Arcegno

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Arcegno
Wappen von Arcegno
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Locarnow
Kreis: Kreis Isole
Gemeinde: Losonei2w1
Postleitzahl: 6618
UN/LOCODE: CH RCT
Koordinaten: 700756 / 113019Koordinaten: 46° 9′ 40″ N, 8° 44′ 35″ O; CH1903: 700756 / 113019
Höhe: 387 m ü. M.
Website: www.losone.ch
Karte
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Arcégno ist eine Fraktion der politischen Gemeinde Losone. Im ursprünglich landwirtschaftlich geprägten Dorf gibt es einen kleinen Kern mit mittelalterlichen Wohnhäusern, die katholische Kirche Sant'Antonio Abate und einen Friedhof. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist südlich davon ein Neubauquartier mit mehrheitlich Einfamilienhäusern entstanden. Gleichzeitig ist durch Rückgang der Landwirtschaft der Wald ganz nah an das Dorf vorgerückt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt rund drei Kilometer westlich von Losòne auf einem gerodeten Plateau, in einer Waldlichtung, nahe der Gemeindegrenze von Ascona. Die kurvenreiche Kantonsstrasse (ital. Via Cantonale) überwindet die Höhendifferenz von 150 Metern vom Zentrum von Losone bis zur Kirche in Arcegno. Sie führt danach südlich und flächer weiter durch ein Neubauquartier, Wald und das Naturschutzgebiet oberhalb des Monte Verità in Richtung Ronco sopra Ascona, wo sich der Blick bereits vorher auf den Lago Maggiore öffnet. Eine weitere, jedoch schmale und eingeschränkt befahrbare Strasse, die Polenstrasse, führt nordwärts Richtung Golino, auf der westlichen Seite liegt nach einem halben Kilometer das Campo Pestalozzi.

Arcegno ist ein idealer Ausgangs- und Durchgangsort von Wanderungen im westlichen Locarnese. Ein weitverzweigtes Wanderwegnetz durch Kastanien- und Buchenwälder im Val Brima, Val Riò, Monti di Losone, Val da Chècc, Busbera und Barbescio und durch die Naturschutzgebiete Maia und Gratena und auf den Aussichtspunkt Balladrüm bieten sich unmittelbar an.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Torflager von Arcegno, die Felsunterstände von Quarigo und die Felszeichnungen auf Speckstein und Gneis scheinen zu bestätigen, dass die Gegend seit der Jungsteinzeit besiedelt ist.

Bereits im Mittelalter gehörte der Weiler Arcegno zu Losone, ebenso wie Vosa im Onsernonetal. Die Einwohner hatten den Adligen von Locarno den Zehnten auf Reben und Getreide zu entrichten. 1347 bis 1357 wurde die Kirche mit dem Namen Sant'Antonio Abate erbaut. Diese wurde im 15. Jahrhundert erweitert, 1560 bis 1565 wurde der Kirchturm gebaut und später kamen ein neuer Chor und neue Kirchenfenster dazu. Sie gilt heute als historisch bedeutsames Gebäude.

Aus dem Dorf sind viele Leute nach Italien ausgewandert; 1832 stiftete die Compagnia di Roma, die 1815 von diesen Ausgewanderten gegründet worden war, wie üblich bei diesen Gesellschaften zur Verschönerung der Kirche die grosse Glocke, liess die Kruzifixkapelle ausschmücken und stiftete die Stationen an der zur Kirche führenden Strasse. Die Compagnia di Firenze schenkte ihr ein Bild der Jungfrau, das hinter dem Hauptaltar aufgehängt ist.[2]

1929 wurde auf Initiative des Luzerner Pfarrers Julius Kaiser und mit Hilfe Jugendlicher das Campo Enrico Pestalozzi gegründet und aufgebaut.[3] 1941 bis 1947 waren im Ortsteil Losone-Arbigo polnische und ukrainische Soldaten interniert, die die Strasse 1941 bis 1945 von Arcegno nach Golino in teilweise steiles und felsiges Gelände errichtet hatten. Ein kleines polnisches Wappen am linken Wegrand in Fels eingelassen und eingefärbt erinnert an die Leistung der Internierten während des Zweiten Weltkriegs.[4] Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war geprägt vom Rückgang der Landwirtschaft und dem damit verbundenen Handwerk, dem Vordringen des Waldes und dem Bau neuer Häuser sowohl für Wohn- als auch für Ferienzwecke.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arcegno ist mit der Buslinie Nummer 314 der Ferrovie autolinee regionali ticinesi (FART) öffentlich erschlossen. Dieser Bus fährt vom Bahnhof Locarno, der in Muralto liegt, über Losone und Arcegno nach Ronco sopra Ascona und den gleichen Weg wieder zurück.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oratorio della Madonna della Valle
Oratorio della Madonna della Valle
  • Kirche Sant’Antonio abate (1347–1357, mit späteren Erweiterungen und Veränderungen). Die gegenwärtige Kirche stammt aus dem 17. Jahrhundert, vorher bestand daselbst eine dem heiligen Antonius geweihte Kapelle, die zwischen 1347 und 1357 gebaut wurde. Der Bischof von Como gewährte ihr am 13. April 1452 das Recht zu taufen. Ursprünglich hier besassen die Bischöfe von Como landesherrliche Rechte, mit denen sie die Edlen Muralto von Locarno und Duno von Ascona 1257 und 1264 belehnten.[6][7][8]
  • Oratorium Madonna della Valle (17. Jahrhundert)[7]
  • Wohnhaus Pinoja-Lutz, in Via ai grotti, Architekten Franco und Paolo Moro (1994)[7]
  • Wohnhaus Casa Righetti, in Via Loco, Architekt Michele Arnaboldi (1991).[7]
  • Verschiedene Schalensteine im Ortsteil Busbera (550 m ü. M.), il Sasso magnetico (500 m ü. M.), il masso di Bedrüsc[9]

Campo Enrico Pestalozzi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1929 wurde auf Initiative des Luzerner Pfarrers Julius Kaiser und mit Hilfe Jugendlicher das Campo Enrico Pestalozzi gegründet und aufgebaut. Es ist ein Feriendörfchen und Aufenthaltsort für Ferien-, Klassen-, Konfirmanden-, Lehrlings- und Sportlager sowie für Schulreisen und Erwachsenengruppen geworden, das mehrheitlich von Deutschschweizern im Sommerhalbjahr frequentiert wird. Auf einer Fläche von rund 35'000 m² bietet das Campo in zehn einfachen, zweckmässigen Pavillonbauten Platz für über 300 Personen; diese Bauten sind von Kastanienbäumen umgeben.[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Arcegno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walking und Nordic Walking-Strecke um den Hügel Maia, nördlich von Arcegno
  2. Arcegno auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 28. Mai 2017).
  3. Website Campo Pestalozzi
  4. Rodolfo Huber: Losone. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  5. Buslinien der FART=20
  6. Arcegno auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 28. Mai 2017).
  7. a b c d Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 204.
  8. Kirche Sant’Antonio abate (Foto)
  9. Franco Binda: Il mistero delle incisioni. Armando Dadò editore, Locarno 2013, S. 83–85.
  10. Website Campo Pestalozzi