Archäomalakologie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Archäomalakologie ist ein Zweig der Archäozoologie, der sich mit den bei archäologischen Grabungen gefundenen Resten von Weichtieren (Schnecken und Muscheln) befasst. Die Weichtiere wurden von den Menschen als Nahrungsmittel genutzt, ihre Schalen dienten als Werkstoff oder als Schmuckstücke. Insofern steht die Archäomalakologie an der Schnittstelle von Archäologie und Malakologie.

Die Nutzung von Weichtieren durch den Menschen ist bis in das mittlere Paläolithikum durch Funde belegt. Da Weichtierschalen sich gut erhalten, erlangten sie eine große Bedeutung für verschiedene Aspekte der materiellen Kultur, wo sie als

vielfach Verwendung fanden.

Zudem kann über die Untersuchung des Verbreitungsgebietes einzelner Weichtierarten in Relation zu den Fundorten der Schalen auf Handelsbeziehungen bzw. kulturelle Verbindungen geschlossen werden, z. B. bei Funden von Gegenständen, bei denen die Schalen der Lazarusklapper (Spondylus gaederopus) verarbeitet wurden. Vom Vorkommen von Weichtierresten kann auf das Paläoklima und in Zusammenhang mit Siedlungs- und Lagerresten eventuell auf die Jahreszeit der Nutzung geschlossen werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Daniella E. Bar-Yosef Mayer (Hg.): Archaeomalacology : Molluscs in former environments of human behaviour. Proceedings of the 9th Conference of the International Council of Archaeozoology, Durham, August 2002. Oxbow, Oxford 2005, ISBN 1-84217-120-8
  • Canan Çakirlar (Hg.): Archaeomalacology revisited: non-dietary use of molluscs in archaeological settings. Oxbow, Oxford 2011, ISBN 978-1-8421-7436-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]