Arca di San Domenico

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Gesamtansicht der Arca di San Domenico.

Die Arca di San Domenico ist ein Grabmal, in der sich die sterblichen Überreste des hl. Dominikus befinden. Die Skulptur steht heute in der Kapelle der St.-Domenikus-Basilika in Bologna. Dominikus' Körper liegt in einem Sarg aus Zypressenholz, sein Kopf wird separat auf der Rückseite des Grabmals aufbewahrt, im Reliquienschrein des Goldschmieds Jacopo Roseto da Bologna (1383).

Die Arbeit am Grabmal erstreckte sich über fast 500 Jahre. Als Dominikus 1221 starb, wurde er zunächst hinter dem Altar der Klosterkirche San Nicolò delle Vigne bestattet. 1228 begann der Ausbau zur heutigen Basilika, und Dominikus' sterbliche Überreste wurden in einen schlichten Marmorsarg überführt, der zunächst im rechten Gang auf dem Boden stand. Dort war er für die zahlreichen Pilger schlecht sichtbar, sodass die Dominikaner 1264 einen neuen Schrein in Auftrag gaben. Niccolò Pisano war verantwortlich für den Entwurf, die Ausführung entstand in seiner Werkstatt, hauptsächlich durch seinen Gehilfen Lapo di Ricevuto sowie Arnolfo di Cambio. An jeder Ecke findet sich die Skulptur eines der Kirchenlehrer. Ursprünglich trugen Karyatiden den Sarg; nach einer Umgestaltung des Grabmals befinden sich diese Figuren heute in verschiedenen Museen wie dem Bargello und dem Louvre.

Reliefs von Niccolò Pisano und Schülern
Der Sargdeckel.

Das Grabmal wurde 1411 in die Mitte der Kirche versetzt. Zwischen 1469 und 1473 erhielt der vormals flache Sarg eine Bekrönung; zu den Bildhauern gehörten der nach diesem Werk so genannte Niccolò dell’Arca und der junge Michelangelo. Von Michelangelo stammen die Statuetten des Petronius und des Hl. Proculus von Puteoli - ein Vorgriff auf seinen David. Über dem Kymation erhebt sich ein Kandelaber, gehalten von zwei Putten und vier Delfinen, darauf die Statue des Ewigen Vaters.

Alfonso Lombardi fügte 1532 eine Stufe hinzu; sie zeigt Szenen aus dem Leben des Hl. Dominikus.

Ab 1597 ersetzte Floriano Ambrosini die gotische Kapelle von 1413 durch einen Neubau.

Von 1613 bis 1615 malte Guido Reni das Deckenfresko über dem Arco.

Die letzte Ergänzung am Grabmal war der Altar, entworfen von Mauro Tesi (1730–1766) und 1768 ausgeführt von Alessandro Salviolini.

Rechts und links der Arca hängen in der Kapelle Gemälde von Alessandro Tiarini und Leonello Spada.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • C. Gnudi: Nicola, Arnolfo, Lapo. L'Arca di San Domenico in Bologna 1948.
  • J. Pope-Hennessy: The Arca of St. Dominic: a hypothesis. In:Essays on Italian Sculpture 1968, S. 11–15.
  • P. Venturino Alce: The Basilica of Saint Dominic in Bologna. Edizioni Studio Domenicano, 1997, ISBN 88-7094-298-8.
  • Jane Turner (Hrsg.): Grove Dictionary of Art. Macmillan Publishers, 1996, ISBN 1-884446-00-0, S. 278–279.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Arca di San Domenico – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Il miracolo del fuoco/II miracolo del libro respinto dalle fiamme" (1615–1616) illustriert die Legende seiner unbrennbaren Schriften bzw. San Domenico resuscita un neonato von Tiarini Alessandro.