Archäologischer Fund

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Als Fund wird in der Archäologie ein bei einer Ausgrabung (Grabungstechniken) entdeckter beweglicher Gegenstand bezeichnet. Funde sind also die einzelnen, bewegliche Fundstücke, etwa eine Scherbe, ein Gefäß, ein Stein, ein Altar, Waffe. Der Ort, an dem ein archäologischer Fund aufgefunden wird kann in wissenschaftlich, systematischer Weise in Ausgrabungen an einer Grabungsstätte erfolgt sein oder aber es handelt sich um einen akzidentellen Fund. Dabei muss im ersteren Fall, bei den Grabungstechnik wird zwischen den Archäologischen Funden also solche (eben den beweglichen Gegenständen, in der Regel Artefakte) und den Befunden (unbewegliche Strukturen, in der Regel Bodenkonsistenzen (Bodenkunde), in der Regel ein abgegrenzter Kontext) unterschieden werden. Hier gehören neben dem Gehalt an organischer Substanz (Humus), dem allgemeinen Bodengefüge und der Konsistenz vor allem die Bodenart (Körnung) und die Farbe zu den wichtigsten Merkmalen bei der Beschreibung und Definition von Bodenhorizonten und –schichten (Stratum, Survey)[1].

  • Artefakte: von Menschen hergestellte Gegenstände
  • Geofakte: ohne Zutun des Menschen durch Naturkräfte bearbeitete Steine
  • Biofakte: Überreste von Lebewesen, z. B. Tierknochen, Pollen usw.

Artefakt im engeren archäologischem Sinne sind alle die Objekte, die von Menschen genutzt, modifiziert oder extra hergestellt wurden, etwa ein Stein, der in seiner Rohform als Hammer genutzt wurde, oder ein Lederband, das verwendet wurde, um einen Gegenstand an einem anderen zu befestigen, oder ein Tongefäß, das als Becher oder Vorratsbehälter verwendet wurde.

Der Fund ist zu unterscheiden vom Befund; damit wird der Fundkontext bezeichnet. Ein Befund bezeichnet oder beschreibt die im Gelände bzw. bei Ausgrabungen gefundenen Strukturen, etwa Mauern oder Erdverfärbungen von früher vorhandenen Holzsäulen, ein Hausgrundriss oder eine Grabanlage; Befunde sind in der Regel nicht beweglich.

Wichtig ist aber in der archäologischen Forschung nicht nur der einzelne Fund, sondern vor allem auch dessen Kontext also die genauen Fundumstände: wo genau wurde der Fund gemacht, welche Funde bzw. Artefakte lagen nebeneinander und wie, die Stratigraphie etc. Zur Deutung und Hypothesenbildung der Funde und Befunde ist deshalb der Kontext äußerst wichtig; daher ist eine genaue Dokumentation der Fundumstände unumgänglich.[2]

Funde und Fundplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johanna Sigl, Claus Vetterling: Grabungsleitfaden. 1. Aufl., Philipp von Zabern, Mainz / Darmstadt 2012, ISBN 3-8053-4451-1
  • Alfred Falk: Historisches Ereignis und archäologischer Befund. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung. S. 117–119 [3]
  • Ulf F. Ickerodt: Einführung in das Grundproblem des archäologisch-kulturhistorischen Vergleichens und Deutens: Analogien-Bildung in der archäologischen Forschung. Peter Lang, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-631-59799-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Methoden in der Archäologie. LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland [4]
  • Basis-Wissen Archäologie: Was ist ein Fund? Was ist ein Befund? [5]
  • Grabungswoerterbuch [6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bodenkundliche Feldmethoden in der Archäologie (Bodenart und -farbe). Auszug aus: www .grabung–ev . de, GRABUNG e.V. Verein für Grabungstechnik, Archäologie, Bodendenkmalpflege und Nachbargebiet. Erstveröffentlichung in GRABUNG aktuell 14, 2002, abgerufen am 15. April 2018 [1]
  2. Richtlinien zur Dokumentation archäologischer Ausgrabungen. Stand Juli 2014, denkmalpflege.niedersachsen.de [2]