Archäologisches Nationalmuseum (Tarent)

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Keramiken aus der Zeit um 580 v. Chr. aus dem Archäologischen Nationalmuseum in Taranto
Goldener Ohrring, letztes Viertel des 4. Jh. v. Chr.

Im Archäologischen Nationalmuseum (Museo Archeologico Nazionale di Taranto) von Tarent kann man eine der bedeutendsten archäologischen Sammlungen Süditaliens bewundern. Hier sind eine der größten Artefaktsammlungen der Magna Graecia ausgestellt, wie z. B. das berühmte Gold von Tarent.

Das Museum wurde 1887 gegründet und befindet sich in der Neustadt in der Nähe der Ponte Girevole am Corso Umberto I. Nr. 42 im ehemaligen Kloster San Pasquale von Baylon, das im 18. Jahrhundert gebaut wurde. Der Archäologe Luigi Viola wollte ein Museum der Magna Graecia daraus machen, es wurde aber hauptsächlich den archäologischen Funden aus Tarent und Apuliens gewidmet.

Das in Hinsicht auf Qualität und historische Bedeutung bemerkenswerte Material ist in drei Abteilungen unterteilt:

  • Die topographische Sektion befindet sich im Hochparterre und wird für befristete Ausstellungen genutzt.
  • Die griechisch-römische Abteilung, die der aristokratischen Gesellschaft Tarents gewidmet ist, findet man im 1. Stockwerk.
  • Die prähistorische Abteilung (2. Stockwerk) bewahrt Ausstellungsstücke aus der ganzen Region Apulien vom Paläolithikums bis zur Bronzezeit.

Hauptanziehungspunkt der Ausstellung und Beweis der glanzvollen Vergangenheit während der Magna Graecia ist der Bereich, der dem mythischen Taras gewidmet ist.

In den ersten zwei Ausstellungsräumen befinden sich Statuen aus von der Insel Paros importiertem weißem Marmor: eine würdevolle Kore aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., ein Haupt Aphrodites, ein Meisterwerk hellenistischer Zeit, eine Statue der Weisheitsgöttin Athene, ein Haupt, des Herakles aus griechisch-römischer Zeit, eine Bronzestatue des Zeus aus Ugento (Lecce), der Körper einer Nymphe.

Im dritten Saal findet man Ausstellungsstücke aus römischer Zeit (1. Jahrhundert v. Chr. – 1. Jahrhundert n. Chr.): Köpfe aus Caparo, (Stein aus dieser Gegend), Mosaike aus der Kaiserzeit, Inschriften von öffentlichen und privaten Gebäuden.

Ab dem vierten Saal können die Funde aus den Nekropolen in Tarent bewundert werden: ein innen vollkommen ausgemalter archaischer Sarkophag, eine Kline, Giebel und Balken von Häuserfassaden.

Eine chronologische Keramiktour führt durch weitere Ausstellungsräume, die von der Gründung Tarents bis zur Archaik geht; darunter gibt es Keramiken aus Korinth, die exportiert wurden und hauptsächlich aus Grabausstattungen stammen. Die rosaroten mit schwarzen Darstellungen aus der Mythologie und der Athletik versehenen Tonvasen stammen aus den archaischen Nekropolen. Von großer Bedeutung ist die Sammlung der Goldgegenstände (Haarnadeln, Schminkeschachteln, Spiegel usw.).

Unter den ausgestellten Funden befinden sich:

  • Sammlung von Keramiken aus Nekropolen: Pferd aus Bronze, Aryballos, Skyphos des Theseus-Malers, drei Kylikes;
  • Grabausstattungen: Kylix mit Gorgomaske, Kylix des Fischmalers,
  • Juwelen aus Gold mit dem kostbarem Diadem, Kronen, Ohrringe mit Anhänger.

Siehe auch[Bearbeiten]

Bibliografie[Bearbeiten]

  • Quintino Quagliati: Il Museo Nazionale di Taranto. Istituto Poligrafico dello Stato, Roma 1932
  • Ettore M. De Juliis, D. Loiacono: Taranto. Il Museo Archeologico. Mandese Editore, Milano 1988

Weblinks[Bearbeiten]


40.47402117.238793Koordinaten: 40° 28′ 26″ N, 17° 14′ 20″ O