Archibald Cochrane, 9. Earl of Dundonald

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Archibald Cochrane

Archibald Cochrane, 9. Earl of Dundonald (* 1. Januar 1749 in Culross (Schottland); † 1. Juli 1831 in Paris) war ein schottischer Chemiker und Unternehmer. Er wird als Vater der britischen Steinkohleteer-Industrie bezeichnet, er förderte aber auch weitere Bereiche der chemischen Industrie in Großbritannien.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war der Sohn von Major Thomas Cochrane (1691–1778), dem 8. Earl, und von Jean Stuart und hatte vier Brüder. Archibald Cochrane fuhr mit 14 Jahren als Midshipman und später Acting Lieutenant zur See unter Kapitän Stair Douglas vor der Küste von Guinea. 1764 wurde er Cornet im King´s Own Regiment of Dragoons, wo er bis 1768 blieb. Danach erwarb eine Hauptmannstelle im 104. Regiment. 1778 trat er nach dem Tod seines Vaters das Erbe an (das finanziell allerdings unbedeutend war) und wurde 9. Earl von Dundonald.

Als Seemann hatte er gesehen, wie schnell die Holzschiffe der Marine verrotten konnten, teilweise in wenigen Monaten auf See, und experimentierte nach der Rückkehr mit Steinkohleteer zur Abdichtung in Nore (bei der Sandbank in der Themsemündung, in der häufig die Schiffe der Royal Navy ankerten). 1780 fand er eine wirtschaftliche Methode, Steinkohleteer aus bituminöser Kohle zu erzeugen und lieh sich 10.000 Pfund von seiner Frau, um mit Partnern die British Tar Company zu gründen. Einer der Partner war John Clerk, der ähnliche Ideen gehabt hatte und 1781 ein Patent erhielt. Die Fabrik sollte in Culross Abbey entstehen, und Berater war der berühmte schottische Chemiker Joseph Black. Der Teer verkaufte sich gut als Schutzanstrich für Schiffe und das Terpentin zum Hausanstrich und den Koks an Eisenhütten. Er exportierte bis nach Norwegen und Russland und war in Geschäftsbeziehung zu Matthew Boulton. Weitere Geschäftsbeziehungen hatte er zu John Loudon McAdam, der für ihn in der Aufsicht einer Fabrik arbeitete und der später Erfinder des Makadam war. Die Royal Navy wechselte erst nach Auslaufen des Patents der Firma zu Teeranstrichen über und blieb zunächst bei Kupferplatten als Schutz der Schiffsrümpfe.

Mitte der 1780er Jahre expandierte er auch in Salzgewinnung und strebte durch eine Eingabe beim Parlament ein zeitweiliges Monopol für die Steinkohleteergewinnung und viele Anwendungen in der chemischen Industrie an, dem sich aber Vertreter der Kohleindustrie widersetzten. In den 1790er Jahren stieg er auch in die Soda-Herstellung unter Verwendung seiner Kohleprodukte ein. Er gründete weitere Fabriken zur Herstellung von verschiedenen Salzen (Kaliumchlorid, Kaliumsulfat, Natriumphosphat, Ammoniumsalz, Salpeter, Alaun für Färbereien), insbesondere für die Düngerindustrie, und Alkohol-Destillerien.

1791 schlug er vor, Brot aus Kartoffeln herzustellen und Kartoffelmehl zum Beispiel als Proviant auf Schiffen, Viehfutter und für die Herstellung von Pottasche (Vorbild war Tapioka von Indianern der Karibik) zu verwenden.

Einer seiner Söhne aus erste Ehe mit Anne Gilchrist (Heirat 1774) war der britische Seeheld Thomas Cochrane, 10. Earl of Dundonald. 1787 starb seine erste Frau, und er heiratete 1788 Isabella Raymond und 1819 Anna Maria Plowden. Auch seine Brüder John Cochrane (1750–1801) und Basil Cochrane (1753–1826) waren erfolgreich als Versorger für Armee und Marine, und besonders Basil brachte es zu großem Reichtum durch Geschäfte in Indien. Sein Bruder Alexander Cochrane (1758–1832) wurde Admiral, sein Bruder Andrew Cochrane-Johnstone (1767–1833) war ein Abenteurer und Politiker, der in den Aktienskandal von 1814 verwickelt war (wie auch andere Mitglieder der Familie).

1784 wurde er Fellow der Royal Society of Edinburgh.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manufacture and Trade of Salt on the Herring Fisheries and on the Coal Trade of Great Britain. 1784
  • An Account of the Qualities and Uses of Coal Tar. 1785
  • The Present State of Manufacture of Salt Explained. 1785
  • A Treatise showing the intimate connection that subsists between agriculture and chemistry. 1795

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]