Arbeitskosten

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Arbeitskosten setzen sich zusammen aus den direkten Lohn- oder Gehaltskosten und den Lohnnebenkosten wie z. B. Sozialversicherungsbeiträge, Lohn- und Gehaltsfortzahlungen im Krankheitsfall, betriebliche Altersversorgung etc.

Je nach Branche können die Arbeitskosten die Produktionskosten dominieren (Beispiel: Textilbranche) oder relativ unbedeutend sein (Beispiel: Halbleiterproduktion).

Die Arbeitskosten sind eine wichtige Größe, um die Leistungsfähigkeit unterschiedlicher Regionen und Länder zu vergleichen. Unter Berücksichtigung der Transportkosten und Investitionen sowie der Steuerbedingungen stellen die Arbeitskosten ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl des Produktionsstandortes im Rahmen der Globalisierung dar.

In Deutschland sinken die Zuwächse der Arbeitskosten seit den Jahren 2000/2001 stetig. Im Vergleich innerhalb der EU hat Deutschland fast ausnahmslos die kleinste Zuwachsrate.

Vergleicht man Arbeitskosten, so muss immer auch die Produktivität betrachtet werden. Im Einzelfall können sich dadurch Kostenunterschiede erheblich verkleinern. Bei Vergleichen von Arbeitskosten kann einerseits der Betrag/Stunde oder auch das Gehalt/Monat bzw. der Lohn/Jahr angesetzt werden.

Arbeitskosten pro Stunde in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arbeitskosten je Stunde sind die jährlichen Arbeitskosten dividiert durch die Zahl der während des Jahres geleisteten Arbeitsstunden.

Jahr Euro
1996 22,39
1997 22,77
1998 23,03
1999 23,46
2000 24,33
2001 24,92
2002 25,45
2003 26,05
2004 26,17
2005 26,43

Quelle: Eurostat

Internationaler Vergleich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ohne Berücksichtigung struktureller und regionaler Unterschiede zeigt die folgende Tabelle eine erste Übersicht der durchschnittlichen Arbeitskosten je Arbeitsstunde (Basis 2004 und US-Dollar)

Angelernte Arbeiter Erfahrene Facharbeiter
Höchstlohnländer (z. B. Deutschland) 27 US $ 36 US $
Hochlohnländer (z. B. Großbritannien) 18 US $ 24 US $
Ost-Mitteleuropäische EU Beitrittsländer (z. B. Polen) 5 US $ 9 US $
Andere osteuropäische Länder (z. B. Ukraine) 2 US $ 4 US $
Asiatische Niedriglohnländer (z. B. China, Indien) 1 US $ 3 US $

Für den Bereich der Akademiker hier ein Beispiel für Ingenieure (Basis 2006):

Einstiegsgehälter für Ingenieure (Deutschland = 100)

Großbritannien 113
Vereinigte Staaten 112
Schweiz 109
Kanada 103
Deutschland 100
Frankreich 97
Italien 87
Österreich 83
Schweden 81
Spanien 80
Polen 66
Tschechische Rep. 52
China 40
Indien 26
Bulgarien 20

Arbeitskosten je geleisteter Stunde im Jahr 2007 Quelle: Statistisches Bundesamt[1]

Land Euro Veränderung in Prozent
EU gesamt 22,8 3,4
Dänemark 35 3,6
Schweden 33,4 3,5
Belgien 33,1 3,7
Luxemburg 32,7 1,9
Frankreich 31,9 3,3
Niederlande 29,29 2,5
Deutschland 29,1 1
Österreich 28,5 3,2
Finnland 28,3 3
Großbritannien 27,9 4,9
Irland 25,5 -
Italien 24,5 -
Spanien 18,3 4,2
Polen 6,7 14,5
Rumänien 3,9 30,2
Bulgarien 2,1 16,9

Die absoluten Gehälter (Euro/Jahr) von Ingenieuren in Deutschland im Jahr 2006 nach Arbeitsbereich betrugen: (Fachlaufbahn, keine Leitungsposition)

Nach Aussagen von Fachleuten bleiben die Arbeitskostendifferenzen zwischen Hoch- und Niedriglohnländern noch in den nächsten 20-30 Jahren bestehen. Für China und Indien sollen es sogar eher 50 Jahre sein.

Durch den überproportionalen Anstieg der Lohnnebenkosten in den Industrienationen werden auch bei moderater Entwicklung der Nettoeinkünfte die Arbeitskosten weiter steigen. Dieser Anstieg wird z. B. durch die Überalterung und die Fortschreibung sozialer Ansprüche wie Krankenversicherung, Betriebsrenten u. ä. getrieben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. spiegel.de: STANDORT DEUTSCHLAND