Arbeitsgemeinschaft Bergen-Belsen

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Arbeitsgemeinschaft Bergen-Belsen e.V.
(AG Bergen-Belsen)
Zweck: Verdeutlichung Bergen-Belsens als Ort des Gedenkens und der Mahnung, Erforschung, Dokumentation sowie der Begegnung
Vorsitz: Elke von Meding
Gründungsdatum: März 1985
Mitgliederzahl: etwa 80 (Stand: Februar 2008)
Sitz: 29303 Lohheide
Website: www.ag-bergen-belsen.de

Die Arbeitsgemeinschaft Bergen-Belsen unterstützt ehrenamtlich die Arbeit der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Sie setzt sich dafür ein, dass diese ein Ort der Mahnung und ein Aufruf zur Menschlichkeit und Verantwortung ist. Der Verein wurde im März 1985 gegründet.[1]

Projekte[Bearbeiten]

Überblick über das Gelände der Gedenkstätte Bergen-Belsen
Historischer Transport-Waggon und
im Hintergrund ein Teil der Verladerampe
Gedenkstein für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft, die von der Verladerampe in das KZ Bergen-Belsen geführt wurden
Kacheln mit Namen aus dem Projekt "Wir schreiben Eure Namen"
Lage der Verladerampe
Lageplan Gedenkstätte
und sowjetischer Friedhof

Lichter auf den Schienen[Bearbeiten]

Jährlich am Sonntag nach dem 15. April gedenkt die AG Bergen-Belsen der Befreiung des Lagers durch die Briten. Am Vorabend der Gedenkveranstaltung wird mit "Lichtern auf den Schienen" an der Verladerampe an die Menschen gedacht, die auf der Heidebahn hierher gebracht wurden. Sie sind von diesem Ort unter scharfer Bewachung den etwa sechs Kilometer langen Weg in das KZ Bergen-Belsen getrieben worden.

Erinnerungsweg[Bearbeiten]

Die AG unterstützt das Projekt von Jugendverbänden, diesen Weg als "Erinnerungsweg" besonders zu gestalten. Eine weiße Linie beginnt an der Rampe und endet gegenüber dem ehemaligen Lagereingang. Geplant ist, den Weg mit Texten zu versehen.

Bei den Gedenkveranstaltungen verteilt die AG am Eingang Blumen an die Teilnehmer, die diese an der Stelle ihres persönlichen Gedenkens niederlegen können.

Verladerampe[Bearbeiten]

Linksseitig der Straße von Bergen zur Gedenkstätte Belsen, befindet sich hinter der Bahnüberführung ein Mahnmal von Hans-Jürgen Breuste, das an die Verladerampe erinnert. Ein Fußweg führt parallel zum ältesten erhaltenen Gleis von 1936 bis zu einem Waggon. Dieser Ort wurde auf Antrag der Arbeitsgemeinschaft Bergen-Belsen unter Denkmalschutz gestellt.

„Unweit der Gedenkstätte Bergen-Belsen (Kreis Celle) wurde im April 2002 auf Initiative der »Arbeitsgemeinschaft Bergen-Belsen« neben der Rampe am Rande des heutigen Truppenübungsplatzes ein gedeckter Güterwagen alter Bauart aufgestellt, der zuletzt von der Museumsbahn in Weyhe – Leeste (Niedersachsen) gekommen war. Sein eisernes Gerippe wurde durch Soldaten der Bundeswehr in Bergen-Hohne mit neuen Brettern versehen. Im Jahr zuvor war vom Militär am Bahnhof Bergen bei Bauarbeiten irrtümlich ein Teil der seit September 2000 denkmalgeschützten Verladerampe abgerissen worden, die daraufhin wieder hergestellt werden musste.“

Alfred Gottwaldt: Der deutsche “Viehwaggon” als symbolisches Objekt in KZ-Gedenkstätten. In: GedenkstättenForum. Stiftung Topographie des Terrors, abgerufen am 10. Oktober 2012.

Wir schreiben Eure Namen[Bearbeiten]

Etwa einen Kilometer nordwestlich der Gedenkstätte haben 20.000 sowjetische Kriegsgefangene ihre letzte Ruhestätte auf dem Kriegsgefangenen-Friedhof Hörsten gefunden. Nach 1990 wurden in einem Archiv bei Moskau die Karteikarten von allen sowjetischen Kriegsgefangenen gefunden. Schüler stellten daraufhin Ziegeltafeln mit den Namen der Opfer her. Die Namenstafeln sollen am Rande des Friedhofs auf einem kleinen Wall angebracht werden. An dem Projekt "Wir schreiben Eure Namen", das von der AG zusammen mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Lüneburg durchgeführt wird, können sich Schulen oder Schülergruppen beteiligen.[2][3] [4]

Spuren suchen - Spuren sichern[Bearbeiten]

Unter dem Motto "Spuren suchen - Spuren sichern" finden seit 1993 Jugend-Workcamps statt. Schwerpunkte waren Freilegungs- und Pflegearbeiten an baulichen Überresten, die nach Umgestaltung der Gedenkstätte im Jahre 2007 beendet wurden. Als neues Projekt wurde 2008 die Gestaltung des Erinnerungsweges aufgenommen. Gespräche mit Überlebenden des Konzentrationslagers Bergen-Belsen und Zeitzeugen sind in diesen Camps ein wesentliches Element.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anfang 1985 gab es einen Aufruf

    „Aufruf

    zur Gründung der Arbeitsgemeinschaft Bergen-Belsen

    Vor 40 Jahren starben m Konzentrationslager Bergen-Belsen unter unvorstellbaren Leiden über 100.000 Menschen einen qualvollen Tod. Sie wurden Opfer des verbrecherischen NS-Regimes und seiner Helfershelfer. Vielen ist es noch immer unverständlich, wie es zu diesen Verbrechen gekommen ist. Es ist uns bewußt, daß es "in diesem unserem Land" viele Kräfte gibt, die daran interessiert sind, das Geschehen von damals "endlich" vergessen zu lassen. Doch

    NIEMAND HAT DAS RECHT
    ZU VERGESSEN
    UND NIEMAND
    DARF VERGESSEN
    UM DES LEBENS
    UM DER MENSCHHEIT WILLEN

    Deshalb rufen wir auf zur Gründung der Arbeitsgemeinschaft Bergen-Belsen am Montag, 11. Februar 1985, 19.00 Uhr in der Dokumentationsstätte Sievershausen, Kirchweg 4.

    Diese AG sollte von Einzelpersonen und Gruppierungen unterstützt werden. Wir müssen uns dafür einsetzen, daß das Dokumentenhaus Bergen-Belsen erweitert wird, damit Besuchergruppen eine sachkundige Einführung in die Geschichte des Lagers sowie des Hitler-Faschismus erhalten. Dafür ist auch die Einstellung hauptamtlicher Kräfte notwendig. Damit würde die Gedenkstätte Bergen-Belsen vielleicht der zugewiesenen Aufgabe gerecht, die zentrale Dokumentationsstätte Niedersachsens über den Hitler-Faschismus zu sein.
    Über Inhalt und Organisationsform dieser AG soll am 11.02.85 in Sievershausen gemeinsam beraten und entschieden werden.

    Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit
    Sievershausen,Kirchweg 4 - Tel. 05175/3939 (ab März 85: 5738)“

    Flugblatt: Bergen-Belsen - 60 Jahre Gedenkstätte Ausstellung vom 1. Oktober bis 29. November 2012 (Online-Version)
  2. Das Tontafelprojekt der Albert Liebmann Schule Hannover
  3. Erich-Kästner-Realschule Tostedt beteiligt sich an der Aktion "Wir schreiben Eure Namen"
  4. „Die Würde zurückgeben.“ Erstmals „Namensziegel“-Projekt an der Realschule Munster. (PDF; 7,9 MB) In: Heide Kurier vom 25. April 2010, S. 3