Archea Epidavros

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Ortsgemeinschaft Archea Epidavros
Τοπική Κοινότητα Αρχαίας Επιδαύρου
(Αρχαία Επίδαυρος)
Archea Epidavros (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat Griechenland
Region Peloponnes
Regionalbezirk Argolis
Gemeinde Epidavros
Gemeindebezirk Epidavros
Geographische Koordinaten 37° 38′ N, 23° 9′ OKoordinaten: 37° 38′ N, 23° 9′ O
Höhe ü. d. M. 11 m
Fläche 29,404 km²
Einwohner 1932 (2011[1])
Bevölkerungsdichte 65,71 Ew./km²
LAU-1-Code-Nr. 41030201
Ortsgliederung 7
Ansicht von Nordwesten
Ansicht von Nordwesten

Archea Epidavros (griechisch Αρχαία Επίδαυρος (f. sg.) ,Antikes-Epidauros‘) ist eine Ortsgemeinschaft in der griechischen Gemeinde Epidavros. Der Hauptort ist die kleine Hafenstadt Palea Epidavros (griechisch Παλαιά Επίδαυρος (f. sg.) ,Alt-Epidauros‘), die etwa 13 km von der berühmten Asklepios-Heilstätte Epidauros entfernt an der Küste des Saronischen Golfes in der Landschaft Argolis auf der Peloponnes liegt. Die Stadt Palea Epidavros wird oftmals auch Archea Epidavros genannt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palea Epidavros war bis 1992 eine selbständige Landgemeinde (griechisch Κοινότητα kinotita) und wurde 1992 zur Gemeinde (griechisch Δήμος dimos) erhoben und offiziell in Archea Epidavros umbenannt. Die Stadt behielt jedoch ihren Namen.[2] 1997 wurde mit dem Kapodistrias-Programm Archea Epidavros zum Gemeindebezirk herabgestuft. Von nun kam auch der Name Archea Epidavros für die Stadt in Gebrauch obwohl der offizielle Name weiterhin Palea Epidavros lautete. Die südlich der Halbinsel gelegene Ortschaft Spilia (griechisch Σπηλιά (f. sg.)) wurde nun ein Stadtteil von Palea Epidavros und südlich von Epano Epidavros wurde die neue Ortschaft Panorama (griechisch Πανόραμα (n. sg.)) gegründet. 2011 wurde Archea Epidavros schließlich zur Ortsgemeinschaft herabgestuft. Die neu gegründeten Ortschaften Agia Paraskevi und Galani und das Kloster Kalamiou kamen neu dazu.

  • Ortsgemeinschaft Archea Epidavros (Τοπική Κοινότητα Αρχαίας Επιδαύρου)
    • Palea Epidavros (Παλαιά Επίδαυρος, 1.618 Ew.)
    • Agia Paraskevi (Αγία Παρασκευή, 23 Ew.)
    • Galani (Γαλάνη, 23 Ew.)
    • Epano Epidavros (Επάνω Επίδαυρος, 116 Ew.)
    • Moni (Klotser) Kalamiou (Μόνη Καλαμίου, 33 Ew.)
    • Panagia (Παναγία, 74 Ew.)
    • Panorama (Πανόραμα, 45 Ew.)

Geschichte und Mythen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ältesten Funde aus der antiken Hafenstadt Epidauros stammen aus der mykenischen Zeit (15. bis 11. Jahrhundert v. Chr.). Nach der Überlieferung hieß die Stadt ürsprünglich Epitauros und wurde von Karern bewohnt.[3] Als Gründer der Stadt gilt Epidauros, der Sohn des Apollon.[4] Nach dem Hymnos des Isyllos gründete der Epidaurier Malos das Heiligtum des Apollon Maleatas.[5] Als der Räuber Periphetes hier sein Unwesen trieb und Reisende mit einer ehernen Keule erschlug kam der Held Theseus und tötete ihn.[6] Homer berichtete, dass das Weinreiche Epidauros unter Diomedes am Trojanischen Krieg teilnahm.[7] Bei der Eroberung der Peloponnes durch die Herakleiden übergab König Pityreus, der Sohn des Ion, die Stadt kampflos an Deiphontes.[8]

Im 7. Jahrhundert v. Chr. regierte der Tyrann Prokles in Epidauros. Sein Schwiegersohn Periander, der Tyrann von Korinth, eroberte jedoch die Stadt und nahm Prokles gefangen.[9] Im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. war Epidauros Mitglied der Amphiktyonie von Kalauria.[10]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Antike war Palea Epidavros die zur Heilstätte zugehörige Hafenstadt, über die viele Pilger zum Asklepieion reisten. Heute nutzen viele Touristen das idyllische Örtchen, das schier von Zitronen- und Orangenhainen umschlungen zu sein scheint, nicht selten als Übernachtungsort, um von hier aus Epidauros zu besuchen.

Auf der Halbinsel Nisi, welche die Bucht von Palea Epidavros in zwei Hälften teilt, sind noch deutliche Reste des antiken Ortes zu besichtigen. So finden sich oben auf dem Akropolishügel Reste einer imposanten Mauer, die wohl in byzantinischer Zeit zu einem Kastell gehörten, jedoch auf antiken Ursprung zur Ummauerung der Akropolis hinweisen. An der südwestlichen Ecke der Akropolis haben Archäologen die Reste eines kleinen Theaters mit etwa 15 in den Hang hineingeschlagenen Sitzreihen und den Fundamenten eines Bühnenhauses freigelegt, wobei bei den vorderen Sitzen noch die Rückenlehnen erhalten sind. Man vermutet, dass dieses Theater einem Dionysos-Heiligtum beigeordnet war. Ebenso wurden ausgedehnte antike Hausbauten auf dem Areal der Halbinsel aufgedeckt.

Dass der Ort bereits in mykenischer Zeit besiedelt war, beweisen mykenische Gräber, die in der Ortsmitte freigelegt werden konnten.

Reste von antiken Bauten sind am südwestlichen Ende der Halbinsel unter Wasser zu sehen. Etwas weiter südlich findet man in der Nähe des Ufers unter Wasser die Überreste eines römischen Gutshofes. In GoogleEarth sind außerdem sehr gut die von der Spitze dieser Halbinsel im Bogen nach Südosten führenden unter Wasser noch vorhandenen Reste einer großen Kaimauer zu sehen, durch die der südwestliche Teil der Bucht ehemals zu einem Hafen von beträchtlicher Größe ausgebaut war.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Memento vom 27. Juni 2015 im Internet Archive) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  2. απογραφή-πληθυσμού-1991
  3. Strabon: Geographica, 8, 6, 15 (p. 374)
  4. Pausanias: Reisen in Griechenland, 2, 26, 1
  5. IG IV² 1 684 und IG IV²,1 454
  6. Apollodor von Athen: Bibliotheke des Apollodor, 3, 217
  7. Homer: Ilias, 2, 561
  8. Pausanias: Reisen in Griechenland, 2, 26, 1
  9. Herodot: Historien, 3, 50–52
  10. Strabon: Geographica, 8, 6, 14 (p. 374)