Archiv Frau und Musik

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Archiv Frau und Musik

Innenräume
Innenräume
Archivtyp Musikarchiv
Koordinaten 50° 5′ 32,1″ N, 8° 39′ 1,3″ OKoordinaten: 50° 5′ 32,1″ N, 8° 39′ 1,3″ O
Ort Frankfurt am Main
Besucheradresse Heinrich-Hoffmann-Straße 3, 60528 Frankfurt am Main
Gründung 1979
Umfang 23000 Medieneinheiten
ISIL DE-Ks15
Website www.archiv-frau-musik.de

Das Archiv Frau und Musik ist ein in Frankfurt am Main ansässiges internationales Musikarchiv. Es ist das weltweit größte und bedeutendste Archiv zur Musik von Komponistinnen und wurde 1979 in Köln durch eine Initiative der Dirigentin Elke Mascha Blankenburg gegründet.

Dieses Musikarchiv ist Heimat des Internationalen Arbeitskreises Frau und Musik und wird von der Stadt Frankfurt und vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert. Es gab als einzige deutschsprachige Fachpublikation das Magazin VivaVoce bis 2015 heraus, das regelmäßig zwei bis dreimal pro Jahr erschien. Im Oktober 2013 wurde das Facharchiv in die Rote Liste Kultur des Deutschen Kulturrates aufgenommen und in die Kategorie 2 als gefährdet eingestuft, da die Stadt Frankfurt ihre bisherige finanzielle Unterstützung seit Januar 2014 eingestellt hat.

Siehe auch den Artikel Frauen in der Musik.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund eines Artikels der Dirigentin Elke Mascha Blankenburgs über vergessene Komponistinnen in der Zeitschrift Emma Ende der 1970er Jahre, trafen sich Musikerinnen aus vielen Teilen der Welt zur Gründung eines Arbeitskreises. Sie machten sich zur Aufgabe, vergessene Kompositionen von Frauen ausfindig zu machen und wieder zur Aufführung zu bringen. Die Initiative hatte im Oktober 1979 bereits 100 Mitglieder. Dem Gründungsvorstand gehörten neben Elke Blankenburg auch die Komponistinnen Barbara Heller und Siegrid Ernst an.

Nachforschungen des Arbeitskreises in internationalen Musikbibliotheken brachten innerhalb eines Jahres die Namen und Werke von über 300 Komponistinnen zutage. Dies war die Basis für die Gründung des Archivs „Frau und Musik“. Der Verein und das Archiv wechselten ihren anfänglichen Sitz 1988 von Köln nach Kassel, um schließlich 2001 in Frankfurt sein Domizil zu finden.

Seit Oktober 2013 ist das Archiv Mitglied im i.d.a.-Dachverband der deutschsprachigen Frauen/Lesbenarchive. Vorstand des Internationalen Arbeitskreises Frau und Musik e.V., der das Archiv trägt, sind Mary Ellen Kitchens (Dirigentin, Musikwissenschaftlerin, Leiterin Hörfunkarchive BR), Vera Lasch und Vivienne Olive (Komponistin).

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kulturförderpreis der Stadt Kassel 1994
  • Förderpreis der Dr.-Wolfgang-Zippel-Stiftung 1996
  • Förderpreis der Dierichs-Stiftung Kassel 1999

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archiv Frau und Musik Frankfurt am Main – Innenräume

Der Bestand des Archivs umfasst rund 23.000 Medieneinheiten: Kompositionen und künstlerische Nachlässe von Musikerinnen, Zeitungsartikel, Broschüren, Sekundärliteratur, Bildmaterial und Tonträger sowie Facharbeiten über Musikerinnen und Komponistinnen. Das Archiv konnte unter anderem die Nachlässe von Felicitas Kukuck (1914–2001) und Silvia Leonor Alvarez de la Fuente (1953–2004) übernehmen. Seit 2015 befinden sich auch die Nachlässe von Elke Mascha Blankenburg (1943–2013) und Leni Alexander (1924–2005) vor Ort. Zahlreiche aktiv schaffende Komponistinnen wie Violeta Dinescu und Tsippi Fleischer bringen ihre Werke bereits jetzt in das Archiv Frau und Musik ein. 2001 kam die umfangreiche Sammlung des Münchner Vereins musica femina münchen – das Komponistinnen-Archiv München – als Schenkung ins Archiv Frau und Musik. Zum weiteren Bestand des Frankfurter Archivs gehören ein umfangreicher Fundus an Erstdrucken und handschriftlichen Briefen Clara Schumanns und eine weltweit einzigartige Postkartensammlung von Damenblasorchestern um 1900. Den Bestand klassischer Kompositionen ergänzt eine Sondersammlung zu den Bereichen Rock, Pop, Jazz, Chanson und Weltmusik. Insgesamt umfasst das Archiv Werke von über 1.800 internationalen Komponistinnen vom 9. bis zum 21. Jahrhundert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Juan Martin Koch: Drängende Fragen, mit Fakten untermauert. Heike Matthiesen im Gespräch über 40 Jahre Archiv Frau und Musik In: nmz – neue musikzeitung (= nmz – neue musikzeitung. Ausgabe 4). ConBrio Verlagsgesellschaft mbH, 2019, ISSN 0944-8136, S. 19. (online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]