seiner Leiblichkeit angehörigen Naturkräfte, Arme und Beine, Kopf und Hand, setzt er in Bewegung, um sich den Naturstoff in einer für sein eignes Leben brauchbaren Form anzueignen. Indem er durch diese Bewegung auf die Natur außer ihm wirkt und sie verändert, verändert er zugleich seine eigne Natur. Er entwickelt die in ihr schlummernden Potenzen und unterwirft das Spiel ihrer Kräfte seiner eignen Botmäßigkeit.“[33]

„An die Stelle des göttlichen Absoluten bei Hegel tritt bei Marx das materiell-ökonomische Absolute des Produktionsprozesses bzw. der Arbeit als die alles begründende Wirklichkeit.“[34] In einem Aufsatz über den Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen schreibt Friedrich Engels: „Die Arbeit ist die Quelle allen Reichtums, sagen die politischen Ökonomen. Sie ist dies – neben der Natur, die ihr den Stoff liefert, den sie in Reichtum verwandelt. Aber sie ist noch unendlich mehr als dies. Sie ist die erste Grundbedingung alles menschlichen Lebens, und zwar in einem solchen Grade, daß wir in gewissem Sinn sagen müssen: Sie hat den Menschen selbst geschaffen.“[35] Einige Arbeitsaspekte und -begriffe in den Schriften Zur Kritik der politischen Ökonomie und in Das Kapital sind bis heute Gegenstand soziologischer und politischer Diskurse.

Konkrete Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbeitende Menschen führen immer wirkliche Tätigkeiten aus und leisten damit i. d. R. „konkret-nützliche Arbeit“. Entsprechend den Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bedürfnissen des Einzelnen und seiner individuellen Lebenssituation ist konkrete Arbeit nach Form und Inhalt unendlich vielfältig. Auch unter dem Aspekt der individuellen Zweckmäßigkeit und Zielsetzung bestimmt der tätige Mensch, welche Arbeit durch ihn zu leisten ist. Konkrete Arbeit erfordert den Einsatz seiner Arbeitskraft – das bedeutet stets ein Quantum an „lebendiger Arbeit“ – sowie die Bereitstellung und Nutzung „vergegenständlichter Arbeit“ in Form notwendiger Produktions- und Lebensmittel. Durch den Gebrauch und die Verarbeitung dieser Mittel entstehen ihm in der warenproduzierenden Gesellschaft Kosten; dafür gehört ihm das Produkt seiner Arbeit. Als Eigentümer des Arbeitsergebnisses verfügt der Mensch – je nach Grad der Zielerreichung – über einen Gebrauchswert:

„Als Bildnerin von Gebrauchswerten, als nützliche Arbeit, ist die Arbeit daher eine von allen Gesellschaftsformen unabhängige Existenzbedingung des Menschen, ewige Naturnotwendigkeit, um den Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur, also das menschliche Leben, zu vermitteln.“[36]

Doppelcharakter der Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der von Marx postulierte „Doppelcharakter der in den Waren dargestellten Arbeit“[37] beruht auf der Tatsache, dass der mittels konkreter Arbeit (s. o.) geschaffene Gebrauchswert einer Ware zwar die Grundvoraussetzung für deren mögliche Veräußerung auf dem Markt ist, damit aber noch keine Aussage über die Höhe des Tauschwerts vorliegt. Der materialistischen Weltsicht zufolge soll nach Marx auch der Tauschwert einer Ware primär ein Äquivalent für die dazu aufgewendete Arbeit sein. Deshalb führt er den Begriff „abstrakte Arbeit“ ein:

„Alle Arbeit ist einerseits Verausgabung menschlicher Arbeitskraft im physiologischen Sinn, und in dieser Eigenschaft gleicher menschlicher oder abstrakt menschlicher Arbeit bildet sie den Warenwert.“[36]

„Alle Arbeit ist andererseits Verausgabung menschlicher Arbeitskraft in besonderer zweckbestimmter Form, und in dieser Eigenschaft konkreter nützlicher Arbeit produziert sie Gebrauchswerte.“[36]

Ausgehend von der „abstrakten Arbeit“, die selbst den Charakter des Tauschwertes in sich trägt, entwickelt Marx mit den Ergebnissen seiner dialektischen Wertformanalyse die von Adam Smith begründete Arbeitswerttheorie grundlegend weiter. Die Theorie, nach der die verausgabte Arbeit für den Warenwert bestimmend sei, gilt nach neueren wirtschaftsmathematischen Erkenntnissen unter Volkswirten im Hinblick auf den marktwirtschaftlichen Grenznutzen als weitgehend widerlegt. Wie die Klassiker betont Marx in seiner Analyse des in Geld gemessenen Warenwertes die Kosten der Arbeit in der Produktion, ohne genauer auf den funktionalen Zusammenhang von Nachfrage und Nutzen in der Warenwelt für die dort „handelnden Menschen“ einzugehen. „Es war, als hätten sie (Marx und die Klassiker) mit horizontalen Angebotskurven gearbeitet und alle Nachfragekurven vernachlässigt.“[38] Allerdings spielen Formen „abstrakter Arbeit“ heute eine grundlegende betriebswirtschaftliche Rolle bei der Arbeitsbewertung im Rahmen von Tarifverträgen und den darin festgelegten Bewertungskriterien. Zumindest der Wert der Ware „Lohnarbeit“ wird mit Bezug auf das Genfer Schema unter Aspekten der „Lohngerechtigkeit“ im Zusammenhang mit bewertbaren Formen „abstrakter Arbeit“ gesehen.

Lebendige und vergegenständlichte Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tätigkeit des Menschen in laufenden Arbeitsprozessen bezeichnet Marx als „lebendige Arbeit“, wogegen er unter dem Begriff „vergegenständlichte Arbeit“ alle Gebrauchswerte subsumiert, die Menschen hergestellt haben. Die „vergegenständlichte Arbeit“, das heißt die Produkte der Arbeit verbraucht oder verzehrt der Mensch entweder als Konsumgüter, oder er verwendet sie in Arbeitsprozessen als Produktionsmittel. Im Gegensatz zur „lebendigen Arbeit“ stellt die in den Produktionsmitteln „vergegenständlichte Arbeit“ ein ruhendes Arbeitskraft- und Informations-Potential dar, das der Mensch in Arbeitsprozessen nutzt und damit aktiviert. Die besondere Bedeutung der Gesellschaft stiftenden Produktionsmittel für die Entwicklung der Menschheit beruht auf der Tatsache, dass sie Kondensatoren und Akkumulatoren für zurückliegende Arbeitsleistungen sind. Diese werden mit „lebendiger Arbeit“ in späteren Arbeitsprozessen mit erhöhter Produktivität wieder freigesetzt. Außerdem erkennt Marx im „Privateigentum an den Produktionsmitteln“ und in der damit verbundenen Herrschaft der Kapitaleigner über die „lebendige Arbeit“ der Proletarier die gesellschaftlich induzierte Ursache der systembedingten Ausbeutung und sozialen Ungerechtigkeit. Zur kollektiven Überwindung dieser negativen Erscheinungen[39] entwickeln und propagieren Marx und Engels 1848 im Manifest der Kommunistischen Partei die Idee eines bevorstehenden internationalen „kommunistischen Klassenkampfes“.

Entfremdung der Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marxsche Arbeitsbegriff verweist nicht nur auf das erwerbsmäßige Handeln, sondern umfasst in seiner anthropologischen Dimension alle für das menschliche Dasein nützlichen Tätigkeitsformen. Entfremdung der Arbeit bedeutet, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse, die die Menschen in der Produktion ihres Lebens eingehen, obwohl von den Menschen geschaffen, ihnen als eine fremde Macht gegenübertreten, über die nicht mehr sie selbst verfügen, sondern vielmehr die Verhältnisse über sie. Erst wenn die Menschen ihre Arbeit bewusst und ohne Klassenantagonismen gestalten, wird das die allseitige menschliche Entfaltung befördern, anstatt sie zu hemmen.[40]

Die „Entfremdung der Arbeit“ unter kapitalistischen Produktionsverhältnissen zwingt Lohnarbeiter u. a. ihre Arbeitskraft an die Eigentümer der Produktionsmittel zu verkaufen. Der Tauschwert der Ware Arbeitskraft ist der Arbeitslohn, also das zum Lebensunterhalt erforderliche Geld. Das primäre Ziel der Kapitaleigner im kapitalistischen Produktionsprozess ist der Profit, ebenfalls in Geldform. Der grundlegende materielle Produktionsprozess, der auch im Kapitalismus konkret existiert, wird in einer „vermeintlichen Geldproduktion“ ökonomisch verschleiert. Darüber hinaus ist das Kulturprodukt Geld ein „Massensymbol“, das einen verstörenden Einfluss auf die Psyche, das Bewusstsein und Verhalten der Menschen hat.[41] Sie verbinden mit der Idee der Geldfülle Gedanken an persönliche soziale Macht und individuelle Freiheit. Die Werthaltigkeit der Arbeitsergebnisse, die sich in der Qualität, in den Kosten und in den Preisen der hergestellten Waren und Dienstleistungen manifestiert, interessiert die Kapitaleigner vorrangig unter Aspekten des Profits und der Profitmaximierung. Dagegen sind die Erwartungen der abhängig beschäftigten Arbeiter hauptsächlich auf die Lohnsicherheit und Arbeitsplatzerhaltung ausgerichtet. Eine durchaus vergleichbare primäre Interessenlage findet sich auf Seiten der angestellten Manager,[42] die mit sehr hohen Einkommen nichts anderes als „entfremdete (geistige) Arbeit“ leisten und i. d. R. nur bereit sind Verantwortung für die ökonomischen, ökologischen und sozialen Folgen ihrer Entscheidungen zu übernehmen, wenn sie der ordnungspolitische Rahmen staatlicher Gesetze mit entsprechenden Strafverfolgungsmaßnahmen dazu zwingt.[43]

Freiheit, Ethik und Gewissen der Arbeit im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert haben Philosophen die kapitalistische Gesellschaft vor Augen, die sich mit ihren systemimmanenten Widersprüchen zu entfalten beginnt. Das ist nicht nur prägend für die Analyse des gesellschaftlichen Produktionsprozesses durch Marx und Engels, sondern bestimmt auch Hegels Phänomenologie des Geistes. Die dialektische Methode führt dazu, dass Hegel, aber auch Marx und Engels von unterschiedlichen Standpunkten ausgehend den Freiheitsbegriff als „Einsicht in die Notwendigkeit“ definieren.[44] Damit heben sie den aus freiem Willen handelnden Menschen, dem seine „guten Werke“ notwendiges Lebensbedürfnis sind, aus der Masse jener heraus, die unter Zwang als Vasallen, Hörige oder gar Sklaven ausgebeutet werden. Diese Idee von Freiheit impliziert auch frühere Moralvorstellungen über die Rechtschaffenheit des gewissenhaft-hilfreichen, fleißigen, aufgeklärten Menschen, wie er beispielsweise im idealen Menschenbild des Deutschen Idealismus oder der Weimarer Klassik[45] hervorgehoben wird. Der von Kant formulierte Anspruch, dass der vernünftige Mensch sein Schicksal durch eigene Anstrengung selbst bestimmen kann, verweist darauf, dass „sittliches Handeln“ eine Grundbedingung für Gerechtigkeit und Freiheit ist, die dem Gewissen jedes Einzelnen unterliegt. Über Freiheit und Gerechtigkeit können Menschen nicht leistungsfrei verfügen, sondern sie müssen diese gemeinschaftlich erarbeiten und verantwortungsvoll damit umgehen.

Aus einer existenzphilosophischen Denkrichtung kommend, aber wahrscheinlich auch inspiriert vom Deutschen Idealismus, äußert sich Søren Kierkegaard 1843 in „Entweder – Oder“ zum Wesen des Menschseins unter dem Aspekt der Herausarbeitung der Persönlichkeit: „Die Pflicht, zu arbeiten, um zu leben, drückt das Allgemein-Menschliche und zugleich auch in einem andern Sinne das Allgemeine aus, weil es ein Ausdruck der Freiheit ist. Gerade durch die Arbeit macht der Mensch sich frei, durch die Arbeit wird er ein Herr der Erde, durch die Arbeit endlich beweist er es, dass er über der Natur steht.“[46] Im Vorwort des Buches warnt Kierkegaard allerdings auch vor dem abhängigen, unfreien Leben im Beruf. Friedrich Nietzsche nimmt 1882 im aphoristischen Werk „Die fröhliche Wissenschaft“ ironischen Bezug auf die Debatte des 19. Jahrhunderts über selbst- und fremdbestimmte Arbeit:[47]

„Die Arbeit bekommt immer mehr alles gute Gewissen auf ihre Seite: Der Hang zur Freude nennt sich bereits ‚Bedürfniss der Erholung‘ und fängt an, sich vor sich selber zu schämen. ‚Man ist es seiner Gesundheit schuldig‘ — so redet man, wenn man auf einer Landpartie ertappt wird. Ja, es könnte bald so weit kommen, dass man einem Hange zur vita contemplativa (das heißt zum Spazierengehen mit Gedanken und Freunden) nicht ohne Selbstverachtung und schlechtes Gewissen nachgäbe.“

Friedrich Nietzsche

Eine zur „Arbeitsgesellschaft“ hinführende Theorie verfolgt Anfang des 20. Jahrhunderts Max Weber in seinem Werk „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“. Darin entwickelt er die auf religiösen Moralvorstellungen beruhende Idee eines „okzidentalen Rationalismus“ als Voraussetzung der praktisch-rationalen Lebensweise und des „zweckrationalen Handelns“ im Kapitalismus. Dagegen sieht Max Scheler die Menschen mit ihren „sittlichen Handlungen“ in eine vorbestimmte phänomenologische Wertethik eingebunden.[48] Eine ähnliche ethische Auffassung wie Scheler äußert Ernst Bloch u. a. in „Stachel der Arbeit“[49] mit den Sätzen:

„Der auf die Dauer Faule wie der auf die Dauer Einsame halten sich auf verschiedene Weise in der Unerträglichkeit des hohlen Existierens auf, gestört und nicht mit sich in Ordnung. […] Das Jetzt und Hier des Menschen, ohne Tun, schmeckt ihm nicht; nicht zuletzt, weil es so vortrefflich sein könnte und es nicht ist.“

Ernst Bloch

Wie Hegel, Marx und Engels ordnet auch Ernst Bloch die Arbeit dem Reich der Notwendigkeit zu. Das Reich der Notwendigkeit und damit die Arbeit des Menschen soll aus marxistischer Sicht und nach Blochs Prinzip Hoffnung seine dialektische Aufhebung schließlich in einer kommunistischen Utopie erfahren, dem erstrebenswerten Reich der Freiheit. In dieser idealen Form des Zusammenlebens emanzipiert sich der Mensch von der störenden Last und freudlosen Pflicht der Arbeit, welche er danach in der lustbetonten, kreativen Freiheit des Spiels und der Kunst ausübt.[50] Friedrich Schiller äußert einen solchen Freiheitsgedanken schon eine Generation vor Marx mit den Worten:

„Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. Dieser Satz […] wird eine große und tiefe Bedeutung erhalten, wenn wir erst dahin gekommen seyn werden, ihn auf den doppelten Ernst der Pflicht und des Schicksals anzuwenden; er wird […] das ganze Gebäude der ästhetischen Kunst und der noch schwürigern Lebenskunst tragen.“

Friedrich Schiller: Über die ästhetische Erziehung des Menschen. Tübingen 1795[51]

„Kunst avanciert damit um 1800 auf der einen Seite zum Gegenmodell der modernen Arbeit, gleichzeitig verkörpert sie auch deren Ideal. Durch diese Dopplung bietet die Kunst einen […] spezifischen Zugang zur Arbeit, weil sie als Form des Schöpferischen und des Handwerklichen paradigmatische Funktion für den Begriff der Arbeit in der Neuzeit hat, gleichzeitig aber als traditioneller Ort der Kritik alternative Gegenentwürfe zum modernen Arbeitsbegriff entwickelt.“[6]

Nach seiner philosophischen Kritik der Kunst und Ästhetik befasst sich Georg Lukács mit der „Entwicklung von Systemen menschlicher Beziehungen. […] Dieses […] soll nur dazu dienen, um einen Ausblick auf die Probleme der Ethik, vor allem natürlich auf die der Verantwortung zu geben. […] Arbeit, in der der Mensch zum Menschen wird, sich selbst zum Menschen macht, kann nur da dann eine universelle Bedeutung erlangen, wenn sie wörtlich als physische Arbeit (die zugleich eine geistige, ja der Demiurg der Geistigkeit ist) genommen wird, wenn damit aus der Ontologie des Menschen jede menschenjenseitige Transzendenz verschwindet.“[52] Volkstümlich und sehr viel einfacher bringt Erich Kästner den Zusammenhang von Arbeit, Ethik und Verantwortung in einem seiner Epigramme auf den Punkt: „Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.“ Kästners kurze Lyrik steht dabei ironisierend im Gegensatz zu Martin Heidegger und dessen sprachlicher Abhandlung „des Man“ in „Sein und Zeit“. Nach Heidegger steht „das Man“ für den Ruf des Gewissens an das eigene „Dasein“ mit der Aufforderung sich in seinen Handlungen nicht auf die „Uneigentlichkeit“, auf ein Irgendwie-Seiendes zu berufen, sondern selbst Verantwortung zu übernehmen.

In Auseinandersetzung mit den Theorien des 19. Jahrhunderts über den Arbeitsbegriff als ökonomische und philosophische Kategorie entwickeln u. a. Georg Simmel, Ferdinand Tönnies, John Dewey, George Herbert Mead oder auch Antonio Gramsci bis ins 20. Jahrhundert hinein zahlreiche Philosopheme zur Arbeit und Philosophie der Praxis. „In den Debatten des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts lassen sich drei Konzeptionen von Arbeit unterscheiden: Arbeit als zweckrationales Handeln, Arbeit als Spiel oder Kunst, Arbeit als sittliches Handeln.“[9]

Wirtschafts- und arbeitswissenschaftliche Theorien seit Ende des 19. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volkswirtschaftslehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von Marx entwickelte Arbeitswerttheorie wird schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die Neoklassische Theorie widerlegt. Ökonomen wie Alfred Marshall, William Stanley Jevons, Léon Walras und Vilfredo Pareto analysieren unter Berücksichtigung des psychologisch begründeten Entscheidungsverhaltens der Marktteilnehmer die Preis/Nutzen-Relationen auf dem Markt genauer und veröffentlichen grundlegende Theorien und mathematische Modelle zur Entwicklung der Grenznutzenschule.[53] Unter marktwirtschaftlichen Konkurrenzbedingungen entsteht der Tauschwert einer Ware nicht durch die verausgabte Arbeit, sondern entwickelt sich in funktionaler Abhängigkeit von der Menge und Qualität des Warenangebots und der Nachfrage auf dem Markt. Der Tauschwert bzw. Marktpreis einer Ware hängt in erster Linie davon ab, welchen Nutzen die Käufer ihr beimessen, und wie hoch die Gewinnerwartungen der Verkäufer sind. „Jede willkürliche Einmischung in das Spiel von Angebot und Nachfrage unter Wettbewerbsbedingungen ist – von einigen Ausnahmefällen abgesehen – eher schlecht als gut zu nennen.“[54]

Die Neoklassik knüpft an Vorstellungen der Klassischen Nationalökonomie an, nach denen der Markt durch eine „unsichtbare Hand“ geführt einem idealen Gleichgewicht zustrebt. „Schließlich wurde, besonders in der tiefgehenden mathematischen Analyse von Leon Walras, die Analyse des totalen Gleichgewichts erreicht.“ Nach Auffassung Joseph Schumpeters „sei Walras unter allen großen Nationalökonomen eindeutig der größte gewesen, da er das totale [wirtschaftliche] Gleichgewicht entdeckt habe.“[38] Obwohl durch zyklisch wiederkehrende Krisen regelmäßig soziale Verwerfungen insbesondere auf dem Arbeitsmarkt entstehen, hält sich die Idee der „unsichtbaren Hand“ bei Vertretern des Neoliberalismus und des Freien Marktes zum Teil bis heute. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts analysieren u. a. Joseph Schumpeter und John Maynard Keynes die in der Marktwirtschaft auftretenden destruktiven Erscheinungen und Wirtschaftskrisen, die den Arbeitsmarkt betreffen, und entwerfen Theorien zu deren Abwendung. Schumpeter prognostiziert zur Überwindung der kapitalistischen Wirtschaftskrisen die Entwicklung einer zukünftigen sozialistischen Planwirtschaft.[42] Nach der von Keynes begründeten Wirtschaftstheorie ist die gesamtwirtschaftliche Nachfrage die entscheidende Größe für die erwerbsbezogene Beschäftigung. Durch finanz-, fiskal- und sozialpolitische Eingriffe des Staates und die Nachfrage der öffentlichen Hand können nach Keynes Krisen auf dem Arbeitsmarkt abgemildert oder sogar verhindert werden. John Kenneth Galbraith vertritt die Auffassung, dass die stillschweigende Bereitschaft des Homo oeconomicus, sich mit dem Grenznutzen der Güter abzufinden, in der Verkürzung der Arbeitszeit[55] sichtbar wird. „Innerhalb des 20. Jahrhunderts ist – bei steigenden Löhnen – die Arbeitszeit auf rund die Hälfte der Wochenstunden geschrumpft.“[56] Mikroökonomische Analysen zu Arbeitnehmerreaktionen auf Lohnerhöhungen zeigen tatsächlich, dass diese zu Einschränkungen der Arbeitszeit führen können.[57]

In der Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspolitik, die sich auf die Arbeit in der Marktwirtschaft beziehen, konkurrieren heute Theorien des Keynesianismus, denen z. B. John Kenneth Galbraith, Gunnar Myrdal, Paul A. Samuelson, Joseph E. Stiglitz oder Heiner Flassbeck folgen, mit neoliberalen und marktradikalen Theorien, die u. a. Walter Eucken, Friedrich August von Hayek, Milton Friedman, José Piñera oder Hans-Werner Sinn vertreten. Die Theorien und Modelle staatlicher Planwirtschaft[58] werden seit dem ökonomischen Zusammenbruch des Realsozialismus um das Jahr 1990 in der Volkswirtschaftslehre als historisch überholt angesehen. Wissenschaftliche und politische Diskurse über die Arbeit in der Planwirtschaft finden im 21. Jahrhundert im Wesentlichen nur noch mit Blick auf die kommunistisch geführten Wirtschaftssysteme in Vietnam oder China statt.[59]

Auffällig in der Volkswirtschaftslehre insgesamt ist, dass in allen Theorien und Modellen die Arbeit hauptsächlich in ihrer abstrakten Wertform analysiert wird, Prozesse der konkreten lebendigen Arbeit dagegen weniger wissenschaftliche Beachtung finden.

Betriebswirtschaftslehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgehend von den Kameralwissenschaften im frühen 19. Jahrhundert – eine Verbindung der Handlungswissenschaft[60] und der Politischen Ökonomie mit den Rechts- und Staatswissenschaften – entwickelt sich gleichzeitig mit der Volkswirtschaftslehre die Betriebswirtschaftslehre. „Erkenntnisobjekt dieser Wissenschaft ist die einzelwirtschaftliche Entscheidungseinheit Betrieb mit allen seinen wirtschaftlichen Vorgängen,“[61] wobei die Bilanzierung des betrieblichen Kapitals und die Berechnung des finanziellen Erfolgs der Unternehmung als Entscheidungsgrundlagen hervorzuheben sind. Im Rahmen des Rechnungswesens, der Betriebsbuchhaltung und der Kostenrechnung werden u. a. die Arbeitskosten, das heißt die Tauschwerte der abstrakten Arbeit in Form von Löhnen, Gehältern, Sozialbeiträgen etc. geplant, erfasst und analysiert. Neben den beschäftigungsabhängigen Arbeitskosten gehen in Form von Abschreibungen für „Produktionsmittel“ auch die Kosten der vergegenständlichten Arbeit in die Kostenrechnung und Geschäftsbuchhaltung ein. Die betriebswirtschaftlich-kaufmännische Bedeutung der Arbeit besteht darin, dass die anteiligen Arbeitskosten der hergestellten Güter und Dienstleistungen und die Abschreibungen auf das eingesetzte Kapital in Relation zu den erzielbaren Marktpreisen die wesentlichen Größen für die Produktkalkulation und betriebswirtschaftliche Preisgestaltung sind.

Die in Geld bewertete Arbeit erscheint in der Unternehmensbilanz versteckt im finanziellen Ertrag aus der Geschäftstätigkeit und dem darin enthaltenen Gewinn. Mit dem Ziel, die Geschäftstätigkeit möglichst gewinnbringend zu gestalten, analysiert und modelliert die Betriebswirtschaftslehre die Prozesse betrieblicher Arbeitssysteme, wobei die Arbeit – anders als in der abstrakteren Volkswirtschaftslehre – in ihrer konkreten und abstrakten Form betrachtet wird. Die Betriebsorganisation untersucht und plant die funktions- oder prozessorientierte Aufbau- und Ablauforganisation und fasst damit auch die konkrete Arbeit im Rahmen der Speziellen Betriebswirtschaftslehre näher ins Auge. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts gewinnt in der Anlagenautomation die eigenständige Entwicklung der Regelungs- und Prozessrechnertechnik an Bedeutung, zunächst noch unabhängig von der Elektronischen Datenverarbeitung (EDV) in Bereichen der betrieblichen Administration. Danach wird in den 1970er Jahren das Rechnungswesen zum vorherrschenden innerbetrieblichen EDV-Anwendungsgebiet. Das eröffnet wiederum dem Management neue Arbeitsbereiche in der Unternehmensplanung, der Organisationsentwicklung und im Controlling, um mit Hilfe EDV-unterstützter Kosten-Nutzen-Kalkulationen und ggfs. zusätzlichen Nutzwertanalysen unternehmerische Entscheidungen zu planen und umzusetzen. Die Aufgaben der „Betriebs- und EDV-Organisation“ sind seitdem Themenschwerpunkte der Betriebswirtschaftslehre. Mit der zunehmenden Nutzung von Computern zur Planung und Steuerung der Arbeitsprozesse werden Optimierungsmodelle der ökonomischen Kybernetik,[62] linearen Programmierung, der Netzplantechnik und der Input-Output-Analyse entwickelt und in die betriebliche Praxis eingeführt. Seit den 1980er Jahren spielt die Vernetzung administrativer EDV-Anwendungen untereinander, aber auch mit Datenverbindungen zu den Prozessrechnern und Industrierobotern in der Anlagen- und Verfahrenstechnik eine immer größere betriebswirtschaftliche Rolle. Unter der Bezeichnung Business Engineering geht es dabei zunehmend um die Analyse, Modellierung und Implementierung automatisierter Geschäftsprozesse, die etwa von einer Dispatching-Zentrale bzw. einem Controlling-Leitstand aus mit Hilfe von Computersystemen kontrolliert und gesteuert werden.[63] Wichtige deutschsprachige Wissenschaftler auf den Gebieten der Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensorganisation sind z. B. Eugen Schmalenbach, Heinrich Nicklisch, Erich Gutenberg, Erich Kosiol, Hans Ulrich und Jürgen Weber. Aus der Verbindung der Speziellen Betriebswirtschaftslehre mit den Ingenieurwissenschaften und den Anfängen der Arbeitsmedizin entstehen im 20. Jahrhundert die Fachgebiete der Arbeitswissenschaft.

Entwicklung der Arbeitswissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des 19. Jahrhunderts beginnt die Entwicklung der interdisziplinären Arbeitswissenschaft mit verschiedenen Schwerpunkten, wie Arbeitsgestaltung, Arbeitsbewertung, Zeitwirtschaft, technologische Arbeitsvorbereitung oder Managementlehre. Als Begründer der Arbeitswissenschaft wird Frederick Winslow Taylor angesehen, dessen Prinzipien der wissenschaftlichen Betriebsführung im 20. Jahrhundert (und teilweise bis heute) für die Gestaltung der Erwerbsarbeit maßgebend sind. Außer den betriebswirtschaftlich-technologischen Prinzipien Taylors werden auch die physischen und psychischen Belastungen der Fabrikarbeit und deren Auswirkungen auf die Gesundheit,[64] Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft der Beschäftigten als Problemfelder der Betriebsführung in Industriebetrieben erkannt und untersucht. Ein Beispiel dazu sind die 1890 von Emil Kraepelin durchgeführten Laboratoriumsversuche zur Hygiene der Arbeit, um die Zusammenhänge von Ermüdung und Übung zu erforschen und Leistungsverläufe in Arbeitskurven darzustellen.[65] Die Erkenntnisse der Arbeitsmedizin gehen zusätzlich zu Taylors Prinzipien in die Arbeitswissenschaft ein und werden bis Mitte des 20. Jahrhunderts wesentliche Elemente der Ergonomie,[66] des Arbeitsschutzes und der Arbeitspsychologie bis hin zur Ergotherapie. Fritz Giese veröffentlicht 1920 den Vortrag Psychotechnik und Taylorsystem,[67] in dem er vom Standpunkt der angewandten Psychologie die Prinzipien Taylors kritisch würdigt. Giese gehört in Deutschland während der 1920er Jahre zu den Mitbegründern der Arbeitswissenschaft und beginnt ein mehrbändiges Handbuch der Arbeitswissenschaft herauszugeben. Im Rahmen dieses Kompendiums erscheint 1932 das Buch Philosophie der Arbeit,[68] in dem die Arbeit ausgehend von der Wissenschaftslehre der Arbeit unter den Abschnitten Logik, Erkenntnistheorie, Ästhetik, Ethik und Metaphysik philosophisch interpretiert wird.

Die von Taylor propagierte innerbetriebliche Arbeitsteilung ist auch auf die Trennung geistig anspruchsvoller Arbeit von einfachen manuellen Tätigkeiten ausgerichtet. Aufbauend auf die Arbeitsteilung nach dem Babbage-Prinzip gerät sie unter dem Begriff Taylorismus in die Kritik. Im Taylorismus sieht 1920 Kurt Lewin „eine Entwürdigung der Arbeit durch ins Extrem getriebene Arbeitsteilung ohne Rücksicht auf die Seele des Arbeitenden, kurz einen Verbrauch des Arbeiters im Dienste der Produktion gemäß den für Maschinen geltenden Abnützungs- und Amortisationsberechnungen.“[69] Willy Hellpach entwickelt 1922 im Rahmen einer „Gruppenfabrikation“ ein Konzept der ganzheitlichen Aufgabenwahrnehmung als Einheit von Planen, Ausführen und Kontrollieren. Hellpach erkennt in der Gruppenarbeit eine Form der Arbeitsorganisation, „die der Atomisierung und Sinnentleerung der Fabrikarbeit entgegenwirkt“.[70] In den USA initiiert Elton Mayo ab Mitte der 1920er Jahre die Hawthorne-Arbeitstudien. Mit den Untersuchungen in Hawthorne weist Mayo nach, dass nicht Lohnanreize, Arbeitszeiten, Ruhepausen oder Arbeitsplatzausstattungen längerfristig für die Arbeitsleistung maßgeblich sind, sondern primär die Beziehungen in der Arbeitsgruppe. Damit begründet er die Human relations Richtung, die seit den 1950er Jahren grundlegend ist für die Organisationsentwicklung (OE). Mayo ist außerdem ein Wegbereiter für die von Frederick Herzberg entwickelte und 1959 veröffentlichte Motivator-Hygiene-Theorie zur Analyse und Förderung der Arbeitsmotivation. Bis ins beginnende 21. Jahrhundert können sich Konzepte der Gruppenarbeit in der Industrie nur begrenzt gegen die vom Taylorismus geprägte Fließbandfertigung durchsetzen. Georges Friedmann konstatiert 1953 eine „weltweite Tendenz des Verfalls ganzheitlicher Berufe“ und einen zunehmenden „Bedarf der Industrie an immer vollkommeneren Maschinen“,[71] was zur Automatisierung der in der Fließfertigung systematisch verknüpften Arbeitsvorgänge führt. Letztlich befreit die Automatisierung den Menschen von der Durchführung immer wiederkehrender gleichartiger geistiger oder manueller Verrichtungen und löst ihn aus der zeitlichen Bindung an den Rhythmus der technischen Einrichtung.[72] An Stelle von festen Arbeitsplätzen in Industriebetrieben entwickeln sich seit den 1980er Jahren Formen des „hybriden Arbeitens“, die vermehrt arbeitswissenschaftliche Beachtung in der OE-Forschung erlangen.[73]

Aufhebung des Arbeitsbegriffs seit Mitte des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der von Marx als „philosophische Kategorie“ definierte Arbeitsbegriff unterliegt danach im Verlauf soziologischer Diskurse einem Prozess mehrfacher Aufhebungen. Anfang des 20. Jahrhunderts erhebt Wilhelm Dilthey in seinen hermeneutischen Überlegungen „Arbeit, die in der Werkstatt der Geisteswissenschaft verrichtet wird“, noch zur Quelle der Erkenntnis.[74] Mitte des Jahrhunderts jedoch scheint der Begriff „Arbeit“ in lebensweltlichen Anschauungen und wissenschaftlichen Theorien primär eine Bezeichnung für erwerbsorientierte, arbeitsteilig verkürzte Tätigkeiten einzelner Personen zu sein. Diese reduktionistische Auffassung vom Arbeitsleben führt zu der philosophischen Frage, in welchem Verhältnis Arbeit zu sozialer Interaktion und Kommunikation zu sehen ist. Bedeutende Philosophen des 20. Jahrhunderts, wie Karl Popper, Max Horkheimer, Theodor W. Adorno oder Jürgen Habermas kritisieren mit unterschiedlichen Intentionen die alles begründende evolutionäre Rolle der Arbeit bei Marx und Engels und erkennen darin eine vermeintliche Fortführung der Philosophie Hegels,[75] während andererseits Jean-Paul Sartre und André Gorz beginnen sich vom Standpunkt des Existenzialismus der Marxschen kategorialen Handlungsorientiertheit anzunähern.[76] Das aus dem marxistischen Arbeitsbegriff resultierende Produktionsparadigma[77] zur Herleitung anthropologischer und soziologischer Zusammenhänge wird vielfach als zu kollektivistisch[78] und zu holistisch[79][80] verworfen. Karl Popper bezeichnet Marx als methodologischen Kollektivisten, der „glaubt, dass es das ‚System der ökonomischen Bedingungen‘ als solches ist, das die unerwünschten Konsequenzen[39] herbeiführt – ein System von Institutionen, das nur durch seine Abhängigkeit von den Produktionsmitteln erklärt werden, aber nicht auf die einzelnen Individuen, ihre Beziehungen und Handlungen zurückgeführt werden kann.“[81] Poppers Auffassung weist Adam Schaff zurück, da Marx nur die Fiktion des isolierten Individuums abgelehnt habe. Die zentrale Bedeutung des tätigen Individuums betone Marx mit den Worten: „Der Mensch - so sehr er daher ein besondres Individuum ist, und grade seine Besonderheit macht ihn zu einem Individuum und zum wirklichen individuellen Gemeinwesen - eben so sehr ist er die Totalität, die ideale Totalität, das subjektive Dasein der gedachten und empfundenen Gesellschaft […].“[82]

Hannah Arendt führt den Begriff Arbeitsgesellschaft[83] ein und sieht Arbeit als Zwang zur Erhaltung des Lebens, dem der Mensch von der Geburt bis zum Tod ständig unterliegt. In ihrem Werk Vita activa oder Vom tätigen Leben unterscheidet Arendt drei Tätigkeiten: Arbeiten, Herstellen und Handeln. Ohne Geräte und Werkzeuge, die der Mensch herstellt, „um die Arbeit zu erleichtern und die Arbeitszeit zu verkürzen, könnte auch menschliches Leben nichts sein als Mühe und Arbeit.“[84] Das „Animal laborans“ ist dasjenige Wesen, das nur arbeitet. Für das Animal laborans ist es „wie ein Wunder, daß es als Mensch auch und zugleich ein Wesen ist, das eine Welt kennt und bewohnt; vom Standpunkt des Homo fabers ist es wie ein Wunder, wie eine Offenbarung eines Göttlichen, daß es in dieser von ihm hergestellten Welt so etwas wie Sinn geben soll.“[84]

Für Arendt stellen das Handeln und Sprechen die höchsten und menschlichsten Tätigkeiten der Vita activa dar.[84] Gemäß den Prinzipien des zu ihrer Zeit vorherrschenden Taylorismus subsumiert sie unter dem Arbeitsbegriff nur einfache erwerbsbezogene Verrichtungen, die durch das interaktive, kommunikative Handeln der Menschen dominiert und gesellschaftlich vermittelt werden. Durch die begriffliche Reduktion der Arbeit auf Tätigkeiten vereinzelter Individuen, weitgehend abstrahiert von der gesellschaftlich notwendigen Organisation und Kommunikation in Arbeitsprozessen, wird unwillkürlich die Entfremdung der Arbeit aufgedeckt.[85] Dazu schreibt Arendt: „(In) ihrem letzten Stadium verwandelt sich die Arbeitsgesellschaft in eine Gesellschaft von Jobholdern, und diese verlangt von denen, die ihr zugehören, kaum mehr als ein automatisches Funktionieren, als sei das Leben des Einzelnen bereits völlig untergetaucht in den Strom des Lebensprozesses, der die Gattung beherrscht, und als bestehe die einzige aktive, individuelle Entscheidung nur noch darin, sich selbst gleichsam loszulassen, seine Individualität aufzugeben, bzw. die Empfindungen zu betäuben, welche noch die Mühe und Not des Lebens registrieren, um dann völlig ‚beruhigt‘ desto besser und reibungsloser ‚funktionieren‘ zu können.“[84]

Jürgen Habermas setzt sich 1968 in seinem Werk Technik und Wissenschaft als „Ideologie“ mit Hegels „Jenenser Philosophie des Geistes“ auseinander.[86] Darin formuliert Habermas die seiner Ansicht nach noch offene philosophische Frage zum Verhältnis von „Arbeit und Interaktion“. Er beantwortet diese Frage 1981 in seinem Hauptwerk „Theorie des kommunikativen Handelns“ zugunsten des „Kommunikationsparadigmas“. Danach wird er zum Haupterben der Kritischen Theorie und Philosophie der Praxis. „Entwürfe einer modernen Praxisphilosophie, die am Produktionsparadigma festhalten, geraten seither in den Verdacht veraltet bzw. durch die „Theorie des kommunikativen Handelns“ überwunden zu sein.“.[85] Die fragwürdige Trennung[87] von „Arbeit und Interaktion“ bzw. „Produktion und Kommunikation“ und die a priori Setzung der Kommunikationsbeziehungen löst nur scheinbar ein philosophisches Henne-Ei-Problem: Sprechen Menschen in Arbeits- und Handlungssystemen miteinander, weil sie gemeinsam arbeiten, oder arbeiten sie gemeinsam, weil sie miteinander sprechen wollen? Arendt und Habermas reduzieren den Arbeitsbegriff mehr oder weniger auf instrumentelles Handeln bzw. praktische Tätigkeiten, deren sinnvolle Ausführung nur im Rahmen vorherrschender Kommunikationsprozesse denkbar ist.

Auch die Praxisphilosophie Helmut Seidels, die man als eine historisch-materialistische Identitätsphilosophie[85] bezeichnen kann, bewegt sich im Spannungsfeld von Arbeit und dialogischer Interaktion. Als gleichaltriger Zeitgenosse von Jürgen Habermas „geht [er] davon aus, dass die vernünftige Reproduktion eines humanen Daseins von der Arbeit im Sinne der grundlegenden, elementaren Tätigkeitsform des Menschen, dem bewussten Handeln, abhängig ist, und dass die formale, abstrakte Arbeit als elementare Gattungstätigkeit jedes einzelnen, als einfachste und allen gemeinsame Lebenstätigkeit ein sinnvolles und anerkanntes Dasein des Menschen erst ermöglicht.“[85] Wilhelm Schmid kommt als Philosoph der Lebenskunst unter individualistischeren Prämissen zu ähnlichen Schlussfolgerungen:

„Arbeit ist all das, was ich in Bezug auf mich und mein Leben leiste, um ein schönes und bejahenswertes Leben führen zu können. […] Erstrebenswert erscheint jedoch, in jeder Arbeit ‚Fülle‘ und ‚Erfüllung‘ erfahren zu können, aufgrund der vielfältigen Vernetzung mit Anderen, nicht allein für sich sein zu müssen, sondern ‚unter Menschen sein‘ zu können; aufgrund der Vielzahl von Erfahrungen, die den Spielraum des Selbst erheblich erweitern; aufgrund von Herausforderungen, die gesucht und angenommen werden, in denen das Selbst wachsen und sich um Exzellenz bemühen kann.“

Wilhelm Schmid[88]

Diese allgemeingültig formulierten individuellen Erfahrungen mit der Arbeit in all ihren Facetten und die Bewältigung der damit verbundenen Herausforderungen, die Schmid im Begriff „Lebensarbeit“ zusammenfasst, sind nicht als beliebige, zeitlich oder kulturell begrenzte Erscheinungen aufzufassen, sondern vielmehr als „psychische Notwendigkeit des modernen Lebens“.[89]

Im Buch Die Alternative[90] schreibt Rudolf Bahro zum Verhältnis von Arbeit und Kommunikation: „Der größte Teil […] der geistigen Arbeit resultiert aus der technischen Arbeitsteilung innerhalb der Produktion und der Informationsverarbeitung. Die organisatorische Beherrschung arbeitsteiliger Kooperation ist von Anfang an ein Informationsproblem […], das als Verhältnis von Personen in Erscheinung tritt. Die Hierarchie der Arbeitsleitung drückt institutionell die Hierarchie der informationellen Kopplungen aus […]. Herrschaft, Ausbeutung und Entfremdung sind Begriffe, deren Realgehalt gerade vor diesem allgemeinen Hintergrund ein und derselbe ist […]. Gegenwärtig geht es um die entscheidende vertikale Arbeitsteilung, um die Tendenz zur Polarisierung […] in einen stofflich-energetischen und einen ihm steuernd und regelnd übergeordneten informationellen Prozeß.“[91] Bahro vermutet in der Überwindung der „vertikalen Arbeitsteilung“ einen Weg, um allen Menschen eine gerechte Mitwirkung und Teilhabe in ihren Arbeits- und Handlungssystemen zu ermöglichen.

Der Ethnologe Gerd Spittler identifiziert in seinem Buch Anthropologie der Arbeit die wesentlichen Elemente von Arbeit, „die sich überall und zu allen Zeiten finden und unterschiedlich kombiniert werden.“[9] Er erwähnt darin Diskussionen, die Soziologen seit Anfang der 1990er Jahre darüber führen, dass in der nachindustriellen Dienstleistungsgesellschaft eine Vermischung von Arbeits- und Lebenswelt zu beobachten ist. „Es ist die Rede von […] Entgrenzung der Arbeit, von subjektivierter Arbeit,[92] von Work-Life-Balance, von arbeitenden Kunden usw. Im Gegensatz zu diesen Debatten“ geht Spittler „davon aus, dass die Arbeitswelt immer ein Teil der Lebenswelt ist und ihr nicht dichotomisch gegenüber steht.[93] Sie ist niemals völlig aus anderen sozialen Bezügen losgelöst. […] Wie sie sich als besondere Welt innerhalb der Lebenswelt konstituiert, ist ein faszinierendes Thema, das losgelöst von dichotomischen Paradigmen behandelt werden muss. […] Entgegen der Vorstellung von Habermas, der Arbeit in allen Gesellschaften kategorial als instrumentelles Handeln bestimmt“, sieht Spittler die Arbeit mit Verweis auf ethnographische Fallstudien immer als Interaktion. Aus Sicht des Ethnologen spricht nichts für die von Habermas postulierte instrumentelle Auffassung von Arbeit oder die Herrschaft der Technik. Vielmehr erweist sich die Arbeit in Spittlers Fallstudien als „Interaktion zwischen eigenständigen Arbeitern, Arbeitsmitteln und Arbeitsgegenständen.“[9]

Unter den zwischen Produktions- und Kommunikationsparadigma changierenden Handlungstheorien gibt es in der Philosophie des 20. Jahrhunderts immer wieder Denkrichtungen, die zur dialektischen Aufhebung von Arbeit im Sinne der bewussten, schöpferischen Auseinandersetzung des Menschen hinführen. Beispiele dafür sind Theorien des Pragmatismus, Konstruktivismus, Kommunitarismus oder auch der Methodische Kulturalismus,[94] der – ausgehend von der alltäglichen Praxis – die Kultur als Ergebnis allen menschlichen Handelns definiert. In Weiterentwicklung des Konstruktivismus der Erlanger Schule von Paul Lorenzen und Wilhelm Kamlah erkennt der Methodische Kulturalismus im lebensweltlichen, vorwissenschaftlichen Handeln der Menschen die normative Grundlage und den primären Ausgangspunkt für Wissenschaft und Kultur. Nach der von Alfred North Whitehead in seinem Werk Prozess und Realität entwickelten Prozessphilosophie, die seit Ende des 20. Jahrhunderts vermehrt rezipiert wird,[95] kann der Begriff Arbeit als „extensive Abstraktion“ und als „Symbol“ für die ständige Wiederholung der „elementaren Ereignisse“ gelten, die die Kreativität der menschlichen Gesellschaft in ihrer arbeits- und damit auch lebensweltlichen Ausformung bestimmen.[96] Diese „abstrakte Interpretation“ des Arbeitsbegriffs stimmt sinngemäß mit jener von Karl Marx überein,[33] dessen Theorie, die Arbeit sei grundlegend für den gesellschaftlichen Produktionsprozess, eine philosophische Bestätigung erfährt.

Für Kybernetiker[97] und Systemtheoretiker ist menschliche Arbeit ein abstrakter Begriff für die von Menschen bewusst ausgeführten Interaktionen und Handlungen in sozialen und soziotechnischen Systemen, welcher Art auch immer diese Arbeits- und Handlungssysteme sein mögen. Der soziologische Systembegriff geht auf Talcott Parsons zurück, der in Handlungen (Arbeitsprozessen) die konstitutiven Elemente sozialer Systeme erkannt hat.[98] Abweichend davon sieht Niklas Luhmann in den Kommunikationsbeziehungen die bestimmenden Elemente[80] und hebt diese aus den Handlungen hervor. Mit dieser Auffassung ist Luhmann in der Tendenz idealistisch und leugnet die Tatsache, dass Kommunikationsprozesse als Teil übergeordneter Arbeitsprozesse zwar notwendige, aber keine hinreichenden Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung sozialer Systeme sind.

Zunehmend gibt es „technische Systeme“, die mit künstlicher Intelligenz ohne unmittelbares menschliches Eingreifen funktionieren und miteinander kommunizieren. Mitte der 1950er Jahre prognostiziert Friedrich Pollock: „Die Automation bedroht den Arbeiter und Angestellten nicht nur mit dem Verlust seines Arbeitsplatzes, sondern wird […] den sozialen Status vieler in der Wirtschaft und Verwaltung Tätigen drastisch verschlechtern, die nicht zu der privilegierten Minderheit […] der Ingenieure und verantwortlich entscheidenden Angestellten gehören.“[99] Durch Automation wird die auf Erwerbstätigkeit beruhende Arbeitsgesellschaft mit den für die Menschen ausschlaggebenden „Einkommens-, Teilhabe- und Lebenschancen“[100] in Frage gestellt. Mit Blick auf die zunehmende Volatilität und gleichzeitig steigende Produktivität industrieller „Lohnarbeit“ entwirft Frithjof Bergmann in den 1980er Jahren ein Konzept „New Work“, d. h. Ideen zu einer Kultur der „Neuen Arbeit“, die den Menschen vermehrt Freiheit, Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe in der sich verändernden Arbeits- und Lebenswelt bieten soll.[101] Im beginnenden 21. Jahrhundert ist eine latente Krise der Arbeit zu beobachten, die das errungene Sozialeigentum der abhängig Beschäftigten durch Arbeitslosigkeit und Prekarisierung der Arbeits- und Lebensverhältnisse gefährdet.[102] Eberhard Ulich weist darauf hin, dass schon in den 1970er Jahren Vorschläge erarbeitet wurden, die „Erwerbstätigkeit zu rationieren oder eine „Duale Ökonomie“ einzuführen mit bezahlter Erwerbstätigkeit einerseits und gesellschaftlich nützlichen bzw. notwendigen Aktivitäten andererseits.“ Mit der Einführung eines Bürgergeldes könnte (jetzt) tatsächlich die besondere Chance bestehen, unter reflektierter Nutzung der technologischen Möglichkeiten in soziotechnischen Systemen nicht nur inhumane Arbeitsbedingungen zu beseitigen, sondern die Dominanz der Erwerbsarbeit gegenüber sonstiger gesellschaftlich nützlicher Arbeit aufzuheben.[103]

Historischer Aspekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Menschen setzen die Produktivkräfte ihrer Gesellschaftssysteme in Arbeitsprozessen frei. Sie gestalten diese Prozesse arbeitsteilig nach den Regeln und Gesetzen der Systeme, in denen sie jeweils leben und zusammenarbeiten. Dabei bewegen sie sich in Strukturen, in denen sie die Aneignung und Nutzung der Arbeitsressourcen und die Verteilung der Arbeitsresultate – je nach Kultur oder Staatsform – geordnet haben. Die Marxsche Geschichtsphilosophie misst der vorherrschenden Produktionsweise, das heißt der Ökonomie die prägende Rolle zu. Max Weber geht von der Annahme aus, dass der historische Prozess durch das Zusammenwirken von Herrschaft, Kultur und Ökonomie geprägt wird, wobei der Einfluss epochenspezifisch unterschiedlich stark sein kann. Tendenziell sieht Weber Herrschaft als die dominierende anthropologische Universale.[104]Karl Mannheim rekonstruiert die historische Entwicklung des Menschen in drei Stufen. Ursprünglich bestimmt die Hordensolidarität die zwischenmenschlichen Beziehungen. Auf der zweiten Stufe beginnt sich der Mensch als Individuum zu erfahren, indem er in Konkurrenz zu anderen tritt. Der Mensch auf der Stufe der nachindividuellen Gruppensolidarität bildet die gesellschaftliche Wirklichkeit, in der wir heute leben.“[105] Ungeachtet der unterschiedlichen philosophischen Anschauungen[106] durchdringt und verbindet die Arbeit alle Dimensionen der Lebenswelt[107] und nimmt dabei ihre epochengemäße, historische Form an. Im Rückblick auf die Menschheitsgeschichte kommen David Graeber und David Wengrow zu folgender Schlussfolgerung und Frage: „Wir Menschen sind Projekte kollektiver Selbsterschaffung. […] Wie wäre es, wenn wir […] fragen würden, wie es dazu kam, in so engen konzeptionellen Fesseln gefangen zu sein, dass wir uns [heute] nicht einmal mehr die Möglichkeit vorstellen können, uns neu zu erfinden?“[108]

Gemeinschaften der Jäger und Sammler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich entwickelten sich die Arbeits- und Handlungssysteme der anatomisch modernen Menschen (Homo sapiens) innerhalb der Hordengesellschaft. Mit der allmählichen „Aneignung der Natur“ begann der Übergang zum abstrakten Denken in Wechselwirkung mit der sich gleichzeitig herausbildenden Sprache:

„Arbeit zuerst, nach und dann mit ihr die Sprache – das sind die beiden wesentlichen Antriebe, unter deren Einfluß das Gehirn eines Affen in das bei aller Ähnlichkeit weit größere und vollkommnere eines Menschen allmählich übergegangen ist. Mit der Fortbildung des Gehirns ging Hand in Hand die Fortbildung seiner nächsten Werkzeuge, der Sinnesorgane …“

Friedrich Engels: Dialektik der Natur

Die im Paläolithikum in Horden umherstreifenden Menschen, die „bei nomadisierender Lebensweise und vorwiegender Okkupationswirtschaft[109] die notwendigen Nahrungsmittel ausschließlich oder überwiegend durch gemeinsame hordensolidarische Aneignung und Verteilung der Naturreichtümer gewannen, waren auf ihren Beutezügen an die jeweiligen Naturgegebenheiten gebunden. Längerfristige klimatische Entwicklungen, erschöpfte Jagdgründe, Konflikte und kriegerische Kämpfe mit anderen Horden u. a. m. zwangen die Menschen, neue Lebensräume zu erkunden. Auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen zogen die Horden weiter und ließen sich in regelmäßig wechselnden, oder auch neu entdeckten Siedlungsgebieten nieder. Über „Jahrhunderttausende“[110] eroberten die Menschen auf der Suche nach Nahrungsmitteln und sonstigen natürlichen Reichtümern neue Lebensräume.

Bis zum ausgehenden Jungpaläolithikum hatten diese nomadisierenden Jäger und Sammler im Zeitraum von mehr als 100.000 Jahren mit Ausnahme der Antarktis alle Kontinente besiedelt. Dabei passten sie sich immer wieder den Umweltbedingungen in unterschiedlichen Klimazonen an und entwickelten während dieser Jahrtausende ihre Methoden zur Nutzung der Natur und zur Durchsetzung gemeinschaftlicher Interessen gegen innere und äußere Feinde. Das betraf nicht nur die organisierte Vorbereitung und Durchführung gemeinschaftlicher Unternehmungen, sondern auch die Verwendung des Feuers, die Herstellung und Nutzung neuartiger oder verbesserter Kleidung, Werkzeuge, Jagd- und Kampfwaffen, Vorrats- und Transportbehältnisse oder die Errichtung befestigter Lagerplätze und Behausungen. Im Neolithikum begannen die Jäger- und Sammler sich durch Domestizierung nützlicher Tiere und Pflanzen und Herden begleitende Viehwirtschaft nach und nach auf agrikulturelle Produktionsmethoden umzustellen. Mit zunehmender Differenzierung der Arbeitsprozesse entwickelten sich neue kulturbildende Arbeitsfelder und Traditionen. Die Phänotypen der natürlichen Evolution, die vor allem äußere Merkmale der Menschen variierten, wie z. B. Hautfarbe oder Körperbau, wurden überlagert von kulturellen Variationen der sich herausbildenden Stämme und Völker. Grundlegend war dabei die Entwicklung der Sprachen, die den inneren Zusammenhalt der Gemeinschaften durch Rituale, Kunst und sonstige kommunikative Handlungen und Interaktionen verstärkten, wie zum Beispiel

  • Initiations- und Machtrituale, Bestattungskulte,
  • Freundschafts-, Versöhnungs-, Heiratszeremonien,
  • Heilungs-, Schadens- oder Verdammungszauber,
  • künstlerische Ausdrucksformen, Tanz, Musik, Ornamentik, Bilder, Skulpturen etc.,
  • Erzählungen von Abstammungs-, Jagd-, Kampf- und Überlebensmythen.

In den Stammesgemeinschaften und späteren Hochkulturen entwickelten sich metaphysische Vorstellungen, auf deren Grundlage das Schamanen- und Priestertum religiöse Kulte in die schöpferische Auseinandersetzung des Menschen einführte.

Agrargesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lebensweise der Menschen beruhte solange auf „aneignenden Produktionszweigen“[110] bzw. Okkupationswirtschaft, bis es ihnen durch die Entwicklung und Anwendung agrikultureller Produktionsmethoden gelang, die Natur nach und nach ihren Lebensbedürfnissen anzupassen und die notwendigen Lebensmittel in festen Siedlungsgebieten ausreichend selbst zu erzeugen.[111] Im Zuge der Neolithischen Revolution entwickelten sich die Arbeits- und Handlungssysteme der Bauern- und Hirtenvölker.

„Diese Revolution, meint Toynbee, bedeutete, dass die Menschheit nicht länger nur ein Schmarotzer der Natur war […] Die Menschen hingen nicht länger von den Unwägbarkeiten der Wanderungen der Tiere und der zufälligen Verteilung der Pflanzen ab, sondern begannen die Nahrung zu produzieren, anstatt sie einfach zu sammeln. Produzieren bedeutet Planung, Vorsorge, und Selbstbeherrschung, das Planen von Ernten […] weit in die Zukunft hinein und den Abschied vom impulsiven Von-Tag-zu Tag-Leben.“

Baden Eunson: Betriebspsychologie. 1990[112]

Wahrscheinlich entwickelte sich in der frühen Landwirtschaft im Vergleich mit der bis dahin vorherrschenden „Okkupationswirtschaft“ verstärkt die „Idee des Privateigentums“ an Grund und Boden sowie an Tieren und Nutzpflanzen, was etwa ab dem 9. Jahrtausend v. u. Z. nach und nach die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen veränderte. „Die Landwirtschaft erforderte, dass bestimmte Dinge nicht mehr allen gehörten. […] Mit dem Sesshaftwerden wurde eines der fundamentalen Gesetze menschlichen Zusammenlebens ausgehebelt, eines, das eine halbe Ewigkeit lang ein alltägliches Gebot gewesen war: Nahrung muss geteilt werden! Die Idee des Eigentums unterläuft die urmenschliche Solidarität. […] Weil es den Jägern und Sammlern nicht möglich gewesen war, Vorräte anzulegen, hatten sie in soziale Beziehungen investieren müssen, damit sie Notsituationen mit Hilfe gegenseitiger Unterstützung überleben konnten. Kooperation war alles gewesen, Solidarität eine Lebensversicherung. Das kehrte sich jetzt um: Die Privatisierung der Ressourcen machte die Bauern von den Nachbarn unabhängig.“[113]

Allerdings muss zwischen sesshafter Lebensweise in der Landwirtschaft und „Privateigentum“ nicht notwendig ein Zusammenhang bestehen, da sowohl Jäger und Sammler als auch Bauern gruppensolidarisch zusammenarbeiten können. Nicht die Arbeit und Sesshaftigkeit der Bauern führte zu Ungleichheit und Privateigentum, entscheidender waren vorgeschichtliche Machtunterschiede und Gewalterfahrungen der Menschen und zwischen Menschengruppen, die möglicherweise kriegerische und religiöse Ursachen haben. Diese wurden aus den Jäger und Sammler Gemeinschaften in die Agrargesellschaft übertragen. Beim „Eigentum“ geht es nicht in erster Linie um die Verfügungsgewalt über Dinge, sondern um zwischenmenschliche Beziehungen und die archaische Macht von Menschen über Menschen, die auf „Mutwillen“ und möglichen „Todesdrohungen“ beruht.[114] „Im Fruchtbaren Halbmond […] gab es keinen »Wechsel« vom altsteinzeitlichen Jäger und Sammler zum jungsteinzeitlichen Bauern. Der Übergang von einer Nahrungsbedarfsdeckung aus vorwiegend natürlichen Ressourcen zu einer Lebensweise, die darauf fußte, Nahrungsmittel zu produzieren, brauchte um die 3000 Jahre. […] Einen Garten-Eden-artigen Zustand gab es nie, von dem aus die ersten Bauern in die Ungleichheit geraten mussten; und es ist sogar noch sinnloser, die Landwirtschaft als Ursprung für gesellschaftliche Hierarchien, Ungleichheit oder Privateigentum zu betrachten.“[115] Im Neolithikum überdauerte das ursprüngliche gruppensolidarische Verhalten der Menschen wahrscheinlich noch mehrere Jahrtausende, bis schließlich königliche Herrschaft mit Gesetzen die Verhältnisse zusätzlich regelte.[116]

Infolge der zunehmend ortsfesten Produktion entstanden Dorfgemeinschaften. Neue Methoden der Bodenbewirtschaftung und Viehhaltung führten zu Nahrungsmittelüberschüssen, sodass spezialisierte Arbeiter beschäftigt und ernährt werden konnten. Diese erzeugten wiederum Produkte, die nicht für den sofortigen Verbrauch bestimmt waren. Neben handwerklichen Bereichen in der Nahrungsmittelveredlung, der Holz- und Steinbearbeitung, der Metallgewinnung, der Textil-, Keramik-, Werkzeug- und Waffenherstellung etc. entwickelten sich sekundäre Arbeitssysteme, wie die des Güteraustauschs[117] (Tausch, Transport, Lagerung), der Kommunikation (Schreib-, Botendienste), der Gefahrenabwehr (Militär- und Wachdienste), der Bildung und Kultur, der Organisation, Administration und Herrschaft. In organisierter Gemeinschaftsarbeit entstanden seit der Jungsteinzeit im Rahmen religiöser, administrativer und herrschaftlicher Vorhaben teils monumentale Bauwerke, wie z. B. Straßen- und Kanalsysteme, Festungs-, Palast- und Tempelanlagen, Grabmale und Nekropolen. Die Zentralisierung der Tausch-, Kultur-, Schutz- und Administrationsfunktionen führte mit der Einrichtung Gesellschaft stiftender Versammlungs- und Marktplätze zur Urbanisierung und Herausbildung der Politik. Zur Kalkulation und Abrechnung der Arbeitsleistungen und Tauschgeschäfte erfanden die Menschen das „Kulturprodukt Geld“, das als Wertmaßstab für die unterschiedlichsten Dienste und Produkte diente und allmählich zu einem unentbehrlichen Instrument des Handels und der Politik wurde.[118] Mit fortschreitender Arbeitsteilung entwickelten sich Ständegesellschaften und mit der Konzentration der Schutz- und Herrschaftsfunktionen Staatsformen, die das soziale Leben bis in die Gegenwart bestimmen. Die agrikulturelle Revolution änderte die Arbeits- und Lebensweise der Menschen radikal. „Es brauchte Tausende von Jahren, bis die neuen Techniken und Wertesysteme dieser Revolution alle Teile des Erdballs durchdrungen hatten.“[112]

Industriegesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Renaissance und dem aufkommenden Merkantilismus waren in Europa die agrikulturellen und handwerklichen Produktionsmethoden, wie sie sich im Verlauf des Mittelalters entfaltet hatten, vorherrschend. Die schon in der Agrargesellschaft angelegte Ständeordnung trug wesentlich dazu bei, dass zwischen nieder- und höherwertiger Arbeit unterschieden wurde – ein Begriffsverständnis, das sich bis heute erhalten hat.[119] Ausgehend von Norditalien, England und Frankreich begann im 17. Jahrhundert die Zergliederung und Verfeinerung handwerklicher Tätigkeiten in Manufakturen. In der Landwirtschaft entwickelten sich auf Basis des Großgrundbesitzes neue, arbeitsteiligere Produktionsmethoden. Die Lohnarbeit wurde zur bestimmenden Lebensgrundlage der Manufaktur- und Landarbeiter und deren Familien. Im späten 18. Jahrhundert kam es zu einer Welle gravierender soziotechnischer Durchbrüche. Erfindungen, wie der mechanische Webstuhl, die Waterframe, die Dampfmaschine oder das Puddelverfahren zur Stahlherstellung lösten in Europa die industrielle Revolution aus. Sie ist bis ins späte 19. Jahrhundert hauptsächlich gekennzeichnet durch:

  1. den Ersatz tierischer Kraft durch unbelebte (insbesondere Wasser- und Dampfkraft);
  2. den Ersatz menschlicher Fertigkeit und Kraft durch Maschinen;
  3. die Erfindung und Einführung neuer Methoden zur Ur- und Umformung von Materie (Eisen, Stahl, industrielle Chemikalien);
  4. die Organisierung von Arbeit in großen, zentral mit Kraft versorgten Fabriken, was die unmittelbare Kontrolle der Produktionsprozesse und eine effizientere Arbeitsteilung erlaubte.[112]

Wirtschaftshistoriker bezeichnen diese Periode der Industrialisierung auch als die erste industrielle Revolution. Technische Neuerungen ab Mitte des 19. Jahrhunderts, wie Eisenbahn und Dampfschifffahrt, die Kohle-, Farben- und Düngemittelchemie, der Verbrennungsmotor, das Automobil, Erdölprodukte, Elektrotechnik, Telegrafie, Fernsprechtechnik, Fotografie u. a. m., leiteten die zweite industrielle Revolution ein. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts sorgten betriebswirtschaftliche Innovationen, für die hier stellvertretend F. W. Taylor und Henry Ford stehen, für arbeitsorganisatorische Entwicklungen, die in den Fabriken zu zeit- und ablaufoptimierten Arbeitsbereichen führten. Es entstanden dabei viele Arbeitsplätze, an denen in monotoner Abfolge immer wieder die gleichen, einfachen Handgriffe zu erledigen waren. Mitte des 20. Jahrhunderts begann die dritte industrielle Revolution mit weiteren Innovationen, wie Mechanisierung der Landwirtschaft, Leichtmetall- und Kunststofftechnik, Elektronik, Computertechnik, Nanotechnik, Atomphysik, Weltraumforschung etc. Im Zuge der fortschreitenden Automatisierung und CIM-Technologien[120] begann der Abbau der Arbeitsplätze, die vom Taylorismus geprägt nur einfachste, mental anforderungsarme Tätigkeiten beinhalten. Mit der zunehmenden Nutzung der Robotik und des Internets in den globalisierten Arbeits- und Handlungssystemen des 21. Jahrhunderts ist die vierte industrielle Revolution eingeleitet, für die in Deutschland die Begriffe Industrie 4.0 und Arbeit 4.0 stehen. „Welche Terminologie man auch immer benutzt, es ist offensichtlich, dass das Tempo historischer Veränderungen zunimmt. Während die agrikulturelle Revolution Tausende von Jahren benötigte, um sich über den Erdball auszubreiten, brauchten die industriellen Revolutionen nur wenige Jahrhunderte oder Jahrzehnte, um ähnliche Veränderungen zu bewirken.“[112]

Status quo der Vita activa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kennzeichnend für den Status quo des „Arbeitslebens“ ist die Kontinuität kultureller, ökonomisch-technischer und ökologischer Veränderungsprozesse, die die Menschen mit ihren Handlungen mehr oder weniger zufällig[121] auslösen, durch Arbeit aber bewusst in ihrem Sinne gestalten können. In der heutigen Lebenswelt existieren vielfältige Formen der „ursprünglichen Okkupationswirtschaft“,[122] der „agrikulturellen Subsistenzwirtschaft“ und der entwickelten „industriellen Marktwirtschaft“ weltweit nebeneinander. Diesen Zustand analysiert Immanuel Wallerstein unter dem Aspekt der internationalen Arbeitsteilung und Machtverhältnisse im Rahmen der Weltsystem-Theorie.[123] Die gesellschaftliche Arbeitsteilung beschleunigt sich global immer weiter, was an den zunehmenden weltwirtschaftlichen Verflechtungen und der fortschreitenden Auffächerung spezialisierter und kombinierter Wissenschaftsdisziplinen und qualifizierter Ausbildungsberufe gut zu beobachten ist. Mit den daraus entstandenen kulturellen und technischen Entwicklungen ist es den Menschen nicht nur gelungen, sich durch Arbeit in der Natur zu behaupten, sondern die Produktivität dermaßen zu steigern, dass aus dem Wachstum eine ernste Gefahr für den weiteren Bestand der Menschheit geworden ist. Dieser Aspekt der Arbeit rückt seit Mitte des 20. Jahrhunderts ins Bewusstsein der Menschen, die die ökologischen Grenzen des Wachstums erforschen und einhalten wollen.[124]

Menschen setzen in Arbeitsprozessen – je nach Können und Vermögen – die leistungsstärkste, neueste Technik ein, um die Qualität und Produktivität der Arbeit sicherzustellen oder zu steigern. Je technisierter und vernetzter Arbeitsmittel in soziotechnischen Systemen sind, umso weniger menschliche Arbeitskraft wird in den Arbeitsprozessen anteilig benötigt. Dadurch entsteht Arbeitslosigkeit. Objektiv gesehen sind Menschen auch in Lebenslagen der so genannten Arbeitslosigkeit nicht arbeitslos, sondern erwerbslos. Unter marktwirtschaftlichen Bedingungen gibt es immer wieder strukturelle Gründe für krisenhafte „Erwerbslosigkeit“, in der ein Teil der Bevölkerung von Erwerbstätigkeiten ausgegrenzt ist. Hannah Arendt formulierte schon 1958 folgende These:

„Was uns bevorsteht, ist die Aussicht auf eine Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgegangen ist, also die einzige Tätigkeit, auf die sie sich noch versteht. Was könnte verhängnisvoller sein?“

Hannah Arendt: Vita activa oder Vom tätigen Leben

Im Industriezeitalter wurden Organisationsformen entwickelt, um die Aneignung und Verteilung der Arbeitsressourcen und -resultate in institutionalisierten Arbeitskämpfen[125] sozial gerechter und ökonomisch effektiver zu gestalten. Die Geschichte der Arbeitskämpfe zeigt, dass die Reduzierung der Arbeitszeit,[126] die Einführung beschäftigungsorientierter Arbeitszeitmodelle[127] und sozial ausgewogene, arbeitsrechtlich kontrollierte Tarifverträge probate Mittel sind zur gerechten Umverteilung der Erwerbsarbeit, Überwindung von Massen-Arbeitslosigkeit und Humanisierung der Arbeitswelt.

Außerdem gilt es noch brachliegende oder neue Felder „konkret-nützlicher Arbeit“ mit gerechten Löhnen für die Gesellschaft zu erschließen, z. B. im Erziehungs-, Bildungs- und Gesundheitswesen, in der Sozialarbeit, in Wissenschaft und Forschung, in der Umwelttechnik und Kreislaufwirtschaft oder auf performativ-virtuosen Tätigkeitsgebieten wie Sport, Spiel und Kunst.[128] Im internationalen Rahmen bietet auch die Eroberung des Weltraums ein großes Arbeitsfeld, um extraterrestrische Ressourcen zu erkunden und zu nutzen.

Noch unter dem Eindruck der Finanzkrise ab 2007 stellt Joseph Stiglitz die rhetorische Frage: „Wie können wir in dieser Situation Arbeitsplätze schaffen?“ Seine Antwort: „Die beste Lösung besteht darin, die Chance der extrem niedrigen langfristigen Zinsen[129] zu nutzen, um jene langfristigen Investitionen in Infrastruktur, Technologie und Bildung vorzunehmen, die das Land so dringend braucht.“[130]

Gute Arbeit – ein Menschenrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die philosophische Definition von Arbeit als notwendige Existenzbedingung menschlichen Daseins impliziert zunächst, dass der Begriff „gute Arbeit“ ohne Sinn ist. Die Kontingenz von „Gut und Böse“ im Kontext mit Arbeit umschreibt Johann Wolfgang von Goethe in „Faust II“ und beispielhaft verdichtet in der Ballade Der Zauberlehrling. Die philosophische Parabel beginnt in der Ballade damit, dass der mit der Magie des Souveräns ausgestattete „alte Hexenmeister“ abwesend ist. In dieser Situation bedient sich der zur Arbeit aufgerufene Mensch in Person des „Zauberlehrlings“ der Zaubersprüche des Souveräns und aktiviert damit zuerst zweckmäßig – dann aber katastrophal wirkende Kräfte. Als der „Zauberlehrling“ in der Katastrophe seine Ohnmacht erkennt, muss er den „alten Hexenmeister“ zu Hilfe rufen, der rettend eingreift. Nicht die „Arbeit an sich“ ist „das Böse“, sondern die Produktionsweise (Ökonomie), der Souverän (Regierung) und die Besitzverhältnisse sind es, deren Fehler der überhebliche und eigensinnige, tatsächlich aber unmündige „Zauberlehrling“ ausnutzt, um den Produktionsprozess zu kommandieren. Erst durch den Einsatz katastrophal wirkender Technik und die Entfremdung des Menschen von der Arbeit im Produktionsprozess, etwa in Form von Sklavenarbeit, Zwangsarbeit oder prekärer Lohnarbeit, erhält der Begriff „gute Arbeit“ als Gegensatz zu „böser Ausbeutung“ einen Sinn. Gute Arbeit ist zwar keine philosophische Kategorie, aber ein wichtiger Begriff in der Arbeitssoziologie. Er wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts vom Deutschen Gewerkschaftsbund als Schlagwort propagiert und in die Arbeits- und Sozialpolitik eingeführt. Gemeint sind damit unterschiedliche politische, wirtschaftliche und kulturelle Maßnahmen zur

  • Verbesserung der Bildungs- und Arbeitschancen und der Lebensverhältnisse für die abhängig Beschäftigten,
  • Entwicklung einer sozial gerechteren, juristisch abgesicherten Verteilung der Arbeitserträge in Form von Steuern, Sozialleistungen und Einkommen,
  • Überwachung und Verbesserung der Arbeitssicherheit und des Arbeitsschutzes, Vermeidung arbeitsbedingter Verletzungen, Schäden und Zerstörungen,
  • Begrenzung des finanzmarktgetriebenen Profitstrebens und schädlichen Wirtschaftswachstums.

Die fortschreitende Automatisierung der Arbeitsprozesse in den hochentwickelten, marktwirtschaftlich organisierten Volkswirtschaften und die zunehmende internationale Arbeitsteilung führen weltweit zu einer abnehmenden Arbeitskraftnachfrage. Zusätzlich entsteht durch das Wachstum der Weltbevölkerung fortlaufend ein globaler Angebotsüberhang an Arbeitskräften. In der Tendenz bewirken die Marktgesetze, dass durch den technischen Fortschritt die Quantität der „entfremdeten Arbeit“ bzw. Lohnarbeit abnimmt, gleichzeitig auf dem Arbeitsmarkt – regional zum Teil verstärkt durch eine expandierende Bevölkerungsentwicklung und Arbeitsmigration – das Arbeitsangebot wächst und dadurch die erwerbsbezogene Arbeitslosigkeit steigt.[131] Diese Entwicklung wird in der postindustriellen Dienstleistungsgesellschaft zum Teil dadurch kompensiert, dass staatliche und privatwirtschaftliche Institutionen vermehrt Beschäftigungsverhältnisse generieren und fördern, die David Graeber unter dem Begriff „Bullshit Jobs“ zusammenfasst.[132] Die als sinnlos empfundene Beschäftigung in „Bullshit Jobs“ ist keine Arbeit im philosophischen Sinne, sondern eine „Lüge von der Arbeit“, die hier unter dem Aspekt versteckter Arbeitslosigkeit abgehandelt wird. Menschen in „Bullshit Jobs“ werden oft unter Berücksichtigung ihrer Fähigkeiten und Wahrung des augenscheinlichen sozialen Status[133] angestellt und per Einkommen finanziell alimentiert. Ihre Tätigkeiten selbst führen zu keinen sinnvollen Resultaten, sodass „Bullshit Jobs“ die alimentierten Jobber demoralisieren und den sozialen Zusammenhalt in betroffenen Handlungsgemeinschaften zersetzen. Arbeitslose und Bullshit-Jobber fühlen sich ungeachtet ihres sozialen Rankings oft unnütz. In Anlehnung an ein Zitat Ernst Blochs kann hier das Resümee gezogen werden: Der Bullshit-Jobber wie der Arbeitslose „halten sich auf verschiedene Weise in der Unerträglichkeit des hohlen Existierens auf, gestört und nicht mit sich in Ordnung.“[49]

Eine der wichtigsten Aufgaben der „Staaten“ ist es die Arbeitsbedingungen in der modernen Risikogesellschaft mittels wirtschafts-, finanz- und sozialpolitischer Maßnahmen so zu gestalten, dass aus Erwerbslosigkeit, versteckter Arbeitslosigkeit oder auch durch den Einsatz riskanter Technik keine gesellschaftsgefährdenden Krisen oder Katastrophen entstehen.[134] „Staaten“ deshalb, weil im Weltwirtschaftssystem ein einzelner Staat ökologische und soziale Standards sowie Arbeitnehmerrechte im Sinne „guter Arbeit“ nur (sehr) begrenzt durchsetzen und kontrollieren kann.[135] Zur ökologisch nachhaltigen Umgestaltung der Arbeits- und Lebenswelt, zur Krisenbewältigung auf dem Arbeitsmarkt und Minderung sozialer Benachteiligungen bestehen nach Michael Sandel auf einzelstaatlicher Ebene gute Voraussetzungen, wo eine entwickelte, gesellschaftlich akzeptierte Soziale Marktwirtschaft vorherrscht. Im Rahmen dieser Wirtschaftsform sei eine arbeitsbezogene Ordnungspolitik möglich, die die notwendigen ökonomisch-technischen und ökologischen Veränderungsprozesse mit Orientierung auf das Gemeinwohl einleitet und kontrolliert.[136] Johannes Paul II. äußerte sich zur Verteilung der Arbeit[137] auf seiner zweiten Deutschlandreise 1987 beim Besuch des Bergwerks Prosper-Haniel:

„Unverschuldete Arbeitslosigkeit wird zum gesellschaftlichen Skandal, wenn die zur Verfügung stehende Arbeit nicht gerecht verteilt und der Ertrag der Arbeit nicht dazu verwandt wird, neue Arbeit für möglichst alle zu schaffen.“

Johannes Paul II.

Arno Anzenbacher schreibt über das „Recht auf Arbeit“ und die „Würde des Menschen“,[138] die laut Artikel 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland unantastbar sein soll:

„Aber Arbeit hat auch personale Bedeutung, da sie zur Selbstverwirklichung und zur sozialen Integration beiträgt. Die Würde der Person fordert insofern Subjektstellung und Humanisierung der Arbeit. Aus dem Stellenwert der Arbeit in der Selbstverwirklichung der Person ergibt sich das Recht auf Arbeit als Menschenrechtsmaterie.“

Einführung in die Philosophie, 2002

In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 wird im Artikel 23[139] das „Recht auf Arbeit“ zum elementaren Menschenrecht erklärt. Allerdings stellt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte keine verbindliche Rechtsquelle für das Verfassungs- und Völkerrecht dar. Anders verhält es sich mit den im Völkerrecht verankerten Artikeln 6–9[140] des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte oder mit den Sozialrechten, die in der Europäischen Sozialcharta festgelegt sind.

Schlussendlich bewahrheitet sich für die philosophische Kategorie Arbeit auch im Sinne „guter Arbeit“ immer mehr, was Karl Popper in „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ intendierte: Selbstbestimmt und eigenverantwortlich handelnde Menschen in einer demokratisch verfassten Gesellschaft sind eine Grundbedingung für die „bewusste schöpferische Auseinandersetzung“. Sklaven, Zwangsarbeiter oder im Kadavergehorsam verhaftete Soldaten nehmen im Rahmen von Aufträgen oder Befehlen[141] die Rolle von Arbeitsmitteln und Waffen ein, die fremdbestimmt ihren Macht- und Befehlshabern mit Körperkraft und Intelligenz nützliche Dienste erweisen.[142] Unter der in den USA seit den 1980er Jahren vorherrschenden neoliberalen Politik beobachtet Sandel eine zunehmende Tendenz zur Meritokratie, die die Demokratie zerstöre. Deshalb fordert er, den gesellschaftlichen Gegensatz von elitärer akademischer Bildung einerseits und praktischen Tätigkeiten in der Produktion andererseits zu überwinden und die Würde der Arbeit wirtschaftlich, kulturell und politisch zu erneuern.[136] Auch mit diesem Appell zur Erneuerung der Arbeit scheint die Hypothese, der Mensch könne sich irgendwann von der Arbeit befreien und danach in Menschenwürde leben, im Popperschen Sinne hinreichend falsifiziert zu sein. In einer Antwort auf die philosophische Frage „Ist der Mensch zum Arbeiten gemacht?“ verweist Ursula Wolf auf ein verhaltenstheoretisches Modell wie bei Konrad Lorenz: „Hier haben Lebewesen eine Aktionsenergie, die sie dazu drängt, sich in Auseinandersetzung mit der Umwelt zu äußern. […] Arbeit, Anstrengung und – ja, auch Stress können wir als erfüllend empfinden.“[143]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstausgaben bis Mitte des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Engels: Dialektik der Natur. 1873–1886. (darin enthalten Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen.)
  • Friedrich Engels: Die Lage der arbeitenden Klasse in England. Nach eigener Anschauung und authentischen Quellen. Dietz-Verlag, Stuttgart 1892. (Neu herausgegeben von Walter Kumpmann bei DTV, München 1987, ISBN 3-423-06012-3.)
  • Fritz Giese (Hrsg.): Philosophie der Arbeit. (Handbuch der Arbeitswissenschaft, Band X), Carl Marhold Verlagsbuchhandlung, Halle an der Saale 1932.
  • Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie.
    • Band I: Der Produktionsprocess des Kapitals. Verlag von Otto Meissner, Hamburg 1867.
    • Band II: Der Cirkulationsprocess des Kapitals. (Herausgegeben von Friedrich Engels), Verlag von Otto Meissner, Hamburg 1885.
    • Band III: Der Gesammtprocess der kapitalistischen Produktion, Kapitel I bis XXVIII. (Herausgegeben von Friedrich Engels), Verlag von Otto Meissner, Hamburg 1894.
  • Max Scheler: Die Stellung des Menschen im Kosmos. 1928.
    • Erkenntnis und Arbeit. Eine Studie über Wert und Grenzen des pragmatischen Motivs in der Erkenntnis der Welt. Klostermann, Frankfurt 1977.
  • Adam Smith: Der Wohlstand der Nationen : eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen. Aus d. Engl. übertr. u. mit einer Würdigung von Horst Claus Recktenwald. [Neu aus d. Engl. übertr. nach d. 5. Aufl., London (1776) 1789] Beck, München 1974, ISBN 3-406-05393-9. (Zahlreiche Neuauflagen)
  • Max Weber: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus, Vollständige Ausgabe. (Verfasst 1904/05, herausgegeben und eingeleitet von Dirk Kaesler). 3., durchgesehene Auflage, Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-51133-2.

Erstausgaben seit Mitte des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Anders: Die Antiquiertheit des Menschen: Über die Zerstörung des Lebens im Zeitalter der dritten industriellen Revolution. Verlag C. H. Beck 1980, ISBN 3-406-47645-7.
  • Hannah Arendt: Vita activa oder Vom tätigen Leben. (Erstausgabe in den USA 1958) München 2002, ISBN 3-492-23623-5.
  • Michael S. Aßländer, Bernd Wagner (Hrsg.): Philosophie der Arbeit. Texte von der Antike bis zur Gegenwart. suhrkamp taschenbuch wissenschaft, Berlin 2017, ISBN 978-3-518-29801-5.
  • Dirk Baecker (Hrsg.): Archäologie der Arbeit. Kadmos, Berlin 2002, ISBN 3-931659-26-7.
  • Josette Baer, Wolfgang Rother (Hrsg.): Arbeit. Philosophische, juristische und kulturwissenschaftliche Studien. Schwabe, Basel 2014, ISBN 978-3-7965-3336-5.
  • Alexander Barzel: Der Begriff „Arbeit“ in der Philosophie der Gegenwart. Lang, Frankfurt 1973, ISBN 3-261-00824-5.
  • Maxi Berger: Arbeit, Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung bei Hegel. (= Hegel-Jahrbuch/Sonderband. 1). Akademie Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-05-006036-1.
  • Jan Robert Bloch: Natur und Arbeit: Zur Bestimmung ihrer Vermittlung Beltz Verlag, Weinheim 1982, ISBN 3-407-69124-6.
  • Norbert Blüm: Ehrliche Arbeit. Ein Angriff auf den Finanzkapitalismus und seine Raffgier. Gütersloher Verlagshaus, 2011, ISBN 978-3-579-06746-9.
  • Heinz-J. Bontrup: Arbeit, Kapital und Staat. Plädoyer für eine demokratische Wirtschaft. 2. Auflage. PapyRossa-Verlag, Köln 2005, ISBN 3-89438-326-7.
  • Manfred Brocker: Arbeit und Eigentum. Der Paradigmenwechsel in der neuzeitlichen Eigentumstheorie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1992, ISBN 3-534-11809-X.
  • Peter Damerow (Hrsg.): Arbeit und Philosophie. Symposium über Philosophische Probleme des Arbeitsbegriffs. Germinal, Bochum 1983, ISBN 3-88663-504-X.
  • Thomas Donaldson, Patricia Werhane: Ethical Issues in Business: A Philosophical Approach. Prentice Hall, Upper Saddle River (NJ) 2002, ISBN 0-13-092387-7.
  • Arne Eggebrecht, Jens Flemming, Gert Meyer, Achatz v. Müller, Alfred Oppolzer, Akoš Paulinyi & Helmuth Schneider: Geschichte der Arbeit. Vom Alten Ägypten bis zur Gegenwart. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1980, ISBN 3-462-01382-3.
  • Georges Friedmann: Zukunft der Arbeit. Perspektiven der industriellen Gesellschaft. Bund-Verlag, Köln 1953.
  • Manfred Füllsack: Arbeit. UTB, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8252-3235-1.
  • André Gorz: Arbeit zwischen Misere und Utopie. (aus dem Französischen von Jadja Wolf), Suhrkamp, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-518-41017-2.
  • Wulf D. Hund: Stichwort Arbeit: Vom Banausentum zum travail attractif. Distel Verlag, Heilbronn 1990, ISBN 3-923208-21-9.
  • Jürgen Habermas: Arbeit und Interaktion. In: Technik und Wissenschaft als „Ideologie“. Frankfurt am Main 1968, ISBN 3-518-10287-7.
  • Wieland Jäger, Kurt Röttgers (Hrsg.): Sinn von Arbeit. Soziologische und wirtschaftsphilosophische Betrachtungen. VS Verlag, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-15375-9.
  • Marie Jahoda: Wieviel Arbeit braucht der Mensch? Arbeit und Arbeitslosigkeit im 20. Jahrhundert. (Reprint der 3. Aufl.), Verlagsgruppe Beltz, Weinheim 1995, ISBN 3-407-85033-6.
  • Angelika Krebs: Arbeit und Liebe. Die philosophischen Grundlagen sozialer Gerechtigkeit. Suhrkamp, Frankfurt 2002, ISBN 3-518-29164-5.
  • Andrea Komlosy: ARBEIT. Eine globalhistorische Perspektive. 13. bis 21. Jahrhundert. Promedia, Wien 2014, ISBN 978-3-85371-369-3.
  • Ernst Michael Lange: Das Prinzip Arbeit – Drei metakritische Kapitel über Grundbegriffe, Struktur und Darstellung der Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx. Ullstein, Berlin 1980, ISBN 3-548-35041-0.
  • Ernst Lohoff, Norbert Trenkle, Karl-Heinz Lewed, Maria Wölflingseder (Hrsg.): Dead Men Working. Gebrauchsanweisungen zur Arbeits- und Sozialkritik in Zeiten kapitalistischen Amoklaufs. 2004, ISBN 3-89771-427-2.
  • Jürgen Moltmann (Hrsg.): Recht auf Arbeit – Sinn der Arbeit. Christian Kaiser Verlag, München 1988, ISBN 3-459-01221-8.
  • Severin Müller: Phänomenologie und philosophische Theorie der Arbeit. Verlag Karl Alber, Freiburg/ München
  • Oswald Neuberger: Arbeit. Begriff, Gestaltung, Motivation, Zufriedenheit. Enke, Stuttgart 1985, ISBN 3-432-94871-9.
  • Claus Offe: Arbeitsgesellschaft – Strukturprobleme und Zukunftsperspektiven. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-593-33311-2.
  • Richard David Precht: Freiheit für alle. Das Ende der Arbeit wie wir sie kannten. Verlag Goldmann, München 2022, ISBN 978-3-442-31551-2.
  • Birger Priddat: Arbeit und Muße. Über die europäische Hoffnung der Verwandlung von Arbeit in höhere Tätigkeit. Metropolis, Marburg 2019, ISBN 978-3-7316-1409-8.
  • Jörg Reitzig: Gesellschaftsvertrag, Gerechtigkeit, Arbeit – Eine hegemonietheoretische Analyse zur Debatte um einen „Neuen Gesellschaftsvertrag“ im postfordistischen Kapitalismus., Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2005, ISBN 3-89691-611-4.
  • Alfred Sohn-Rethel: Geistige und körperliche Arbeit. Zur Theorie gesellschaftlicher Synthesis. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1970.
  • Peter Ruben: Dialektik und Arbeit der Philosophie. Köln 1978, ISBN 3-7609-0375-4.
  • Holger Schatz: Arbeit als Herrschaft. Die Krise des Leistungsprinzips und seine neoliberale Rekonstruktion. 2004, ISBN 3-89771-429-9.
  • Gerd Spittler: Anthropologie der Arbeit. Ein ethnographischer Vergleich. Springer VS, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-10433-7.
  • Dieter Wolf: Hegels Theorie der bürgerlichen Gesellschaft Teil 2, Hamburg 1980, ISBN 3-87975-182-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Arbeit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Otfried Höffe: Lexikon der Ethik. Verlag C. H. Beck, München 1992, ISBN 3-406-36666-X, S. 15f.
  2. a b c Friedrich L. Weigand: Deutsches Wörterbuch. Hrsg.: Herman Hirt. 5. Auflage. Band 1. Walter de Gruyter, 1968, S. 81 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 27. April 2021])..
  3. Vgl. auch Arnim Regenbogen, Uwe Meyer: Wörterbuch der philosophischen Begriffe. Meiner, 1998, S. 60.
  4. „Roboter“. In: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache. Abgerufen am 27. April 2021..
  5. Hans Paul Bahrdt: Arbeit als Inhalt des Lebens. In: Joachim Matthes (Hrsg.): Krise der Arbeitsgesellschaft? Campus Verlag, Frankfurt/ New York 1983, ISBN 3-593-32828-3, S. 124.
  6. a b c Anja Lemke, Alexander Weinstock (Hrsg.): Kunst und Arbeit. Zum Verhältnis von Ästhetik und Arbeitsanthropologie vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Verlag Wilhelm Fink, Paderborn 2014, ISBN 978-3-7705-5715-8, S. 10–15.
  7. Ernst Cassirer: Versuch über den Menschen. Einführung in die Philosophie der Kultur. Meiner Verlag, Hamburg 2007, ISBN 978-3-7873-1829-2, S. 218 ff.
  8. Vgl. Abraham H. Maslow: Motivation und Persönlichkeit. aus dem amerikanischen Englisch von Paul Kruntorad. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2001, ISBN 3-499-17395-6; siehe auch bei Georg Schreyögg, Jochen Koch: Grundlagen des Managements: Basiswissen für Studium und Praxis. 2., überarbeitete Auflage. Gabler Verlag, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-8349-1589-4, S. 197 f.
  9. a b c d Gerd Spittler: Anthropologie der Arbeit. Ein ethnographischer Vergleich. Springer VS, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-10433-7, S. 32–66.
  10. Vgl. Fritz Böhle, Gerd-Günter Voß, Günther Wachtler: Handbuch Arbeitssoziologie. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-15432-9; Im ersten Kapitel dieses Buches Was ist Arbeit? weist Gerd-Günter Voß darauf hin, dass die Arbeitssoziologie bislang noch über keinen allgemein gültigen Arbeitsbegriff verfügt.
  11. Heinz Eidam, Wolfdietrich Schmied-Kowarzik (Hrsg.): Kritische Philosophie gesellschaftlicher Praxis – Auseinandersetzungen mit der Marxschen Theorie nach dem Zusammenbruch des Realsozialismus. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 1995, ISBN 3-8260-1011-6, S. 314. (books.google.de)
  12. Vgl. David Graeber, David Wengrow: Anfänge. Eine neue Geschichte der Menschheit. (Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Henning Dedekind, Helmut Dierlamm, Andreas Thomsen); Klett-Cotta, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-608-98508-5, S. 327 ff.
  13. Siehe unter Liste der aristotelischen Kategorien.
  14. Vgl. zum Beispiel Platons Dialog Protagoras oder Ergon-Argument und Nikomachische Ethik des Aristoteles (im 4. Jhd. v. u. Z.); siehe auch Lehren der Stoa in De officiis (um 44 v. u. Z.) von Marcus Tullius Cicero.
  15. Karl Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde; Band II: Falsche Propheten – Hegel, Marx und die Folgen. 7. Auflage. Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 1992, ISBN 3-16-145953-9, S. 8 f. (Übersetzung aus dem Englischen von Paul K. Feyerabend und Klaus Pähler)
  16. Siehe bei Plutarch unter Marcellus, XVII.(um 100 u. Z.)
  17. Seneca: Epistulae morales ad Lucilius. Brief 16, 3. Buch (um 62 u. Z.)
  18. Seneca: Epistulae morales ad Lucilius. Brief 64, 7. Buch (um 64 u. Z.)
  19. Vgl. Mark Aurel I, 16; IX, 12; IX, 16. (um 170 u. Z.)
  20. Vgl. zum Beispiel Marcus Porcius Cato Censorius, De agricultura. (um 150 v. u. Z.)
  21. Heute ist diese aus der Antike überlieferte Auffassung vom Standpunkt der Arbeitspsychologie gut nachvollziehbar, denn erfahrungsgemäß gehen unter „Zwang“ die Kreativität und der Bedürfnisbezug der Arbeit zum Teil verloren.
  22. BibelServer-Lutherbibel 2017: 2. Thessalonicher 3,10, Warnung vor Müßiggang. (zuletzt abgerufen am 27. April 2021)
  23. Christian Schütz: Gebet. In: Christian Schütz (Hrsg.): Praktisches Lexikon der Spiritualität. Herder, Freiburg im Breisgau 1992, ISBN 3-451-22614-6, Sp. 435 (446).
  24. Max Weber: Die Protestantische Ethik I. Eine Aufsatzsammlung. herausgegeben von Johannes Winckelmann. Siebenstern, Hamburg 1965, ab 5. Auflage, GTB/Siebenstern, Gütersloh 1979, ISBN 3-579-01433-1, S. 71 ff.
  25. Werner Welzig (Hrsg.): Erasmus von Rotterdam: Ausgewählte Schriften. Bd. 4: De libero arbitrio Diatribe sive collatio. (1524), Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1969, S. 1–195. (lateinisch-deutsch)
  26. Utopia; griechisch οὐτοπία utopía; lateinisch utópia bedeutet „Nirgendwo“.
  27. Siehe auch die Verteilung der Arbeit in Tommaso Campanellas Utopie La città del Sole, veröffentlicht 1623, in der ein religiöser, philosophisch übermächtiger Metaphysikus mit seinen Würdenträgern darüber bestimmt, wer, wo, wie und wann gemeinschaftliche Aufgaben zu erledigen hat.
  28. Siehe z. B. Thomas Hobbes: Leviathan or The Matter, Forme and Power of a Commonwealth Ecclesiasticall and Civil. (1651); William Petty: Verbum Sapienti and The value of Poeple. (1665, posthum veröffentlicht 1691); Baruch de Spinoza: Tractatus theologico-politicus. (1670); John Locke: Two Treatises of Government. (1689/90); David Hume: A Treatise of Human Nature. (1739/40); Jean-Jacques Rousseau: Discours sur l`origine et les fondements der l`inégalité parmi les hommes. (1755)
  29. Vgl. Merton-These; Robert K. Merton: Science, Technology & Society in Seventeenth-Century England. Howard Fertig Publisher, New York 2002, ISBN 0-86527-434-7.
  30. Vgl. Marcus Willaschek: Praktische Vernunft: Handlungstheorie und Moralbegründung bei Kant. Verlag J.B. Metzler, Stuttgart 1992, ISBN 3-476-00864-9, S. 69 ff (uni-frankfurt.de zuletzt abgerufen am 27. April 2021); siehe auch Aussagen Kants über „Freiheit“ und das „Handeln aus Pflicht“ in Grundlegung zur Metaphysik der Sitten.
  31. Siehe bei Dieter Wolf: Der dialektische Widerspruch im Kapital. Ein Beitrag zur Marxschen Werttheorie. Hamburg 2018, Vorwort S. 5. (zuletzt abgerufen am 27. April 2021)
  32. Karl Marx: Ökonomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844. In: MEW. Bd. 40, S. 574.
  33. a b Karl Marx: Das Kapital. Bd. 1, Dietz Verlag, Berlin 1972, S. 192.
  34. Arno Anzenbacher: Einführung in die Philosophie. Verlag Herder, Freiburg 2002, ISBN 3-451-27851-0, S. 170.
  35. Marx/Engels – Werke. Bd. 20: Dialektik der Natur. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 444.
  36. a b c Karl Marx: Das Kapital. Bd. 1, Dietz Verlag, Berlin 1972, S. 57 ff.
  37. Im Englischen gibt es für „Arbeit“ zwei Wörter, die den von Karl Marx analysierten „Doppelcharakter“ beschreiben: (englisch) „work“ = „konkrete Arbeit“ vs. (englisch) „labour“ = „abstrakte Arbeit“. Siehe auch das „Abstrakte und Konkrete“ bei Ewald Wassiljewitsch Iljenkow: Диалектика абстрактного и конкретного в „Капитале“ Маркса. (Dialektik des Abstrakten und Konkreten in „Das Kapital“ von Marx, herausgegeben in Russisch); Moskau 1960.
  38. a b Paul A. Samuelsen: Volkswirtschaftslehre. Eine Einführung. Band II, 6., vollständig neu bearbeitete Auflage. Bund-Verlag, Köln 1975, ISBN 3-434-0065-2, S. 608.
  39. a b Gemeint sind negative Erscheinungen im von Klassengegensätzen gekennzeichneten gesellschaftlichen Produktionsprozess, wie die Entfremdung sozialer Beziehungen, die Ausbeutung in Arbeitsverhältnissen oder die politische Unterdrückung durch Institutionen der herrschenden Klasse.
  40. Ob die von Hegel übernommene Idee der Entfremdung und von deren Aufhebung bei Marx eine bedeutende Rolle spielte, ist umstritten. Die bekannteste Fassung wurde in den Ökonomisch-philosophischen Manuskripten von 1844 dargelegt, welche erstmals 1932 veröffentlicht wurden.
  41. Elias Canetti: Masse und Macht. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-596-26544-4, S. 81–100.
  42. a b Siehe unter Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie, eine Wirtschaftstheorie in Joseph Schumpeter: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie. Übersetzt von Susanne Preiswerk. Einleitung von Edgar Salin. Francke, Bern 1946; 2., erweiterte Auflage ebd. 1950; 3. Aufl. 1972, ISBN 3-7720-0917-4.
  43. Zum Begriff der entfremdeten Arbeit des Managers vgl. Klaus Türk: Die Organisation der Welt, Westdeutscher Verlag 1995, ISBN 3-531-12699-7, S. 38 ff. / Schon Erich Fromm hatte 1964 in The Psychological Problem of Man in Modern Society die Arbeit der Manager als entfremdet bezeichnet (dt. von Rainer Funk als Die psychologischen Folgen des Industrialismus. In: Erich Fromm Gesamtausgabe), e-book, open publishing 2016, ISBN 978-3-95912-207-8.
  44. Vgl. G. W. F. Hegel: Wissenschaft der Logik II. (= Gesammelte Werke. Bd. 12). Felix Meiner Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-7873-0383-9, S. 15; siehe auch bei Friedrich Engels: Herrn Eugen Dühring`s Umwälzung der Wissenschaft. In: Marx/Engels – Werke. Bd. 20, Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 106.
  45. Siehe z. B. bei Johann Wolfgang von Goethe: Das Göttliche.
  46. Sören Kierkegaard: Entweder – Oder. (Übersetzung aus dem Dänischen von Heinrich Fauteck); dtv Verlagsgesellschaft, München 1988, ISBN 3-423-02194-2; vgl. Teil 2: Das Gleichgewicht zwischen dem Ästhetischen und dem Ethischen in der Herausarbeitung der Persönlichkeit.
  47. Friedrich Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft. Viertes Buch, Aphorismus 329 „Muße und Müßiggang“ (KSA 3, S. 557, textlog.de zuletzt abgerufen am 19. November 2021).
  48. Max Scheler: Erkenntnis und Arbeit. Eine Studie über Wert und Grenzen des pragmatischen Motivs in der Erkenntnis der Welt. Klostermann, Frankfurt 1977.
  49. a b Ernst Bloch: Spuren (1910–1929). Abschnitt Dasein: Stachel der Arbeit. Berlin 1930.
  50. Siehe dazu auch die anarchistische Idee zur Ablösung von Arbeit durch „Spiel oder Kunst“ bei Bob Black: Die Abschaffung der Arbeit. aus dem amerikanischen Englisch von Daniel Kulla. Werner Pieper and the Grüne Kraft, Löhrbach bei Weilheim 2003, ISBN 3-922708-04-8 (=Der Grüne Zweig Heft Nr. 189; zuletzt abgerufen am 27. April 2021)
  51. Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen. (2. Teil; 10. bis 16. Brief.) In: Friedrich Schiller (Hrsg.): Die Horen. Band 1, 2. Stück. Tübingen 1795, S. 51–94, hier S. 88; In: DTA Deutsches Textarchiv (zuletzt abgerufen am 27. April 2021)
  52. Georg Lukács: Die soziale Verantwortung des Philosophen. neu herausgegeben von Rüdiger Dannemann und Axel Honneth in Georg Lukács Ästhetik, Marxismus, Ontologie. Ausgewählte Texte. Suhrkamp Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-518-29939-5, S. 436 f.
  53. Vgl. Léon Walras: Mathematische Theorie der Preisbestimmung der wirtschaftlichen Güter: Vier Denkschriften. Verlag Detlev Auvermann KG, Glashütten im Taunus 1972 (Neudruck der Stuttgarter Ausgabe von 1881); siehe u. a. auch Gossensches Gesetz und Pareto-Optimierung.
  54. Paul A. Samuelsen: Volkswirtschaftslehre. Eine Einführung. Band II, 6., vollständig neu bearbeitete Auflage. Bund-Verlag, Köln 1975, ISBN 3-434-0065-2, S. 37.
  55. Gemeint ist hier die Dauer des Normalarbeitstages in Betrieben mit festen Arbeitszeitregelungen.
  56. Paul-Heinz Kösters: Ökonomen verändern die Welt. Lehren, die unser Leben bestimmen. Verlag Gruner + Jahr, Hamburg 1983, ISBN 3-570-07015-8, S. 256.
  57. Vgl. Ronald G. Ehrenberg, Robert S. Smith: Modern Labor Economics. Theory and Public Policy. 6. Auflage. Addison-Wesley Longmann, Amsterdam 1997, ISBN 0-673-98013-8, S. 184; zur abnehmenden Arbeitszeit bei steigenden Einkommen siehe auch bei Pierre Cahuc, André Zylberberg: Labor Economics. MIT Press, Cambridge 2004, ISBN 0-262-03316-X, S. 12 und Thorsten Hens, Paolo Pamini: Grundzüge der analytischen Mikroökonomie. Springer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-540-28157-3, S. 59 ff.
  58. Vgl. u. a. Wladimir Iljitsch Lenin: Staat und Revolution: Die Lehre des Marxismus vom Staat und die Aufgaben des Proletariats in der Revolution. (verfasst 1917 in der Illegalität), Verlag Neuer Weg, Essen 2017, ISBN 978-3-88021-465-1; oder die Neue Ökonomische Politik der 1920er Jahre in der Sowjetunion; oder das Neue Ökonomische System, das Helmut Koziolek und Erich Apel in den 1960er Jahren in der DDR entwickelten.
  59. Die Wirtschaftssysteme in Vietnam und der VR China unterliegen einer politisch durch die kommunistischen Parteien geführten staatlichen Planung, funktionieren im Planungsrahmen aber marktwirtschaftlich.
  60. Vgl. Johann Heinrich Jung-Stilling: Lehrbuch der Cameral-Wissenschaft oder Cameral-Praxis. von 1790 und Lehrbuch der Handlungswissenschaft. von 1799.
  61. Artur Woll (Hrsg.): Wirtschaftslexikon: Jubiläumsausgabe. Oldenbourg Verlag, München 2008, ISBN 978-3-486-58727-2, S. 82.
  62. Jörg Baetge (Hrsg.): Kybernetische Methoden und Lösungen in der Unternehmenspraxis. Erich Schmidt Verlag, Berlin 1983, ISBN 3-503-02319-4; siehe auch Stefan N. Grösser, Sabina Jeschke, Thomas M. Fischer, Markus Schwaninger, Meike Tilebein (Hrsg.): Digitale Welten: Neue Ansätze in der Wirtschafts- und Sozialkybernetik. (=Konferenz für Wirtschafts- und Sozialkybernetik KyWi 2014 vom 10. bis 11. Juli 2014 in Stuttgart); Duncker & Humblot, Berlin 2017, ISBN 978-3-428-14949-0.
  63. August-Wilhelm Scheer: Unternehmung 4.0. Vom disruptiven Geschäftsmodell zur Automatisierung der Geschäftsprozesse. 3. Auflage. Springer-Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-658-27693-5.
  64. Für Talcott Parsons ist Gesundheit eine funktionale Voraussetzung sozialer Systeme, vgl. Talcott Parsons: Struktur und Funktion der modernen Medizin. In: René König; Margret Tönnesmann (Hrsg.): Probleme der Medizin-Soziologie. Sonderheft 3 der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychiatrie, 1958, S. 10–57.
  65. Emil Kraepelin: Die Arbeitskurve. In: Wilhelm Wundts Philosophische Studien Band 19, 1902, S. 459–507.
  66. Vgl. Étienne Grandjean: Physiologische Arbeitsgestaltung. Leitfaden der Ergonomie. Ecomed, Landsberg 1991, ISBN 3-609-64460-5.
  67. Fritz Giese, Frederick W. Taylor (beteiligt): Psychotechnik und Taylorsystem. Verlag Wendt & Klauwell, Langensalza 1920.
  68. Fritz Giese (Hrsg.): Philosophie der Arbeit. (Handbuch der Arbeitswissenschaft, Band X), Carl Marhold Verlagsbuchhandlung, Halle a. d. Saale 1932.
  69. Eberhard Ulich: Arbeitspsychologie. 7. Auflage. Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-7910-3049-4, S. 22.
  70. Gertraude Mikl-Horke: Industrie- und Arbeitssoziologie. 3. Auflage. Oldenbourg, München/ Wien 1995, S. 148.
  71. Georges Friedmann: Zukunft der Arbeit. Bund-Verlag, Köln 1953, S. 265 ff.
  72. Eberhard Ulich: Arbeitspsychologie. 7. Auflage. Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-7910-3049-4, S. 61.
  73. Vgl. Carsten Schermuly: New Work – Gute Arbeit gestalten. Psychologisches Empowerment von Mitarbeitern. 3. Auflage. Haufe Verlag, Freiburg 2021, ISBN 978-3-648-15002-3; siehe auch Markus Väth: Arbeit – die schönste Nebensache der Welt. Wie New Work unsere Arbeitswelt revolutioniert. GABAL, Offenbach 2016, ISBN 978-3-86936-720-0.
  74. Wilhelm Dilthey: Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften. (Hrsg. Bernhard Groethuysen) In Wilhelm Dilthey: Gesammelte Schriften. Band 7, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 3-525-30330-0, S. 305.
  75. Siehe unter Offene Gesellschaft, eine Gesellschaftstheorie Karl Poppers, und verschiedene Beiträge von Vertretern der Kritischen Theorie und der Frankfurter Schule, z. B. Der philosophische Diskurs der Moderne.
  76. Vgl. Jean-Paul Sartre: Kritik der dialektischen Vernunft, Band 1: Theorie der gesellschaftlichen Praxis. Rowohlt, Reinbek 1967, ISBN 3-498-06058-9.
  77. Vgl. Ingo Elbe: Habermas’ Kritik des Produktionsparadigmas. (Aufsatz in: Smail Rapic (Hrsg.), Karl-Otto Apel, Ágnes Heller u. a.: Habermas und der Historische Materialismus.) Verlag Karl Alber, Freiburg 2014, ISBN 978-3-495-48566-8.
    Siehe auch Artikel von Dieter Wolf: Jürgen Habermas’ und Alfred Schmidts Kritik am „Marxschen Produktionsparadigma“ mit Ausführungen zur Einheit von Natur und Menschengeschichte. Kritik der politischen Ökonomie – interdisziplinär, 2. September 2012, (PDF-Datei 45 Seiten; zuletzt abgerufen am 27. April 2021.)
  78. Vgl. Karl Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde; Band II. Tübingen 1992, S. 95–157.
  79. Vgl. Horst Müller: Jürgen Habermas: Neue Dualismen und Normativismus. BoD-Verlag, Norderstedt 2015, S. 16 ff. (PDF-Datei; zuletzt abgerufen am 27. April 2021)
  80. a b Vgl. Niklas Luhmann: Soziale Systeme. Grundriß einer allgemeinen Theorie. Kapitel 4: „Kommunikation und Handlung“, Frankfurt am Main 1984, Ausgabe 2001, ISBN 3-518-28266-2, S. 191 ff.
  81. Karl Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde; Band II. Tübingen 1992, S. 394.
  82. Marx, Engels, MEGA, I. Abt. Band 3, S. 117, zit. nach Adam Schaff: Marxismus und das menschliche Individuum. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1970, ISBN 3-499-55332-5, S. 19.
  83. Siehe bei Hannah Arendt: Vita activa oder Vom tätigen Leben. München 2002, ISBN 3-492-23623-5.
  84. a b c d Hannah Arendt: Vita activa oder Vom tätigen Leben. München 2002, S. 211–401.
  85. a b c d Volker Caysa: Über die Transformation des Geistes der Leipziger Bloch-Zeit in der praxisphilosophischen Debatte um und vor 1968 in der DDR. In: Klaus Kinner (Hrsg.): Die Linke – Erbe und Tradition, Teil 1, Berlin 2010, ISBN 978-3-320-02212-9, S. 193 ff.
  86. Vgl. Jürgen Habermas: Technik und Wissenschaft als „Ideologie“. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-518-28491-6.
  87. Vgl. Horst Müller: Das Konzept PRAXIS im 21. Jahrhundert. Karl Marx und die Praxisdenker, das Praxiskonzept in der Übergangsperiode und die latent existierende Systemalternative. BoD-Verlag, Norderstedt 2015, ISBN 978-3-7386-4684-9, S. 191 ff.
  88. Wilhelm Schmid: Was ist Arbeit? momentum Magazin, Wilhelm Ernst & Sohn Verlag für Architektur und technische Wissenschaften GmbH & Co. KG, Berlin 13. Oktober 2012 (zuletzt abgerufen am 27. April 2021)
  89. Marie Jahoda: Wieviel Arbeit braucht der Mensch? Arbeit und Arbeitslosigkeit im 20. Jahrhundert. (Vorwort von Willy Brandt); Beltz, Weinheim/ Basel 1983, ISBN 3-407-85033-6, S. 99 f.
  90. Rudolf Bahros Buch Die Alternative wurde 1978 von Herbert Marcuse als wichtigster Beitrag zur marxistischen Theorie und Praxis der letzten Jahrzehnte bezeichnet, siehe Herbert Marcuse: Über Bahro, Protosozialismus und Spätkapitalismus – Versuch einer revolutionstheoretischen Synthese von Bahros Ansatz. In: Kritik. 6. Jg. (1978) Nr. 19, S. 5–27.
  91. Rudolf Bahro: Die Alternative. Zur Kritik des real existierenden Sozialismus. Europäische Verlagsanstalt, Köln/Frankfurt am Main 1977, ISBN 3-434-00353-3, S. 176 ff.
  92. Vgl. Frank Kleemann, Ingo Matuschek, Gerd-Günter Voß: Subjektivierung von Arbeit – Ein Überblick zum Stand der Diskussion. (In: Manfred Mondaschel, Gerd-Günter Voß (Hrsg.): Subjektivierung von Arbeit/Arbeit, Innovation und Nachhaltigkeit; Band 2) Rainer Hampp Verlag, München 2002, ISBN 3-87988-651-2, S. 53–100.
  93. Siehe auch Thomas Vašek: Work-Life-Bullshit: Warum die Trennung von Arbeit und Leben in die Irre führt. Goldmann Verlag, München 2015, ISBN 978-3-442-15860-7.
  94. Vgl. Dirk Hartmann, Peter Janich (Hrsg.): Methodischer Kulturalismus. Zwischen Naturalismus und Postmoderne. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-518-28872-5.
  95. Vgl. Michael Hampe: Alfred North Whitehead. Verlag C. H. Beck, München 1998, ISBN 3-406-41947-X, S. 180 f.
  96. Alfred North Whitehead: Prozeß und Realität: Entwurf einer Kosmologie. 1. Auflage. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-518-28290-5. (Übersetzung aus dem Englischen von Hans Günter Holl)
  97. Vgl. Georg Klaus, Heinz Liebscher: Was ist, was soll Kybernetik? Urania-Verlag, Leipzig 1966 (1. bis 9. Auflage 1974); siehe auch W. Ross Ashby: Einführung in die Kybernetik. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1974.
  98. Vgl. Talcott Parsons: Das System moderner Gesellschaften. 6. Auflage. Juventa, 2003, ISBN 3-7799-0710-0.
  99. Friedrich Pollock: Automation. 2., überarbeitete Auflage. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1964, S. 176.
    Siehe auch Walter Buckingham: Automation und Gesellschaft. (Übersetzung aus dem Englischen von Norbert Junius); 3. Auflage mit einem Beitrag von Günter Friedrichs: Kann die Automation in den USA für die Bundesrepublik ein Beispiel sein? S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1967, ISBN 3-10-009601-0.
  100. Vgl. Armin Pongs: In welcher Welt leben wir eigentlich? Gesellschaftskonzepte im Vergleich. Band 1, Dilemma Verlag, München 1999, ISBN 3-9805822-4-8, S. 201 f.
  101. Frithjof Bergmann: Neue Arbeit, Neue Kultur. Arbor, Freiburg 2004, ISBN 3-924195-96-X.
  102. Robert Castel: Die Krise der Arbeit. Neue Unsicherheiten und die Zukunft des Individuums. Hamburger Edition, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86854-564-7.
  103. Eberhard Ulich: Arbeitspsychologie. 7. Auflage. Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-7910-3049-4, S. 633 ff. / Siehe auch bei Manfred Füllsack: Leben ohne zu arbeiten? Zur Sozialtheorie des Grundeinkommens. Berlin 2002, ISBN 3-930064-07-3.
  104. Hans-Ulrich Wehler: Die neue Umverteilung, soziale Ungleichheit in Deutschland. Verlag C. H. Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-64386-6, S. 31.
  105. Dimas Figueroa: Paulo Freire zur Einführung. Junius Verlag, Hamburg 1989, ISBN 3-88506-847-8, S. 37 f.
  106. Siehe auch Gesellschaftstypen nach Giddens; vgl. Anthony Giddens: Soziologie. (Neubearbeitung in deutscher Sprache von Christian Fleck und Mariana Egger de Campo), Nausner & Nausner, Graz/Wien 2009, ISBN 978-3-901402-16-6.
  107. Siehe u. a. bei Edmund Husserl: Hua XXXIX: Die Lebenswelt. Auslegungen der vorgegebenen Welt und ihrer Konstitution. Texte aus dem Nachlass (1916–1937). Hrsg. von Rochus Sowa. 2008, ISBN 978-1-4020-6476-0.
  108. David Graeber, David Wengrow: Anfänge. Eine neue Geschichte der Menschheit. Klett-Cotta, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-608-98508-5, S. 21.
  109. Vgl. Werner Sombart: Die Ordnung des Wirtschaftslebens. Reprint der 2. Auflage von 1927 im Springer-Verlag, Heidelberg/ Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-540-72255-7, S. 21; siehe auch bei Bernd Andreae: Weltwirtschaftspflanzen im Wettbewerb: Ökonomischer Spielraum in ökologischen Grenzen. Eine produktbezogene Nutzpflanzengeographie. Walter de Gruyter, Berlin 2016, ISBN 978-3-11-083977-7, S. 67.
  110. a b Walter Markov, Alfred Anderle (Hrsg.): Kleine Enzyklopädie – Weltgeschichte. 2., durchgesehene Auflage. Band 1, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1981, S. 16 ff.
  111. Klaus Holzkamp: Grundlegung der Psychologie. Neuauflage. Campus, Frankfurt 2003, ISBN 3-593-33572-7, S. 181–184: Kapitel 5.3.5 Von der Okkupations- zur Produktionswirtschaft: Dominanz „innergesellschaftlicher“ Entwicklungsgesetze, hier S. 182 (erstveröffentlicht 1983).
  112. a b c d Baden Eunson: Betriebspsychologie. (Teil A, 1. Arbeit: Zukunft und Vergangenheit. McGraw-Hill, Hamburg 1990, ISBN 3-89028-227-X, S. 5 ff, (englisch 1987: Behaving – Managing Yourself and Others).
  113. Vgl. Carel van Schaik, Kai Michel: Das Tagebuch der Menschheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2016, ISBN 978-3-498-06216-3, S. 64 ff.
  114. Siehe bei Elias Canetti: Masse und Macht; Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-596-26544-4. S. 101 ff.
  115. David Graeber, David Wengrow: Anfänge. Eine neue Geschichte der Menschheit. Klett-Cotta, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-608-98508-5, S. 273 f.
  116. Vgl. Martha T. Roth: Law Collections from Mesopotamia and Asia Minor (= Writings from the Ancient World. 6). Scholars Press, Atlanta GA 1995, ISBN 0-7885-0126-7.
  117. Siehe z. B. Mariano San Nicolò, Herbert Petschow (Hrsg.): Die Schlußklauseln der altbabylonischen Kauf- und Tauschverträge: Ein Beitrag zur Geschichte des Barkaufes. Verlag C. H. Beck, München 1974, ISBN 3-406-00604-3.
  118. Yuval Noah Harari: Eine kurze Geschichte der Menschheit. (Übersetzung aus dem Englischen von Jürgen Neubauer.); Pantheon Verlag, München 2013, ISBN 978-3-570-55269-8. Siehe hier: 37. Auflage, Kapitel 10, Der Geruch des Geldes. S. 213 ff.
  119. Vgl. Rudolf Bahro: Die Alternative. Zur Kritik des real existierenden Sozialismus. (hier Kapitel 5: Gesamtgesellschaftliche Organisation auf Basis der alten Arbeitsteilung), Köln/Frankfurt am Main 1977, S. 164 ff.
  120. August-Wilhelm Scheer: CIM Computer Integrated Manufacturing: Der computergesteuerte Industriebetrieb. 4., erweiterte Auflage. Springer-Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-540-52158-5.
  121. Vgl. Jacques Monod: Zufall und Notwendigkeit. Philosophische Fragen der modernen Biologie. dtv Deutscher Taschenbuchverlag, München 1996, ISBN 3-423-01069-X (Übers. Friedrich Griese; Vorrede Manfred Eigen) / Wolfgang Harich: Alte Wahrheiten, neuer Bluff, über Monods „Zufall und Notwendigkeit“. Der Spiegel Nr. 46 vom 8. November 1971, S. 188–193.
  122. „Die San sind hier nur eines von vielen Beispielen.“ Gerd Spittler: Anthropologie der Arbeit. Ein ethnographischer Vergleich. Springer VS, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-10433-7, S. 161 ff.
  123. Vgl. Immanuel Wallerstein: Welt – System – Analyse: Eine Einführung. (Neue Bibliothek der Sozialwissenschaften; herausgegeben und übersetzt von Felix Merz, Julien Bucher und Sylke Nissen), Springer VS, Wiesbaden 2018, ISBN 978-3-658-21961-1.
  124. Siehe z. B. Donella Meadows, Dennis Meadows, Jørgen Randers & William W. Behrens III: The Limits to Growth. Universe Books, 1972, ISBN 0-87663-165-0; übersetzt aus dem amerikanischen Englisch und herausgegeben von Hans-Dieter Heck: Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1972, ISBN 3-421-02633-5; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1973, ISBN 3-499-16825-1.
  125. Vgl. Oskar Negt: Wozu noch Gewerkschaften? Eine Streitschrift. Steidl Verlag, 2004, ISBN 3-86521-165-8.
  126. Oskar Negt: Lebendige Arbeit, enteignete Zeit. Politische und kulturelle Dimensionen des Kampfes um die Arbeitszeit. Frankfurt am Main/New York 1984.
  127. Eberhard Ulich: Arbeitspsychologie. 7. Auflage. Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-7910-3049-4, S. 640 ff.
  128. Performativ-virtuose Arbeit ist auf die Präsentation des verwertbaren Selbst vor Publikum ausgerichtet. Dabei ist die Aufmerksamkeit und kompetitive Mitwirkung des Publikums sowohl Instrument als auch Objekt performativer Arbeit. Siehe bei Isabell Lorey: Performative Arbeit und die öffentliche Bühne der Virtuosität. In: Kunst und Arbeit. (Hrsg. Anja Lemke und Alexander Weinstock); Verlag Wilhelm Fink, Paderborn 2014, ISBN 978-3-7705-5715-8, S. 251 ff.
  129. Gemeint sind die durch die expansive Geldpolitik der Fed, der EZB und anderer Zentralbanken ausgelösten Niedrigzinsen.
  130. Joseph Stiglitz: Reich und Arm. Die wachsende Ungleichheit in unserer Gesellschaft. (Aus dem amerikanischen Englisch von Thorsten Schmidt.), Siedler Verlag, München 2015, ISBN 978-3-8275-0068-7, S. 449.
  131. Vgl. Jeremy Rifkin: Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft. (Übersetzung aus dem Englischen von Thomas Steiner); Campus Verlag, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-596-16971-2, S. 205–208.
  132. Vgl. David Graeber: Bullshit Jobs: Vom wahren Sinn der Arbeit. (Übersetzung aus dem Englischen von Sebastian Vogel), Klett-Cotta-Verlag, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-608-98108-7.
  133. „Bullshit-Jobber“ gibt es in allen sozialen Milieus, z. B. als prekär Beschäftigte in überflüssigen, auch staatlich geförderten Arbeits-, Ausbildungs- und Förderungsmaßnahmen, als nicht benötigte Büroangestellte oder als gut bezahlte Consultants oder Fondsmanager mit sinnlosen Beratungsaufgaben in der Finanzindustrie.
  134. Vgl. Ulrich Beck: Politik in der Risikogesellschaft. Essays und Analysen. (Mit Beiträgen von Oskar Lafontaine, Joschka Fischer, Erhard Eppler u. a.), Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-38331-0; siehe auch bei Claus Offe: Arbeitsgesellschaft — Strukturprobleme und Zukunftsperspektiven. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-593-33311-2.
  135. Siehe auch unter Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte die Artikel 6–9. Zur Durchsetzung und Kontrolle der Arbeitnehmerrechte im Weltwirtschaftssystem ist immer mehr die Zusammenarbeit nationaler Regierungen mit Staatengemeinschaften und internationalen Organisationen sowie die Überwindung blockierender Interessenkonflikte dieser Institutionen erforderlich (z. B. UNO, EU oder IGB, IAO, Weltbank, IWF, WTO etc.).
  136. a b Michael Sandel: Vom Ende des Gemeinwohls. Wie die Leistungsgesellschaft unsere Demokratien zerreißt. (Aus dem amerikanischen Englisch von Helmut Reuter.), S. Fischer, Frankfurt 2020, ISBN 978-3-10-390000-2.
  137. Johannes Paul II.: Predigt vor der Belegschaft des Bergwerks Prosper-Haniel auf der Schachtanlage Franz Haniel 1/2, deren Schließung bevorstand. 2. Mai 1987; siehe auch die Sozialenzykliken Laborem exercens (über die menschliche Arbeit, zum 90. Jahrestag der Enzyklika Rerum Novarum) und Centesimus annus.
  138. Arno Anzenbacher: Einführung in die Philosophie. Verlag Herder, Freiburg 2002, ISBN 3-451-27851-0, S. 288; oder siehe auch bei Oskar Negt: Arbeit und menschliche Würde. Göttingen 2001, ISBN 3-88243-786-3.
  139. Vgl. Allgemeine Erklärung der Menschenrechte; Artikel 23
  140. Vgl. Internationaler Pakt über wirtschaftliche soziale und kulturelle Rechte (zuletzt abgerufen am 24. November 2021)
  141. Zur Bedeutung und Wirkung von Befehlen in den „Sphären der Arbeit, des Kampfes oder des Glaubens“ siehe bei Elias Canetti: Masse und Macht; Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-596-26544-4, S. 335–371.
  142. Die Römer sahen in ihren Sklaven sprechende Werkzeuge (lateinisch: instrumenti genus vocale), siehe De re rustica. Buch I: De agricultura, von Marcus Terentius Varro (um 37 v. u. Z).
  143. Eine philosophische Antwort auf die Frage „Ist der Mensch zum Arbeiten gemacht?“, Uta Glaubitz: Lieblingsartikel, Teil 6; Interview mit Ursula Wolf; erstmals veröffentlicht am 13. Februar 2013 in Der Spiegel (online) unter Job & Karriere (zuletzt abgerufen am 27. April 2021).