Archäologisches Museum im BMW-Werk Regensburg

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Das Archäologische Museum im BMW-Werk Regensburg ist ein kleines archäologisches Museum auf dem Werksgelände des BMW-Werkes im Regensburger Bezirk Harting.

Grabungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gelände für den Neubau des geplanten BMW-Werkes in der Gemeinde Harting war als archäologischer Fundplatz bekannt. Seit 1903 wurden dort immer wieder Funde geborgen und dokumentiert. Auf einem benachbarten Neubaugebiet wurden bereits in den Jahren 1979 bis 1981 umfangreiche Ausgrabungen durchgeführt, außerdem wurde das gesamte Gebiet 1981 luftbildarchäologisch prospektiert. Um die zu erwartenden Bodendenkmäler vor der endgültigen Zerstörung zu retten, wurden in den Jahren 1983 bis 1985 umfangreiche planmäßige Grabungen durchgeführt. Die Grabungsarbeiten wurden von Jens Lüning und Gudrun Malcher vom Institut für Vor- und Frühgeschichte der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt durchgeführt und förderten mehr als 10.000 Objekte sowie etwa 50 Hausgrundrisse zu Tage. Das reichhaltige Fundspektrum reicht von Jungpaläolithikum bis in das beginnende 9. Jahrhundert. Besonders bemerkenswert ist der Fund zweier Brunnen eines ehemaligen römischen Gutshofes aus der Mitte des 3. Jahrhunderts. Aus den Brunnenverfüllungen wurden zahlreiche Skelettreste von 14 Männern, Frauen und Kindern geborgen die Spuren von erheblicher Gewalteinwirkung aufwiesen. Dies deutet auf einen Überfall und anschließende Niedermetzelung der damaligen römischen Bewohner durch vermutlich alamannische Angreifer hin.

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 1986 wurde das Museum mit einer kleinen Freilichtanlage auf dem Werksgelände eröffnet. Das Museum zeigte eine Auswahl von etwa 300 der wichtigsten Objekte, als Leihgaben des Historischen Museums Regensburg. Ergänzt wurde die Ausstellung durch zahlreiche Modelle und Schautafeln. Die, an die jetzige Position versetzten, Fundamentreste des römischen Gutshofes bilden die Freilichtanlage. Die Konzeption und wissenschaftliche Betreuung des Museums erfolgte durch Sabine Rieckhoff-Pauli. Zwischenzeitlich wurde die Ausstellung auf einige wenige Vitrinen verkleinert und die Leihgaben an das Historische Museum Regensburg zurückgegeben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sabine Rieckhoff-Pauli: Archäologisches Museum im BMW Werk Regensburg. Bayerische Motorenwerke, Regensburg 1987. ISBN 3-921114-91-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 48° 58′ 40″ N, 12° 10′ 16″ O