Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland

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Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland
(ACK)
Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 1948
Sitz Frankfurt am Main
Schwerpunkt Förderung der ökumenischen Zusammenarbeit und der Einheit der Kirchen
Vorsitz Radu Constantin Miron
Geschäftsführung Verena Hammes
Mitglieder 17 Mitgliedskirchen,
8 Gastmitglieder
Website www.oekumene-ack.de

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland e. V. (ACK) ist ein 1948 im Zusammenhang mit der Gründung und ersten Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen und zunächst aus diesem angehörenden Kirchen gebildeter[1] Zusammenschluss christlicher Kirchen in Deutschland zum Zweck der Förderung ökumenischer Zusammenarbeit und der Einheit der Kirchen. Sie bildet den Nationalen Kirchenrat für Deutschland und ist als solcher assoziierte Organisation beim Weltkirchenrat.

Einzelne Kirchen können Mitglieder-, Gast- oder Beobachterstatus besitzen. Neben der Mitgliedschaft auf Bundesebene gibt es auch regionale, meist an den Bundesländern orientierte, und örtliche ACK, wo sich die Mitgliedschaft von der auf Bundesebene unterscheiden kann. So kann etwa eine lokale Gemeinde einer bestimmten Kirche in der örtlichen ACK Mitglied sein, ohne dass die Kirche selbst auf Landes- oder Bundesebene der ACK angehört. Auch der umgekehrte Fall ist möglich.

Die in der ACK zusammengeschlossenen Kirchen „bekennen den Herrn Jesus Christus gemäß der Heiligen Schrift als Gott und Heiland und trachten darum, gemeinsam zu erfüllen, wozu sie berufen sind, zur Ehre Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (§ 1 der Satzung). Diese Formulierung entspricht der Basisformel des Weltkirchenrates.

Mitglieder, Gastmitglieder und Beobachter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mitglieder, Gastmitglieder und Ständigen Beobachter in Deutschland setzten sich aus einer Vielzahl kirchlicher Gruppen zusammen.

Erstens handelt es sich um die orthodoxe Tradition (altorientalische und orthodoxe Kirchen)[2]:

Zweitens sind Kirchen aus der evangelischen Tradition zu nennen:

Drittens werden Kirchen aus der katholischen Tradition gelistet:

Gastmitglieder und Ständige Beobachter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gastmitglieder sind

Ständige Beobachter sind die Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker), Bad Pyrmont, die Arbeitsgemeinschaft Ökumenischer Kreise e. V. (AÖK), Hofheim/Murnau, das Evangelische Missionswerk, Hamburg, und der Christinnenrat (Ökumenische Arbeitsgemeinschaft in Deutschland), Düsseldorf.

Organisationsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitgliederversammlung und Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Leitungsorgan der ACK fungiert die zweimal jährlich tagende Mitgliederversammlung, der Delegierte der Mitglieder, Gastmitglieder und Ständige Beobachter angehören. Die Legislaturperiode beträgt fünf Jahre.

Der Vorstand wird von den Delegierten der Mitglieder der ACK gewählt und setzt sich aus Mitgliedern der unterschiedlichen Konfessionen zusammen. Aktuell gehören zum Vorstand: Vorsitzender ist der (griechisch-orthodoxe) Erzpriester Radu Constantin Miron, seine Stellvertreter sind der (anglikanische) Reverend Christoph Easthill und der (methodistische) Bischof Harald Rückert. Weitere Vorstandsmitglieder sind der (römisch-katholische) Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger und der (evangelische) Landesbischof Martin Hein.[3]

Ökumenische Centrale (ÖC)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ökumenische Centrale (ÖC) in Frankfurt am Main ist die Geschäftsstelle der ACK Deutschland. Sie ist prinzipiell konfessionell paritätisch besetzt, wobei in jüngster Zeit nur noch halbe Stellen für die einzelnen Kirchenfamilien vergeben werden.

Seit 1. April 2019 ist Verena Hammes die Geschäftsführerin der ACK.

Die Referate sind nach Konfessionsfamilien gegliedert, denen zugleich Arbeitsschwerpunkte zugeordnet sind:

  • EKD-Referat: „Migration, Dialog, Kultur“, gleichzeitig Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (seit 1. September 2013 Pfarrer Marc Witzenbacher)
  • Katholisches Referat: „Glaube und Theologie“ (seit 1. April 2019 Verena Hammes, gleichzeitig Geschäftsführerin der ACK[4])
  • Freikirchliches Referat: „Mission, Zeugnis, Gottesdienst“ (seit 1. Juli 2013 Pastor Bernd Densky, BEFG[5])
  • Orthodoxes Referat: „Kirche und Gesellschaft“ (Marina Kiroudi).

Deutscher Ökumenischer Studienausschuss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1950 setzte die ACK den Deutschen Ökumenischen Studienausschuss (DÖSTA) als ihre theologische Kommission ein.[6] Die Aufgabe des Ausschusses ist es, die ACK in ökumenisch-theologischen Fragen zu beraten. Aus dem DÖSTA gingen zahlreiche Studien, Gutachten und Stellungnahmen zu Fragen der Ökumene und ökumenischer Beziehungen hervor.

Regionale ACKs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland gibt es 14 regionale ACKs in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin-Brandenburg (Ökumenischer Rat), Bremen, Hamburg, Hessen und Rheinhessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Region Südwest in Rheinland-Pfalz (ohne den rheinhessischen Teil) und dem Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein sowie in Thüringen.

Auf regionaler und lokaler Ebene steht der Begriff ACK gelegentlich für „Arbeitskreis Christlicher Kirchen“.

Die bundesweite ACK sowie die regionalen und die lokalen ACKs arbeiten zwar in unterschiedlicher Weise zusammen, sie sind aber zueinander nicht über- bzw. untergeordnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Geldbach: Der Deutsche Ökumenische Studienausschuss (DÖSTA). Chronik der ersten fünf Jahrzehnte. Otto Lembeck Verlag, Frankfurt am Main / Bonifatius, Paderborn 2010, ISBN 978-3-87476-624-1 (Lembeck), ISBN 978-3-89710-474-7 (Bonifatius).
  • Dennis Meier, Annette, Reimers-Avenarius (Hrsg.): Den gemeinsamen Glauben bekennen. Erklärungen und Texte der Theologischen Kommission der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Hamburg aus vier Jahrzehnten. Steinmann Verlag, Neuenkirchen, 2., erweiterte Auflage 2019, ISBN 978-3-927043-76-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Elze: Weitere christliche Kirchen und andere religiöse Gemeinschaften. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 495–498, hier: S. 495.
  2. Einteilung nach Johannes Oeldemann: Die Kirchen des christlichen Ostens. Orthodoxe, orientalische und mit Rom unierte Ostkirchen. Regensburg 2. Aufl. 2008, Seite 9–14.
  3. Erzpriester Radu Constantin Miron ist neuer ACK-Vorsitzender. ACK, 4. April 2019, abgerufen am 19. Juni 2019 (Pressemeldung).
  4. Neue ACK-Geschäftsführung. ACK, 3. April 2019, abgerufen am 19. Juni 2019 (Pressemeldung).
  5. Pastor Bernd Densky ist neuer Freikirchenreferent. ACK, 1. Juli 2013, abgerufen am 29. Oktober 2017 (Pressemeldung).
  6. Erich Geldbach: Der Deutsche Ökumenische Studienausschuss (DÖSTA). Chronik der ersten fünf Jahrzehnte. Otto Lembeck Verlag, Frankfurt am Main / Bonifatius, Paderborn 2010, S. 21–22.