Archfeld

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Archfeld
Gemeinde Herleshausen
Koordinaten: 51° 2′ 30″ N, 10° 8′ 47″ O
Höhe: 382 (360–387) m ü. NHN
Fläche: 6,17 km²[1]
Einwohner: 121[2]
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1970
Postleitzahl: 37293
Vorwahl: 05654
Blick auf den Ort
Blick auf den Ort

Archfeld ist ein Ortsteil der Gemeinde Herleshausen im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt auf dem Ringgau, dem südlichen Hochplateau des Mittelgebirges.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde der Ort 1279.[3] Vor der Säkularisation war das Dorf im Besitz des Klosters Fulda. Dann kam es in den Besitz der Familie Treusch von Buttlar, die auch das benachbarte Altefeld als Lehen besaß. Durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges und die Pest starben viele Bewohner.

Am 1. Dezember 1970 wurde der bis dahin selbständige Gemeinde im Zuge der Gebietsreform in Hessen in die Gemeinde Herleshausen eingegliedert.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Karlheinz Deist.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johanneskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nordseite der Johanneskirche in Archfeld
Die Johanneskirche in Archfeld

Die evangelische Kirche erhebt sich auf dem höchsten Platz des Ortes. Es wird angenommen, dass sie ursprünglich als Wehrkirche diente, in der die Bevölkerung in Notzeiten Zuflucht finden konnte. Von dem ursprünglichen Kirchenbau ist nichts mehr vorhanden. Der älteste Teil ist das Langhaus aus dem Jahr 1567. Der Kirchturm wurde in 1903 erbaut, nachdem der ursprüngliche durch ein Feuer vernichtet worden war. Im Innern erhebt sich ein einfacher Saal mit einer abschließenden Rundtonne. Die Ausstattung stammt ebenso wie der Turm aus dem Jahr 1903.

Im Rahmen eines festlichen Kirchspielgottesdienstes anlässlich ihres 450-jährigen Jubiläums bekam die Dorfkirche den Namen „Johanneskirche“, weil zwanzig Jahre zuvor eine neue Kirchenglocke mit dem Namen „Johannesglocke“ im Turm aufgehängt wurde.

Wegen ihrer künstlerischen, geschichtlichen und städtebaulichen Bedeutung ist die Kirche ein geschütztes Kulturdenkmal.[6]

Dorfanger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Anger vor der Kirchhofmauer

Unterhalb der Kirche befindet sich der Dorfanger mit zwei Linden, deren Alter auf 300 bis 450 Jahre geschätzt wird. Der Kunsthistoriker und Fotograf Thomas Wiegand vermutet in seinem Buch „Bäume aus dem Werraland“, dass das Pflanzdatum der beiden alten Bäume möglicherweise mit dem Bau der Kirche im Jahre 1567 übereinstimmt, als sich die Herren von Treusch-Buttlar in ihrem neuerworbenen Dorf einrichteten. Vielleicht wurden sie auch nach der Renovierung der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Kirche im Jahre 1657 gepflanzt.

Auf der ehemaligen Gerichts- und Versammlungsstätte war die Rechtsprechung bis 1539 dem Kloster Fulda zustehend, danach dem adeligen Gericht der Treusch von Buttlar. Auf dem Anger vor der Kirchhofmauer wurden alle Angelegenheiten der niederen und der peinlichen Gerichtsbarkeit verhandelt, von der Regelung von Eigentumsfragen bis hin zu Urteilen über Mord und Totschlag.

Als einer der besterhaltenen Anger des Kreisgebietes ist die Anlage aus ortsgeschichtlichen Gründen als Kulturdenkmal erhaltenswert. Die beiden alten Archfelder Dorflinden werden als Naturdenkmale besonders geschützt.[7][8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archfeld. In: Webauftritt. Gemeinde Herleshausen, abgerufen im September 2019.
  2. Infos zu den Ortsteilen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Internetauftritt der Gemeinde Herleshausen. Ehemals im Original; abgerufen am 16. Februar 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.herleshausen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  3. Archfeld, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 388.
  5. Ortsvorsteher Archfeld. In: Internetauftritt der Gemeinde Herleshausen. Abgerufen am 15. August 2018.
  6. Denkmaltopographie Werra-Meißner-Kreis I. S. 126 f.
  7. Thomas Wiegand: Bäume aus dem Werraland - Eine Fotodokumentation. Herausgegeben von der Kreissparkasse Eschwege, 1984. S. 96 f.
  8. Lindenplatz in Archfeld. Gerichtsstätten in Hessen. (Stand: 17. Februar 2016). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Archfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien